Es muss nicht immer Kaviar sein – Probiere es mal mit Downsizing

Alle Bilder: Thüringer Wald 2021

Buchholz, den 07.01.2021

Liebe Freundin, lieber Freund

Ein frohes neues Jahr wünsche ich Dir. Es fühlt sich schon so alt an? Vielleicht, weil wir in unserer Welt immer noch mit den gleichen, alten Problemen zu tun haben wie 2020? Ja, manch eine/r ist „gefrustet“, auch privat ist ja nicht nur deshalb plötzlich alles easy, weil es einen Jahreswechsel gegeben hat. Aber, das ist doch recht häufig das normale Januargefühl. Der ist manchmal so ein bisschen verbraucht, oder? Man würde, statt ins Jahr hinein zu gehen, gerne noch ein bisschen Winterschlaf halten und sich verwöhnen lassen.

Und dann komme ich mit so einer Überschrift: „Es muss nicht immer Kaviar sein“?  Typisch, Cornelia, was willst Du schon wieder von mir? Aber:

J.M. Simmel gab mir diesen Titel und ich bin damit gleich direkt im Thema:

Ein Bekannter, der gerne nach Dänemark fährt, in die Ferien oder auch ins verlängerte Wochenende, wohnt bei uns in der Umgebung in einem großen, schönen, edel eingerichteten Haus.

Und eines Tages kommt er zurück aus dem Urlaub, den er mit seiner Frau wiederum in Dänemark in einem niedlichen, kleinen Ferienhäuschen aus Holz verbracht hat, und sagt zu mir: „Wir verkaufen das große Haus!“

In Dänemark, in dem kleinen Haus, das sie dort immer buchen würden, gehe es ihnen viel besser, sagt er: Sie würden sich viel mehr sehen und auch miteinander sprechen. In ihrem großen Haus würden sich die beiden Peoplechen gewissermaßen verlaufen und deshalb hauptsächlich über ein Haustelefon miteinander kommunizieren. Hier aber gebe es nur einen großen Raum und sie würden sich dadurch eigentlich immer sehen und seien immerfort im Gespräch und hätten einfach mehr Nähe. Es gehe ihrer Beziehung dadurch viel besser. Sie seien dadurch viel mehr „miteinander und beieinander“ statt alleine unterwegs.

Und das ziehen sie durch: Das große Haus, mit den vielen, großen Räumen, wird gleich samt allen Möbeln verkauft. Ein kleines, mit weniger und kleineren Räumen, wird von dem Geld gekauft. Es bleibt noch etwas übrig von dem eingenommenen Geld. Sie müssen jetzt auch viel weniger heizen, sie sparen Kosten für die Herrichtung des Gartens etc..

Und: Sie fühlen sich wieder wie „Prinz und Prinzessin“, denn sie sind frisch verliebt, sie haben sich in den kuscheligeren Räumen gewissermaßen wiedergefunden. Und nebenbei: Er isst jetzt weniger, sie raucht weniger.

Also das nenne ich „Downsizing“: Viel, viel weniger Energie, Zeit, Geld für die Hülle. Daraus folgen mehr Kraftreserven, mehr Zeit für das Sein und nebenbei vielleicht weniger Geldsorgen, auf jeden Fall weniger Geldaufwand und dadurch wieder mehr Zeit, also Freiheit.

Den Beiden geht es jetzt also erst richtig gut, obwohl – nein, weil – sie den Überkonsum gestrichen haben (der hat sie tatsächlich nicht weiter gebracht oder bereichert, sondern ihr Leben verarmen lassen).

Kennt Ihr das Das Easterlin-Paradox? 1974 wies Richard Easterlin nach, dass die Erhöhung des Bruttoinlandprodukts (Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen) ab einer bestimmten Schwelle nicht mehr zwangsläufig mit einer Verbesserung des subjektiven Glücksgefühls einhergeht.

Quelle: https://info.arte.tv/de/das-easterlin-paradox-wenn-geld-nicht-mehr-gluecklich-macht

Wann haben wir eigentlich angefangen, soviel zu sammeln? Mein Vater sprach mit mir manchmal über „den Krieg“ und die Zeit danach und er sagte: „Es war das große Nichts“. Und natürlich haben damals nach dem Krieg die jungen Manschen und die älteren, die es noch konnten, wie verrückt gearbeitet und aufgebaut: Kleine Wohnung gemietet, größere Wohnung, kleines Haus gekauft, größeres Haus…. Vielleicht hätten sie gegen Ende der 70ger Jahre lieber aufgehört, aber es war ja jeder froh über jeden Aufschwung (das alte Trauma noch im Nacken und an die eigenen Kinder weitergegeben).

Und so wurde aus einem nachvollziehbaren Sicherheitsbestreben bei manchen eine Gier nach mehr. Fast alles wurde damit angetrieben.

(Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.)

John Steinbeck

Ich sehe da auch, wie die heutigen Krankheiten mit dem Zustand unserer Erde zusammenhängen.

Die Entwicklung ist mittlerweile dergestalt: Während sich die Menschen krank arbeiten, um „haste was, dann biste was“ zu erreichen, überwiegen inzwischen die künstlich vom Menschen hergestellten Sachen mit ihrer Masse die Masse aller Lebewesen weltweit. Das nennt man übrigens Anthropozaen, das Menschenzeitalter.

Ist es wirklich so nötig, soviel anzuhäufen (und gleichzeitig alles leer zu schöpfen und außerdem gleichzeitig soviel Müll zu hinterlassen)?

Quelle dazu: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/anthropozaen-kuenstlich-hergestellte-produkte-ueberwiegen-erstmals-die-masse-aller-lebewesen-weltweit-a-9f577654-7140-4199-a20f-39fcb30e78fa

Fragt Ihr Euch nicht auch ab und zu: Ist ein Mensch reicher, der Erde, mit all ihren Schätzen, Pflanzen, Tieren, Wasser um sich herum, bewohnen darf – oder einer, der das alles nicht mehr hat, weil er es zu Geld gemacht hat, das jetzt irgendwo liegt?

Weniger Geld für weniger Dinge auszugeben, könnte sowohl uns, wie auch unsere Umwelt entlasten.

Nun muss ich mich einmal etwas berichtigen: Ich hatte am 3.5.2019 geschrieben. „Wenn jeder von uns grob 80 Mio. Deutschen nur 1% (ein Prozent) verändert, ist das ein Riesenschupps und eine gut sichtbare Veränderung in Deutschland. Und wenn 40 Mio. wieder nichts tun, dann schaffen die anderen 40 Mio. vielleicht auch zwei Prozent Veränderung?“

Das ist so nicht mehr ganz richtig, es gibt inzwischen neue Berechnungen. Natürlich würde solcherlei Einschränkung immer noch etwas bringen, allerdings ist inzwischen geklärt, dass es doch ein paar, gar nicht so viele, Menschen gibt, die sich etwas mehr einschränken sollten – weil sie halt auch viel mehr ausstoßen: „Laut einer am Montag veröffentlichen Untersuchung der Hilfsorganisation Oxfam ist das reichste 1 Prozent für mehr als doppelt soviel Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich wie die gesamte ärmste Hälfte der Weltbevölkerung. Die Studie konzentriert sich auf die Jahre 1990 bis 2015, in denen sich die Treibhausgas-Emission weltweit verdoppelt hat. Oxfam hat sie vor der am Dienstag beginnenden Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung in New York veröffentlichte. „Für den Konsumrausch einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis,“ sagt Ellen Ehmke, Expertin für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland.“

Quelle: https://kontrast.at/co2-ausstoss-verursacher/

Kurzer Film mit Maja Göpel, 44, bei J.Thadeusz, die sich äußert zum Thema Überkonsum: https://twitter.com/i/status/1330090969388228610 (Auch unten im PS niedergeschrieben).  ( Ich empfehle wirklich  ihr Buch, „Unsere Welt neu denken – Eine Einladung“, da schreibt sie sehr verständlich komplexe Zusammenhänge auf, was uns in unsere heutige Situation gebracht hat und was wir nun für unser Überleben tun können). Sie ist Ökonomin und was sie aufzeigt, ist jenseits von, man müsse alles aufgeben

Und dennoch sollten wir voran gehen. Denn mit Vorangehen, stecken wir am besten an. Wir müssen deshalb keine Aktivisten werden, nur aktiv. Die Zukunft geht uns ja etwas an. Außerdem kommen wir damit raus aus Abhängigkeiten und raus aus der Angst:

Erinnert Ihr Euch an das „knappe“ Klopapier? Wenn man den Menschen sagt, etwas werde knapp, dann setzt der Run auf diese Dinge erst richtig ein. Plötzlich kommt die alte Angst wieder und damit, bei einigen, die Gier. So ist es auch mit dem 1972 veröffentlichten Bericht „Die Grenzen des Wachstums” des Club of Rome geschehen. Seitdem hat ein noch stärkerer Run auf die Schätze der Erde eingesetzt als vorher.

Quelle: The Limits To Growth, Dennis L. Meadows et al., 1972 (deutsch: Die Grenzen des Wachstums, 1972, ISBN 3-421-02633-5)

Die Menschen kriegen Angst und fangen sofort an, mehr zu arbeiten und zu hamstern (und sich über die viele Tagesmühe zu beklagen).

Nein: Downsizing müsste chic werden: Entspannte Heiterkeit beim Spaziergang als den neuen Luxus betrachten, das könnten wir doch mal probieren und den anderen von unseren Erfahrungen erzählen. Und es ist auch beeindruckend, wenn ich diejenigen Menschen betrachte, die sich von Ballast befreit haben. Wie befreit sie aussehen! Sie atmen auch freier.

Einige gehen also voran und andere sehen an ihnen: Es scheint, schöner so zu sein. Sie wollen es vielleicht zumindest einmal ausprobieren, im Urlaub vielleicht, in einer kleinen Hütte (wenn das mal wieder geht). Und dann könnten wir gemeinsam in diese Richtung laufen, statt Sieger und Verlierer zu kreieren.

Der Club of Rome in einem kleinen Film dazu: Quelle: https://youtu.be/RCqbW9zK6K8

Es wäre doch soviel leichter jetzt zu beginnen und die Zeit zu nutzen, als abzuwarten und dann von den Ergebnissen erschreckt zu werden:

Dazu wirklich gute Recherche von der Süddeutschen Zeitung bezüglich CO2 Budget mit vielen Themen – und Countdown: Quelle:https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wissen/klimakrise-die-sz-klimazentrale-e2038

Und eine animierte Grafik, die es besonders deutlicht zeigt:  https://twitter.com/GretaThunberg/status/1335653055191199744

Quelle:https://twitter.com/GretaThunberg/status/1335653055191199744 und die schwedische Zeitung: Dagens Nyheter, DN.se .

Wenn wir absolut nichts an unserer Haltung dem CO2 Ausstoß gegenüber verändern, also weiterhin Tier- und Umwelt (Pflanzenreich, Erde, Wasser, Luft –  man nennt es heute „MIT“welt) verbrauchen und vermüllen, sind es also noch knapp 7 Jahre, dann wäre das 1,5°C Limit erreicht, was immense Auswirkungen auf unser Leben hätte. Einige Teile der Welt haben dies schon jetzt bei 1,2°C, wie sie uns mitteilen und auch an sie müssen wir also denken. Daher kommt der Ausdruck:  Klimagerechtigkeit. Die gilt es ebenfalls zu verfolgen.

Wenn wir aber sofort beginnen zu handeln, dann haben wir noch „Zeit“ bis ca. 2036 (die Pläne der Regierungen sehen dies leider weltweit kaum vor)

Das ist nicht neu! Das ist schon kommuniziert worden auf der COP25 in Madrid Ende 2019.

Hier ein Video der gesamten Veranstaltung. Thunbergs Rede beginnt ab etwa 37:00.  https://www.youtube.com/watch?v=apu1TUZG9Rw&feature=youtu.be

Ich glaube – und wünsche gleichzeitig wirklich – dass 2020 das Wendejahr war. Das Jahr zum Innehalten, Erkennen, Wenden. Noch ist nicht viel davon sichtbar, aber später werden wir merken: 2020, da war die Wende. Die nächsten Schritte in 2021 (letztlich auch bei den Wahlen), werden aufzeigen, dass es eine neue Richtung gibt, die Ersten des Schwarmes sind schon unterwegs.

Das ist auch für unser Leben, für unsere Gesundheit gut.

Tatsächlich, wenn Du diese Zeilen liest und gesund bist, hast Du im letzten Jahr etwas richtig gemacht und außerdem ganz viel Glück gehabt.

Lass uns die Erkenntnis, was zu tun ist, mit dem Impuls, leben zu wollen, zusammenbinden und in diesem Jahr auch auf andere Dinge als Corona anwenden.

Sehr, sehr herzliche Grüße zum neuen Jahr,

sendet

Eure Cornelia Cornels-Selke

 

PS:

  1. Ein Redeauszug. Kurze Mitschrift der Aussage von Maja Göpel:

„… wenn wir in die Geschichte gucken sind typischerweise Kriege über Ressourcenengpässe entstanden, sind Sicherheitsfragen durch eine Versorgungsunsicherheit entstanden. …

Sie tun immer so, als wollte ich den Leuten den Spaß verderben oder irgendwas.

Hier geht es darum, einfach das, was die Wissenschaft und die Beobachtungen (und da haben wir Gott sei Dank auch durch die Digitalisierung inzwischen ziemlich gute Datenbasen) uns sagen, was sich verändert und dass es nicht positiv ist.

Und dann versuchen wir –  im Auftrag der Bundesregierung übrigens, die die politischen Ziele gesetzt hat, das zu verhindern (diese Konsequenzen) – Lösungen zu formulieren           und Möglichkeiten zu formulieren.

Wir gucken dann, was sind typischerweise die Treiber:

Und Überkonsum (ja, das ist ein Wort, da wird wahrscheinlich die halbe Bundesrepublik wieder aufschreien, was das überhaupt ist, aber es ist ein Begriff in der Wissenschaft): Wenn wir uns angucken, wie die Verteilung dessen ist, was Menschen,  unterschiedliche Menschen auf diesem Planeten, jeder Einzelne für sich ein Individuum, pro Kopf in Anspruch nehmen auf diesem Planeten. Und dann gibt es so etwas wie Überkonsum, weil eine Grundversorgung, im Sinne von: „Ich bin gut versorgt“, längst erreicht ist und dieses hohe Konsumniveau in einem Teil des Planeten dazu führt, dass wir nicht genug Ressourcen haben, um denjenigen auf diesem Planeten genug zu geben, die noch nicht genug materiell versorgt sind.“

  1. Ein Redeauszug, Greta Thunberg, COP25, Madrid, Ende 2019:

„In Kapitel 2 auf Seite 108 des im letzten Jahr veröffentlichten IPCC-Berichts SR 1.5 heißt es, dass, wenn wir eine Chance von 67% haben wollen, den globalen Temperaturanstieg auf unter 1,5 ° C zu begrenzen ab 1. Januar 2018 noch 420 Gigatonnen CO2 Emissionen in diesem Budget vorhanden war.

Und natürlich ist diese Zahl heute viel niedriger, da wir jedes Jahr etwa 42 Gigatonnen CO2 ausstoßen Mit den heutigen Emissionswerten wird das verbleibende Budget innerhalb von acht Jahren aufgebraucht sein. Diese Zahlen sind keine Meinungen oder politischen Ansichten von irgendjemandem. Dies ist die derzeit beste verfügbare Wissenschaft. Obwohl viele Wissenschaftler diese Zahlen für zu moderat halten, sind dies die Zahlen, die vom IPCC akzeptiert wurden.

Bitte beachten Sie, dass diese Zahlen global sind und daher nichts über den Aspekt der Gerechtigkeit aussagen, der unbedingt erforderlich ist, damit das Pariser Abkommen global funktioniert. Das bedeutet, dass reichere Länder ihren gerechten Beitrag leisten und viel schneller auf Null kommen müssen, um dann ärmeren Ländern zu helfen…

Das Budget für eine Chance von 67% ist das beste vom IPCC angenommene Szenario. Und jetzt haben wir weniger als 340 Gigatonnen CO2 übrig, um dieses Budget fair aufzuteilen Warum ist es so wichtig, unter 1,5°zu bleiben? Schon bei 1° sterben Menschen an der Klimakrise. Die Grenze von 1,5° fordert die Wissenschaft, um eine Destabilisierung des Klimas zu vermeiden. Damit wir die bestmögliche Chance haben, irreversible Kettenreaktionen wie schmelzende Gletscher, polares Eis und auftauenden arktischen Permafrost zu vermeiden. Jeder Bruchteil eines Grades ist wichtig. Das ist also meine Botschaft. …

Sagen Sie mir bitte, wie reagieren Sie auf diese Zahlen…? Wie reagieren Sie auf die Tatsache, dass im Grunde nichts dagegen unternommen wird, ohne die geringste Wut zu empfinden? Und wie kommuniziert man das, ohne alarmierend zu klingen?

Ich würde es wirklich gerne wissen.

Seit dem Pariser Abkommen haben globale Banken 1,9 Billionen US-Dollar in fossile Brennstoffe investiert. Einhundert Unternehmen sind für 71% der weltweiten Emissionen verantwortlich.

Die G20-Länder machen fast 80% der Gesamtemissionen aus.

Die reichsten 10% der Weltbevölkerung verursachen die Hälfte unserer CO2-Emissionen, während die ärmsten 50% nur ein Zehntel ausmachen.

Wir haben zwar einige Arbeiten zu erledigen, aber einige mehr als andere.

Ohne das Gesamtbild zu sehen, werden wir diese Krise nicht lösen. Ganzheitliche Lösungen zu finden, ist das, worum es bei der COP gehen sollte, aber stattdessen scheint es für die Länder eine Art Gelegenheit geworden zu sein, Schlupflöcher zu finden und ihre Ambitionen nicht zu erhöhen. Die Länder finden kluge Wege, um keine echten Maßnahmen zu verhindern!

…Hoffnung. Ich habe es gesehen, aber sie kommt nicht von den Regierungen oder Unternehmen. Die Hoffnung kommt von den Menschen auf der Straße. Die Menschen, die die Situation jetzt begreifen und aufwachen. Die Menschen sind bereit für Veränderungen.

Die Hoffnung ist, dass die Menschen die Kraft entdecken, die in der Demokratie steckt. Nicht nur am Wahltag, sondern jede Sekunde und jede Stunde. Es ist die öffentliche Meinung, die die freie Welt regiert. Tatsächlich ist jede große Veränderung im Laufe der Geschichte von den Menschen auf der Straße gekommen. Wir müssen nicht warten. Wir können sofort mit der Änderung beginnen. Wir, die Menschen…“

  1. Eine weitere animierte Grafik zum Verständnis:

https://twitter.com/i/status/1325851930128650241 , Quelle: https://t.co/gd1zBlmYkB?amp=1

  1. Also sowohl Nationen, wie einige Menschen innerhalb der Nationen müssen mehr einsparen:

„Nehmen wir die 50 Milliarden jährlich, die wir an klimaschädlichen Subventionen bezahlen“  (Ein Redeauszug, Rede von Marco Bülöw):

https://twitter.com/i/status/1338470245258973186 , .

 

 

2020: Jetzt sind wir dran. Alle zusammen für die Erde.

Thüringer „Wald“ 2020

 

Liebe Freundin, lieber Freund.

Sieh, diese Welt ist voller Wunder, voller erstaunlicher Zusammenhänge, die wir kaum begreifen.

Seit sie entstanden ist, und seitdem der Mensch auf der Erde wandelt, sind schließlich nach mehreren Jahrtausenden verschiedene Gesetzmäßigkeiten durch den Menschen herausgefunden worden. Manchmal denkt er auch, er hätte schon alles entschlüsselt.

Doch ein Gesetz haben wir anscheinend noch nicht entdeckt: Wie ich in den Wald hineinrufe, so schallt es heraus.

All die aktuellen Ereignisse, die uns zur Zeit auf der Erde begegnen… Man könnte von Chaos sprechen, wenn es nicht so logisch wäre… haben mit unseren vorherigen Handlungen zu tun.

Schauen wir als Beispiel auf die USA:

  • Es wurden die Sicherheitsstandards für die Öl-/Frackingindustrie gesenkt (sie hat es grad nicht leicht, Gewinne zu machen, da sie zu viel auf den Mark geschmissen hatte und dadurch die Preise verfielen). Und: Daraus resultiert, dass nun Tausende von Frackinglöchern nicht richtig verschlossen wurden / werden mussten.[i] Diese teils leckenden Löcher (es entweicht z.B. Methangas) sind natürlich brandgefährlich – und wir haben auch Brände, entlang der gesamten Westküste der USA, Nicht nur Kalifornien, auch Oregon ist jetzt schon betroffen.
  • Klimawandel wird geleugnet, die Klimaabkommen boykottiert.[ii] Und: Große Hitzewelle in großen Teilen der USA, teilweise verbunden mit einer Luftfeuchtigkeit von 80% und der Asche von den Bränden. Dann Temperatursturz um teilweise 35°C zu Schnee.[iii] Und zeitgleich neben den erwähnten Bränden an der Westküste, ist, nach Laura,[iv] gerade wieder ein weiterer Hurrikan, Sally, mit großen Überschwemmungen an Land gekommen. Der nächste, Teddy, schon unterwegs
  • Corona wird geleugnet, lange, besonders vom jetzigen Präsidenten, der nur halbherzig Maßnahmen empfahl, dann behauptet, man habe so etwas ja nicht kommen sehen können. Ein bestehendes Gesundheitssystem wurde unter ihm großenteils sogar demontiert. Und so finden wir mit die höchsten Zahlen an Erkrankten und Toten genau in diesem Land.
  • Wir haben seit langem Missachtung eines großen Bevölkerungsanteils. Und wir haben schlimme Bürgerkämpfe.[v]
  • Wir finden hier in den USA große Ablehnung von Flüchtenden aus anderen Ländern. Und die Amerikaner müssen nun an vielen Stellen selbst flüchten (durch die Brände in Kalifornien und Oregon z.B. oder in Louisiana und Alabama, weil dort Häuser durch die Hurrikans zerstört wurden).[vi]
  • https://www.youtube.com/watch?time_continue=57&v=kNrj87Q-4Yk&feature=emb_logo, 08.09.2020, guter Song von Barbra Streisand dazu.

Es kommen jetzt die Quittungen des Nichterkennens und Nichthandelns. Und dies nicht nur in den Vereinigten Staaten, sie waren nur ein Beispiel für Ursache und Wirkung. Es herrschen Überflutungen nicht nur in den USA, sondern auch in Indien und Bangladesch und auch in Italien und Österreich. Es herrschen Wahnsinnstemperaturen, nicht nur in Trier (38,6°C dieses Jahr)[vii] sondern auch in der Arktis (45°C dieses Jahr)[viii] und der Antarktis (warm wie in Los Angeles am selben Tag)[ix] Es herrscht Dürre nicht nur in Spanien, sondern auch vor der Haustür, in den Wäldern rings um uns.[x] Es brennen die Wälder, nicht nur in Australien, sondern auch in Brasilien, wie auch in Kalifornien, wie in der Arktis, wie im UK.

Wir  können auch direkt in Deutschland erkennen, wie dort gehandelt wird und wohin uns dies führt:

  • Jetzt beginnt der Bau der Autobahn A26 von Hamburg nach York – durchs Moor. Obwohl wir wissen, dass Moore besonders wichtige Klimaretter sind und dass die Massenmobilität enden muss.
  • Der Dürre fallen Tausende von Bäumen zum Opfer (285.000 Hektar Wald). [xi]
  • Während Bäume sterben, soll gleichzeitig ein intakter Mischwald ebenfalls einer Autobahn (Dannenröder Wald vs A 49) weichen.[xii]
  • Und weiter wird CO2 in die Atmosphäre geblasen und sie damit weiter erwärmt. Nur ein Beispiel: Datteln4 wird in Betrieb genommen, obwohl Kohlekraftwerke veraltete Technologie darstellen und Kohle auf schlimme Weise abgebaut wird, seit jeher und immer noch: https://stillburning.net/ ,08.09.2020.
  • Die Politik entscheidet sich, noch einmal richtig Steuermilliarden in Kohlekraft zu stecken – bis 2038 (jetzt wird dagegen geklagt).
  • Aber ein erst 2015 in Betrieb genommenes, teures Industriebauwerk wie das Moorburger Kraftwerk soll anscheinend schon jetzt, 2020, vom Netz gehen, weil es sich gar nicht mehr rechnet.
  • Dem Tagebau Garzweiler sollen dennoch weitere Dörfer geopfert werden, in Keyenberg werden Häuser abgebaggert, die in Mühlrose sind schon auf der Liste, – legal? Und es ist doch klar, dass die Kohle unter ihnen nicht mehr benötigt wird.[xiii] Die Gegner sind inzwischen in den Hungerstreik gegangen.[xiv]
  • Tagebau wird dann bei Stilllegung geflutet mit dem knappen Wasser.[xv]
  • Wir wissen vom Insektensterben, aber Insektizide werden gekauft wie verrückt.[xvi]
  • Wir wissen von der Trinkwasser Belastung, aber gegüllt und gespritzt wird nach wie vor weiter. Die Kosten durch die Klage der EU gegen den deutschen Staat zahlen die Steuerzahler*innen und wir alle außerdem mit unserer Gesundheit. https://www.nabu.de/news/2019/07/26742.html09.2020.

Und so kann ich weiter und weiter schreiben.

Aber darum geht es nicht. Es geht mir nicht um das Aufzählen der Hiobsbotschaften.

Es geht um unsere Beziehung zu unserer Erde: Sie ist für uns unendlich wertvoll, eben lebensnotwendig. Hier wurden wir geboren und von ihr ernährt und gekleidet, hier haben wir unsere Wohnung. Dieser Planet stellt alles für uns zur Verfügung. Er sorgt für alle und alles.

Und jetzt müssen wir für ihn sorgen!

Die ganzen privaten Wünsche, das ewige Arbeiten für etwas Geld und etwas mehr Geld und noch etwas mehr, jede/r sorgt irgendwie nur für sich und wenig um mehr. Die Überforderung schon im Alltag, jetzt mit Corona noch mehr, dieser Stress, für das ganz alltägliche Auf und Nieder. Das alles nützt dem Planeten kaum. Wir verbrauchen Ressourcen wie sonst mehrere Generationen und wir holen sie aus den entlegensten Winkeln der Erde.

Jetzt müssen wir mal etwas zurückgeben. Jetzt müssen wir den Blick weiten und die Not der Erde erkennen – und handeln.

Hand aus’s Herz: Was tust Du für diese Erde?

  • Siehst Du, dass die Bäume welken? Gibst Du ihnen Wasser, um ihren Durst zu lindern? In Deinem Garten, vor Deinem Haus/ Deiner Wohnung an der Straße?
  • Wunderst Du Dich, dass es früher mehr Schmetterlinge gab? Gibst Du ihnen ein wildes Eckchen in Deinem Garten auf Deinem Balkon, auf Deinem Fensterbrett, wo sie sich in Ruhe verpuppen können? Oder schneidest Du beim „Aufräumen“ jeden Lebensraum weg?
  • Hast Du von den gequälten Schweinen gelesen? Siehst Du sie auf den Autobahnen in den zahllosen Tiertransporten? Isst Du sie trotzdem noch oder kannst Du damit jetzt aufhören?
  • Atmest du gern? Was tust Du für eine saubere Luft?
  • Wer sind eigentlich „die Anleger“, von denen man hört, sie seien angeblich nicht an einem Wechsel der Fonds von Kohle zu Solarenergie interessiert? Das sind doch wir alle, denn wir haben unser Geld auf dem Konto von irgendeinem Kreditinstitut liegen. Zahlen wir Zinsen, oder haben wir Guthaben, dann wird dieses Geld irgendwo investiert. Wann schaust Du Deiner Bank oder Sparkasse, wohinein sie investieren? Und wenn sie damit die Erde kaputt machen, gibst Du Dein Geld dann woanders hin?
  • Was wählst Du? Denkst Du dabei auch an die Gesundheit Deines Planeten und die Zukunft darauf?

Wenn mit dieser Erde Schlimmes geschieht, dann, wir müssen es ehrlich betrachten, dann sind wir nicht Opfer, sondern Täter.

Also lass uns umkehren, jetzt, hier und heute, zu unserem eigenen Glück. Denn sie ist voller Liebe für ihre Geschöpfe, sie hat diese Qual durch uns nicht verdient.

 

Was sind die größten Klimasünder?[xvii] Da können wir anfangen zu handeln! Tatsächlich geht das ganz leicht:

Stromanbieter wechseln[xviii]

Bank wechseln

Auto stehen lassen[xix]

Fleisch und Tierprodukte vermindern

Ökoprodukte statt Gespritztes kaufen

Müll vermeiden

 

Und wer rettet das Klima? Auch da können wir anfangen, geht ganz leicht:

Moore schützen, Torffreie Erde für den Garten kaufen

Bäume erhalten und pflanzen

Mindestens 20% des Grundstückes / des Balkons tüchtig verwildern lassen.

Boden entsiegeln

 

Und komm mit am 25.9.2020 zur Fridays for Future Demo!

 

In  Buchholz

Hamburg

 

Bei Dir zu Hause: https://fridaysforfuture.de/save-the-date/ 17.09.2020.

 

Ich bin auch da und viele, viele andere mehr. Es bringt Spaß und gibt Hoffnung – und es macht bei den Entscheidern Druck, sie trauen sich nämlich nur dann vom althergebrachten Pfad abzuzweigen und das Neue zu wagen, wenn sie merken: „Da ist Druck, die Wähler*innen wollen das wirklich“.

Ich freue mich jedenfalls, dass Du mit mir auf dem Weg bist, hier und jetzt für diese schöne Erde zu sprechen und zu handeln!

Es erfüllt mich mit Hoffnung und Zuversicht darin, dass dieser wundervollen Vielfalt auf Erden ein Überleben, ein neues Aufleben beschieden sein wird!

 

Eine für Alle – jetzt geben wir etwas zurück: Alle für Eine

Eure Cornelia

Klimaaktion – mit Coronaabstand https://twitter.com/i/status/1253728651385937928 ,08.09.2020.

 

 

Anhang:

Ich mache mal eine Liste auf (wenn Ihr sie nicht in Gänze ertragt, könnt Ihr Ihr sie vielleicht zumindest überfliegen):

Kurze Erklärung vorab! Achtung: Dieser Rundbrief ist voller Links. Mittendrin und auch am Ende gebe ich Euch meine Quellen an, um zu untermauern, was ich behaupte. Diese Links führen fast alle auf fremde Seiten und ich verweise mit ihnen also nur auf deren inhaltlichen Stand zum Zeitpunkt meiner Erstveröffentlichung. Ich gebe zu den Links die Daten an, an denen ich die Seiten besucht habe und den entsprechenden Inhalt gefunden habe, aber ich kann keine Garantie oder gar Haftung dafür übernehmen, was in Zukunft auf diesen Seiten geschieht, da sie nicht mir gehören.

Das Jahr 2020 (nur von März bis September…).

Von den Bränden in Australien – Juni 2019 bis März 2020 – und von Corona hatte ich schon in vorherigen Briefen geschrieben, an dieser Stelle hier zähle ich ein paar weitere Ereignisse von 2020 auf.

Klimastreik war online

 

  • Wir hatten kurz vorher noch eine Aktion begonnen, ein Dankschön an die Fahrradfahrer, die wir aber nicht zu Ende führen konnten (Hamburg, Bremen, München und dann war erstmal Pause)

delfinbotschaft.de/?p=970

 

In Berlin wurde währenddessen von vielen durch Platzhalter demonstriert:

Fight every Crisis wurde der Protest genannt, in Bezug auf Corona und Klima sollten dieselben Anstrengungen unternommen werden, so die Botschaft.

 

https://twitter.com/i/status/1272468641913745413 , kurzer Film dazu.

 

 

 

 

  • Ende Mai erwarteten uns die Szenen um George Floyd und seinen Tod, wie von anderen rassistische Gewalttaten, auch die Szene, wie ein älterer Herr von den Polizisten zu Boden geworfen wird, sodass er schwer verletzt liegen bleibt. Es gab Reaktionen in Deutschland und aller Welt dazu https://twitter.com/i/status/1301829110575124482 .

Jungfernstieg und Rathausmarkt in Hamburg, 2.6.2020.

Und Trump reagierte mit dem Bibelmissbrauch vor einer Kirche für seine Zwecke….

Das war die Reaktion auf Norderney.

 

 

 

Kurzer Film dazu: https://twitter.com/i/status/1278225609517404160 08.09.2020.

Sie jedenfalls nennen es das Kohleeinstiegsgesetz. „Sozial wäre, wenn die Kohlekonzerne Entschädigungen zahlen für all die Zerstörung, die sie schon angerichtet haben“

https://taz.de/Niederlagen-fuer-US-Oelindustrie/!5698428/  ,08.09.2020.

Währenddessen: Immer wieder auf Demos, Mahnwache und hier Menschenkette, 10.7.2020, im Hamburger Stadtpark.

Viele entdecken das Homeoffice in seiner ganzen Möglichkeit und ich träume seitdem von leereren Straßen und Büroflächen, die fast klimaneutral zu Wohnungen werden können.

Die Grafiken und Bilder von anderen kann ich Euch hier leider nicht zeigen.

 

Zu der Rauchentwicklung am Amazonas: https://www.hrw.org/news/2020/08/26/brazil-amazon-fires-affect-health-thousands ,17.09.2020.

 

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_88477388/maut-affaere-e-mails-bringen-andreas-scheuer-in-die-bredouille.html  ,17.09.2020. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/mobilfunkgesellschaft-rechnungshof-wirft-scheuer-vor-das-finanzministerium-getaeuscht-zu-haben/26132808.html?ticket=ST-13449-jzcMrmR2i6gVfQzfa9Cr-ap5 17.09.2020.

https://twitter.com/seawatch_intl/status/1300723255012134912 17.09.2020.

Demo „wir haben Platz“ in Hamburg: https://twitter.com/i/status/1302611580761313282 ,17.09.2020. Und in Berlin:

 

 

 

 

 

Wetter/Klima: https://twitter.com/i/status/1305902949508538369

https://twitter.com/i/status/1301213686888103936 über die Plug-in-Hybride, die viel mehr verbrauchen, als sie zugeben, dafür staatliche Förderung bekommen und glatte 70 km elektrisch fahren (ohje, deutsche Autoindustrie, das ist ja nicht wirklich fortschrittlich)

Trailer zu dem Film „Greta“ https://www.independent.co.uk/arts-entertainment/films/news/i-am-greta-thunberg-documentary-release-date-cinemas-uk-watch-trailer-b467948.html ,17.09.2020.

Zur US Wahl ein Tipp von former President B. Obama: https://twitter.com/i/status/1306246468563423232 ,17.09.2020.

Zum Feuer, besonders zu Kalifornien: https://twitter.com/i/status/1304312864992366592 17.09.2020.

 

Und es brennt immer noch. https://twitter.com/derspiegel/status/1306263135930769410 17.09.2020. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/waldbraende-in-den-usa-und-klimakrise-die-katastrophe-ist-da-a-6fd2a5e2-6de6-49eb-b9d7-a9990aa59eac?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph , 17.09.2020.

 

[1] https://www.wiado.de/meldepflichtige-krankheiten/ ,08.09.2020.

 

[i]Quellen für die Endnoten im Brief: Frackingland ist abgebrannt: https://taz.de/Umweltdesaster-in-USA/!5702587/ ,08.09.2020. Dazu eine Anm.: Fracking in Deutschland: https://klima-der-gerechtigkeit.de/2020/06/15/fracking-in-deutschland-wirklich-verboten-ein-bisschen-erlaubt-oder-sogar-bald-wieder-en-vogue/ ,17.09.2020.

[ii] https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/usa-steigen-offiziell-aus-pariser-klimaabkommen-aus-a-1294875.html ,08.09.2020.

[iii] https://www.severe-weather.eu/global-weather/colorado-snow-denver-mk/ ,17.09.2020.

[iv] https://twitter.com/i/status/1299020560668688385 zu Laura, 17.09.2020. https://heated.world/p/a-post-laura-heat-wave-has-no-name 17.09.2020.

[v] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/usa-protest-marsch-washington-rassismus-polizeigewalt-100.html#xtor=CS5-62 ,17.09.2020.

[vi] https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantische_Hurrikansaison_2020 ,08.09.2020. https://twitter.com/billmckibben/status/1305591130608857088 ,17.09.2020.

[vii] https://www.schwaebische.de/sueden/bayern_artikel,-bisher-hoechste-temperatur-2020-386-grad-in-trier-gemessen-_arid,11255933.html , https://twitter.com/i/status/1296473806362611720 08.09.2020.

[viii] https://www.merkur.de/welt/wetter-arktis-hitzewelle-deutschland-klimawandel-folgen-warnung-sibirien-waldbrand-duerre-zr-13831197.html , https://twitter.com/FridayForFuture/status/1275720126789234697/photo/1 ,08.09.2020.

[ix] https://www.br.de/nachrichten/wissen/rekordhitze-antarktis-so-warm-wie-los-angeles,RrnmRhC ,08.09.2020.

[x] https://www.gfz-potsdam.de/medien-kommunikation/meldungen/detailansicht/article/neue-satellitendaten-zeigen-ausmass-der-duerresommer-2018-und-2019/ , 08.09.2020.

[xi] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schaeden-in-deutschlands-waeldern-groesser-als-angenommen-16911551.html ,17.09.2020. https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/faellstopp-fuer-buchen-100.html

[xii] https://twitter.com/keinea49/status/1301220128789594112 ,17.09.2020.

[xiii] https://twitter.com/i/status/1254328755016929281 , https://www.alle-doerfer-bleiben.de/  08.09.2020.

[xiv] https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/garzweiler-braunkohle-gegner-treten-in-hungerstreik-extinction-rebellion-protest-a-cc583995-0967-43ba-a267-a515a8b25ed4 ,17.09.2020.

[xv] https://www.klimareporter.de/erdsystem/eine-lausitzer-sumpflandschaft ,08.09.2020. https://www.zdf.de/politik/frontal-21/wassernotstand-in-der-lausitz-100.html , 17.09.2020.

[xvi] https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/pestizide-107.html ,08.09.2020.

[xvii] https://de.statista.com/infografik/20253/unternehmen-in-der-eu-mit-den-hoechsten-co2-emissionen/ ,17.09.2020. https://taz.de/Bericht-von-Interpol-zu-Plastikabfaellen/!5710376/ ,17.09.2020.

[xviii] Und eine Plug and Play: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/stecker-solar-balkon-pv-101.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE ,17.09.2020.

[xix] Geht schon, wie man sieht: https://www.fastcompany.com/90456075/here-are-11-more-neighborhoods-that-have-joined-the-car-free-revolution ,17.09.2020.

Fastenzeit – Predigt zu Joh.2,13-22

Predigttext:

13 Und das Passa der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.

14 Und er fand die Verkäufer von Ochsen, Schafen und Tauben und die Wechsler im Tempel sitzen.

15 Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb alle aus dem Tempel hinaus, die Schafe wie die Ochsen, und den Wechslern schüttete er das Geld aus und stieß ihnen die Tische um,

16 und zu den Taubenverkäufern sprach er: Traget das von hier weg; machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!

17 Seine Jünger erinnerten sich, dass geschrieben steht: “Eifer für dein Haus wird mich verzehren.“

18. Da begannen die Juden und sagten zu ihm: Was für Zeichen weisest Du uns dafür auf, dass Du dies tun darfst?

19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn wiedererstehen lassen.“

20 Die Juden sagten nun: In 46 Jahren ist dieser Tempel gebaut worden, und DU willst ihn in drei Tagen wiedererstehen lassen?

21 Er aber sprach vom Tempel seines Leibes.

22 Als er nun von den Toten auferweckt worden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Worte, das Jesus gesprochen hatte.

Kanzelgruß:

Ihr seid der Tempel und der Geist Gottes wohnt in Euch (1. Kor.3,16)

Liebe Gemeinde

gerade haben wir im Predigttext einen kurzen Blick auf den historischen Jesus werfen können: Ein junger Mann von grob 30 Jahren, der in heiligem Zorn im damaligen Tempel zu Jerusalem ein deutliches Zeichen setzt, indem er da Tische umwirft.

Alle Evangelisten berichten von diesem Ereignis, es war eine wichtige Zäsur im Leben und in der Lehre Jesu. Und der Evangelist, den wir Johannes nennen, hat hier zwei verschiedene Texte, nämlich die Tempelaktion und das Tempelwort, zusammen gestellt. Die Bedeutung, die durch diese Zusammenstellung entsteht, können wir gleich betrachten. Lassen Sie uns kurz auf die Hintergründe schauen.

So merkwürdig uns dies erscheinen mag, dass in einer Kirche, sagen wir einmal in dieser hier, Tiere verkauft werden und Geld gewechselt wird, so normal war es damals im Jerusalemer Tempel. Die Tempelsteuer musste in einer bestimmten, nur im Tempel gültigen, Währung abgegeben, also vorher eingetauscht, werden. Außerdem stieg täglich der Rauch der Brandopfer vom Tempel gen Himmel auf und sollte eine Verbindung zu Gott darstellen. Dafür wurden die Tiere gebraucht. Es war also ein ganz anderer Brauch und Kult als bei uns heute, aber er gehörte doch zum damaligen Leben und zum Tempelalltag. Zu den täglichen Brandopfern kamen noch die am Sabbat und natürlich die besonderen z.B. am Passafest. Zu diesen Hochtagen sollten theoretisch auch alle Israeliten im Tempel persönlich erscheinen. Das gelang natürlich nicht in vollem Umfang, dennoch sind in den Zeiten der Feiertage große Pilgerströme in Jerusalem erschienen. Es war ein riesiges Fest.

Genau darum war dieser Tempel nicht nur das religiöse, sondern auch das wirtschaftliche Zentrum der damaligen jüdischen Welt.

Können Sie sich vorstellen, dass so eine krasse Aktion, wie die von Jesus von Nazareth, an diesem exponierten Ort, zu solch einer Festzeit Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte? Und das dies Folgen hatte? Ganz bestimmt.

Schauen wir uns noch einmal an, was im Johannesevangelium geschieht:

Es naht das Passafest und Jesus zieht, wie viele, viele andere auch, nach Jerusalem.

Bei Johannes geschieht dies gleich am Anfang von Jesu Lehrtätigkeit, dieser wird den Tempel auch noch mehrfach aufsuchen. Der Tempel ist ihm also wertvoll.

Aber was fand er vor bei diesem ersten Besuch?

„… er fand die Verkäufer von Ochsen, Schafen und Tauben und die Wechsler im Tempel sitzen“.

Gerade eben habe ich erzählt, wie normal das damals war. Auch Jesus wird es vor seinem Besuch gekannt oder längst davon gewusst haben, dass nicht nur um den Tempel herum, sondern auch im Tempel dieser übliche Handel getrieben wurde. Doch im Text müssen wir erkennen, dass es für ihn anscheinend etwas ganz und gar nicht-Normales war. Und auch nicht akzeptabel!

Dass der Gottestempel nicht vor allem das religiöse, sondern anscheinend hauptsächlich das wirtschaftliche Zentrum war, wir würden heute sagen, zum „Konsumtempel“ verkam, das war Jesus bei seinem Kommen überdeutlich und ein Dorn im Auge. Hier waren die Verhältnisse ins Gegenteil verkehrt. Dieses Treiben war nur noch äußerliche Hülle, völlig entleert, eine Maschinerie. Der höhere Sinn, der höchste Plan verlorengegangen. Hier das Reich Gottes finden? Und es erfasste ihn ein heiliger Zorn, der ihn zu einer prophetischen Zeichenhandlung trieb.

Als Pilger musste man sich vor dem Passafest selbst reinigen, an dieser Stelle wird von Jesus der Tempel symbolisch gereinigt. Und wie!

Der Evangelist Johannes berichtet gar, dass er sich eine Geißel aus Stricken macht und die Tiere damit aus dem Tempel treibt, dass er das Geld der Wechsler ausschüttet und außerdem die Tische umwirft.

Tische umstoßen als Reinigung? Man könnte dieses Umstürzen der Tische etc. auch schärfer bewerten. Doch es wird deutlich, dass der Tempel ein entscheidender Ort für Jesus ist, „das Haus meines Vaters“, und dass er, nicht trotzdem, sondern genau deshalb, seine deutlichen Zeichen an diesem achtbaren Ort setzt. Das Haus Gottes ist ihm wichtig!

„Machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!“

Jesus ist ein Eiferer für das Haus Gottes.

“Eifer für dein Haus wird mich verzehren.“

Hören wir die Drohung in diesem Satz?

Die Jünger erinnern sich an Psalm 62, jetzt oder in späterer Situation, das bleibt offen.

Doch von dieser Stelle an verschränkt der Evangelist die Handlungen im Tempel mit zukünftigem Geschehen.

Nun kommen erst einmal die umstehenden Gläubigen und fragen ihn, welche Zeichen ihn wohl zu dieser Aktion berechtigten.

Eine Frage, die er mit einem prophetischen Wort, dem Tempelwort, beantwortet.

Jesus sagt: „Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn wiedererstehen lassen.“

Er wird im Text von den Umstehenden nicht verstanden, aber die nötige Deutung für uns ist durch den Evangelisten mitgegeben:

Er aber sprach vom Tempel seines Leibes.

Nur bei Johannes finden wir diese Kombination von Tempelaktion und Tempelwort und nur bei ihm mit diesem Wortlaut. Denn er scheint beides in direktem Zusammenhang zu sehen, und den späteren Lesern und Hörern, also auch uns, durch die Zusammenstellung verdeutlichen zu wollen.

Jesus sieht das Kommende, ja, er scheint es herauszufordern: „Brechet diesen Tempel ab“ so fordert er die anderen auf. Aber er wird der Wiederaufbauende sein. Verurteilung, Tod und Auferstehung, dies sind die Zeichen, die allerdings erst noch kommen werden. Sie legitimieren im Nachhinein seine Aktion im Tempel.

Die Jünger erinnern sich später und sie erkennen die Wahrheit, ihnen dient es später zum Glauben an die heilige Schrift und Jesu Wort.

Wir sind mit dieser Aussage über den Tempel seines Leibes und den Sätzen danach nicht mehr im Geschehen der Tempelreinigung, wir schauen nur noch, gemeinsam mit den Jüngern, darauf, denn der Text von Johannes stellt die, für ihn anscheinend erkennbare, Ursache, die Tempelreinigung, mit Jesu Tod und Auferstehung im Text stark verzahnt zueinander: Der Eifer, der verzehren wird, führt zu dem, als Folge gedeuteten, Abriss und Neubau des Leibes Jesu Christi.

  • Wir erleben also hier im Johannesevangelium eine Deutung der Tempelaktion als Initialzündung der ganzen weiter ablaufenden Lebens-, Passions- und Auferstehungsgeschichte Jesu Christi.

  • Andersherum sind dies die „aufzuweisenden Zeichen“, die Legitimation, für Jesu Handeln im Tempel.

  • Und für seine Botschaft, die er uns herausgestellt an dieser Stelle gibt: „Machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!“

Ja, diese krasse Aktion von Jesus von Nazareth an diesem exponierten Ort hat Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Noch heute wird davon berichtet. Da erleben wir einen streitbaren Jesus, so gar nicht weichgespült. Denn seine Botschaft war ihm wichtiger als sein Leben. Die Tempelaktion/Tempelreinigung war bedeutsam, in ihrem Sinn und in Bezug auf ihre immensen Folgen für sein Leben.

Schauen wir einmal auf die Zeit, als das Johannes Evangelium verschriftlicht wurde.

Wir erinnern uns vielleicht, der Jerusalemer Tempel war damals gar nicht mehr existent und stand somit weder für Juden noch für die inzwischen existierenden Christen zur Verfügung. Das Fehlen dieses Kultortes war für die jüdische Glaubenswelt sicherlich schrecklich und musste erst zu neuen Wegen der Glaubensausübung führen.

Doch für den neueren Glauben der entstehenden Christen, die sich nicht mehr mit dem Tempel verbunden fühlten, öffnete sich vielleicht sogar Raum für ihre Religiosität, deren Ausübung ihnen im damaligen Tempel gar nicht wirklich möglich gewesen wäre. Denn Jesus, im Gegensatz zum Tempel, war wieder auferstanden. Für den Evangelisten Johannes scheint dies ein Zeichen zu sein, wo es Zukunft für den Glauben gibt.

Und so kommt er vom historischen Jesus und seiner historischen Tat zu einer symbolischen Aussage. Durch Johannes werden wir in Gedanken zum Tempel des Leibes geführt. Und hier empfand Johannes die Aussage Jesu Christi „Machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!“ anscheinend ebenso überaus wichtig, wie sie damals zu der Zeit Jesu Christi war.

Wie ist es heute? Gilt das noch für uns? Können wir hier und heute auch noch etwas anfangen mit diesem vehementen Ausspruch Jesu?

Ihr seid der Tempel und der Geist Gottes wohnt in Euch“ (1. Kor.3,16), so schreibt Paulus, noch bevor das Johannesevangelium geschrieben wurde,1 an die Korinther und gibt uns eine mögliche Deutung, die uns auch für das Verstehen dieser Stelle, dieser Botschaft bei Johannes dienen kann:

Auch wir sind der Tempel Gottes und der Geist Gottes wohnt auch in uns. Und nicht nur im Menschen, wie wir manchmal egozentrisch meinen könnten, sondern in der gesamten Schöpfung, in jedem Lebewesen, in der Natur, in dieser Erde, in diesem Weltall. Wir alle sind die Schöpfung. Vor diesem Hintergrund lassen Sie uns den Ausruf Jesu Christi verstehen. „Machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!“ Denn es ist wieder nötig: Es ist hochaktuell.

Wir brauchen nicht weit zu schauen, um leider genau diese Entwicklung rings um uns herum zu entdecken. Alles wird ausverkauft. Und jetzt, wo von den Kindern dieser Erde angemahnt wird, wir ließen nichts übrig von der Erde und ihren Schätzen und ihrer Schönheit und produzierten auf der anderen Seite aberwitzige Mengen von Müll, wird der Ausverkauf noch intensiviert. Schnell noch, bevor neue Gesetze entstehen, die gesamte Produktion, den Abbau seltener Erden, die Müllverklappung steigern, schnell noch Gewinne einfahren, Dinge, die mit Ende der Garantiezeit Schrott sind, an Ahnungslose verkaufen. Schnell ein bisschen Greenwashing für schlimm produzierte T-Shirts betreiben. Schnell ein paar falsche Studien unter die Leute bringen.

Ja, da würde uns, wenn wir tatsächlich alles wüssten, was unter der Hand getrieben wird, auch ein heiliger Zorn ergreifen.

Liebe Gemeinde.

Ich bin nicht ohne Vertrauen. Es gibt einen höchsten Plan, davon bin ich überzeugt. Es gibt ihn für jeden von uns, für Sie und für mich, es gibt ihn für diese Welt.

Lassen Sie uns einmal in unseren eigenen Tempel gehen und da für Klarheit sorgen, wieder Platz machen für den höchsten Plan. Weg mit allem leeren Geklapper. Und dann lassen Sie uns gemeinsam den höchsten Plan für den Tempel um uns herum, diesen wundervollen, blauen Planeten verfolgen. Sowohl die Evangelische Kirche in Deutschland, wie auch die katholische, positionieren sich klar zum Umwelt- und Klimaschutz und betonen die Wichtigkeit. Lassen Sie uns nun gemeinsam aktiv werden.

Damit sie erhalten bleibt, diese schöne Erde. Damit sie erhalten bleibt, diese lebendige Natur.

Lassen Sie uns auf das Wort Jesu Christi hören bei unseren Taten. Und dann können wir darauf vertrauen, dass wir höchste Unterstützung haben, denn dann sind wir Teil des Plans.

Ich bin sicher, dass ein jeder / eine jede in dieser Welt, auf dieser Erde ein gutes Leben führen darf und soll.

Lassen Sie uns ein wahrhaft gutes Leben führen in diesem Tempel. Lassen Sie uns, statt Teil des Problems zu sein, Teil der Lösung werden. Das Reich Gottes kann kommen, das wir immer erbitten, aber wollen wir da nicht mithelfen? Lassen Sie uns heute beginnen. Lassen Sie uns miteinander ein Segen sein.

Kanzelsegen:

Ich will Euch segnen, Ihr sollt ein Segen sein. (Gen.12,2)

Ziemlich viele Gedanken

Ziemlich viele Gedanken

 

Lieber Freunde, liebe Leser

 

An einem recht frühen Morgen kam  ein kleiner Junge weinend auf der Straße an unserem Grundstück vorbei gelaufen. Es war ein sehr trauriges Weinen und ich ging schnell zur Pforte, um zu schauen, ob ich ihm helfen müsse. Nein, er war in Begleitung der Mutter. Die sah mich und sagte: „Da musst Du jetzt auch gar nicht weinen, das ändert überhaupt nichts!“ Wahrscheinlich sagte sie es eher zu mir, da ich sie stumm ansah, und sie fuhr fort, kluge Vorträge zu halten. Doch das Kind weinte weiter und rief: „Doch Mama, muss weinen, Mama, traurig, Mama!“ Wie man merkt, war er noch sehr klein, vielleicht drei Jahre alt und lief auf seinem kleinen Laufrad der Mutter hinterher.

Ja, ich habe keine Ahnung, was vorher gewesen war… Ich habe mich nicht eingemischt, sie sah ja meinen Blick…

Aber ich weiß, dass verzweifelte Kinder für mich kaum zu ertragen sind.

Deshalb möchte ich auch so sehr, dass die Kinder, die freitags demonstrieren und versuchen mit ihrem Rufen unsere Gewissen und unsere Herzen zu erreichen und damit unser Tun zu bewirken, – ich möchte, dass sie Erfolg damit haben, egal ob sie 9 oder 19 sind. Dass ihnen Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung erspart bleiben.[i]

An dem vergangenen Karfreitag kamen mir, denn es war ein Fridays for Future-Karfreitag, unendlich viele Gedanken, die sich auch nicht wegdrücken lassen und von denen ich nun hier ein paar aufschreiben möchte: Es kamen ja zwei Aspekte zu einem Bild, zu einer Aussage zusammen: Denn, wen kreuzigen die Menschen schon seit Jahren? Und wissen das. Und hören aus Bequemlichkeit, oder Unverständnis oder gar aus Profitstreben nicht auf damit. Unsere eigene Erde, – diese blaue Kugel, auf der wir durchs All schweben. Die Natur, die Tiere, unsere Umwelt, den Boden, das Wasser, die Luft, das Klima.

Wie häufig sehe ich abrasierte Natur, auch jetzt zur Setz- und Schonzeit, die versucht, sich wieder zu erholen. Sie könnte und sie würde das, wenn wir sie nur in Ruhe ließen. Doch Menschen, die diesbezüglich die Stimme erheben, werden oft genug tot geschwiegen oder anders ins Abseits geschoben.

Stattdessen scheint das Tempo beschleunigt zu werden, schnell noch das Letzte rausholen, bevor es womöglich verboten wird, scheint die Devise: Firmen wissen häufig genug, welche Auswirkung ihr Tun hat, sie haben Studien darüber machen lassen – und so viele machen doch weiter, bis zum Schluss. Erst wenn es verboten wird, erst wenn rechtliche Schritte gegen sie Erfolg haben, hören sie auf, – bzw. dann machen sie in anderen Ländern mit schwächerem Rechtssystem weiter.

(Als Beispiel die Spritzmittel, Biozide, die in Boden und Luft, Wasser, Nahrung, Körper gehen und sich über diesen Kreislauf überall verteilen. – „Tausende Menschen sind gegen das Unternehmen vor Gericht gezogen. Tausende! Sie klagen, weil sie in Monsantos Glyphosat-Produkten eine Ursache für ihre Krebserkrankung sehen. Bayer-Monsanto bestreitet das, doch bisher sieht es vor Gericht nicht allzu gut aus für den Konzern. Gerade verdonnerten ihn Geschworene in San Francisco zu einer millionenschweren Schadenersatzzahlung – sie teilten die Einschätzung eines Bauern, dass Monsantos Pestizide etwas mit dessen Krebserkrankung zu tun haben.“)[ii]

Ich habe Euch schon viele Links von anders arbeitenden Unternehmen geschickt, die zeigen dass es geht, wir können also längst einen höheren Standard in Sachen Umweltverträglichkeit ansetzen.

Doch gibt es leider immer noch die Unbelehrbaren, die nur ihr eigenes Interesse verfolgen.

Es erinnert mich an die Fahrt der Titanic:

Wer die Geschehnisse auf der Titanic verstanden hat, der ahnt, dass wir uns in ähnlicher Situation befinden: Ein Schiff, das mit voller Geschwindigkeit durch ein Eisfeld fährt, Menschen darauf, die sich in Salons amüsieren, entweder sitzen sie dort in Unkenntnis oder wetten gar auf einen Geschwindigkeits-Rekord. Wer wettet? Menschen, die sich überlegen und sicher fühlen. Die das Geld zum Wetten haben. Haben sie nicht mitbekommen, dass schon beim allerersten Ablegen des Schiffes, es andere Schiffe in den Sog gezogen hat, weil der Hafen in Southampton voll war und der eitle Kapitän zuviel Gas gab? Ist es ihnen egal? Sie zocken weiter, auf Kosten aller. Gibt es andere Menschen, die vielleicht zur Ruhe mahnen?

(Die Frauen hatten damals noch kein Wahlrecht, hatten sie deshalb auch nichts zu sagen? Haben sie ihre Männer machen lassen? Oder haben sie sogar noch angestachelt?)

Was ist mit den Menschen der unteren Decks? Passive Hinnahme?

Dazu ganz unten an den Kesseln Heizer, die im Schweiß stehend Kohlen im Akkord in die schon glühenden Öfen schaufeln und gleichzeitig versuchen einen Brand an Bord zu verhindern. Sind sie fähig zu streiken, so wie ihre Kollegen in Southampton das gerade getan haben? Wäre dadurch nicht etwas zu ändern? Aber sie sind abhängig von ihren Jobs, sie glauben, nicht, dass sie Macht haben, irgendetwas tun zu können. Sie ahnen oder ahnen nicht, dass sie, je mehr sie schaufeln, den Untergang anfeuern und als erste ertrinken werden.

Sollten die Musiker in den Salons warnen? Aufhören zu spielen und stattdessen eine Ansage machen?

Oder die Kinder? Sollen sie jetzt aufstehen und sagen, dass sie den Kurs geändert haben möchten?

Am 14. April 1912, kurz nach Ostern, ist die Titanic kurz vor Zwölf (Mitternacht) mit einem Eisberg kollidiert und nicht ganz drei Stunden später am 15.4.1912 untergegangen.[iii]

Verstehen wir das Geschehen? Können wir lernen aus einem Teil der Geschichte? Ich glaube, wäre die Geschichte der Titanic richtig verstanden worden, hätte es keinen I. Weltkrieg geben müssen, der nach ganz ähnlichem Muster, nur in großem Stil, ablief.

Sogar die Titanic hatte ihre Warnungen bekommen. Es gab ein Buch „Der Titan“, das 14 Jahre vorher erschienen war und, also vor der Zeit, erstaunlich ähnlich den Untergang dieses „unsinkbaren“ Schiffes auf der Fahrt nach New York durch einen Eisberg beschrieb.[iv]

Albert Schweitzer lebte damals und er sagte über seine Zeit: „So kam unsere Zeit, gedankenlos, wie sie war, zu der Meinung, daß Kultur vornehmlich in Wissenschaften, technischen und künstlerischen Leistungen bestehe und ohne Ethik oder mit einem Minimum an Ethik auskommen könne“.[v] Auch sprach er von dem „kollektiven Verzicht auf ernsthaftes Nachdenken“. Er sagte, das technisch Machbare nehme ständig zu, die ethischen Instanzen/Steuerungskräfte nähmen ab oder stagnierten. Er sprach von einer Vertauschung, denn die Ethik werde abhängig vom Technischen. Der Blick auf das Ganze sei verloren gegangen.

Und so ähnlich scheint es gerade zu sein auf unserer Erde, mit der wir alle im All unterwegs sind. Es finden sich so viele Parallelen, dass ich staune und fröstele.

Lasst uns mal die Kohlen aus dem Feuer holen, um die Fahrt in die falsche Richtung zu verlangsamen und um dann eine neue Richtung zu kriegen. Lasst uns mal nachdenken, statt die Zocker zu unterstützen oder gar in dem eitlen Spiel mitzumachen.

Schaut doch nur mal von oben auf die Bundesrepublik: Wie ein Krebs fressen sich allerorten Löcher in die Landschaft. Hier in Buchholz, in Trelde, in Bienenbüttel, in Nenndorf, rund um uns herum. Genauso aber auch in Norderstedt, in Coburg, in Eisenach, in kleinen und kleinsten Orten. Denn man sieht in schönster Natur (da wo kein Privatmensch bauen darf, weil es Außenbereich ist, der angeblich nicht zersiedelt werden soll) Gewerbegebiete entstehen. Wälder gehen verloren, Hallen entstehen, groß wie Weizenfelder, – von der Politik gefördert, weil man meint, dadurch Steuereinnahmen zu erhalten. Das geschieht aber kaum. Denn geht es einer der Firmen gut, dann expandiert sie, zieht in ein neues Gewerbegebiet um, baut neue, größere Hallen und schreibt diese ab.

Ich will nicht zu sehr in das Thema einsteigen, ich kann allmählich jede Seite dazu beleuchten und viele Seiten mit den Auswirkungen füllen. Das will ich Euch kaum zumuten. Aber es ist ein Beispiel dafür, wie lebendige Landschaft, die Jahr um Jahr neu wachsen, neu blühen, neu Frucht bringen und Mensch und Tier ernähren würde, geschlachtet wird und ab jetzt wächst hier nie wieder etwas. Nach wie vor gehen täglich rund 90 Hektar Acker und Grünland durch Überbauung und Versiegelung weiter und weiter verloren – und damit der Jahresbedarf des Grundnahrungsmittels Brot von über 10.000 Menschen! Es ist ein Beispiel dafür, wie wir mit unserer Umwelt umgehen.

Ein kluger Mann sagte dazu: „Weiß die Hefe, dass der Topf endlich ist?“

Und so könnte man viele Themen, Ansatz und Auswirkung, anschauen und sich bei jedem erschreckt abwenden, egal ob man in die Umwelt oder unseren Körper schaut, der ganz genauso mit Krankheit auf das kranke Tun reagiert, wie die Erde.

Mir selbst geht es, Gott sei Dank, gut! Wenn ich überlege, wie es manch anderen geht: in Minen für Edelmetalle in Smart Phones, für Uran in Atomkraftwerken oder auf Feldern für Schokolade, die auf den Ostertisch gekommen ist. Es geht mir wirklich gut. Vielleicht daher kommt mein Bedürfnis, etwas zu geben, etwas zu tun, etwas zu bewirken. Und so gucke ich, was ich verändern kann im eigenen Leben. Und ich glaube, dass das geht. Ich möchte an dieser Stelle also doch lieber Mut machen, dass wir ganz viel tun können, als hier weiter zu jammern. Dass wir bewirken können: jeder, jede, klein und groß. Mit jedem Kind, mit jedem von uns, verbindet sich Hoffnung. Mit jedem Menschen, mit jedem von uns, kommt auch Gutes in die Welt, und daraus kann weiter Gutes werden, Gutes entstehen. Die Kinder haben vielleicht noch nicht soviel Macht, aber helle Stimmen, die sie auch erheben. Wenn wir mehr Macht haben in diesem Leben, dann können wir jetzt auch mehr tun. Alphatiere können vielleicht auch anders: Wir brauchen Menschen mit Verstand UND Herz!

Albert Schweitzer hatte damals vorgeschlagen: Der Blick auf das Ganze muss aufholen. „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ „Ich fühle mich genötigt, allem Willen zum Leben die gleiche Erfurcht vor dem Leben entgegen zu bringen wie der eigenen.“ Und: „Gut ist, Leben erhalten und Leben fördern. Böse ist Leben vernichten und Leben hemmen.“[vi]

Und mit dieser Blick- und notwendigerweise Handlungsveränderung wäre es möglich, das zu feiern, was man ein Wunder nennt, – eine echte Auferstehung. Ich jedenfalls möchte es erleben! Ich weiß, diesmal müssen wir selbst Teil dieses Wunders sein, aktiv mitmachen. Aber dann kann es gelingen.

Der Countdown für 2020 läuft: Wenn wir ganz viel Zeit geben wollen, bis Ende 2020, dann haben wir noch 608 Tage, um die Ziele zu erreichen, die damals auch von der Bundesrepublik in Paris (12. Dezember 2015) beim Klimaschutzübereinkommen formuliert wurden.[vii] 589 Tage, wenn wir bis zum Jahrestag des Übereinkommens rechnen, 243 Tage, wenn wir bis Anfang 2020 rechnen.

So oder so, zählen alleine reicht natürlich nicht aus. Laut Klimaschutzbericht von 2018 beträgt die Verringerung der Treibhausgase (CO₂, Methan, Lachgas) statt der für das Jahr 2020 angestrebten 40% nur 31%. In den letzten Jahren stagnierte nämlich der Abwärtstrend und stieg zuletzt sogar wieder an.[viii] Das Umweltbundesamt selbst spricht von der Notwendigkeit massiver, rascher zusätzlicher Anstrengungen.

Wichtig ist, auch wenn ich gerade ziemlich kritisch schreibe, dass wir daran glauben, dass uns ein förderliches Handeln möglich ist. Glaube, Liebe Hoffnung sind aktueller denn je, denn dann werden wir auch etwas schaffen – schließlich auch andere mitreißen, die jetzt noch zögerlich oder voll des Unwillens sind. Es wäre ein Jammer, den Glauben, den Kopf und die Hände sinken zu lassen, gerade jetzt, wenn es drauf ankommt!

Wenn jeder von uns grob 80 Mio Deutschen nur 1% (ein Prozent) verändert, ist das ein Riesenschupps und eine gut sichtbare Veränderung in Deutschland. Und wenn 40 Mio wieder nichts tun, dann schaffen die anderen 40 Mio vielleicht auch zwei Prozent Veränderung?

 

  • Fange ich mal bei mir an: Das Schwimmen mit Delfinen in Key West könnte ich in diesem Jahr (Juli 2019) noch stattfinden lassen, 2020 lasse ich fallen, denn ein Flugzeug ist zwar ein öffentliches Verkehrsmittel, aber eine Belastung für die Natur.
  • Ansonsten finde ich öffentliche Verkehrsmittel sehr hilfreich, auch Fahrräder oder auch das Selbst-Gehen. Im nächsten Rundbrief kommt deshalb, passend zu der Aktion „Stadtradeln“, unsere Aktion von der Delfinbotschaft: „ONE LESS CAR“. Ich erzähle also bald genauer, was wir als Idee haben, die wir, gemeinsam mit Euch, gerne durchführen möchten. Ob Ihr da aktiv mitmacht oder einfach unterstützt, ich würde mich freuen, wenn wir tüchtig Bewegung in Deutschland erreichten.

Wir können hier und da und dort beginnen. Was fällt Euch sehr leicht? Was empfindet Ihr als sehr wichtig? Was bringt besonders viel? Guckt doch mal in die letzten Rundbriefe, da sind ganz viele Möglichkeiten aufgezählt. Aber es gibt unendliche viele Ideen mehr.

  • Einen Teil des Rasens nicht mähen, sondern zur Insektenwiese umwandeln (das macht sogar unser Großpapa in diesem Frühjahr). Beim Umweltinstitut.org gibt es einen kostenlosen Ratgeber für Balkon und Garten für Bienen und Schmetterlinge.
  • Statt mit Waschpulver mit Efeublättern waschen.
  • Guppyfriend Waschbeutel kaufen, um bei der Wäsche die anfallenden Microwaste-fasern aufzufangen. So wird vermieden, dass sie in den Wasserkreislauf gelangen (guppyfriend.com). Nähere Information gibt es auch hier: stopmicrowaste.com.
  • Kinder mit dem Fahrrad zur Schule bringen.
  • Anders essen macht besonders viel aus (und es macht auch uns selbst gesund).
  • Gezielt bestimmte Petitionen mitzeichnen. Zum Beispiel diese im Bundestagspetitionsforum: Bei der Klimaschutz-Petition von Parents for Future müssen bis zum 06.05.2019 mind. 50.000 Mitzeichner erreicht werden, damit sich der Bundestag damit beschäftigt. Aktuell fehlen noch rd. 21.500 Mitzeichner. https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2019/_03/_17/Petition_92294.mitzeichnen.registrieren.html
  • Am 24. Mai beim globalen Klimastreik mitmachen, um das Momentum zu unterstützen.
  • Kosmetik ohne Tierversuche nutzen.
  • Denkt Euch aus, was Ihr selbst gut und gerne tun wollt, dann gelingt es leicht.

Ich weiß, dass Ihr Euch schon Gedanken macht und das finde ich sehr, sehr gut!

Vielleicht können Euch meine Zeilen unterstützen und auch Hoffnung geben, dass Ihr nicht alleine in Euren Bemühungen seid. Denn die Bemühungen der vielen umdenkenden Menschen zeigen schon Früchte.

Interessant ist dazu z.B. ein Artikel der Wirtschaftswoche, die beklagt, dass die Generation Z (die um 2000 Geborenen) durch ihr Nicht-Interesse die großen Marken in Bedrängnis bringe. Global verlören die Weltmarken an kleinere Unternehmen. Zum Beispiel hätten kleine, spezialisierte Marken 40 Prozent des europäischen Hautpflegemarktes erobert und seien eine Bedrohung für Nivea, also Beiersdorf. Der Kunde, die Kundin habe das Gefühl, dass die großen Firmen weder ihre eigenen Marken noch den Konsumenten schätzten und deshalb schwenke man um zu kleineren, liebevoller gepflegten Marken. Eine Werbeintensivierung würde nichts nützen. Die Menschen seien werbemüde. Die unvorstellbare Werbeflut hat sie resistent gemacht. Der Werbemarkt ist im ersten Quartal 2019 erstmals deutlich im Minus.[ix]

Das sind in meinen Augen doch echt Zeichen, dass eine andere Kaufhaltung seitens der Kunden wirklich, wirklich wahrgenommen wird. Ich mag Firmen, die umdenken und naturschonend produzieren. Das möge sich jetzt bitte durchsetzen und ich persönlich freue mich, dass es auch beginnt. An dieser Stelle können wir also ganz einfach unterstützen und es bringt tatsächlich was.

Der Kunde, die Kundin hat es ja auch geschafft, dafür zu sorgen, dass die eingeschweißte Bio-Gurke (ausgerechnet die) jetzt ohne Plastik angeboten wird.

Denkt doch mal, will auch nur eine/r der Wanderer, dass die Beschichtung ihrer Outdoor Kleidung die Antarktis verschmutzt? Gerade diese Menschen lieben doch die Natur und wollen sie lebendig erleben! Dennoch ist da wohl etwas komplett verkehrt gelaufen und genau diese Beschichtung ist im Antarktischen Eis gefunden worden. Dass es auch anders geht, zeigt die Firma Patagonia, sie übernimmt seit 1996 eine „Pionierrolle in Sachen Umweltschutz“[x] und setzt hier andere Standards. [xi]

Zum Beispiel mit Fleece-Bekleidung aus recycelten PET Flaschen oder ihrer Kampagne „Don’t buy this Jacket“ –   „Kauf diese Jacke nicht“ (Das stand auf den Anhängern an den verkäuflichen Jacken im Laden, damit man nachdenkt, ob man diese Jacke wirklich braucht).

Das finde ich richtig gut.

Bestimmt fällt Euch noch ganz viel dazu ein und ich hoffe, wir können schon in den nächsten Tagen zeigen, dass wir gewillt sind, dass wir mitdenken, dass wir etwas bewirken können.

Lasst uns gleich heute beginnen.

Ganz viele hoffnungsvolle Grüße dazu von mir

Eure Cornelia

 

[i] Anm.: Sehr gut ist in der letzten SZ (Nr. 98, 27./28. April 2019 Seite 3) unter „die Reifeprüfung“ berichtet worden, wie es anfing. Wie Greta Thunberg voller Kummer über die jetzige Weltsituation („in der 5.Klasse hörte sie auf zu lachen, zu reden, die Eltern notierten, wie viel sie aß“) im August 2018 anfing, freitags die Schule zu verweigern und stattdessen vor dem Rathaus zu sitzen und zu demonstrieren.

[ii] Zitat: Rücker, Martin, Foodwatch, Rundbrief vom 12.4.2019.

[iii] Vgl.: https://www.titanicverein.de/die-geschichte-im-uberblick/.

[iv] Vgl.: https://www.focus.de/kultur/buecher/der-untergang-der-titan-das-buch-das-die-titanic-katastrophe-vorhersah_aid_728890.html.

[v] Zitat: Schweitzer, A., Kultur und Ethik, S.38.

[vi] Zitat: Schweitzer, Albert, Kultur und Ethik, S. 331.

[vii] Vgl.: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/paris_abkommen_bf.pdf.

[viii] Vgl.: Umweltbundesamt.de. Siehe unter „Indikator: Emission von Treibhausgasen“.

[ix] Vgl.: WiWo, „Generation Z bringt große Marken in Bedrängnis“ vom 30.4.2019.

[x] Aussage vom Globetrotter Magazin.

[xi] Vgl z.B. die Website von Patagonia.

Gute Nachrichten

 

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Gibt es nur das, was wir in die Nachrichten hören? Ist die Welt so, sind die Menschen so, wie es scheint, oder andere uns das weis machen wollen?

Oder gibt es auch anderes? Etwas was gelingt, was Hoffnung macht, wo wir eventuell sogar mitmachen können? Sodass wir wissen: Es geht, man kann um sich herum die Welt hell machen – und wenn das so nach und nach jeder tut, dann ist auch wirklich jede Ecke hell.

So komme ich mal wieder mit guten Nachrichten.

Einiges hätte ich schon vor längerer Zeit in den letzten Brief dieser Art bringen können. Aber, wer weiß, vielleicht ist es gut, statt eines sehr langen Briefes ein paar kürzere in Abständen zu senden. Hier kommt also wieder so einer und er soll nun hauptsächlich gute Nachrichten und gute Tipps darüber geben, was jeder Einzelne tun kann.

Storch im Nest

Ich hatte Euch in dem letzten Brief mit guten Nachrichten auch etwas zum Grünen Band, welches sich an der ehemaligen Grenze zum damals abgeschlossenen Osten entlang schlängelt, geschrieben.

Christoph und ich hatten nun einmal die Chance per Fahrrad auf dem Elberadwanderweg sowohl das Biosphärenreservat Elbetalaue, wie die Storchenstraße, wie auch Teile des grünen Bandes zu beradeln und deshalb kommen Bilder von diesen Tagen in kompletter Natur. Ich finde, sie passen zu dem Thema dieses Briefes. Ich hatte es ja neulich einmal erwähnt: Die erstaunlich friedliche Auflösung von schwer bewachten und bewaffneten Grenzen, die bis dahin die Welt in Ost und West aufteilten, kann uns Hoffnung geben bei den heutigen Eskalationen. Genauso die Entstehung von Naturschutzgebieten auf dem ehemaligen „Todesstreifen“.

Wenn man es recht bedenkt, war es durch die Irrlehren in den 30iger Jahren, denen die Mehrheit der Deutschen nachgelaufen sind, innerhalb kürzester Zeit zu Krieg gekommen, weshalb die Deutschen selbst zu Flüchtlingen geworden sind (Das Prinzip von Ursache und Wirkung) und ist letztlich auch die DDR entstanden, aus der die Deutschen wiederum versucht haben zu flüchten. Erst mit der Auflösung dieser Ost-West-Grenzen war wirklich Freiheit und Frieden. Und mit dem Frieden konnte sich auch die Natur erholen.

Das heißt, wir haben logische Ketten aus Ursachen und Folgen erlebt, einmal in die eine, einmal in die andere Richtung. Dieses logische Folgen auf unser Handeln können wir also auch zum Guten anschieben. Jeder von uns kann beginnen: Das gilt für Frieden genauso wie für die Umwelt oder das Klima und auch für unsere Gesundheit.

Wir. Können. Etwas. Tun!

Elbtalaue

Deshalb gleich als Erstes: Zur Zeit läuft grad noch eine Videoserie von Chris Wark, die sich damit beschäftigt, wie man eine Krebserkrankung heilen, bzw. gleich gesund bleiben kann. Menschen, die diese Krankheit überlebt haben, können es bezeugen und diese Filmreihe ist voll mit Wissen und guten Tipps. Es sind noch nicht alle Filme durch und vielleicht schafft Ihr es, noch einen zu sehen und Euch Notizen zu machen. Ich hoffe, sie werden dann auch noch mal wiederholt. Sie sind auf Englisch. Hier ist der Link zu seinen Filmen: http://urltag.net/BwE7jJ

Der Körper ist so willens zu heilen! Wir müssen ihm nur die Chance geben.

Chris ist voraus gegangen und hat damit erstens sich selbst Gutes getan. Er hat nicht lange auf Hilfe von anderen gewartet. Er hat daran geglaubt, dass man selbst und alleine etwas tun und verändern kann – und zweitens gibt er jetzt Tausenden dadurch neue Hoffnung, selbst zu handeln, statt traurig aufzugeben. So kann ein Einzelner Tausende in Bewegung bringen.

4600 Menschen der industriellen Staaten erkranken täglich an Krebs. Das sind doppelt so viele Menschen, wie mein Heimatdorf an Einwohnern hat. Wenn sie nicht aufgeben wollen, werden sie und ihre Angehörigen sich auf den Weg machen. Also jeden Tag grob 8000 Menschen mehr. Sie werden, wenn sie wirklich suchen, auf einen Weg treffen, der sie gesund werden lässt. Diesen Weg werden sie, um gesund zu bleiben, beibehalten – das ist schon eine Riesenmenge an Menschen und damit eigentlich eine Revolution in Richtung Gesundheit. Dazu gibt es in Deutschland bereits 8 Millionen Vegetarier und 1 Million Veganer (Ewig schon haben meine Doktoren empfohlen Fleisch, industrielles Mehl und Fabrikzucker weg zu lassen. Da bewegt sich jetzt etwas).

Da eins ins andere greift, wird dies eine Auswirkung auf sehr viele Bereiche haben, auch auf den Umgang mit der Natur und unseren Lebensmitteln, auch auf die Tierhaltung, auch auf unser Freizeitverhalten und unsere Art und Weise, uns durch die Welt zu bewegen.

Die Dinosaurier sind ausgestorben. Wir können das besser – wenn wir lernfähig bleiben.

Da haben also die Menschen einmal gelernt, dass man zur Ölgewinnung keine Wale mehr jagen muss, man hat die Lampen nun mit Erdöl gefüttert. Genauso haben sich alternative Energien zum Erdöl gefunden.

Es ist durchaus möglich, dass sich eine Alternative zum Fleischessen ergeben könnte, wer weiß? Im Deutschlandfunk gab es gerade eine Sendung darüber: http://srv.deutschlandradio.de/themes/dradio/script/aod/index.html?audioMode=2&audioID=4 Dieser Link führt zur Audiothek und dort wählt Ihr Do, den 14.9.17, 11.49 Uhr. Die Sendung heißt Umwelt und Verbraucher, Fleisch aus dem Reagenzglas, Essen mit gutem Gewissen, Dauer: 3 min und 50 Sekunden. Susanne Götze ist die Autorin.

Deichschafe

Der Mensch kann lernen und es gibt manche Erfindungen, die sehr hilfreich sind, und selbst wenn sie in der Schublade verschwunden waren, eines Tages kommen sie auch wieder heraus und so ist es auch schon geschehen. Zum Beispiel hier:

Ihr wisst, dass ich gerne Natur, Boden Wasser, Luft und Tiere frei von Giften hätte.

Manchmal aber ist es schon geschehen und Schwermetalle befinden sich im Boden. Kann man ihn wirklich nur noch abtragen? Und wohin dann damit?

Es gibt tatsächlich einen sehr viel schöneren Weg: Er nennt sich Phytomining. Dieses Verfahren wurde schon vor knapp 30 Jahren entwickelt, patentiert und das Patent an eine Firma verkauft. – und diese Firma hat es in der Schublade verschwinden lassen (wollte sie keine Entgiftung – also weitere Vergiftung unserer Umwelt?). Doch die 25 Jahre Patentschutz sind vorbei und nun ist diese wirklich grüne Technologie wieder frei benutzbar! Durch Einsatz entgiftender Pflanzen laut des Patents von Alan Baker und Rufus Chaney, welches seit dem 1.6.2015 wieder frei gegeben ist, oder des Patents von Roman Senekovic sen. und Roman Senecovic jun. (Veröffentlichungsnummer: EP0123985 A2) oder ähnlicher Forschungen.

Blumenwiese

Ich will die Vorgehensweise kurz erklären, damit Ihr wisst, warum ich so begeistert bin.

Wie bekannt ist, lagern sich Giftstoffe aus dem Boden in Pflanzen an, was bei Nahrungspflanzen gefährlich ist, da sie beim Verzehr zu Vergiftungen führen können. Genau durch die Stoffaufnahme der Pflanzen aus dem Boden kann man aber auch eine Entgiftung des Bodens mit Pflanzen herbei führen. Dabei sind verschiedenste Forschungen bereits durchgeführt u.a. mit Senfpflanzen, Pappeln, Weidelgras usw. Je nach Pflanzenart werden verschiedene Stoffe aus dem Boden gezogen und können nach der Ernte sogar wieder verwendet werden. Das aus dem Boden gezogene Metall kann aus den Pflanzen heraus geholt werden und so gewinnt man tatsächlich nebenbei Rohstoffe zur weiteren Verwertung, deshalb Phytomining.[i] Ein Danke an die Pflanzen!

Gibt es also in Eurer Gemeinde, in Eurem Boden Gifte? Dann ist dies vielleicht etwas für Euch.

Fahren auf dem Deich

Folgendes könnt Ihr auch tun, wenn Ihr die Gesundheit des Bodens fördern wollt (wer will schon im Gift leben?): Wenn Ihr ein Grundstück kauft oder mietet, dann lasst vorher eine Bodenprobe nehmen. Ihr könnt dann sicher sein, dass der Boden rein ist und Ihr darauf gesund bleibt. Und Ihr fördert gleichzeitig, dass Menschen, die ihren Boden vergiftet haben, diesen nicht mehr los werden. Erzählt anderen von dieser Vorgehensweise, dann entsteht eine Welle, den Boden rein zu halten, weil Vergiftung sofort Wertverlust bedeutet.

Käufer, Mieter und Verbraucher haben ganz schön viel Macht. Es gibt dafür Beispiele: So haben all die Menschen, die keinen Pelz mehr wollten, den Beruf des Kürschners quasi aussterben lassen. Es gibt nur noch eine Fachklasse in ganz Deutschland (in Fürth [ii]) und auch dort sitzen nur noch ein paar Schüler beisammen. Natürlich gibt es noch Felle, billigen Handel aus anderen Ländern. Aber wenn der Kunde sie nicht will, dann wird auch nicht mehr verkauft und dann wird auch nicht mehr deswegen getötet, gewildert etc. Der Kunde entscheidet, also jeder von uns, nicht nur bei Fellen, überall. Die deutschen Kürschner, die den Antipelztrend überstanden haben, mussten sich umstellen. Sie lernen Tierschutz und häufig genug, so eine Kürschnerin aus Bremen, nehmen sie überhaupt nur noch gebrauchte Felle aus alten Mänteln und arbeiten diese um oder bekommen die Felle aus der normalen Hege und Pflege. Kürschner, die auf diese neue Weise arbeiten, haben tatsächlich nach wie vor Kundschaft.[iii]

Und warum gibt es Bioprodukte und Vegetarisches beim Discounter? Weil der Kunde danach sucht!

Richtung Dömitz

Was ich auch sehr schön finde, ist Folgendes: Die Deutschen sind ja ein fleißiges Völkchen, sie verreisen aber auch sehr, sehr gerne. Und in den letzten Jahren tun sie dies vermehrt mit dem Fahrrad und auch zu Fuß. Wanderseiten im Web haben viele Tausend Zugriffe am Tag. Dies führt dazu, dass mehr und mehr gute Radwege entstehen und ein weit verzweigtes Wanderwegenetz. Dadurch werden natürlich auch die Radfahrer dort am Ort unterstützt, aber auch die Einnahmen durch diesen feinen Tourismus, der sich an der Natur erfreut, steigen. Ortschaften, die die Natur pflegen und schützen, spüren dies schon und sind auf der Gewinnerseite. Alleine die Lüneburger Heide hat bereits 2015 die 5 Millionen Übernachtungen überschritten,[iv] seitdem sind 2016 und 2017 die Übernachtungszahlen weiter angestiegen. [v]

Da fließt viel mehr in die Kassen der Gemeinden als über Gewerbegebiete und Logistikparks. Tatsächlich: Es lohnt sich Schönheit und Gesundheit der Natur zu erhalten! Sehr viele ausländische Reisende kommen jetzt auch nach Deutschland, weil sie hier so ein gutes Wegenetz vorfinden. Das ist eine Entwicklung, die mich sehr, sehr freut – und nebenbei tun alle diese Menschen etwas für ihre eigene Gesundheit.

Hier sind ein paar Links, die das Radwandern erleichtern: http://www.niedersachsen-radroutenplaner.de/ www.hamburg.de/radroutenplaner (die gibt es bestimmt auch von den anderen Bundesländern) oder: www.hamburg.de/radtour/300372/alltagsrouten für’s Tägliche. Sucht doch mal im Netz oder fragt in der Gemeinde, damit Ihr schnell und schön, abseits der Straßen, gut unterwegs seid.

In Hamburg gibt es auch Aufpumpstationen: Luftstation an der Alster / Gurlittinsel, Luftstation Mönckeberstraße / Ecke Bergstraße, um mal etwas zu nennen. Außerdem gibt es in vielen Ecken der deutschen Städte Leihfahrräder, in Hamburg als Beispiel das StadtRAD (123 Ausleihstationen. Bei der Registrierung sind die ersten 30 Minuten gratis).

Ach, es gibt ja auch superwitzige Ideen, damit wir mehr Fahrrad fahren: Bei der Fahrraddisco „Pedal Power“ auf dem Lattenplatz vor dem Knust (ja, ich habe eben viele Sachen in Hamburg gefunden, bitte schaut doch auch bei Euch nach solchen Angeboten). Da wird der Strom von Fahrrädern erzeugt, das Publikum muss strampeln, erst dadurch gibt es Musik.

Übrigens: Schon mal bei Critical Mass mitgefahren?

Storche im Nest

Solltet Ihr aber lieber Euer Geld als Eure Beine für Klima und Natur arbeiten lassen: www.test.de/thema/oekofonds . Geht auch.

Gut ist es für das Klima außerdem, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein.

Öffi ist eine App für mobile Fahrplanauskunft für die öffentlichen Verkehrsmittel und funktioniert in halb Europa.

Braucht man doch einmal ein Auto, dann gibt es ja Carsharing – das gibt es übrigens auch privat: Drivy ist eine App, damit wird es leicht! Die Fahrzeuge sind überall verfügbar und die Kosten v.a. bei langen Fahrten super günstig.

Wer gerne reist und eben doch mal fliegt, wirft vielleicht ebenso gerne mal eine Spende in die andere Waagschale: www.arktik.de , www.atmosfair.de , www.myclimate.org machen aus Euren Spenden Klimaschutzprojekte.

Wer auf Tour ist, der will unterwegs vielleicht mal richtig im Grünen leben: www.campinmygarden.com bietet weltweit grüne Zeltplätze in Gärten und auf Privatgrundstücken an[vi].

Elbe bei Dömitz

Ihr seid eigentlich lieber zu Hause, gerne wärt Ihr auch im Grünen, aber Ihr habt keinen Garten? Manchmal tut es eine grüne Oase auf dem Dach: Die Stadt Hamburg fördert Gründächer mit bis zu 40% der Gesamtkosten.

Da macht mancher Vermieter mit, denn Dachgärten isolieren auch. Da haben also wieder mehrere ihre Freude dran: Kleine Tiere, Vögel, Insekten finden das Grün sehr schnell und damit einen Platz zum Überleben in der Stadt.

Was beim Mieten manchmal nicht geht, auf dem eigenen Grundstück aber schon: Man könnte dort sogar Bienen halten und eigenen Honig produzieren. www.ivhh.de gibt Kurse, wie es richtig geht (übrigens hat ein Gericht die Haltung von fünf Bienenvölkern in der Nachbarschaft einer klagenden Frau für rechtens gehalten)[vii]. Es wäre aber schon hilfreich für die Bienen, wenn Du z.B. Wiesensalbei, Kornblume, Echter Salbei, Lavendel, Rankenglockenblume oder ähnliches auf Deinen Balkon/ Dachgarten/ Beet (es gibt ja auch Urban Gardening und Gemeinschaftsgärten) pflanzen würdest. Ich bekomme demnächst netterweise ein dickes Album mit den besten heimischen Pflanzen zum Kopieren, das werde ich auf Facebook stellen. Mehr dazu findet Ihr aber auch beim Bund Naturschutz www.tinyurl.com/Bienenschmaus .

Es gibt übrigens (in Hamburg) eine dauerhafte, kostenlose Saatguttauschbörse und zwar in einem Umsonstladen (so etwas gibt es auch!) in der Stresemannstraße 150. In Hamburg gibt es übrigens vier Umsonstläden, wenn nicht mehr… Auf diese Weise wird viel weniger weggeschmissen. Da könnt Ihr umsonst „einkaufen“ oder eben auch gute Dinge von Euch, die Ihr aber nicht benötigt, hin spenden.

Wenn jede/r Einzelne handelt, dann gibt es eine tolle Bewegung.

Eine Dame, hier in Holm-Seppensen fragte sich, wie sie ihren Plastikmüllberg verkleinern könnte und hat es so nach und nach geschafft, bei ihren Einkäufen immer weniger davon ins Haus zu tragen. Dann hat sie hier in Buchholz die Greenpeacegruppe gefragt, ob diese mit ihr einen Vortrag halten würde, sie selbst könnte den praktischen Teil liefern und Greenpeace müsste bitte noch die Theorie und Fakten dazu bringen. Sie hat auch gleich ein Foto für ein mögliches Plakat mit geschickt. Und nun ist in der Stadtbücherei Buchholz am 6.11. um 19.30 der Vortrag: „Plastikmüll? Ohne uns!“ zu hören. Legt mal einfach los mit Euren guten Ideen, wirklich, es hilft auch anderen.

Ein Helfer dazu: „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“. Erschienen bei smarticular.net

Dazu noch ein Link, diesmal aus Berlin: https://original-unverpackt.de/ ein Laden, ja, in dem man Unverpacktes einkaufen kann (auch online). Und es gibt dort einen Kurs, wie man selbst einen „Unverpackt“-Laden in seiner Umgebung eröffnen kann.

Ähnlich geht es in Hamburg bei Twelve Monkeys – Vegankrams in St. Pauli – eigene Töpfchen also zum Einkaufen mitnehmen! Wochenmärkte gibt es natürlich auch in Großstädten, da geht Verpackung sparen ganz leicht. Und wenn Ihr auf dem Land lebt, geht Ihr einfach gleich in den Hofladen oder macht bei der solidarischen Landwirtschaft mit, dann habt Ihr kurze Wege und einen Blick auf die Qualität.

Zum Einkaufen ein paar kostenlose Apps: Giftfrei einkaufen, Fair Fashion Finder, ToxFox, Barcoo und Skeptical Science.

Michael Otto vom Ottoversand sagte einmal: „Mir wurde klar, dass ich bei mir selbst anfangen muss“ – das ist der Grund, warum sie in seiner Firma bereits in den Siebziger Jahren die Verpackungen aus Recyclingmaterialien eingeführt haben. Und er entdeckte, dass vieles auch Geld spart. Zum Beispiel als sie die Luftfracht auf Bahn- und Seefracht umgestellt hatten oder mit eigener Energieerzeugung angefangen haben.[viii] Also, wenn Ihr eine große Firma habt, könnt Ihr auch etwas tun, damit es auf der Erde lebenswert bleibt. Auch jede kleine Firma kann sich etwas überlegen, was schützt und spart, man kann das auch mit in seine Werbung bringen. Menschen suchen ja nach guten Alternativen und werden aufmerksam.

Da kann ich doch gleich mal an die tolle Schlagzeile erinnern: „Die Post zeigt Autoherstellern den Weg“[ix]. Ein Startup (!) nämlich „Streetscooter“ in Aachen zusammen mit der Uni RWTH (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen) stellt für die Post Elektroautos her, weil die Automobilbranche nichts anbieten konnte oder wollte. So überholt die Jugend die trägen Dinosaurier, die sich nicht bewegen wollen. „StreetScooter wurde 2010 im Umfeld der RWTH Aachen aus der Idee gegründet, Elektromobilität bereits ab kleinen Stückzahlen wirtschaftlich attraktiv zu gestalten – und somit Ökonomie und Ökologie miteinander zu versöhnen.“ [x] Geht doch!

Das ist leider so, – es gibt auch große Firmen, Unternehmer, Investoren, die mit Hilfe von Bankern, Beratern und Anwälten der Allgemeinheit richtig großen Schaden zufügen. Habt Ihr von den Cum-Cum und Cum-Ex Geschäften gelesen? [xi] Steuerbetrug, der behauptete legal zu sein, brachte die deutschen Steuerzahler um 31,8 Milliarden Euro.

Also 31 Tausend mal eine Million Euro. Sogar diese kleine 0,8 nach der 31 bedeutet noch 800 Millionen Euro. Eine unvorstellbar große Menge Geld, die nun nicht mehr in Kindergärten, Straßen, Sozialleistungen, Rente etc. fließen konnten.

Warum das hier unter guten Nachrichten steht? Weil eine ganz normale Sachbearbeiterin beim Finanzamt diesem auf die Schliche kam. Es ist doch beeindruckend – und es gilt wieder die Erkenntnis: Zu jedem Unglück gibt es einen, der es hätte verhindern können – bzw. auch eine/n, der/ die es eben verhindert oder beendet hat! An dieser Stelle haben sehr viele weggeschaut, sogar wenn sie eine Mitteilung bekommen hatten, aber diese einzelne Dame hat gehandelt und danach erst kam alles ins Rollen, schließlich haben dann auch Insider ausgepackt.

Lobend muss ich bei der Gelegenheit auf meine Quellenangaben hinweisen. Die dort genannten Journalisten haben gemeinsam diesen großen Fall recherchiert und in einem langen Bericht an die Öffentlichkeit gebracht.

Ähnlich war es mit den Panama Papers. Es gibt wirklich fähige und fleißige Journalisten, die auch heiße Eisen anpacken – wie damals bei „Watergate“. Sicherlich müssen wir an dieser Stelle auch den Whistleblowern dankbar sein, die sich teilweise sehr einsam nur mit ihrem Gewissen gegen große Mächte stellen.

So, falls sich jetzt bei Euch die Frage stellt: „ Wie soll man denn bloß immer so aktiv sein? Ist das nicht Stress?“ — Hier also noch ein Tipp:

Die Ergebnisse einer Studie von 2006-2008/2010 in Australien zeigten, dass Teilnehmer, die pro Tag vier Portionen Gemüse verzehrten, einem drei bis zwölf Prozent geringeren Risiko für Stress unterlagen als diejenigen, die weniger Gemüse konsumierten. Frauen ziehen offenbar einen noch größeren gesundheitlichen Nutzen aus Obst und Gemüse als Männer. Frauen, die drei bis vier Portionen Gemüse verzehrten, hatten ein um achtzehn Prozent verringertes Stressrisiko, während es bei nur zwei Portionen immerhin noch sechzehn Prozent waren. [xii]

Damit drehe ich gewissermaßen die Kurve zu meinem Briefbeginn: Wir selbst können sofort etwas tun und wenn wir gleich heute beginnen, haben wir ganz schnell die ersten Resultate. Das Prinzip Ursache und Wirkung wirkt für uns, wenn wir uns informieren und klug und beherzt handeln.

Das gilt natürlich auch für die bevorstehende Wahl. Wir können die Uhr nicht zurück drehen und Umweltsünden ungeschehen machen. Aber wir können jetzt etwas tun. Privat, in unserem Beruf und Geschäft und bei der Wahl.

Dass wir überhaupt in einem Land leben, wo wir eine eigene Meinung haben können und frei wählen dürfen, ist ein großes Glück und wurde hart erkämpft. Wir leben immer noch in einem ziemlich freien, ziemlich wohlhabenden, ziemlich gesunden und ziemlich friedlichen Land mit wunderschönen Landstrichen. Wir haben den besten Pass der Welt „Mit unserem Reisepass lassen sich 176 Länder visafrei bereisen – mehr als mit jedem anderen Reisepass, weshalb er im 2017 erschienenen Visa Restrictions Index den Titel „bester Reisepass“ erhalten hat.“ [xiii]

Dass Frauen wählen können, ist bei uns Anfang des letzten Jahrhunderts durchgefochten worden und schon seit dem 12.11.1918 in Kraft, sodass sie 1919 zum ersten Mal auf nationaler Ebene wählen konnten.[xiv]

Das muss man doch nutzen, oder?

Und nun wissen wir nicht, was wir wählen wollen?

Es gibt eine kleine Broschüre von Greenpeace mit den dringendsten Zukunftsfragen, da sind tabellarisch Antworten der Parteien aufgeführt, wie sie dieses Thema anpacken wollen. Da gibt es teilweise ziemliche Unterschiede bei den Antworten und Ihr könnt das für Euch Interessante herausfinden. Parteien, denen es an Antworten mangelt, denen es an Lösungen fehlt, könnten uns allerdings nur schlecht regieren. Augen zu halten, leugnen oder Kopf in den Sand stecken ist ja ein sehr schlechtes Vorangehen (stelle ich mir gerade bildlich vor). Wer bei Problemen wegläuft sollte einen anderen Beruf ergreifen. Probleme sind eine Aufforderung zum Handeln.

Vielleicht bringt Euch dies Klarheit:

http://gpn.greenpeace.de/magazin/ausgabe/wahlkompass2017/

Wenn schon nach unserer Stimme gefragt wird, dann sollten wir sie bewusst einsetzen.

Aber ansonsten handeln wir gleich selbst, oder?

„Du bist tapferer als Du glaubst und stärker als Du wirkst und klüger als Du denkst“ sagt Christopher Robin in „Pu der Bär“ und damit uns allen schon zur Kinderzeit.

Mit guten Wünschen für eine segensreiche Zukunft grüße ich Euch!

Cornelia Cornels-Selke

 

Regenbogen an der Nordsee

„Damit Sie wieder leuchten können!“

Naturheilkundliche Praxis für Ganzheitsmedizin•

Reiki-Schule • Schwimmen mit Delfinen •

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Quantum Methode® • Masterminding

21244 Buchholz • Tel: 04181/217878 und 01522/8595480

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Quellen:

[i]http://www.spektrum.de/magazin/bodenentgiftung-mit-spezialisierten-pflanzen/824385. – Bundesministerium für Bildung und Forschung, http://www.biosicherheit.de/forschung-live/305.pappeln-bewaehrungsprobe-freiland.html . – http://paperity.org/p/4044155/aufnahme-von-chlorierten-kohlenwasserstoffen-durch-pflanzenoberflachen . – Höflich G. und Günther Th., Einfluss von Pflanzen- Rhizosphärenmikroorganismen-Assoziationen auf den Abbau von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen im Boden, 21.4.2000.

[ii] http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/ich-machs/kuerschner-fell-mode-100.html 17.09.2017, 21.41 Uhr.

[iii] Martina Greggers in Bremen.

[iv] https://celler-presse.de/2016/02/29/erstmals-ueber-5-millionen-uebernachtungen-in-den-9-staedten-in-niedersachsen/ .

[v] https://celler-presse.de/2016/07/12/tourismus-waechst-ueberproportional-lueneburger-heide-gewinnt-marktanteile-in-den-ersten-vier-monaten-des-jahres/ .

[vi] Klimasparbuch für Studierende 2016/2017. Das Heft ist voll von Information und einiges habe ich daher entnommen.

[vii] Das Haus5/2017, aktuell VII.

[viii] Die Zeit, 28.1.2016, Nr. 5.

[ix] https://www.heise.de/newsticker/meldung/Elektroauto-Streetscooter-Die-Post-zeigt-Autoherstellern-den-Weg-3302172.html ,21.9.2017, 10.07.

[x] Zitat: https://www.streetscooter.eu/unternehmen , 21.9.2017, 10.15.

[xi] Ackermann, Lutz; Becker, Benedikt; Daubenberger, Manuel; Faigle, Philip; Polke-Majewski, Karsten; Rohrbeck, Felix; Salewski, Christian; Schröm, Oliver; Die Zeit Nr 24, Wirtschaft, Der große Steuerraub, Seite 19, 8.6.2017.

[xii] Vgl: https://www.bonusan.com/deutsch/neuigkeiten/grosse-studie-obst-und-gemuese-verringern-stress/ 20.9.2017,022.16..

[xiii] Henley & Partners: Global Ranking – Visa Restriction Index 2017. Henley & Partners, 1. Januar 2017, (englisch).

[xiv] Vgl.: Schaser, Angelika, Feministische Studien 1 (2009), Zur Einführung des Frauenwahlrechts am 12. November 1918, in: S. 97–110, hier S. 102.