Morgen / 25.3.2022

Foto: fff_Hamburg, März 22

 

Dieser Rundbrief ging an meine Rundbriefempänger am 24.3.2022, hier ist er nachträglich eingestellt.Wenn Sie gerne meine Rundbriefe erhalten möchten, dann schreiben Sie bitte eine Email mit dem Titel: Ich möchte die Rundbriefe erhalten.

Danke! CCS

 

Ob ich mit meinen bisherigen Worten oder Prognosen richtiglag oder daneben, auch ich muss mir hier und jetzt meinen Weg suchen, mich neu orientieren, neu schauen: Was ist stimmig, wo setze ich meinen nächsten Schritt, wie stehe ich zu dem oder dem? Genauso wie alle anderen muss ich irgendwo zwischen Realitätsflucht und Nachrichtensucht meine Informationen finden.

Der Blick in die weite Welt tut weh, aber informieren müssen wir uns, Bildung und Weiterbildung sorgen dafür, dass wir nicht einfach anderen hinterherlaufen.

Um das auszuhalten, ist es nicht nur erlaubt, sondern bitter nötig, sich Auszeiten zu nehmen und in die nahe Umwelt/Mitwelt zu gehen, sie zu genießen und uns zu erbauen. Meist haben wir diese andere Welt, die Natur, die gerade im Frühling ist, ganz in unserer Nähe, wir müssen vielleicht nur einmal hinaus. Sie befreit uns von dem surrenden Kopf, gibt unserer Seele einen Schutzraum, tröstet, heilt und nährt uns. Sind wir zu weit oben, also aufgeregt, dann bringt sie uns runter und zur Ruhe. Sind wir zu weit unten, also deprimiert, dann hebt sie uns an und belebt. Nicht umsonst ist um jedes Kurhaus herum ein Park. Die Natur wird gebraucht für unsere Gesundheit und Stabilität. Hoffentlich könnt Ihr Euch das gönnen.

Natürlich müssen wir uns dann wieder unseren Aufgaben stellen, aber wir haben dann mehr Kraft dafür und die brauchen wir, wer weiß wie sehr und wie lange.

„Ich habe nach wie vor das Gefühl, wir könnten etwas an unserer Transformation arbeiten und versuchen, etwas Gutes aus dieser ganzen Situation zu machen und vielleicht eine klitzekleine Drehung vor einem weiteren Vorangehen vollziehen.“ (Buchholz, den 12.05.2020). Das schrieb ich und es scheint immer noch, bzw. immer stärker, der Fall zu sein. Und auch das finden wir in Mußestunden in natürlicher Umgebung: Besinnung. Auf uns selbst, auf das Wichtige im Leben, auf unsere Möglichkeiten, daran mitzuhelfen.

Denn ich bin kaum fatalistisch, viele Probleme sind menschengemacht, ich glaube also, dass wir auch etwas zu ihrer Lösung beitragen können.

Foto: fff_Hamburg, März 22

Vielfach wird ja jetzt an die Johannesoffenbarung im Neuen Testament (Offb 6,1–8) erinnert, also quasi an den Weltuntergang. „Prof. Dr. Nils Neumann vom Institut für Theologie an der Leibniz-Universität in Hannover sagt dazu: „Parallelen zwischen der Ankunft der apokalyptischen Reiter in der Bibel und den heutigen Ereignissen zu sehen, liegt nahe.“ Ihm zufolge ist es aber problematisch, die Aussage des Textes aus dem antiken Zusammenhang zu reißen und sie eins zu eins auf die Gegenwart zu übertragen. „Eine tragfähige Interpretation des Textes sollte meines Erachtens anerkennen, dass die Schrift mit antiken Mitteln auf antike Herausforderungen reagiert“, sagt er. „Den Text als antiken Text anzuerkennen, befreit uns von dem Druck, heutige Personen als Akteure des Bösen oder Ereignisse als apokalyptische Geschehnisse deuten zu müssen.“

Die Botschaft der Johannesoffenbarung, sich nicht auf die Seite des Bösen ziehen zu lassen, könne jedoch auch heute dazu anregen, sich selbst zu fragen, inwiefern man inkonsequent ist und von bösen Strukturen profitiert. „Sollten wir das an uns bemerken, kann die Johannesoffenbarung uns einen dringenden Anlass geben, uns zu ändern.“ (Zitat: https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2022/03/wer-waren-die-reiter-der-apokalypse?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE , 23.03.22.)

Da gebe ich ihm Recht. Wenn wir vielleicht im Großen auch nicht viel ändern können, um uns herum ist unser Handeln jedenfalls entscheidend. Und unsere Haltung.

Angesichts des Todes, der Endlichkeit unseres Lebens, angesichts eines Krieges, angesichts der traurigen Bedrohung der Natur durch menschliches Handeln (von der ich eben noch schrieb, wie gut sie uns doch tut), fragen wir uns, was im Leben wichtig ist. Ist es Profitmaximierung? Ist es Selbstoptimierung? Oder haben wir nun neue Antworten?

Ich selbst würde sehr, sehr gerne etwas zur Hoffnung beitragen und den Glauben an das Gute stärken. Also möchte ich auch etwas dafür tun. Und es hilft mir, dies nicht alleine tun zu müssen.

„Wenn es glatteist, gehen die Menschen Arm in Arm.“

Jean Paul

Foto: fff_Hamburg, März 22

Ich selbst werde also morgen nach Hamburg zu einer der vielen, weltweiten Fridays for Future Demos gehen und spüren, dass ich nicht alleine bin, sondern dass es viele, viele, viele gibt, die ebenfalls Natur, Tiere, Erde und Himmel und so auch das Klima schützen, die Klimagerechtigkeit und den Frieden fördern wollen.

Wir tun dort einander wohl und verdeutlichen eine Haltung für das Leben auf Erden und seinen Fortbestand. Das ist schon eine gute Verknüpfung. Und gibt mir auch neue Ideen dafür, was dann wieder mein nächster Schritt sein könnte.

Vielleicht dient es auch Euch?

Ich wünsche sehr, dass wir 1. So heile wie möglich durch diese Zeit kommen und dabei 2. Um uns herum Wärme und Freundlichkeit verschenken können.

Hoffnungsvoll

Eure Cornelia

Quelle, siehe Bild, Sep.21