Wenn der Mensch ruht, freut sich die Erde

Heute ist Frühlingsanfang und wir haben eine veränderte Welt, – seit ein paar Tagen gewissermaßen, aber doch schon umfassend wie nie und kaum mit dem Frühling zu erklären.

Natürlich, seit Januar bereits ist ein neuartiger Virus in der Welt, aber erst seit ein paar Tagen richten wir uns darauf ein. Und wenn das alle Menschen tun, dann ist die Welt eben tatsächlich verändert (lassen wir mal kurz die außer Acht, die noch meinen, sich um nichts und niemanden kümmern zu müssen).

  • Im 3. Teil des Rundbriefes mit der Klimarecherche hatte ich geschrieben: „… in Davos 2020 sagte Angela Merkel, wir bräuchten eine Transformation! Das ist der richtige Ausdruck – Transformation. Höher, schneller, besser, weiter, ich bin der Beste, ich hole mir schnell noch alles, bevor Du es Dir holst, das ist ALTE WELT. Miteinander, zufrieden, im Frieden leben, das ist das NEUE. Und wir alle hätten gut davon.“[1]
  • Im letzten Rundbrief schrieb ich dann: „Zwischen-Fazit: Damit die Kurve der akuten Krankheitsfälle und damit der Zustand in Deutschlands Krankenhäusern etwas weniger dramatisch ausfällt und auch unsere Eltern und Großeltern heile durchkommen, halten wir, die wir das können, Ruhe, alleine oder einfach in kleiner Familie, zu Hause. Es tut uns sicherlich allen einmal gut. Bedenkt mal, diejenigen, die sich am meisten im Beruf verausgaben und dadurch schwächen, am meisten Raubbau am eigenen Körper betrieben haben, sind durchaus auch besonders gefährdet. Da kann etwas mehr Ruhe schon die Abwehr stärken und ist auf jeden Fall sehr erholsam.“
  • Und heute schon können wir erkennen, wie sehr sich die Ruhe der Menschen positiv auf die Natur auswirkt. Das Klima in China, Delfine und Fische in Italien…

Wenn der Mensch ruht, freut sich die Erde, so könnte man sagen.

Moment! Hatten wir nicht immer gelernt, dass wir, nur, wenn wir fleißig sind, „gute“ Menschen sind? Je fleißiger, umso besser? „Müßiggang ist aller Laster Anfang“ –  „Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ – „ Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute“ .

Und nun müssen – dürfen – wir erkennen, dass dies ein Irrweg war. Soviel Produktivität schadet sowohl uns und unserer Gesundheit, wie auch unserer Mitwelt und deren Gesundheit.

Guckt mal diese Grafik, ein Screenshot aus dem Vortrag von Prof. Dr. Austmann beim Klimaforum in Buchholz am 9.3.2020[2] (den ich allerdings zur Verdeutlichung bearbeitet habe). Er zeigt zwei Kurven in einer Grafik:

  1. wie die Ressourcen der Welt abnehmen
  2. wie menschengemachtes Wachstum zunimmt.

Und da bekommt dieses „Flatten the Curve“ (verflacht/mildert die Kurve), was wir gerade als Hausaufgabe für Covid-19 gestellt bekommen,[3]

 

nebenbei eine andere, genauso weltumfangende Aussage.

Also lasst uns das Burn-Out begraben und die Natur wieder beleben, indem wir endlich, wirklich erlaubt, Ruhe halten, eine Transformation gelingen lassen, die, wie Matthias Horx beschreibt,[4] uns im Herbst eine neue, veränderte, friedlichere Welt erleben lässt.

Nie war es so einfach.

Großen Segen möge uns das alles bringen!

Cornelia Cornels-Selke

 

[1] Zitat: Cornels-Selke,C., Klima-Eine Recherche, Buchholz, 2020, S.24.

[2] Vgl.: https://www.youtube.com/watch?time_continue=8&v=h7Tu_RLZ8t0&feature=emb_logo , oder hier:  https://buchholzconnect.de/klimaforum/ , 20,03,2020, Minute 44:20 beginnt sein Vortrag, davor geht es um die spezielle Buchholzer Situation.

[3] Quelle:  https://twistedsifter.com/2020/03/flatten-the-curve/ , 20.03.2020.

[4] Vgl.:  https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/ , 20.03.2020.