Es muss nicht immer Kaviar sein – Probiere es mal mit Downsizing

Alle Bilder: Thüringer Wald 2021

Buchholz, den 07.01.2021

Liebe Freundin, lieber Freund

Ein frohes neues Jahr wünsche ich Dir. Es fühlt sich schon so alt an? Vielleicht, weil wir in unserer Welt immer noch mit den gleichen, alten Problemen zu tun haben wie 2020? Ja, manch eine/r ist „gefrustet“, auch privat ist ja nicht nur deshalb plötzlich alles easy, weil es einen Jahreswechsel gegeben hat. Aber, das ist doch recht häufig das normale Januargefühl. Der ist manchmal so ein bisschen verbraucht, oder? Man würde, statt ins Jahr hinein zu gehen, gerne noch ein bisschen Winterschlaf halten und sich verwöhnen lassen.

Und dann komme ich mit so einer Überschrift: „Es muss nicht immer Kaviar sein“?  Typisch, Cornelia, was willst Du schon wieder von mir? Aber:

J.M. Simmel gab mir diesen Titel und ich bin damit gleich direkt im Thema:

Ein Bekannter, der gerne nach Dänemark fährt, in die Ferien oder auch ins verlängerte Wochenende, wohnt bei uns in der Umgebung in einem großen, schönen, edel eingerichteten Haus.

Und eines Tages kommt er zurück aus dem Urlaub, den er mit seiner Frau wiederum in Dänemark in einem niedlichen, kleinen Ferienhäuschen aus Holz verbracht hat, und sagt zu mir: „Wir verkaufen das große Haus!“

In Dänemark, in dem kleinen Haus, das sie dort immer buchen würden, gehe es ihnen viel besser, sagt er: Sie würden sich viel mehr sehen und auch miteinander sprechen. In ihrem großen Haus würden sich die beiden Peoplechen gewissermaßen verlaufen und deshalb hauptsächlich über ein Haustelefon miteinander kommunizieren. Hier aber gebe es nur einen großen Raum und sie würden sich dadurch eigentlich immer sehen und seien immerfort im Gespräch und hätten einfach mehr Nähe. Es gehe ihrer Beziehung dadurch viel besser. Sie seien dadurch viel mehr „miteinander und beieinander“ statt alleine unterwegs.

Und das ziehen sie durch: Das große Haus, mit den vielen, großen Räumen, wird gleich samt allen Möbeln verkauft. Ein kleines, mit weniger und kleineren Räumen, wird von dem Geld gekauft. Es bleibt noch etwas übrig von dem eingenommenen Geld. Sie müssen jetzt auch viel weniger heizen, sie sparen Kosten für die Herrichtung des Gartens etc..

Und: Sie fühlen sich wieder wie „Prinz und Prinzessin“, denn sie sind frisch verliebt, sie haben sich in den kuscheligeren Räumen gewissermaßen wiedergefunden. Und nebenbei: Er isst jetzt weniger, sie raucht weniger.

Also das nenne ich „Downsizing“: Viel, viel weniger Energie, Zeit, Geld für die Hülle. Daraus folgen mehr Kraftreserven, mehr Zeit für das Sein und nebenbei vielleicht weniger Geldsorgen, auf jeden Fall weniger Geldaufwand und dadurch wieder mehr Zeit, also Freiheit.

Den Beiden geht es jetzt also erst richtig gut, obwohl – nein, weil – sie den Überkonsum gestrichen haben (der hat sie tatsächlich nicht weiter gebracht oder bereichert, sondern ihr Leben verarmen lassen).

Kennt Ihr das Das Easterlin-Paradox? 1974 wies Richard Easterlin nach, dass die Erhöhung des Bruttoinlandprodukts (Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen) ab einer bestimmten Schwelle nicht mehr zwangsläufig mit einer Verbesserung des subjektiven Glücksgefühls einhergeht.

Quelle: https://info.arte.tv/de/das-easterlin-paradox-wenn-geld-nicht-mehr-gluecklich-macht

Wann haben wir eigentlich angefangen, soviel zu sammeln? Mein Vater sprach mit mir manchmal über „den Krieg“ und die Zeit danach und er sagte: „Es war das große Nichts“. Und natürlich haben damals nach dem Krieg die jungen Manschen und die älteren, die es noch konnten, wie verrückt gearbeitet und aufgebaut: Kleine Wohnung gemietet, größere Wohnung, kleines Haus gekauft, größeres Haus…. Vielleicht hätten sie gegen Ende der 70ger Jahre lieber aufgehört, aber es war ja jeder froh über jeden Aufschwung (das alte Trauma noch im Nacken und an die eigenen Kinder weitergegeben).

Und so wurde aus einem nachvollziehbaren Sicherheitsbestreben bei manchen eine Gier nach mehr. Fast alles wurde damit angetrieben.

(Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.)

John Steinbeck

Ich sehe da auch, wie die heutigen Krankheiten mit dem Zustand unserer Erde zusammenhängen.

Die Entwicklung ist mittlerweile dergestalt: Während sich die Menschen krank arbeiten, um „haste was, dann biste was“ zu erreichen, überwiegen inzwischen die künstlich vom Menschen hergestellten Sachen mit ihrer Masse die Masse aller Lebewesen weltweit. Das nennt man übrigens Anthropozaen, das Menschenzeitalter.

Ist es wirklich so nötig, soviel anzuhäufen (und gleichzeitig alles leer zu schöpfen und außerdem gleichzeitig soviel Müll zu hinterlassen)?

Quelle dazu: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/anthropozaen-kuenstlich-hergestellte-produkte-ueberwiegen-erstmals-die-masse-aller-lebewesen-weltweit-a-9f577654-7140-4199-a20f-39fcb30e78fa

Fragt Ihr Euch nicht auch ab und zu: Ist ein Mensch reicher, der Erde, mit all ihren Schätzen, Pflanzen, Tieren, Wasser um sich herum, bewohnen darf – oder einer, der das alles nicht mehr hat, weil er es zu Geld gemacht hat, das jetzt irgendwo liegt?

Weniger Geld für weniger Dinge auszugeben, könnte sowohl uns, wie auch unsere Umwelt entlasten.

Nun muss ich mich einmal etwas berichtigen: Ich hatte am 3.5.2019 geschrieben. „Wenn jeder von uns grob 80 Mio. Deutschen nur 1% (ein Prozent) verändert, ist das ein Riesenschupps und eine gut sichtbare Veränderung in Deutschland. Und wenn 40 Mio. wieder nichts tun, dann schaffen die anderen 40 Mio. vielleicht auch zwei Prozent Veränderung?“

Das ist so nicht mehr ganz richtig, es gibt inzwischen neue Berechnungen. Natürlich würde solcherlei Einschränkung immer noch etwas bringen, allerdings ist inzwischen geklärt, dass es doch ein paar, gar nicht so viele, Menschen gibt, die sich etwas mehr einschränken sollten – weil sie halt auch viel mehr ausstoßen: „Laut einer am Montag veröffentlichen Untersuchung der Hilfsorganisation Oxfam ist das reichste 1 Prozent für mehr als doppelt soviel Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich wie die gesamte ärmste Hälfte der Weltbevölkerung. Die Studie konzentriert sich auf die Jahre 1990 bis 2015, in denen sich die Treibhausgas-Emission weltweit verdoppelt hat. Oxfam hat sie vor der am Dienstag beginnenden Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung in New York veröffentlichte. „Für den Konsumrausch einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis,“ sagt Ellen Ehmke, Expertin für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland.“

Quelle: https://kontrast.at/co2-ausstoss-verursacher/

Kurzer Film mit Maja Göpel, 44, bei J.Thadeusz, die sich äußert zum Thema Überkonsum: https://twitter.com/i/status/1330090969388228610 (Auch unten im PS niedergeschrieben).  ( Ich empfehle wirklich  ihr Buch, „Unsere Welt neu denken – Eine Einladung“, da schreibt sie sehr verständlich komplexe Zusammenhänge auf, was uns in unsere heutige Situation gebracht hat und was wir nun für unser Überleben tun können). Sie ist Ökonomin und was sie aufzeigt, ist jenseits von, man müsse alles aufgeben

Und dennoch sollten wir voran gehen. Denn mit Vorangehen, stecken wir am besten an. Wir müssen deshalb keine Aktivisten werden, nur aktiv. Die Zukunft geht uns ja etwas an. Außerdem kommen wir damit raus aus Abhängigkeiten und raus aus der Angst:

Erinnert Ihr Euch an das „knappe“ Klopapier? Wenn man den Menschen sagt, etwas werde knapp, dann setzt der Run auf diese Dinge erst richtig ein. Plötzlich kommt die alte Angst wieder und damit, bei einigen, die Gier. So ist es auch mit dem 1972 veröffentlichten Bericht „Die Grenzen des Wachstums” des Club of Rome geschehen. Seitdem hat ein noch stärkerer Run auf die Schätze der Erde eingesetzt als vorher.

Quelle: The Limits To Growth, Dennis L. Meadows et al., 1972 (deutsch: Die Grenzen des Wachstums, 1972, ISBN 3-421-02633-5)

Die Menschen kriegen Angst und fangen sofort an, mehr zu arbeiten und zu hamstern (und sich über die viele Tagesmühe zu beklagen).

Nein: Downsizing müsste chic werden: Entspannte Heiterkeit beim Spaziergang als den neuen Luxus betrachten, das könnten wir doch mal probieren und den anderen von unseren Erfahrungen erzählen. Und es ist auch beeindruckend, wenn ich diejenigen Menschen betrachte, die sich von Ballast befreit haben. Wie befreit sie aussehen! Sie atmen auch freier.

Einige gehen also voran und andere sehen an ihnen: Es scheint, schöner so zu sein. Sie wollen es vielleicht zumindest einmal ausprobieren, im Urlaub vielleicht, in einer kleinen Hütte (wenn das mal wieder geht). Und dann könnten wir gemeinsam in diese Richtung laufen, statt Sieger und Verlierer zu kreieren.

Der Club of Rome in einem kleinen Film dazu: Quelle: https://youtu.be/RCqbW9zK6K8

Es wäre doch soviel leichter jetzt zu beginnen und die Zeit zu nutzen, als abzuwarten und dann von den Ergebnissen erschreckt zu werden:

Dazu wirklich gute Recherche von der Süddeutschen Zeitung bezüglich CO2 Budget mit vielen Themen – und Countdown: Quelle:https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wissen/klimakrise-die-sz-klimazentrale-e2038

Und eine animierte Grafik, die es besonders deutlicht zeigt:  https://twitter.com/GretaThunberg/status/1335653055191199744

Quelle:https://twitter.com/GretaThunberg/status/1335653055191199744 und die schwedische Zeitung: Dagens Nyheter, DN.se .

Wenn wir absolut nichts an unserer Haltung dem CO2 Ausstoß gegenüber verändern, also weiterhin Tier- und Umwelt (Pflanzenreich, Erde, Wasser, Luft –  man nennt es heute „MIT“welt) verbrauchen und vermüllen, sind es also noch knapp 7 Jahre, dann wäre das 1,5°C Limit erreicht, was immense Auswirkungen auf unser Leben hätte. Einige Teile der Welt haben dies schon jetzt bei 1,2°C, wie sie uns mitteilen und auch an sie müssen wir also denken. Daher kommt der Ausdruck:  Klimagerechtigkeit. Die gilt es ebenfalls zu verfolgen.

Wenn wir aber sofort beginnen zu handeln, dann haben wir noch „Zeit“ bis ca. 2036 (die Pläne der Regierungen sehen dies leider weltweit kaum vor)

Das ist nicht neu! Das ist schon kommuniziert worden auf der COP25 in Madrid Ende 2019.

Hier ein Video der gesamten Veranstaltung. Thunbergs Rede beginnt ab etwa 37:00.  https://www.youtube.com/watch?v=apu1TUZG9Rw&feature=youtu.be

Ich glaube – und wünsche gleichzeitig wirklich – dass 2020 das Wendejahr war. Das Jahr zum Innehalten, Erkennen, Wenden. Noch ist nicht viel davon sichtbar, aber später werden wir merken: 2020, da war die Wende. Die nächsten Schritte in 2021 (letztlich auch bei den Wahlen), werden aufzeigen, dass es eine neue Richtung gibt, die Ersten des Schwarmes sind schon unterwegs.

Das ist auch für unser Leben, für unsere Gesundheit gut.

Tatsächlich, wenn Du diese Zeilen liest und gesund bist, hast Du im letzten Jahr etwas richtig gemacht und außerdem ganz viel Glück gehabt.

Lass uns die Erkenntnis, was zu tun ist, mit dem Impuls, leben zu wollen, zusammenbinden und in diesem Jahr auch auf andere Dinge als Corona anwenden.

Sehr, sehr herzliche Grüße zum neuen Jahr,

sendet

Eure Cornelia Cornels-Selke

 

PS:

  1. Ein Redeauszug. Kurze Mitschrift der Aussage von Maja Göpel:

„… wenn wir in die Geschichte gucken sind typischerweise Kriege über Ressourcenengpässe entstanden, sind Sicherheitsfragen durch eine Versorgungsunsicherheit entstanden. …

Sie tun immer so, als wollte ich den Leuten den Spaß verderben oder irgendwas.

Hier geht es darum, einfach das, was die Wissenschaft und die Beobachtungen (und da haben wir Gott sei Dank auch durch die Digitalisierung inzwischen ziemlich gute Datenbasen) uns sagen, was sich verändert und dass es nicht positiv ist.

Und dann versuchen wir –  im Auftrag der Bundesregierung übrigens, die die politischen Ziele gesetzt hat, das zu verhindern (diese Konsequenzen) – Lösungen zu formulieren           und Möglichkeiten zu formulieren.

Wir gucken dann, was sind typischerweise die Treiber:

Und Überkonsum (ja, das ist ein Wort, da wird wahrscheinlich die halbe Bundesrepublik wieder aufschreien, was das überhaupt ist, aber es ist ein Begriff in der Wissenschaft): Wenn wir uns angucken, wie die Verteilung dessen ist, was Menschen,  unterschiedliche Menschen auf diesem Planeten, jeder Einzelne für sich ein Individuum, pro Kopf in Anspruch nehmen auf diesem Planeten. Und dann gibt es so etwas wie Überkonsum, weil eine Grundversorgung, im Sinne von: „Ich bin gut versorgt“, längst erreicht ist und dieses hohe Konsumniveau in einem Teil des Planeten dazu führt, dass wir nicht genug Ressourcen haben, um denjenigen auf diesem Planeten genug zu geben, die noch nicht genug materiell versorgt sind.“

  1. Ein Redeauszug, Greta Thunberg, COP25, Madrid, Ende 2019:

„In Kapitel 2 auf Seite 108 des im letzten Jahr veröffentlichten IPCC-Berichts SR 1.5 heißt es, dass, wenn wir eine Chance von 67% haben wollen, den globalen Temperaturanstieg auf unter 1,5 ° C zu begrenzen ab 1. Januar 2018 noch 420 Gigatonnen CO2 Emissionen in diesem Budget vorhanden war.

Und natürlich ist diese Zahl heute viel niedriger, da wir jedes Jahr etwa 42 Gigatonnen CO2 ausstoßen Mit den heutigen Emissionswerten wird das verbleibende Budget innerhalb von acht Jahren aufgebraucht sein. Diese Zahlen sind keine Meinungen oder politischen Ansichten von irgendjemandem. Dies ist die derzeit beste verfügbare Wissenschaft. Obwohl viele Wissenschaftler diese Zahlen für zu moderat halten, sind dies die Zahlen, die vom IPCC akzeptiert wurden.

Bitte beachten Sie, dass diese Zahlen global sind und daher nichts über den Aspekt der Gerechtigkeit aussagen, der unbedingt erforderlich ist, damit das Pariser Abkommen global funktioniert. Das bedeutet, dass reichere Länder ihren gerechten Beitrag leisten und viel schneller auf Null kommen müssen, um dann ärmeren Ländern zu helfen…

Das Budget für eine Chance von 67% ist das beste vom IPCC angenommene Szenario. Und jetzt haben wir weniger als 340 Gigatonnen CO2 übrig, um dieses Budget fair aufzuteilen Warum ist es so wichtig, unter 1,5°zu bleiben? Schon bei 1° sterben Menschen an der Klimakrise. Die Grenze von 1,5° fordert die Wissenschaft, um eine Destabilisierung des Klimas zu vermeiden. Damit wir die bestmögliche Chance haben, irreversible Kettenreaktionen wie schmelzende Gletscher, polares Eis und auftauenden arktischen Permafrost zu vermeiden. Jeder Bruchteil eines Grades ist wichtig. Das ist also meine Botschaft. …

Sagen Sie mir bitte, wie reagieren Sie auf diese Zahlen…? Wie reagieren Sie auf die Tatsache, dass im Grunde nichts dagegen unternommen wird, ohne die geringste Wut zu empfinden? Und wie kommuniziert man das, ohne alarmierend zu klingen?

Ich würde es wirklich gerne wissen.

Seit dem Pariser Abkommen haben globale Banken 1,9 Billionen US-Dollar in fossile Brennstoffe investiert. Einhundert Unternehmen sind für 71% der weltweiten Emissionen verantwortlich.

Die G20-Länder machen fast 80% der Gesamtemissionen aus.

Die reichsten 10% der Weltbevölkerung verursachen die Hälfte unserer CO2-Emissionen, während die ärmsten 50% nur ein Zehntel ausmachen.

Wir haben zwar einige Arbeiten zu erledigen, aber einige mehr als andere.

Ohne das Gesamtbild zu sehen, werden wir diese Krise nicht lösen. Ganzheitliche Lösungen zu finden, ist das, worum es bei der COP gehen sollte, aber stattdessen scheint es für die Länder eine Art Gelegenheit geworden zu sein, Schlupflöcher zu finden und ihre Ambitionen nicht zu erhöhen. Die Länder finden kluge Wege, um keine echten Maßnahmen zu verhindern!

…Hoffnung. Ich habe es gesehen, aber sie kommt nicht von den Regierungen oder Unternehmen. Die Hoffnung kommt von den Menschen auf der Straße. Die Menschen, die die Situation jetzt begreifen und aufwachen. Die Menschen sind bereit für Veränderungen.

Die Hoffnung ist, dass die Menschen die Kraft entdecken, die in der Demokratie steckt. Nicht nur am Wahltag, sondern jede Sekunde und jede Stunde. Es ist die öffentliche Meinung, die die freie Welt regiert. Tatsächlich ist jede große Veränderung im Laufe der Geschichte von den Menschen auf der Straße gekommen. Wir müssen nicht warten. Wir können sofort mit der Änderung beginnen. Wir, die Menschen…“

  1. Eine weitere animierte Grafik zum Verständnis:

https://twitter.com/i/status/1325851930128650241 , Quelle: https://t.co/gd1zBlmYkB?amp=1

  1. Also sowohl Nationen, wie einige Menschen innerhalb der Nationen müssen mehr einsparen:

„Nehmen wir die 50 Milliarden jährlich, die wir an klimaschädlichen Subventionen bezahlen“  (Ein Redeauszug, Rede von Marco Bülöw):

https://twitter.com/i/status/1338470245258973186 , .

 

 

Ob ich denn wohl an Wunder glaube?

Hauptkirche Sankt Michaelis –   „Der Michel

Brief vom 27. Dezember 2019

Ob ich denn wohl an Wunder glaube? Diese Frage stand neulich im Raum.

Und ich fing an zu überlegen und zu merken, dass ich tatsächlich nicht meine, ab uns zu ein oder auch mehrere Wunder erlebt zu haben.

Sondern, dass es bei mir eher so ist, dass ich quasi ständig und immerzu Wunder in Aktion sehe.

Ich sitze zum Beispiel mit meinen Kommilitonen in einem Seminar:

Wir sitzen da und jeder atmet. Neben mir und auch in mir Blasebälge permanent in Bewegung. Sauerstoff wird eingeatmet dadurch, dass Atemmuskeln die Lunge weiten und durch Sog die Luft in die Lunge einströmt. Dort sitzen kleine Bläschen, die den Sauerstoff aus der Luft aufnehmen und an eine andere Seite, nämlich ins Blut abgeben. Im Blut heftet sich der Sauerstoff an die roten Blutkörperchen, die ihn irgendwohin in diesem riesigen Blutkreislauf bringen. Das Herz pumpt den Strom. In den Kapillaren löst sich der Sauerstoff von den Blutkörperchen und verabschiedet sich auch aus der Blutbahn und „krabbelt“, per Diffusion, genau dorthin, wo er von irgendeiner Zelle benötigt wird. Genau andersherum wird CO2 befördert. Dieser Stoff wird aus den Alveolen, das sind die kleinen Bläschen in der Lunge, zurück in die Außenwelt, ausgeatmet. Zusammen mit einem nicht verbrauchten Rest Sauerstoff.

Während die Zellen leben und der Körper mit dem Sauerstoff arbeitet, denken wir in unserem Seminar nicht darüber nach. Wir denken an andere Themen und diskutieren diese auch. Und obwohl der Raum gut isoliert ist, ist auch nach einer Stunde fleißigen Denkens und Atmens, der Sauerstoffgehalt nicht verbraucht. Er hat sich durch irgendwelche Ritzen und auch per Diffusion im Raum immer wieder aufgefüllt.

Wo kommt er her? Von Draußen. Tatsächlich, die frische Luft, die wir beim Lüften einlassen, entsteht da „draußen“, also, wenn da nicht gerade eine viel befahrene Straße vor dem Fenster ist, sondern auch Grün, lebendige Natur.

Über Jahrmillionen mussten die Pflanzen, die einzigen Lebewesen, die Sauerstoff herstellen, die Sauerstoffhülle um unseren Planeten aufbauen. Sie sind der Garant für unser Leben. Denn Tiere, Menschen (und auch alles, was der Mensch so an Gerätschaften hat, wie Autos und Industrie und Heizung) verbrauchen Sauerstoff und stellen nur CO2 und andere Gase her.

Wir teilen also in unserem Seminarraum die Atemluft miteinander. Was der eine ausatmet, atmet der andere ein, wenn wir die Fenster oder Türen öffnen, gibt es weiteren Austausch. In Wahrheit ist es immer noch dieselbe Luft, die auch Cäsar oder Napoleon eingeatmet haben, denn es ist in der Zwischenzeit kein Raumschiff gekommen und hat ein bisschen frische Luft auf unseren Planeten gepumpt. Die Pflanzen haben unsere ausgeatmeten Stoffe aufgenommen, gefiltert und in den ursprünglichen Sauerstoff zurück verwandelt. Es ist immer noch dieselbe Lufthülle um die Erde, allerdings gereinigt und gefiltert durch die Pflanzen.

Für mich ein Wunder nach dem anderen.

Da sitzen wir also und denken und lernen. Wo speichere ich diese Worte, diese Zusammenhänge? In Windungen, in Gewebeschlaufen, die wir Gehirn nennen. Das macht mich eigentlich fassungslos. Wie geht das? Das „Warum“ dahinter ist wiederum ein Extrathema…

Ich sitze in diesem Raum mit Studenten und Studentinnen aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands, ja der Welt. Wir sind achtzehn Menschen, dazu unsere zwei Professoren, wir alle sehen einen Sinn in unserer Zusammenkunft. Dabei haben wir ganz unterschiedliche Ursprünge und auch unterschiedliche Ziele. Aber hier haben wir etwas gemeinsam und sprechen intensiv darüber.

Sprechen – ich will gar nicht erst anfangen und den Sprechprozess im Körper, im Zusammenhang mit dem Gehirn erläutern… So vieles muss funktionieren, damit dies gelingt.

Und ich, wieso studiere ich eigentlich, wie ist es dazu gekommen? Eine irre Geschichte aus Begebenheiten, die schließlich dazu geführt haben.

Und dann Theologie. Die Studenten sitzen hier, weil sie alle Theologie studieren. Weil vor vielen Tausend Jahren Botschaften in die Welt gegangen sind, die uns immer noch beschäftigen. Die uns immer noch einen weiteren Blick auf die Welt geben, als der Verstand alleine es schaffen könnte, obwohl der so vieles kann. Die uns immer noch Hoffnung geben können und zu Höherem als zu reinem Arbeiten, Essen, Schlafen locken wollen.

Es entstehen Freundschaften zwischen den Studenten und Studentinnen. Irgendwie sitzen in diesem Raum nicht nur Menschen gleichgültig nebeneinander. Sie mögen sich, einige mehr, andere weniger. Sie beschenken einander zu Weihnachten. Sie backen Kekse füreinander und die Professoren in dieser Stunde. Sie machen ihre schönsten Rezepte wahr. Um andere zu erfreuen.

Für mich ein Wunder.

Für jeden wünschen wir am Ende der letzten Stunde vor Weihnachten Gutes, denn wir glauben, dass es für Jede/n Gutes geben kann. Wo jemand vor Weihnachten noch Schweres erlebt hat, versuchen wir zu trösten. Wir wollen, dass es wieder bergauf geht für ihn oder sie. Auch hier gute Wünsche.

Ich staune.

Und ich freue mich! Sosehr über jeden Tag, über die Möglichkeiten in dieser Welt (auch über die Möglichkeit, diese Welt soweit zu erkennen, dass wir sie erhalten können). Ich staune über die Liebe in all diesem Geschehen.

Seht Ihr das auch?

Wonder-ful World!

Bitte genießt, soweit es möglich ist, Euer Dasein. Nehmt die schönen Seiten wahr und an und verteilt immer weiter. Immer, immer weiter. Wir alle leben davon, wir Menschen, die Tiere, die Insekten, die Pflanzen, jede Zelle, die Erde selbst.

Eine wundervolle Zeit für Euch, heute und an jedem Tag. Vielleicht lasst Ihr noch etwas an Weihnachtsgefühlen lebendig bleiben und tragt sie mit ins neue Jahr. Wäre doch schön, wenn es noch etwas weihnachtlich weitergeht…

 

Cornelia Cornels-Selke

So geht’s wieder bergauf.

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Drei Arten Winter

 

Liebe Freunde

Ich habe mal wieder meine Sammlung aus Rundbriefen angesehen und einige entdeckt, die eigentlich auch heute passen würden. Einer zum Beispiel beschäftigte sich vor Jahren mit der „Schweinegrippe“ und ihren Folgen. In den Zeitungen und im Netz grassierten damals die unterschiedlichsten Meinungen und Gegenmeinungen, mit der Zeit immer radikaler werdend.

Auch damals gab es etwas Schlimmeres als die Grippe selbst, denn davon wurden weit mehr angesteckt als von ihr, und ich schrieb über die deutsche Angst, die sich so gerne den Weg bahnt und alle in den Bann ziehen möchte.

„Hinz und Kunz“ schrieb neulich etwas von einem „Deutschen Reflex“, das klang in mir nach und ich glaube, dass dieser deutsche Reflex, wenn es ihn denn gibt, dann die Angst ist.

Man hat Versuche gemacht, um herauszufinden, ob ein Mensch den Geruch von Angstschweiß unterscheiden kann von dem Geruch des Sportschweißes. Und auf eine gewisse Weise konnte er dies schon, nur nicht bewusst: Er konnte zwar nicht sagen, welcher Geruch zu welchem Schweiß gehörte, aber er reagierte auf Angstschweiß mit Angst.

Und schon hatte sich die Angst weiter ausgebreitet – ohne einen für den nun-Ängstlichen ersichtlichen Grund.

Und diese Angst, dieses Überschwemmen des Systems durch ein archaisches … Gefühl möchte ich gar nicht sagen, eher durch einen archaischen Instinkt, denn wir befinden uns hier auf der Stufe der Tiere, gebiert leider Weiteres, nämlich Abwehrverhalten, Misstrauen, Abschottung, Feindschaft, Eifersucht und Neid, sogar Wut und Hass (Wir kennen das Ducken, das Flüchten und das aus-Angst-Beißen). Und dies alles ist leider, genau wie die Angst selbst, ebenfalls ansteckend und zieht andere mit sich (meine Mutter sagte früher dazu: „Ein faules Äpfelchen steckt ein anderes an.“).

Ich selbst meinte neulich einmal zu jemandem „Nur wer Angst hat, muss Angst haben“, das war dann vielleicht doch etwas kurz und so kommt dieses Thema also auch in diesen Rundbrief.

Das Wort „Angst“ ist nicht umsonst dem Wort „Angina“ so ähnlich, denn sie haben eine Verwandtschaft. Das Wort Angina heißt „Enge“ und es ist bekannt als Halsenge, z.B. bei einer Grippe, oder (bei der Angina pectoris) als Herzenge. Und genauso macht die Angst uns eng. Sie macht uns klein und unfähig, wir kauern förmlich geduckt in der Ecke, sie beraubt uns unserer erworbenen menschlichen Fähigkeiten – und macht uns manipulierbar.

Nicht umsonst wurde (und wird leider immer noch) gerne mithilfe der Angst erzogen und formbar gemacht. Ich bitte Euch deshalb, Euch VOR JEGLICHER ANGST fern zu halten!

Doch leider schauen wir gebannt auf sich brauende Wolken und auch auf Schreckensmeldungen in den Zeitungen. Wir wissen, dass diese vielfach falsch sind. Wir kaufen sie trotzdem. Deshalb landet alles Schreckliche auf dem Titelblatt und die guten Meldungen erst auf Seite 12. Weil wir das kaufen. Wir sehen Filme mit Gewalt und Horror. Ist es „hipp“ sich zu gruseln?

Warum eigentlich, wenn wir uns doch so gar nicht wohlfühlen mit der Angst? Woher kommt diese Leidenslust? Wir lassen uns anscheinend gerne bannen…

Flug über den Wolken

Rationales Denken könnte eventuell dagegen helfen, also Fakten. Dann wären wir zumindest wieder auf der Stufe eines denkenden Menschens. Mitgefühl könnte helfen, dann hätten wir es schon wieder auf die Herzensebene geschafft.

Sehr schön und viel Geschriebenes gibt es dazu im Wirtschaftsteil der „ZEIT“ Nr.5 vom 28.1.16, S.19ff. (Die Überschrift heißt im Gegensatz zu den aktuell oft genannten Kosten für Flüchtlinge: „Was kostet die Angst“. Zu Kosten siehe auch am Ende des Rundbriefes im Anhang)

Aber für Fakten scheint der Kopf nicht frei zu sein in diesem Zustand. Er ist voll von der Angst, Aufregung und den Ausgeburten. Und er ist eben nicht mehr frei und offen für all die guten Dinge und Gaben, die uns umgeben, bereits da sind oder zu uns wollen. Wir sehen das alles nicht mehr und wir können uns nicht mehr daran laben, alles Gute ist für uns verloren, wenn wir auf das Beängstigende schauen und daran festhalten.

Aber – selbst in diesem Zustand – wir sind keine Tiere. Wir können den Kopf wieder erheben. Wir sollten uns selbst anschauen, statt auf die anderen (links, rechts, oben, unten) und was da herkommen könnte. Wir schauen bei uns auf das, was unser Leben ausmacht. Auf das, was schon gut ist und auf das wo wir, wirklich real, etwas verbessern können. Wir schauen auf das, was wir sofort bei uns selbst tun können für eine Verbesserung. Und wir handeln in diese Richtung! – Damit wird sicherlich eher etwas gut in unserem Leben, als auf andere zeigend in Instinkte zu versinken. Wir wissen inzwischen, dass derjenige, der immerzu auf das Schlechte schaut, immerzu nur Schlechtes sehen wird. Das Gute wird den Weg nicht zu ihm finden, vielleicht in seine Umgebung, aber nicht in sein Hirn.

Eine ältere Vertraute und regelmäßige Vertretung meiner Mutter, Frau Christa Dorn, sagte einmal zu mir, dass sie in Jugendjahren vielfach mit einer Verwandten zu tun gehabt hätte, die in einem fort lamentierte, über dies und das und über alles im Allgemeinen. Und die junge Christa beobachtete dies, die Frau, sah, wie sie schimpfte, sah, wie sie aussah, wie sie sich bewegte und fand für sich selbst heraus: „Ich will mich nie beklagen, ich will anders leben“. Und jetzt in gehobenem Alter sagte sie zu mir: „Diese Entscheidung war mein eigener Segen. Ich hatte nichts zum Beklagen, mein Leben entwickelte sich zum Besten.“

Unsere Entscheidung ist entscheidend!

„Drehe Dich zur Sonne, dann fallen alle Schatten hinter Dich“, den Satz haben wir sicherlich alle schon einmal gehört. Ich meine, wir könnten jetzt auch mal wieder in Richtung Sonne losgehen, ins Licht bewusst hineingehen, dann wird es garantiert heller.

Flug in die Morgendämmerung1.Flug in die Morgendämmerung2.Flug in die Morgendämmerung3.

Flug in die Morgendämmerung

Dr. Wayne Dyner berichtete über sein Leben, dass er mit 34, dick, in schlechter Beziehung, erfolglos als Schreiber, alkoholabhängig und in jeder Hinsicht in schlechter Verfassung an das Grab seines Vaters fuhr. Dieser hatte die Familie damals, als der kleine Wayne frisch geboren mit seiner Mutter nach Hause kam, verlassen. Und sein Leben lang hatte Wayne von den Verbrechen seines Vaters gehört und dazu auch das, was seine Mutter noch alles erzählte. Wieder und wieder erlebte er die Verlassenheitsängste, den Verlust, die Existenzängste der Mutter und die Wut, ja den Hass und die Verachtung für seinen Vater. Stetig war dies gewachsen. Und nun stand er am Grab seines Vaters und fluchte und schimpfte und schrie. Am liebsten hätte er dem Grab etwas angetan. Als er endlich wieder im Wagen saß, merkte er, dass er noch einmal zu dem Grab hinmusste und stieg wieder aus, ging wieder dorthin und konnte diesmal seinen Frieden machen und sagen „ich will auch das allerkleinste Bisschen dieser ganzen schlechten Gefühle jetzt loslassen. Ich will dass meine Zellen frei davon sind.“

Und er fuhr von dort fort und flog nach Fort Lauterdale, fuhr direkt in ein Motel, wo er vierzehn Tage verbrachte und er schrieb und schrieb und schrieb, bis er von vorne bis hinten ein Buch fertig hatte, innerhalb dieser vierzehn Tage, welches der Nr1 Bestseller annähernd für die nächsten kommenden zehn Jahre wurde. Und sein Leben wandelte sich. Sofort und mehr und mehr. Er fand eine gute, liebevolle Beziehung, er wurde schlank, er ließ vom Alkohol ab, er wurde fit, er war ein erfolgreicher Schriftsteller, vor allem war er frei von den schlimmen Gefühlen in sich und hatte eine ganz andere Lebensqualität.

Dies ist von mir ein weiteres Beispiel dafür, dass, wenn wir das Schlimme und Schlechte – und die Angst ist Teil dieses Reigens – , sei es echt oder eingebildet, erfahren oder nur gehört, in uns einlassen, es wie Teer in uns festsitzt, uns verklebt und uns verstopft, sodass nichts Gutes mehr Zugang hat oder auch nur für uns sichtbar wäre. Und dass, wenn wir es ganz bewusst loslassen, unser Leben wieder frei ist für Höheres und Schöneres.

Natürlich ist das keine neue Weisheit! Es ist nur eine Erinnerung an ganz alte, uns allen wohlbekannte Worte. Aber es ist auch heute wichtig, sie zu erinnern: „Deswegen sage ich Euch: Alles, was Ihr betet und Euch erbittet, glaubt, dass Ihr es empfangen habt, und es wird eintreffen für Euch. Und wenn Ihr steht, betend, vergebt, wenn Ihr etwas habt gegen jemanden, damit auch Euch Euer Vater in den Himmeln vergibt Euch Eure Verfehlungen“ Markus 11,24 und 25.

Da haben wir also sogar eine sehr direkte Verknüpfung zwischen unseren Bitten und dem Vergeben.

Okay, das ist Glaube. Der hilft auch. Wer sich darauf einlässt, der macht vielleicht ab und an die ehemals übliche Fastenperiode am Jahresanfang mit, unter dem Motto „Sieben Wochen ohne…“. Diesmal steht sie unter dem Motto „Sieben Wochen ohne Enge“ und soll alles fördern, was ein Herz weit macht.

Aber, welchen dieser Wege wir auch wählen:

Vielleicht schaffen wir es ja tatsächlich zu Beginn diesen Jahres, die Gedanken weit zu machen, die Zellen zu öffnen, das Herz zu weiten und damit auch bereit zu sein für all das Gute, das zu uns möchte. Das Leben geht leichter so. Das könnte uns also gut tun und dieses Jahr soll ja ein gutes Jahr für uns alle werden.

Im Übrigen: Erst dann, wenn all das gebannt ist, was uns hier und heute bannen will, fangen wir wieder an, die wahren Ursachen für irgendwelche Phänomene (z.B. den derzeitigen Flüchtlingsstrom) wahrzunehmen und anzupacken.

Ihr seht, ich habe versucht, von den ganzen aktuellen Meldungen abzusehen und stattdessen die Folgen der Schlagzeilen (die sich ja jederzeit einer neuen beängstigenden Überschrift zuwenden können), nämlich die Angst und ihre weiteren Folgen zu thematisieren. Weil ich aufzeigen möchte, warum es gut ist und wie wir es schaffen, dieser den Rücken zuzukehren und, statt sich bannen zu lassen oder in Aktionismus zu verfallen, wieder den eigenen Weg zu verfolgen.

Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten:

Ihr entdeckt für Euch, dass egal ob bei Schweinegrippe, Bankenpleiten, Staatspleiten, Flüchtlingsstrom, als nächstes vielleicht weitere Krankheiten, wir nur von einer Angst in die nächste taumeln. Und Ihr wollt davon frei werden und stattdessen wieder handlungsfähig durch Euer Leben gehen und konkret Wichtiges und Richtiges tun. Und fangt damit an.
Oder Ihr findet, dass mein Geschreibe doch sehr blauäugig sei und dies hier jetzt ein echtes Problem darstelle und ohne Fakten könne man nicht glauben.

Wenn Ihr zu meinen Worten, die dem einen oder anderen vielleicht zu glatt oder das Aktuelle ignorierend erscheinen mögen, noch ein paar Hintergründe oder Fakten oder aktuelle Bezüge haben möchtet, oder wenn Ihr vielleicht, um mal eine andere Blickrichtung zu bekommen, oder auch innere Sicherheit für Eure Einstellung zu finden, weitere Daten, Texte, Quellen finden möchtet, dann kommt, zu dem Aktuellen Bezug nehmend, noch mehr im Anhang.

Hier an dieser Stelle kommt jetzt doch noch einmal etwas aus einem Rundbrief in meiner Sammlung:

„Wie häufig sind wir Spielball der anderen? Wie häufig reagieren wir so oder so auf andere, aber wie selten agieren wir selbstbestimmt? Wir lassen uns eventuell den ganzen Tag von jemandem verderben, der einmal unseren Weg gekreuzt hat. Meine Mutter nannte das: „Die Fehler der anderen an uns abbüßen.“ Leben wir dann noch unser Leben? Hat das noch was mit dem Recht auf die eigenen Gefühle und die eigenen Laune zu tun, oder sind wir damit schlichtweg abhängig von anderen?

Ich habe viel von solchen Abhängigkeiten in meiner Praxis gesehen, glücklich machen die nicht.

Nur um noch einmal daran zu erinnern: Wir können anders! Wir sind nicht Ochs und Esel, wir sind Menschen und wir haben ein „Ich“. Daraus kann man doch auch etwas Gutes machen! Manchmal müssen wir uns eben selbst wie ein guter Freund oder eine gute Freundin bei der Hand nehmen, aus dem Tal herausführen und uns selbst Gutes tun, damit wir wieder gerne in die Welt blicken! Tut das doch bitte noch bevor das Frühjahr richtig kommt! Es wäre schade, wenn einer von uns bei strahlender Sonne noch mit schlechter Laune herum laufen würden.“

(Rundbrief vom 8. April 2008)

Also, gibt es jetzt auch mal andere Nachrichten? Ja, die gibt es. Es gibt tatsächlich auch gute Nachrichten. Und davon schreibe ich in einem der nächsten Rundbriefe, denn dieser ist lang genug geworden. Auch über Termine und Ideen hört Ihr noch einmal.

Aber jetzt grüße ich Euch herzlich!

„Wenn es „glatteist“, gehen die Menschen Arm in Arm.“ Vielleicht kennt Ihr diesen Satz? Also, dann haken wir uns jetzt unter und sehen zu, dass wir heile „rüber kommen“ über diese glatte Fläche zur Zeit.

Eure Cornelia

Ein Herz für alle

Anhang:

1.Raphaele Lindemann – Ein Arzt berichtet von einem Flüchtlingslager
2.President Obama – Eine Email erhalten am 4.2.2016, mit Inhalt: Eine Rede über Religionsfreiheit.
3.Zu dem Bild im Anhang Nr1 weitere Hintergründe.
4.Stuttgart, hoher Ausländeranteil, noch höherer Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund – sehr geringe Kriminalität.
5.Noch einmal zu den Kosten.
6.Die Polizeiarbeit wird behindert durch falsche Anzeigen.
7.Eine Erinnerung an die Hetzjagd auf einen 17 Jährigen in Emden, der damals fälschlicherweise für einen Straftäter gehalten wurde.

1. „Raphaele Lindemann – Ein Arzt berichtet vom Leid in einem Flüchtlingslager

Am 28. Januar 2016 veröffentlicht der Arzt Raphaele Lindemann in Absprache mit der Camp-Leitung nach etwa 4 Wochen in einem Erstaufnahmelager für Flüchtlinge auf Facebook über die Situation vor Ort.

Er ist als Arzt für die medizinische Erstversorgung der neu in Deutschland ankommenden Flüchtlinge zuständig. Diese findet nahezu vor jedem weiteren Schritt statt. Also vor Registrierung, Versorgung mit Kleidung, vor der Möglichkeit sich zu Duschen, etwas zu essen und damit auch vor der Verteilung auf das restliche Bundesgebiet.

Herr Lindemann schreibt davon, dass es absolut unmöglich ist „z.B. einen Fuß mit Erfrierungen zu versorgen, der über 500km in kaputten Schuhen, mit nassen Strümpfen durch den Winter marschiert ist und dabei durch eine „naive rosarote Gutmenschbrille“ zu schauen. Oder einen 4 Wochen alten Säugling in feuchter Kleidung mit Lungenentzündung zu behandeln, der zusammen mit einem Einjährigen und einer Vierjährigen, ganz alleine von der Mutter über das Mittelmeer, über Griechenland bis hier her geschafft wurde und sich dann den Vorwurf der Weltfremdheit anzuhören. Das hier ist die Welt! Und das hier ist sehr real und nirgends „rosarot“! Der Vater der 3 Kinder kam übrigens in Syrien ums Leben.“

Er sieht pro Schicht etwa 300-500 Flüchtlinge. „Dabei handelt es sich nicht zu 90% um junge, gesunde Männer. Mindestens 40% davon sind KINDER! Es gibt Familien, es gibt Alte und ja – es gibt auch junge Männer. Allen gemein ist, dass sie absolut entkräftet und fertig sind. Ich habe bisher nie so viel Elend und Verzweiflung auf einem Haufen gesehen.“

Er berichtet von einer Frau, deren Beine komplett verbrannt waren: „Keine Ahnung wie sie es überhaupt bis zu uns geschafft hat. Wir haben allein eine halbe Stunde gebraucht, um die festgeklebten, schmutzigen und stinkenden Verbände von den vereiterten Wunden zu lösen. Da war aber kein Klagen und da war keine Anspruchshaltung. Diese Frau hat Dankbarkeit ausgestrahlt, weil sie endlich in Sicherheit ist und sich jemand um sie kümmert.“

Herr Lindemann schreibt auch von den Smartphones welche die Flüchtlinge dabei haben: „„Die“ haben vorher nicht in der Steinzeit gelebt und sind aus irgendwelchen Buschhütten und Höhlen gekrochen. Und vielen ist es zunächst wichtiger ihre Handys aufzuladen, als etwas zu Essen zu bekommen. Und dreimal dürft ihr raten warum? Was habe ich als erstes gemacht, als ich, bequem mit meinem Auto, trotz Glatteis, sicher im 500 km von zu Hause entfernten Camp angekommen bin?

Dass sie ein Lebenszeichen an die Lieben schicken zu wollen, wird diesen Menschen allerdings regelhaft zum Vorwurf gemacht und als Beleg für die fehlende Hilfsbedürftigkeit gesehen. Mit Verlaub – das ist weltfremd und obendrein arschig! Als würde es eine Pflicht geben, sich vor einer Flucht in Lumpen zu hüllen und bloß alle Wertgegenstände zurück zu lassen – inklusive der einzigen Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu den Angehörigen in Form eines Telefons.“

Über unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel schreibt er: „In der aktuellen Situation müssen wir uns verdeutlichen, welchen Selbstanspruch wir an unsere Kultur haben. Natürlich könnten wir die Grenzen dicht machen und so tun als wäre Merkel an allem Elend dieser Welt schuld. Aber glaubt denn wirklich irgendwer damit wäre das Problem gelöst? Ich höre hier im Lager durchgehend weinende Kinder. Und ich weiß, dass sie dann halt vor unseren Grenzen weinen würden. Würden wir damit unsere Zivilisation retten? Nur weil wir es dann nicht mehr sehen und im Fernsehen einfach bequem umschalten können? Es zeugt schon von einer bemerkenswerten Moralvorstellung, wenn man auf fb das Elend eines gequälten Hundes anprangert und gleichzeitig sehenden Auges all diese Menschen vor unseren Grenzen krepieren lassen will – und wenn es nur durch Unterlassung ist. Ob das ein schützenswertes Abendland ist?

Natürlich müssen Lösungen vor Ort gefunden werden. Und natürlich können wir nicht die ganze Welt aufnehmen. Aber löst man einen Konflikt auf der Welt indem man gegen Flüchtlinge wettert und dumpf der Kanzlerin Verrat am Volk vorwirft? Sieht so die Rettung der Welt aus? Wo bleiben die wirklich konstruktiven Vorschläge und Initiativen der ach so besorgten Bürger?

Durch ihr „wir schaffen das“ hatte ich zum ersten Mal so was wie Respekt und Anerkennung für die Kanzlerin übrig. Weil sie ohne mit der Wimper zu zucken ihre politische Karriere riskiert hat, um eben jene Menschen nicht vor unseren Grenzen krepieren zu lassen und sie die enorme Herausforderung angenommen hat anstatt ihr übliches Teflonspiel des Aussitzens zu treiben. Und nie hat jemand behauptet, dass es eine leichte Herausforderung wäre. Und sind wir doch mal ehrlich: Wer von all den Hetzern ist denn WIRKLICH so arm, dass er befürchten muss durch die Flüchtlinge plötzlich weniger vom deutschen Wohlstandskuchen abzubekommen? Ist bisher WIRKLICH jemand deshalb ärmer geworden? Ist WIRKLICH jemand deshalb aus seiner Wohnung geflogen? Ist WIRKLICH jemand von einem bösen Asylanten aufgegessen worden? Und damit meine ich nicht denjenigen, der einen kennt, dessen Großcousine einen Nachbarn hat blabla.“

Zum Neid merkt er an, dass derzeit 62 Personen so viel Besitzen, wie die Hälfte der Erdbevölkerung und dass es diesbezüglich nicht annähernd die Empörung und den Futterneid, den man ja regelhaft gegen die ärmsten der Armen kultiviert findet.

Am Schluss berichtet er von einer jungen schwangeren Frau, die keine Kindsbewegungen mehr gespürt hat und sich sorgte, dass durch langes Treiben im Mittelmeer nachdem der Schleuserkutter gekentert ist auch ihr letztes Kind gestorben ist. Die beiden anderen Kinder dieser „Sozialschmarotzerin“ starben auf der Flucht im Meer weil sie keine Kraft mehr hatte.

Aylan Kurdi

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Quellen:

30.01.2016, Welt, FLÜCHTLINGSLAGER, „Nie so viel Elend und Verzweiflung gesehen“

30.01.2016, FAZ, Ein Flüchtlingsarzt berichtet, Eine Schwangere sorgt sich, dass sie ihr Kind verloren hat

29.01.2016, BILD, EMOTIONALER FACEBOOK-POST, Arzt schildert dramatische Lage in Erstaufnahmelager

29.01.2016, Stern, Facebook-Appell, Was ein Arzt in einem Flüchtlingslager erlebte

28.01.2016, Facebook, Raphaele Lindemann, Liebe Leute …. “

Zitat von folgender seite: http://nopegida.blogspot.de/2016/01/raphaele-lindemann-ein-arzt-berichtet.html?m=1

2. Eine Email von Präsident Obama, erhalten am 4.2.2016

Der Präsident der Vereinigten Staaten weist in einer Rede daraufhin, dass jeder Mensch verschiedene Rollen habe und dass er diese ständig nebeneinander lebe. Man müsse nicht eine Religion aufgeben, um Amerikaner zu sein. Jeder Glaube sei zu schützen in Amerika. Meine Anmerkung dazu: Diese Probleme haben also nicht nur wir in Deutschland, auch in Amerika muss man daraufhin weisen, dass Religionsfreiheit bestände und schützenswert sei. Es will wohl kaum einer von uns wieder mit einer Staatsreligion leben. Ein paar Auszüge:

“At a time when others are trying to divide us along lines of religion or sect, we have to reaffirm that most fundamental of truths—we are all God’s children, all born equal with inherent dignity. So often we focus on outward differences, we forget how much we share.”

“If we are serious about freedom of religion – and I’m speaking now to my fellow Christians who remain the majority in this country – we have to understand, that an attack on one faith is an attack on all our faiths. And when any religious group is targeted, we all have a responsibility to speak up. And we have to reject a politics that speaks to manipulate prejudice or bias, and targets people because of religion.”

“We can’t be bystanders to bigotry. And together, we’ve got to show that America truly protects all faiths”

“I want to speak directly to young people who may be listening. In our live, we all have many identities. We are sons and daughters, and brothers and sisters. We’re classmates; cub scout troop members. We’re followers of our faith. We’re citizens of our country. And today, there are voices in this world, particularly over the Internet, who are constantly claiming that you have to choose between your identities – as a Muslim, for example, or an American. Do not believe them. If you’re ever wondering wether you fit in here, let me say it as clearly as I can, as President of the United States: You fit in here – right here. You’re right where you belong. You’re part of America, too. You’re not Muslim or American. You’re Muslim and American.”

“We are one American family. We will rise and fall together. It won’t always be easy. There will be times where our worst impulses are given voice. But I believe that ultimately, our best voices will win out. And that gives me confidence and faith in the future.”

Quelle und die ganze Rede: https://www.whitehouse.gov/blog/2016/02/03/muslim-and-american-voices-white-house?utm_source=email&utm_medium=email&utm_content=email563-image1&utm_campaign=MosqueVisit

3. Zu dem Bild von Anhang Nr 1 weitere Hintergründe.

„Aylan Kurdi ist tot. Er wurde nur 3 Jahre alt. Sein Bruder Galip ist auch tot. Galip wurde nur 5 Jahre alt. Die Mutter Rehan ist tot. Nachdem zwölf Verwandte bei den Kämpfen gegen den IS umgekommen versuchen Vater Abdullah und Mutter Rehan im Jahr 2014 mit ihren beiden Kindern Aylan, 3, und Galip, 5, nach Kanada zu flüchten. Dort lebt Teema Kurdi, die Schwester des Vaters. Sie wanderte bereits vor 20 Jahren aus und wollte gemeinsam mit Bekannten als Sponsor für die Familie einspringen im Rahmen eines sogenannten G5-Antrags. Dieser verspricht Flüchtlingen ein Aufenthaltsrecht, wenn jemand finanziell für sie aufkommt.
Weil die Kurdis beim Flüchtlingshilfswerk UNHCR wegen fehlender Pässe nicht als Flüchtlinge registriert waren – und die türkische Regierung ihnen keine Ausreisevisa ausstellte wurde der Antrag jedoch abgelehnt. Deshalb stiegen die Eltern mit ihren Söhnen in eines von zwei Schlepperbooten die mit insgesamt 23 Flüchtlingen in Bodrum in Richtung der griechischen Insel Kos ablegten. Das Ziel war nun Deutschland.
2050 Dollar pro Kopf kassierten die Schleuser. Um mehr Personen unterzubringen wurden den Flüchtlingen die Schwimmwesten abgenommen. Die Boote kenterten wegen dem hohen Wellengang. Zwölf von 17 Menschen ertranken, darunter acht Kinder.“

Gab es Folgen dieser schrecklichen Begebenheit? Ja, das muss man sagen, es sind seitdem Dinge in Gang gekommen, die direkt mit dem kleinen Aylan zusammen hängen:

· „In der türkischen Hafenstadt Bodrum wurden von der Polizei vier Verdächtige aus Syrien festgenommen, die für den Tod der Flüchtlinge verantwortlich sein sollen. Der Krieg in der Heimat der Flüchtlinge geht jedoch weiter.“

· „In Kanada wird am 19. Oktober 2015 ein neues Parlament gewählt. Davor wird seit dem Bild des toten Aylan über fast nichts so engagiert diskutiert wie die Frage, ob das Land angemessen auf die Flüchtlingskrise reagiert. Laut Umfragen hält eine Mehrheit der Bevölkerung Stephen Harper (Ministerpräsident von Kanada) für kaltherzig.“

· „Seit der Wahl von Justin Trudeau (Premierminister von Kanada) im Herbst hat das Land etwa 6300 syrische Flüchtlinge aufgenommen. 5600 weitere haben bereits ein Visum. Bis Ende Februar 2016 will Kanada 25.000 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Bisher organisierte Kanada 26 Shuttle-Flüge, um ausreisewillige Menschen aus Lagern in der Türkei oder Libanon nach Kanada zu bringen. Im Moment landen jeden Tag in Toronto und Montréal zwei bis drei weitere Flüge.“

· „Mohammed Kurdi (Aylans Onkel) ist Ende Dezember mit seiner Ehefrau und den fünf Kindern in Kanada angekommen und wurden von Tima Kurdi (Aylans Tante) aufgenommen. Sie haben schon in Coquitlam nahe Vancouver einen Friseursalon eröffnet. Ohne privates Engagement hat das jedoch nicht. Freunde haben 5000 US-Dollar pro Person aufgebracht um die Familie nach Kanada zu bringen.“

· „Abdullah Kurdi (Der Vater des Kindes) geht nicht mit. Er möchte in Kobani bleiben, wo seine beiden Kinder und seine Frau am 4. 9. 2015 begraben wurden und hin und wieder nach Erbil fahren.
In Erbil wird eine wohltätige Stiftung mit dem Namen Aylan eröffnet. Sie soll sich speziell um Flüchtlingskinder, aber auch um andere Kinder Kurdistans, die kein Zuhause oder keine Eltern haben kümmern.
In Kobani wird mit Hilfe von Masud Barzani (Präsident der autonomen Kurdenregion (KRG)) in einem Monat mit dem Bau einer Schule und eines Krankenhauses begonnen. Beide sollen den Namen Aylan tragen. Damit soll den Einwohnern von Kobani geholfen werden, eine gute Ausbildung und medizinische Versorgung zu bekommen. Die finanziellen Mittel kommen von Nechirvan Barzani (Premierminister der KRG und Neffe des KRG-Präsidenten).“

· „Naguib Sawiris (Milliardär aus Ägypten) möchte vor Griechenland zwei Inseln kaufen. Eine davon möchte er „Aylan Island“ nennen. Auf den Inseln sollen 200.000 Flüchtlinge eine neue Heimat finden.“ Ob er das auch getan hat, weiß ich nicht.

· In Deutschland: „Berlin wehrt sich – Gemeinsam gegen Asylmissbrauch!“, eine Facebook-Gruppe mit 2000 Likes, schreibt: „Wir TRAUERN NICHT sondern wir FEIERN ES! Nur ein Flüchtling, ein Flüchtling ist zu wenig: Das Meer hat schon mehr Flüchtlinge geschluckt!“ 222 Facebooker teilten den Kommentar, 89 gefällt der Eintrag.
Während Facebook zunächst feststellt, dass in dem Posting keine Nackten zu sehen sind und deshalb schreibt: „Wir haben die von dir wegen Belästigung gemeldete Seite geprüft und festgestellt, dass sie nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt“ erstatten andere User Strafanzeige. Erst am nächsten Tag wird es entfernt. Die Facebookgruppe existiert jedoch weiterhin.
Auch die Polizei Berlin reagiert. Die Beamten schreiben: „Guten Abend Community, vielen Dank für Ihre zahlreichen Hinweise auf dieser Facebookseite. Unser Staatsschutz prüft derzeit weitere Ermittlungsschritte.“

· „Peter Huth (Chefredakteur der B.Z.) postet daraufhin am 4.9.2015 um 17:21 Uhr: „Ihr habt jetzt genau neun Minuten Zeit, diesen und alle anderen B.Z.-Links von Eurer Hohlkopf-Seite zu nehmen, um exakt 17.30 Uhr schicke ich Euch alles auf den Hals, was wir an Anwälten zu bieten haben und das sind auf jeden Fall mehr als ihr Gehirnzellen habt.“ Zunächst soll sich Facebook noch geweigert haben. In der Nacht gibt Huth bekannt, dass Facebook doch reagiert hat. In der Sonntagsausgabe bringt die B.Z. einen Leitartikel über „“Das asoziale Netzwerk“.“

· „Der Staatsschutz durchsucht am 5.9.2015 eine Wohnung in der Ludwigsfelder Straße in Berlin-Hellersdorf. Der 26-jährige Bewohner soll für die Verunglimpfung des Jungen auf Facebook verantwortlich sein. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft wurden ein Computer und zwei Mobiltelefone sichergestellt. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wurde der 26-Jährige entlassen, die Ermittlungen laufen jedoch weiter. Nach § 189 des Strafgesetzbuchs stehen darauf eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe. Er selbst versteckt sich jetzt. Seine Facebook-Seiten „Berlin wehrt sich“ und „Psychoprinz“ wurden gelöscht. Seinen Job bei der Zeitfirma Runtime, die ihn ab und zu offenbar an Hermes verliehen hat ist er los.“

Es sind seitdem weitere Boote gekentert und Menschen gestorben.

Quellen: 07.01.2016, taz, Syrische Flüchtlinge, Willkommenskultur auf kanadisch
17.12.2015, Welt, VATER VON AYLAN KURDI, „Wir wollten ein besseres Leben. Jetzt sind sie tot“
08.12.2015, Sueddeutsche, Flüchtlinge, Das Vermächtnis des Aylan Kurdi
03.12.2015, Tagesspiegel, Presserat über Bilder von toten Flüchtlingen, Foto von Aylan Kurdi ist „Dokument der Zeitgeschichte“

17.09.2015, FAZ, Flüchtlingsdebatte, Wie Aylan Kurdi Kanadas Wahlkampf bestimmt
17.09.2015, Tagesspiegel, Tante des toten Jungen, „Lasst den Tod von Alan nicht umsonst sein“
17.09.2015, Focus, Vor der Küste Griechenlands, Milliardär will Insel für Flüchtlinge kaufen – und sie nach totem Aylan benennen14.09.2015, Welt, FLÜCHTLINGSHETZE, Ein Hass-Post, der das Leben für immer verändert
13.09.2015, Spiegel, Flüchtlingsboot gekentert, Zehn tote Kinder vor griechischer Insel
11.09.2015, Stern, Ertrunkener Flüchtling, IS missbraucht Foto von Alan Kurdi für seine Propaganda
09.09.2015, Welt, AILANS VATER,“Ich wollte, dass meine Kinder wie Menschen behandelt werden“
07.09.2015, Stern, „Hoffentlich lebt er noch“, Jetzt spricht der Polizist, der den toten Flüchtlingsjungen fand
06.09.2015, Sueddeutsche, Aylan Kurdi, Polizei ermittelt wegen Hetze gegen toten Flüchtlingsjungen
05.09.2015, Stern, Nach Facebook-Gepöbel, Deutschlands miesester Hetzer: Endlich Hausbesuch vom Staatsschutz
05.09.2015, Focus, Wohnung in Berlin durchsucht, Polizei ermittelt nach Hass-Parolen zu Foto von totem Ailan
05.09.2015, Spiegel, Ertrunkener Flüchtlingsjunge, Hausdurchsuchung nach Hass-Kommentar zu Alan Kurdi
04.09.2015, Welt, FACEBOOK, Entsetzen nach Hass-Posting über toten Flüchtlingsjungen
04.09.2015, Tagesschau, Aylans Vater bei Beisetzung in Kobane, Ertrunkener Flüchtlingsjunge beerdigt
04.09.2015, Tagesspiegel, Toter syrischer Junge, Familie von Ailan wollte offenbar nach Deutschland
04.09.2015, Zeit, MITTELMEER, „Das ist eben die Realität“
04.09.2015, Stuttgarter-Nachrichten, Kurden-Sprecher zum Tod des Flüchtlingsjungen, Aylan wird in Kobane beigesetzt
04.09.2015, Stuttgarter-Zeitung, Kurden-Sprecher zum Tod des Flüchtlingsjungen, Aylan wird in Kobane beigesetzt
03.09.2015, Stuttgarter-Nachrichten, Auf der Flucht ertrunken, Warum wir nicht wegsehen dürfen
03.09.2015, Tagesspiegel, Die Not der Flüchtlinge, Warum uns dieses Bild nicht loslässt
03.09.2015, Stern, Vater von ertrunkenem Flüchtlingskind spricht, „Die ganze Welt soll es sehen!“
03.09.2015, Welt, TOTER FLÜCHTLINGSJUNGE, Sein Vater will nicht mehr nach Kanada, er will nach Kobani
03.09.2015, Zeit, MITTELMEER, Mit Wucht durch den Wahrnehmungspanzer
03.09.2015, FAZ, Türkei, Festnahmen nach Tod des Flüchtlingsjungen
03.09.2015, FAZ, Toter Flüchtlingsjunge, Die traurige Geschichte des Aylan Kurdi
03.09.2015, Focus, Sie kenterten vor Bodrum„Mein Sohn starb in den Wellen“, Vater des toten Jungen spricht über Flucht-Drama
03.09.2015, Spiegel, Ertrunkener Flüchtlingsjunge, Aylan soll in Kobane beerdigt werden
03.09.2015, Spiegel, Bild des toten Aylan Kurdi, „Solche Bilder brennen sich in die Netzhaut ein“
03.09.2015, Sueddeutsche, Flüchtlinge, Aylan Kurdi, drei Jahre alt, ertrunken im Mittelmeer
03.09.2015, Tagesschau, Ein Foto erschüttert Europa, Der Schrei des toten Jungen
03.09.2015, Focus, Seine Familie wollte nach Kanada, Foto des dreijährigen Aylan wird zum tragischen Symbol der Flüchtlingskrise
03.09.2015, Welt, FLÜCHTLINGE, Die ertrunkenen Kinder, denen niemand helfen wollte
03.09.2015, Spiegel, Toter Flüchtlingsjunge, Das kurze Leben des Aylan Kurdi
03.09.2015, Stuttgarter-Zeitung, Ertrunkenes Flüchtlingskind, So reagiert das Netz auf das tote Kind
03.09.2015, Tagesspiegel, Flüchtlings-Drama, Diskussion um Foto eines toten syrischen Jungen in der „Bild“
03.09.2015, Zeit, MITTELMEER, Foto eines toten Jungen wird zum Symbol der Flüchtlingskrise
03.09.2015, FAZ, An den Strand gespült, Ein Kinderschicksal erschüttert die Welt
03.09.2015, Spiegel, Foto von ertrunkenem Flüchtlingsjungen, Ein Bild, eine Botschaft
http://nopegida.blogspot.de/2015/09/ein-syrisches-fluchtlingskind-tot-einem.html hier wurde auch die beeindruckende Recherche zusammen gestellt. Die Ursprungsseite heißt „Überhaupt Gar Nix“

4. Stuttgart, hoher Ausländeranteil, noch höherer Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund – sehr geringe Kriminalität

Das ist vielleicht auch gut gegen unfruchtbare Ängste: Wer auf die Broschüre der Stadt Stuttgart schaut, entdeckt, dass schon im Jahr 2011 in Stuttgart die Ausländer einen Anteil von 21,8% an der Gesamtbevölkerung einnehmen, die Menschen mit Migrationshintergrund (die Eltern oder Großeltern waren noch Ausländer) hatten sogar einen Anteil von 39,9 an der Gesamtbevölkerungszahl (bei Kindern unter 5 ist der Anteil noch höher). Nur Frankfurt hat in Deutschland einen höheren Ausländeranteil und dies erst seit ein paar Jahren. Jahrelang lag Stuttgart prozentual an der Spitze in Deutschland, weil seit 1950 Anwerbeverträge bestanden. Die Kriminalität liegt aber weit hinter ähnlich großen Städten zurück, im Vergleich zu Frankfurt, welches ich eben genannt hatte: Frankfurt hat etwas mehr Einwohner als Stuttgart (ungefähr ein Siebtel mehr), aber es gibt dort eine doppelt so hohe Kriminalität.

Quellen: „Stuttgarter Einwohnerdaten“, Stand Juli 2012 (nach dem Zensus).

Lindemann, Utz, Ausländer in Stuttgart 1955 bis 2005, Zum 50. Jahrestag des Beginns der Anwerbung Ausländischer Arbeitnehmer.

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2013/PKS2012.html , s.22.

5. Noch einmal zu den Kosten:

Graphik

a.) Hier eine grafische Darstellung der Kosten für Flüchtlinge, die nach Deutschland flüchten gegenüber den Kosten der Steuerflüchtlinge, die aus Deutschland flüchten

b.) Ein Nebeneinanderstellen der Anzahl der Menschengruppen, die Grundsicherung erhalten: „WIESBADEN – Zum Jahresende 2014 erhielten in Deutschland rund 7,55 Millionen Menschen und damit 9,3 % der Bevölkerung soziale Mindestsicherungsleistungen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen damit sowohl die Anzahl als auch der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger an der Gesamtbevölkerung gegenüber dem Vorjahr (7,38 Millionen oder 9,1 %) leicht an. Im Jahr 2012 hatte die Zahl der Empfänger/-innen von Transferleistungen bei 7,25 Millionen Menschen (oder 9,0 %) gelegen.“

„Die Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II stellten weiterhin die größte Gruppe von Empfängern sozialer Mindestsicherungsleistungen. Ende Dezember 2014 betrug deren Anzahl 6,03 Millionen. Die Anzahl der Berechtigten von Mindestsicherungsleistungen im Rahmen der Sozialhilfe nach dem SGB XII („Hilfe zum Lebensunterhalt“ und „Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung“) lag bei 1,14 Millionen.“ Die dritte Gruppe der Leistungsberechtigten erhielten Regelleistungen nach dem Asyberwerberleistungsgesetz. „Ende 2014 lag deren Zahl bei 362 900.“

c.) Es gibt Regelsätze zur Grundsicherung. Wenn ein Mensch nicht in der Verfassung ist, für sich selbst zu sorgen, springt der Staat ein. Ein Alleinstehender, also mit eigenem Hausstand, erhält seit Ende des Jahres 2015 knapp über 400€ und dazu Wohngeld und Zuschüsse für Warmwasser und Heizung etc.

Ein Flüchtling erhält nicht die Grundsicherung eines Haushaltsvorstandes, sondern die eines Haushaltsmitgliedes. Das Geld für Wohnung etc geht an den Wohnungsgeber direkt. Erhält der Flüchtling auf irgendeine Weise Speisung, Kleidung etc. wird ihm diese Zuwendung von der monatlichen Grundsicherung abgezogen. Für Kleidung und anderes gibt es teilweise Wertmarken.

Seit einem Urteil von 2012 gilt folgendes: „Das geänderte Gesetz sieht für Alleinstehende außerhalb von Aufnahmeeinrichtungen einen notwendigen Bedarf von 212 Euro und einen Bargeldbedarf von 140 Euro monatlich vor.“ „Nach wie vor entscheiden die Länder und Kommunen, in welcher Form die Leistungen an die Flüchtlinge ausgegeben werden.“

Quellen:

http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fi.huffpost.com%2Fgen%2F3430286%2Fthumbs%2Fo-GRAFIK-570.jpg%253F6&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.huffingtonpost.de%2F2015%2F09%2F17%2Fschmarotzende-fluechtlinge-kosten-deutschland-milliarden_n_8150742.html&h=379&w=570&tbnid=xdZ0EwD_Q8nz8M%3A&docid=2jR-LQWan1Y_1M&ei=XAa1Vv2mOIWa6AS9xbiADQ&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=6803&page=1&start=0&ndsp=23&ved=0ahUKEwj9xN3Cu-HKAhUFDZoKHb0iDtAQrQMILTAE

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/12/PD15_444_228.html

http://sozialeleistungen.de/staatliche-fF6rderungen/grundsicherung.php

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/08/2014-08-27-asylbewerberleistungsgesetz-kabinett.html

6. Die Polizeiarbeit wird behindert durch falsche Anzeigen.

Es werden leider Aussagen und Anzeigen gegenüber anderen Menschen gemacht, so auch gegenüber Flüchtlingen, die falsch oder ganz erlogen sind. Hierzu gibt es sehr viel Text, das kopiere ich nicht alles hierher, sondern gebe Euch ein paar Links weiter. Inzwischen ergaben sich dadurch aber auch rechtliche Schritte gegen solcherlei Falschaussagen, wie zum Beispiel bei einem Fall in Holzkirchen, wo die Polizei gegen die Frau, die sich eine Geschichte ausgedacht hatte, wegen Vortäuschung einer Straftat und Freiheitsberaubung ermittelt.

Quellen:

http://www.huffingtonpost.de/2016/01/29/story_n_9116048.html

http://nopegida.blogspot.de/2016/01/die-vergewaltigungen-von-koln-silvester.html

7. Eine Erinnerung an die Hetzjagd auf einen 17 Jährigen in Emden, der damals fälschlicherweise für einen Straftäter gehalten wurde.

Ich möchte daran erinnern, wie sehr sich auch in dem damaligen Fall in Emden „besorgte Bürger“ durch eine Facebook Kampagne, zu einer Lynchjustiz hinreißen ließen. Auch hier wurde ein Unschuldiger vorschnell vorverurteilt. Seine Unschuld ist geklärt. Welche Auswirkungen diese Verdächtigungen und fälschlichen Angriffe auf sein Leben haben, steht nicht in den Berichten.

Quellen: http://www.staatsanwaltschaften.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=22906&article_id=105834&_psmand=165

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/18-jaehriger-bereut-lynchaufruf-im-emder-mordfall-a-827003.html

 

Cornelia Cornels-Selke

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