Gestern, heute und morgen.

 

Das muss man sich mal vorstellen: Da ist ein junger Mann, – und was er macht, ist einfach herausragend. Es ist außergewöhnlich und so beeindruckend, und, ja, auch wirklich gut. Im Prinzip so gut, dass man es kaum glauben kann. Was er tut, tut er nicht, um ein Star zu sein, also berühmt und „toll“ zu sein. Er ist tatsächlich willens, Gutes zu tun. Auch anderen zu helfen, sie zu unterstützen, denn es mangelt nicht an Menschen rings um ihn herum, die etwas von ihm wollen (Freunde wie Fremde gleichermaßen) und er macht es ihnen nicht nur recht, er gibt bei jedem sein Bestes. Kaum hat er Zeit für sich selbst. Doch arbeitet er nicht nur, um es anderen recht zu machen, nein, er sieht tatsächlich seinen Lebenssinn darin. Was er tut, tut er auch, weil es ihm wichtig ist. Diejenigen, denen er dies und das ermöglicht hat, die ziehen entweder zufrieden davon oder suchen nun weiter seine Nähe, um auch weiterhin in den Genuss seiner Möglichkeiten zu kommen. Sie gewöhnen sich an sein Tun und Handeln. Wenn er mal nicht gleich zur Stelle ist, um Ruhe in eine Sache zu bringen, machen sie ihm Vorwürfe.

Es gibt auch Neider, die seine Arbeit und seine Art und Weise mit Misstrauen oder Abgunst betrachten. Sie legen ihm Stolpersteine in den Weg, fordern heraus, dass er sich immer neuen Prüfungen unterziehen muss. „Auch das noch“, möchte man sagen. Er weicht diesen Angriffen nicht aus und stellt sich diesen Herausforderungen und Prüfungen immer wieder. Und er besteht sie ja. Dennoch muss er sich immerzu wieder Vorwürfe gefallen lassen. Es gibt keine Ruhe für ihn.

Er tut wirklich sein Bestes und überschreitet das Maß, was man normalen Menschen zutrauen würde. Er setzt sich für seine Leute ein, aber es passiert immer wieder, dass er feststellen muss, dass sie ihn nicht wirklich vertreten und für ihn einstehen. Eigentlich kann er voraussagen, dass sie ihn im Ernstfall im Stich lassen. Trotzdem bleibt er loyal und unterstützt sie weiterhin.

Doch es ist nie gut genug!

Es ist nie gut genug…

Die Geschichte endet vorerst damit, dass er vor Gericht gestellt wird, wegen dubioser Vorwürfe und tatsächlich auch verurteilt wird.

 

Das müssten wir doch alle irgendwie nachvollziehen können, oder? Kennen wir das nicht auch? Ja – vielleicht geben wir nicht immerzu nur unser Bestes, wir lassen mal das eine oder andere liegen. Aber eigentlich, doch, sind wir bemüht, es gut zu machen. Sind wir willens, es für andere so zu gestalten, dass sie sehr zufrieden sind. Sind wir bemüht, unsere Verpflichtungen zu erfüllen. Wollen wir dem eigenen Leben auch einen Sinn geben und wollen deshalb zusätzlich zu dem Verlangten auch eigene Ideen möglichst gut umsetzen. Wollen wir gute Menschen sein.

Doch jeder von uns hat wohl schon erlebt, dass es nicht reicht. Es ist nie wirklich gut genug. Werden wir den Dingen gerecht, sind plötzlich die Anforderungen höher. Schaffen wir dies auch, wird noch mehr verlangt. Man denke nur an das Wachstum (z.B. in der Wirtschaft), das sich jedes Jahr steigern muss…

Und immer wieder erlebt man, dass man gerade von denen, für die man sich einsetzt, im Stich gelassen wird. Dass sie nicht Partei für uns ergreifen, obwohl sie doch wissen müssten, wie man sich verhalten hat. Oder dass sie einen vor anderen sogar in die Pfanne hauen und als blöd darstellen. Um selbst gut da zu stehen oder auch nur, „um sich raus zu halten“.

Dadurch, dass man es jetzt noch einmal besser macht als vorher, ändert sich nichts an der Situation.

Wer wollte da nicht ab und zu die Flinte ins Korn werfen.

 

In Ansätzen kennen wir sie also, die Karfreitagssituation. Und die Gefühle dazu… Es tut weh, wir spüren diesen Dolch auch körperlich und es gibt irgendwie keinen sichtbaren Ausweg.

Weiter, immer weiter machen, hat schon so manchen ins Burn Out geführt – oder sonst wo hin.

Heere Ideale ziehen uns dort auch nicht heraus.

Wie bleiben wir reflektierend und sensibel, aber werden doch nicht verletzt? Was ist so stark, dass es uns hier beschützen kann? Was ist so echt, dass es uns in so einem Falle wieder glauben und vertrauen lässt? Wie bleiben wir echt? Und ehrlich? Und sicher?

 

Damals endete die Geschichte schrecklich und irgendwie dann doch gut. Es musste so schlimm kommen (bis zum Tod und ins Grab!), damit Auferstehung möglich war, – damit die Menschen „kapierten“.

Muss es immer erst so schlimm kommen, damit wir kapieren, dass wir hier und heute anders mit uns, mit dem Anderen, auch mit den anderen Geschöpfen, der Natur, der Erde anders umgehen müssen?

 

Lasst uns doch mal diese Tage auch zur Ruhe nutzen, um zu unserer ganz persönlichen Lösung zu kommen. Um am Montag dann sensibler im Umgang mit anderen (denn wir wissen ja, wie es sich für uns selbst anfühlt, wenn andere uns und unsere Werke missachten), aber auch mit neuen Ideen und neuer Sicherheit, was unseren Weg, unser Tun und unser Sein betrifft, in die Sommerzeit zu starten.

Wie können wir andere stärken, wieder stärken, nachdem wir sie verletzt haben, sie geringschätzig behandelt haben?

Was stärkt uns selbst? Was hat sich darin schon bewährt?

 

Ich wünsche Euch, dass Ihr Euch am Ostersamstag und Ostersonntag selbst stärken könnt und Eure Kraftquelle (wieder) findet. Dass Ihr ab Ostermontag (wieder /weiter) gute Wege findet, mit Euch selbst und mit Anderen gut umzugehen.

 

Danke!

Cornelia Cornels-Selke

 

 

 

So geht’s wieder bergauf.

Art 1art2art3

Drei Arten Winter

 

Liebe Freunde

Ich habe mal wieder meine Sammlung aus Rundbriefen angesehen und einige entdeckt, die eigentlich auch heute passen würden. Einer zum Beispiel beschäftigte sich vor Jahren mit der „Schweinegrippe“ und ihren Folgen. In den Zeitungen und im Netz grassierten damals die unterschiedlichsten Meinungen und Gegenmeinungen, mit der Zeit immer radikaler werdend.

Auch damals gab es etwas Schlimmeres als die Grippe selbst, denn davon wurden weit mehr angesteckt als von ihr, und ich schrieb über die deutsche Angst, die sich so gerne den Weg bahnt und alle in den Bann ziehen möchte.

„Hinz und Kunz“ schrieb neulich etwas von einem „Deutschen Reflex“, das klang in mir nach und ich glaube, dass dieser deutsche Reflex, wenn es ihn denn gibt, dann die Angst ist.

Man hat Versuche gemacht, um herauszufinden, ob ein Mensch den Geruch von Angstschweiß unterscheiden kann von dem Geruch des Sportschweißes. Und auf eine gewisse Weise konnte er dies schon, nur nicht bewusst: Er konnte zwar nicht sagen, welcher Geruch zu welchem Schweiß gehörte, aber er reagierte auf Angstschweiß mit Angst.

Und schon hatte sich die Angst weiter ausgebreitet – ohne einen für den nun-Ängstlichen ersichtlichen Grund.

Und diese Angst, dieses Überschwemmen des Systems durch ein archaisches … Gefühl möchte ich gar nicht sagen, eher durch einen archaischen Instinkt, denn wir befinden uns hier auf der Stufe der Tiere, gebiert leider Weiteres, nämlich Abwehrverhalten, Misstrauen, Abschottung, Feindschaft, Eifersucht und Neid, sogar Wut und Hass (Wir kennen das Ducken, das Flüchten und das aus-Angst-Beißen). Und dies alles ist leider, genau wie die Angst selbst, ebenfalls ansteckend und zieht andere mit sich (meine Mutter sagte früher dazu: „Ein faules Äpfelchen steckt ein anderes an.“).

Ich selbst meinte neulich einmal zu jemandem „Nur wer Angst hat, muss Angst haben“, das war dann vielleicht doch etwas kurz und so kommt dieses Thema also auch in diesen Rundbrief.

Das Wort „Angst“ ist nicht umsonst dem Wort „Angina“ so ähnlich, denn sie haben eine Verwandtschaft. Das Wort Angina heißt „Enge“ und es ist bekannt als Halsenge, z.B. bei einer Grippe, oder (bei der Angina pectoris) als Herzenge. Und genauso macht die Angst uns eng. Sie macht uns klein und unfähig, wir kauern förmlich geduckt in der Ecke, sie beraubt uns unserer erworbenen menschlichen Fähigkeiten – und macht uns manipulierbar.

Nicht umsonst wurde (und wird leider immer noch) gerne mithilfe der Angst erzogen und formbar gemacht. Ich bitte Euch deshalb, Euch VOR JEGLICHER ANGST fern zu halten!

Doch leider schauen wir gebannt auf sich brauende Wolken und auch auf Schreckensmeldungen in den Zeitungen. Wir wissen, dass diese vielfach falsch sind. Wir kaufen sie trotzdem. Deshalb landet alles Schreckliche auf dem Titelblatt und die guten Meldungen erst auf Seite 12. Weil wir das kaufen. Wir sehen Filme mit Gewalt und Horror. Ist es „hipp“ sich zu gruseln?

Warum eigentlich, wenn wir uns doch so gar nicht wohlfühlen mit der Angst? Woher kommt diese Leidenslust? Wir lassen uns anscheinend gerne bannen…

Flug über den Wolken

Rationales Denken könnte eventuell dagegen helfen, also Fakten. Dann wären wir zumindest wieder auf der Stufe eines denkenden Menschens. Mitgefühl könnte helfen, dann hätten wir es schon wieder auf die Herzensebene geschafft.

Sehr schön und viel Geschriebenes gibt es dazu im Wirtschaftsteil der „ZEIT“ Nr.5 vom 28.1.16, S.19ff. (Die Überschrift heißt im Gegensatz zu den aktuell oft genannten Kosten für Flüchtlinge: „Was kostet die Angst“. Zu Kosten siehe auch am Ende des Rundbriefes im Anhang)

Aber für Fakten scheint der Kopf nicht frei zu sein in diesem Zustand. Er ist voll von der Angst, Aufregung und den Ausgeburten. Und er ist eben nicht mehr frei und offen für all die guten Dinge und Gaben, die uns umgeben, bereits da sind oder zu uns wollen. Wir sehen das alles nicht mehr und wir können uns nicht mehr daran laben, alles Gute ist für uns verloren, wenn wir auf das Beängstigende schauen und daran festhalten.

Aber – selbst in diesem Zustand – wir sind keine Tiere. Wir können den Kopf wieder erheben. Wir sollten uns selbst anschauen, statt auf die anderen (links, rechts, oben, unten) und was da herkommen könnte. Wir schauen bei uns auf das, was unser Leben ausmacht. Auf das, was schon gut ist und auf das wo wir, wirklich real, etwas verbessern können. Wir schauen auf das, was wir sofort bei uns selbst tun können für eine Verbesserung. Und wir handeln in diese Richtung! – Damit wird sicherlich eher etwas gut in unserem Leben, als auf andere zeigend in Instinkte zu versinken. Wir wissen inzwischen, dass derjenige, der immerzu auf das Schlechte schaut, immerzu nur Schlechtes sehen wird. Das Gute wird den Weg nicht zu ihm finden, vielleicht in seine Umgebung, aber nicht in sein Hirn.

Eine ältere Vertraute und regelmäßige Vertretung meiner Mutter, Frau Christa Dorn, sagte einmal zu mir, dass sie in Jugendjahren vielfach mit einer Verwandten zu tun gehabt hätte, die in einem fort lamentierte, über dies und das und über alles im Allgemeinen. Und die junge Christa beobachtete dies, die Frau, sah, wie sie schimpfte, sah, wie sie aussah, wie sie sich bewegte und fand für sich selbst heraus: „Ich will mich nie beklagen, ich will anders leben“. Und jetzt in gehobenem Alter sagte sie zu mir: „Diese Entscheidung war mein eigener Segen. Ich hatte nichts zum Beklagen, mein Leben entwickelte sich zum Besten.“

Unsere Entscheidung ist entscheidend!

„Drehe Dich zur Sonne, dann fallen alle Schatten hinter Dich“, den Satz haben wir sicherlich alle schon einmal gehört. Ich meine, wir könnten jetzt auch mal wieder in Richtung Sonne losgehen, ins Licht bewusst hineingehen, dann wird es garantiert heller.

Flug in die Morgendämmerung1.Flug in die Morgendämmerung2.Flug in die Morgendämmerung3.

Flug in die Morgendämmerung

Dr. Wayne Dyner berichtete über sein Leben, dass er mit 34, dick, in schlechter Beziehung, erfolglos als Schreiber, alkoholabhängig und in jeder Hinsicht in schlechter Verfassung an das Grab seines Vaters fuhr. Dieser hatte die Familie damals, als der kleine Wayne frisch geboren mit seiner Mutter nach Hause kam, verlassen. Und sein Leben lang hatte Wayne von den Verbrechen seines Vaters gehört und dazu auch das, was seine Mutter noch alles erzählte. Wieder und wieder erlebte er die Verlassenheitsängste, den Verlust, die Existenzängste der Mutter und die Wut, ja den Hass und die Verachtung für seinen Vater. Stetig war dies gewachsen. Und nun stand er am Grab seines Vaters und fluchte und schimpfte und schrie. Am liebsten hätte er dem Grab etwas angetan. Als er endlich wieder im Wagen saß, merkte er, dass er noch einmal zu dem Grab hinmusste und stieg wieder aus, ging wieder dorthin und konnte diesmal seinen Frieden machen und sagen „ich will auch das allerkleinste Bisschen dieser ganzen schlechten Gefühle jetzt loslassen. Ich will dass meine Zellen frei davon sind.“

Und er fuhr von dort fort und flog nach Fort Lauterdale, fuhr direkt in ein Motel, wo er vierzehn Tage verbrachte und er schrieb und schrieb und schrieb, bis er von vorne bis hinten ein Buch fertig hatte, innerhalb dieser vierzehn Tage, welches der Nr1 Bestseller annähernd für die nächsten kommenden zehn Jahre wurde. Und sein Leben wandelte sich. Sofort und mehr und mehr. Er fand eine gute, liebevolle Beziehung, er wurde schlank, er ließ vom Alkohol ab, er wurde fit, er war ein erfolgreicher Schriftsteller, vor allem war er frei von den schlimmen Gefühlen in sich und hatte eine ganz andere Lebensqualität.

Dies ist von mir ein weiteres Beispiel dafür, dass, wenn wir das Schlimme und Schlechte – und die Angst ist Teil dieses Reigens – , sei es echt oder eingebildet, erfahren oder nur gehört, in uns einlassen, es wie Teer in uns festsitzt, uns verklebt und uns verstopft, sodass nichts Gutes mehr Zugang hat oder auch nur für uns sichtbar wäre. Und dass, wenn wir es ganz bewusst loslassen, unser Leben wieder frei ist für Höheres und Schöneres.

Natürlich ist das keine neue Weisheit! Es ist nur eine Erinnerung an ganz alte, uns allen wohlbekannte Worte. Aber es ist auch heute wichtig, sie zu erinnern: „Deswegen sage ich Euch: Alles, was Ihr betet und Euch erbittet, glaubt, dass Ihr es empfangen habt, und es wird eintreffen für Euch. Und wenn Ihr steht, betend, vergebt, wenn Ihr etwas habt gegen jemanden, damit auch Euch Euer Vater in den Himmeln vergibt Euch Eure Verfehlungen“ Markus 11,24 und 25.

Da haben wir also sogar eine sehr direkte Verknüpfung zwischen unseren Bitten und dem Vergeben.

Okay, das ist Glaube. Der hilft auch. Wer sich darauf einlässt, der macht vielleicht ab und an die ehemals übliche Fastenperiode am Jahresanfang mit, unter dem Motto „Sieben Wochen ohne…“. Diesmal steht sie unter dem Motto „Sieben Wochen ohne Enge“ und soll alles fördern, was ein Herz weit macht.

Aber, welchen dieser Wege wir auch wählen:

Vielleicht schaffen wir es ja tatsächlich zu Beginn diesen Jahres, die Gedanken weit zu machen, die Zellen zu öffnen, das Herz zu weiten und damit auch bereit zu sein für all das Gute, das zu uns möchte. Das Leben geht leichter so. Das könnte uns also gut tun und dieses Jahr soll ja ein gutes Jahr für uns alle werden.

Im Übrigen: Erst dann, wenn all das gebannt ist, was uns hier und heute bannen will, fangen wir wieder an, die wahren Ursachen für irgendwelche Phänomene (z.B. den derzeitigen Flüchtlingsstrom) wahrzunehmen und anzupacken.

Ihr seht, ich habe versucht, von den ganzen aktuellen Meldungen abzusehen und stattdessen die Folgen der Schlagzeilen (die sich ja jederzeit einer neuen beängstigenden Überschrift zuwenden können), nämlich die Angst und ihre weiteren Folgen zu thematisieren. Weil ich aufzeigen möchte, warum es gut ist und wie wir es schaffen, dieser den Rücken zuzukehren und, statt sich bannen zu lassen oder in Aktionismus zu verfallen, wieder den eigenen Weg zu verfolgen.

Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten:

Ihr entdeckt für Euch, dass egal ob bei Schweinegrippe, Bankenpleiten, Staatspleiten, Flüchtlingsstrom, als nächstes vielleicht weitere Krankheiten, wir nur von einer Angst in die nächste taumeln. Und Ihr wollt davon frei werden und stattdessen wieder handlungsfähig durch Euer Leben gehen und konkret Wichtiges und Richtiges tun. Und fangt damit an.
Oder Ihr findet, dass mein Geschreibe doch sehr blauäugig sei und dies hier jetzt ein echtes Problem darstelle und ohne Fakten könne man nicht glauben.

Wenn Ihr zu meinen Worten, die dem einen oder anderen vielleicht zu glatt oder das Aktuelle ignorierend erscheinen mögen, noch ein paar Hintergründe oder Fakten oder aktuelle Bezüge haben möchtet, oder wenn Ihr vielleicht, um mal eine andere Blickrichtung zu bekommen, oder auch innere Sicherheit für Eure Einstellung zu finden, weitere Daten, Texte, Quellen finden möchtet, dann kommt, zu dem Aktuellen Bezug nehmend, noch mehr im Anhang.

Hier an dieser Stelle kommt jetzt doch noch einmal etwas aus einem Rundbrief in meiner Sammlung:

„Wie häufig sind wir Spielball der anderen? Wie häufig reagieren wir so oder so auf andere, aber wie selten agieren wir selbstbestimmt? Wir lassen uns eventuell den ganzen Tag von jemandem verderben, der einmal unseren Weg gekreuzt hat. Meine Mutter nannte das: „Die Fehler der anderen an uns abbüßen.“ Leben wir dann noch unser Leben? Hat das noch was mit dem Recht auf die eigenen Gefühle und die eigenen Laune zu tun, oder sind wir damit schlichtweg abhängig von anderen?

Ich habe viel von solchen Abhängigkeiten in meiner Praxis gesehen, glücklich machen die nicht.

Nur um noch einmal daran zu erinnern: Wir können anders! Wir sind nicht Ochs und Esel, wir sind Menschen und wir haben ein „Ich“. Daraus kann man doch auch etwas Gutes machen! Manchmal müssen wir uns eben selbst wie ein guter Freund oder eine gute Freundin bei der Hand nehmen, aus dem Tal herausführen und uns selbst Gutes tun, damit wir wieder gerne in die Welt blicken! Tut das doch bitte noch bevor das Frühjahr richtig kommt! Es wäre schade, wenn einer von uns bei strahlender Sonne noch mit schlechter Laune herum laufen würden.“

(Rundbrief vom 8. April 2008)

Also, gibt es jetzt auch mal andere Nachrichten? Ja, die gibt es. Es gibt tatsächlich auch gute Nachrichten. Und davon schreibe ich in einem der nächsten Rundbriefe, denn dieser ist lang genug geworden. Auch über Termine und Ideen hört Ihr noch einmal.

Aber jetzt grüße ich Euch herzlich!

„Wenn es „glatteist“, gehen die Menschen Arm in Arm.“ Vielleicht kennt Ihr diesen Satz? Also, dann haken wir uns jetzt unter und sehen zu, dass wir heile „rüber kommen“ über diese glatte Fläche zur Zeit.

Eure Cornelia

Ein Herz für alle

Anhang:

1.Raphaele Lindemann – Ein Arzt berichtet von einem Flüchtlingslager
2.President Obama – Eine Email erhalten am 4.2.2016, mit Inhalt: Eine Rede über Religionsfreiheit.
3.Zu dem Bild im Anhang Nr1 weitere Hintergründe.
4.Stuttgart, hoher Ausländeranteil, noch höherer Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund – sehr geringe Kriminalität.
5.Noch einmal zu den Kosten.
6.Die Polizeiarbeit wird behindert durch falsche Anzeigen.
7.Eine Erinnerung an die Hetzjagd auf einen 17 Jährigen in Emden, der damals fälschlicherweise für einen Straftäter gehalten wurde.

1. „Raphaele Lindemann – Ein Arzt berichtet vom Leid in einem Flüchtlingslager

Am 28. Januar 2016 veröffentlicht der Arzt Raphaele Lindemann in Absprache mit der Camp-Leitung nach etwa 4 Wochen in einem Erstaufnahmelager für Flüchtlinge auf Facebook über die Situation vor Ort.

Er ist als Arzt für die medizinische Erstversorgung der neu in Deutschland ankommenden Flüchtlinge zuständig. Diese findet nahezu vor jedem weiteren Schritt statt. Also vor Registrierung, Versorgung mit Kleidung, vor der Möglichkeit sich zu Duschen, etwas zu essen und damit auch vor der Verteilung auf das restliche Bundesgebiet.

Herr Lindemann schreibt davon, dass es absolut unmöglich ist „z.B. einen Fuß mit Erfrierungen zu versorgen, der über 500km in kaputten Schuhen, mit nassen Strümpfen durch den Winter marschiert ist und dabei durch eine „naive rosarote Gutmenschbrille“ zu schauen. Oder einen 4 Wochen alten Säugling in feuchter Kleidung mit Lungenentzündung zu behandeln, der zusammen mit einem Einjährigen und einer Vierjährigen, ganz alleine von der Mutter über das Mittelmeer, über Griechenland bis hier her geschafft wurde und sich dann den Vorwurf der Weltfremdheit anzuhören. Das hier ist die Welt! Und das hier ist sehr real und nirgends „rosarot“! Der Vater der 3 Kinder kam übrigens in Syrien ums Leben.“

Er sieht pro Schicht etwa 300-500 Flüchtlinge. „Dabei handelt es sich nicht zu 90% um junge, gesunde Männer. Mindestens 40% davon sind KINDER! Es gibt Familien, es gibt Alte und ja – es gibt auch junge Männer. Allen gemein ist, dass sie absolut entkräftet und fertig sind. Ich habe bisher nie so viel Elend und Verzweiflung auf einem Haufen gesehen.“

Er berichtet von einer Frau, deren Beine komplett verbrannt waren: „Keine Ahnung wie sie es überhaupt bis zu uns geschafft hat. Wir haben allein eine halbe Stunde gebraucht, um die festgeklebten, schmutzigen und stinkenden Verbände von den vereiterten Wunden zu lösen. Da war aber kein Klagen und da war keine Anspruchshaltung. Diese Frau hat Dankbarkeit ausgestrahlt, weil sie endlich in Sicherheit ist und sich jemand um sie kümmert.“

Herr Lindemann schreibt auch von den Smartphones welche die Flüchtlinge dabei haben: „„Die“ haben vorher nicht in der Steinzeit gelebt und sind aus irgendwelchen Buschhütten und Höhlen gekrochen. Und vielen ist es zunächst wichtiger ihre Handys aufzuladen, als etwas zu Essen zu bekommen. Und dreimal dürft ihr raten warum? Was habe ich als erstes gemacht, als ich, bequem mit meinem Auto, trotz Glatteis, sicher im 500 km von zu Hause entfernten Camp angekommen bin?

Dass sie ein Lebenszeichen an die Lieben schicken zu wollen, wird diesen Menschen allerdings regelhaft zum Vorwurf gemacht und als Beleg für die fehlende Hilfsbedürftigkeit gesehen. Mit Verlaub – das ist weltfremd und obendrein arschig! Als würde es eine Pflicht geben, sich vor einer Flucht in Lumpen zu hüllen und bloß alle Wertgegenstände zurück zu lassen – inklusive der einzigen Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu den Angehörigen in Form eines Telefons.“

Über unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel schreibt er: „In der aktuellen Situation müssen wir uns verdeutlichen, welchen Selbstanspruch wir an unsere Kultur haben. Natürlich könnten wir die Grenzen dicht machen und so tun als wäre Merkel an allem Elend dieser Welt schuld. Aber glaubt denn wirklich irgendwer damit wäre das Problem gelöst? Ich höre hier im Lager durchgehend weinende Kinder. Und ich weiß, dass sie dann halt vor unseren Grenzen weinen würden. Würden wir damit unsere Zivilisation retten? Nur weil wir es dann nicht mehr sehen und im Fernsehen einfach bequem umschalten können? Es zeugt schon von einer bemerkenswerten Moralvorstellung, wenn man auf fb das Elend eines gequälten Hundes anprangert und gleichzeitig sehenden Auges all diese Menschen vor unseren Grenzen krepieren lassen will – und wenn es nur durch Unterlassung ist. Ob das ein schützenswertes Abendland ist?

Natürlich müssen Lösungen vor Ort gefunden werden. Und natürlich können wir nicht die ganze Welt aufnehmen. Aber löst man einen Konflikt auf der Welt indem man gegen Flüchtlinge wettert und dumpf der Kanzlerin Verrat am Volk vorwirft? Sieht so die Rettung der Welt aus? Wo bleiben die wirklich konstruktiven Vorschläge und Initiativen der ach so besorgten Bürger?

Durch ihr „wir schaffen das“ hatte ich zum ersten Mal so was wie Respekt und Anerkennung für die Kanzlerin übrig. Weil sie ohne mit der Wimper zu zucken ihre politische Karriere riskiert hat, um eben jene Menschen nicht vor unseren Grenzen krepieren zu lassen und sie die enorme Herausforderung angenommen hat anstatt ihr übliches Teflonspiel des Aussitzens zu treiben. Und nie hat jemand behauptet, dass es eine leichte Herausforderung wäre. Und sind wir doch mal ehrlich: Wer von all den Hetzern ist denn WIRKLICH so arm, dass er befürchten muss durch die Flüchtlinge plötzlich weniger vom deutschen Wohlstandskuchen abzubekommen? Ist bisher WIRKLICH jemand deshalb ärmer geworden? Ist WIRKLICH jemand deshalb aus seiner Wohnung geflogen? Ist WIRKLICH jemand von einem bösen Asylanten aufgegessen worden? Und damit meine ich nicht denjenigen, der einen kennt, dessen Großcousine einen Nachbarn hat blabla.“

Zum Neid merkt er an, dass derzeit 62 Personen so viel Besitzen, wie die Hälfte der Erdbevölkerung und dass es diesbezüglich nicht annähernd die Empörung und den Futterneid, den man ja regelhaft gegen die ärmsten der Armen kultiviert findet.

Am Schluss berichtet er von einer jungen schwangeren Frau, die keine Kindsbewegungen mehr gespürt hat und sich sorgte, dass durch langes Treiben im Mittelmeer nachdem der Schleuserkutter gekentert ist auch ihr letztes Kind gestorben ist. Die beiden anderen Kinder dieser „Sozialschmarotzerin“ starben auf der Flucht im Meer weil sie keine Kraft mehr hatte.

Aylan Kurdi

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Quellen:

30.01.2016, Welt, FLÜCHTLINGSLAGER, „Nie so viel Elend und Verzweiflung gesehen“

30.01.2016, FAZ, Ein Flüchtlingsarzt berichtet, Eine Schwangere sorgt sich, dass sie ihr Kind verloren hat

29.01.2016, BILD, EMOTIONALER FACEBOOK-POST, Arzt schildert dramatische Lage in Erstaufnahmelager

29.01.2016, Stern, Facebook-Appell, Was ein Arzt in einem Flüchtlingslager erlebte

28.01.2016, Facebook, Raphaele Lindemann, Liebe Leute …. “

Zitat von folgender seite: http://nopegida.blogspot.de/2016/01/raphaele-lindemann-ein-arzt-berichtet.html?m=1

2. Eine Email von Präsident Obama, erhalten am 4.2.2016

Der Präsident der Vereinigten Staaten weist in einer Rede daraufhin, dass jeder Mensch verschiedene Rollen habe und dass er diese ständig nebeneinander lebe. Man müsse nicht eine Religion aufgeben, um Amerikaner zu sein. Jeder Glaube sei zu schützen in Amerika. Meine Anmerkung dazu: Diese Probleme haben also nicht nur wir in Deutschland, auch in Amerika muss man daraufhin weisen, dass Religionsfreiheit bestände und schützenswert sei. Es will wohl kaum einer von uns wieder mit einer Staatsreligion leben. Ein paar Auszüge:

“At a time when others are trying to divide us along lines of religion or sect, we have to reaffirm that most fundamental of truths—we are all God’s children, all born equal with inherent dignity. So often we focus on outward differences, we forget how much we share.”

“If we are serious about freedom of religion – and I’m speaking now to my fellow Christians who remain the majority in this country – we have to understand, that an attack on one faith is an attack on all our faiths. And when any religious group is targeted, we all have a responsibility to speak up. And we have to reject a politics that speaks to manipulate prejudice or bias, and targets people because of religion.”

“We can’t be bystanders to bigotry. And together, we’ve got to show that America truly protects all faiths”

“I want to speak directly to young people who may be listening. In our live, we all have many identities. We are sons and daughters, and brothers and sisters. We’re classmates; cub scout troop members. We’re followers of our faith. We’re citizens of our country. And today, there are voices in this world, particularly over the Internet, who are constantly claiming that you have to choose between your identities – as a Muslim, for example, or an American. Do not believe them. If you’re ever wondering wether you fit in here, let me say it as clearly as I can, as President of the United States: You fit in here – right here. You’re right where you belong. You’re part of America, too. You’re not Muslim or American. You’re Muslim and American.”

“We are one American family. We will rise and fall together. It won’t always be easy. There will be times where our worst impulses are given voice. But I believe that ultimately, our best voices will win out. And that gives me confidence and faith in the future.”

Quelle und die ganze Rede: https://www.whitehouse.gov/blog/2016/02/03/muslim-and-american-voices-white-house?utm_source=email&utm_medium=email&utm_content=email563-image1&utm_campaign=MosqueVisit

3. Zu dem Bild von Anhang Nr 1 weitere Hintergründe.

„Aylan Kurdi ist tot. Er wurde nur 3 Jahre alt. Sein Bruder Galip ist auch tot. Galip wurde nur 5 Jahre alt. Die Mutter Rehan ist tot. Nachdem zwölf Verwandte bei den Kämpfen gegen den IS umgekommen versuchen Vater Abdullah und Mutter Rehan im Jahr 2014 mit ihren beiden Kindern Aylan, 3, und Galip, 5, nach Kanada zu flüchten. Dort lebt Teema Kurdi, die Schwester des Vaters. Sie wanderte bereits vor 20 Jahren aus und wollte gemeinsam mit Bekannten als Sponsor für die Familie einspringen im Rahmen eines sogenannten G5-Antrags. Dieser verspricht Flüchtlingen ein Aufenthaltsrecht, wenn jemand finanziell für sie aufkommt.
Weil die Kurdis beim Flüchtlingshilfswerk UNHCR wegen fehlender Pässe nicht als Flüchtlinge registriert waren – und die türkische Regierung ihnen keine Ausreisevisa ausstellte wurde der Antrag jedoch abgelehnt. Deshalb stiegen die Eltern mit ihren Söhnen in eines von zwei Schlepperbooten die mit insgesamt 23 Flüchtlingen in Bodrum in Richtung der griechischen Insel Kos ablegten. Das Ziel war nun Deutschland.
2050 Dollar pro Kopf kassierten die Schleuser. Um mehr Personen unterzubringen wurden den Flüchtlingen die Schwimmwesten abgenommen. Die Boote kenterten wegen dem hohen Wellengang. Zwölf von 17 Menschen ertranken, darunter acht Kinder.“

Gab es Folgen dieser schrecklichen Begebenheit? Ja, das muss man sagen, es sind seitdem Dinge in Gang gekommen, die direkt mit dem kleinen Aylan zusammen hängen:

· „In der türkischen Hafenstadt Bodrum wurden von der Polizei vier Verdächtige aus Syrien festgenommen, die für den Tod der Flüchtlinge verantwortlich sein sollen. Der Krieg in der Heimat der Flüchtlinge geht jedoch weiter.“

· „In Kanada wird am 19. Oktober 2015 ein neues Parlament gewählt. Davor wird seit dem Bild des toten Aylan über fast nichts so engagiert diskutiert wie die Frage, ob das Land angemessen auf die Flüchtlingskrise reagiert. Laut Umfragen hält eine Mehrheit der Bevölkerung Stephen Harper (Ministerpräsident von Kanada) für kaltherzig.“

· „Seit der Wahl von Justin Trudeau (Premierminister von Kanada) im Herbst hat das Land etwa 6300 syrische Flüchtlinge aufgenommen. 5600 weitere haben bereits ein Visum. Bis Ende Februar 2016 will Kanada 25.000 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Bisher organisierte Kanada 26 Shuttle-Flüge, um ausreisewillige Menschen aus Lagern in der Türkei oder Libanon nach Kanada zu bringen. Im Moment landen jeden Tag in Toronto und Montréal zwei bis drei weitere Flüge.“

· „Mohammed Kurdi (Aylans Onkel) ist Ende Dezember mit seiner Ehefrau und den fünf Kindern in Kanada angekommen und wurden von Tima Kurdi (Aylans Tante) aufgenommen. Sie haben schon in Coquitlam nahe Vancouver einen Friseursalon eröffnet. Ohne privates Engagement hat das jedoch nicht. Freunde haben 5000 US-Dollar pro Person aufgebracht um die Familie nach Kanada zu bringen.“

· „Abdullah Kurdi (Der Vater des Kindes) geht nicht mit. Er möchte in Kobani bleiben, wo seine beiden Kinder und seine Frau am 4. 9. 2015 begraben wurden und hin und wieder nach Erbil fahren.
In Erbil wird eine wohltätige Stiftung mit dem Namen Aylan eröffnet. Sie soll sich speziell um Flüchtlingskinder, aber auch um andere Kinder Kurdistans, die kein Zuhause oder keine Eltern haben kümmern.
In Kobani wird mit Hilfe von Masud Barzani (Präsident der autonomen Kurdenregion (KRG)) in einem Monat mit dem Bau einer Schule und eines Krankenhauses begonnen. Beide sollen den Namen Aylan tragen. Damit soll den Einwohnern von Kobani geholfen werden, eine gute Ausbildung und medizinische Versorgung zu bekommen. Die finanziellen Mittel kommen von Nechirvan Barzani (Premierminister der KRG und Neffe des KRG-Präsidenten).“

· „Naguib Sawiris (Milliardär aus Ägypten) möchte vor Griechenland zwei Inseln kaufen. Eine davon möchte er „Aylan Island“ nennen. Auf den Inseln sollen 200.000 Flüchtlinge eine neue Heimat finden.“ Ob er das auch getan hat, weiß ich nicht.

· In Deutschland: „Berlin wehrt sich – Gemeinsam gegen Asylmissbrauch!“, eine Facebook-Gruppe mit 2000 Likes, schreibt: „Wir TRAUERN NICHT sondern wir FEIERN ES! Nur ein Flüchtling, ein Flüchtling ist zu wenig: Das Meer hat schon mehr Flüchtlinge geschluckt!“ 222 Facebooker teilten den Kommentar, 89 gefällt der Eintrag.
Während Facebook zunächst feststellt, dass in dem Posting keine Nackten zu sehen sind und deshalb schreibt: „Wir haben die von dir wegen Belästigung gemeldete Seite geprüft und festgestellt, dass sie nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt“ erstatten andere User Strafanzeige. Erst am nächsten Tag wird es entfernt. Die Facebookgruppe existiert jedoch weiterhin.
Auch die Polizei Berlin reagiert. Die Beamten schreiben: „Guten Abend Community, vielen Dank für Ihre zahlreichen Hinweise auf dieser Facebookseite. Unser Staatsschutz prüft derzeit weitere Ermittlungsschritte.“

· „Peter Huth (Chefredakteur der B.Z.) postet daraufhin am 4.9.2015 um 17:21 Uhr: „Ihr habt jetzt genau neun Minuten Zeit, diesen und alle anderen B.Z.-Links von Eurer Hohlkopf-Seite zu nehmen, um exakt 17.30 Uhr schicke ich Euch alles auf den Hals, was wir an Anwälten zu bieten haben und das sind auf jeden Fall mehr als ihr Gehirnzellen habt.“ Zunächst soll sich Facebook noch geweigert haben. In der Nacht gibt Huth bekannt, dass Facebook doch reagiert hat. In der Sonntagsausgabe bringt die B.Z. einen Leitartikel über „“Das asoziale Netzwerk“.“

· „Der Staatsschutz durchsucht am 5.9.2015 eine Wohnung in der Ludwigsfelder Straße in Berlin-Hellersdorf. Der 26-jährige Bewohner soll für die Verunglimpfung des Jungen auf Facebook verantwortlich sein. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft wurden ein Computer und zwei Mobiltelefone sichergestellt. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wurde der 26-Jährige entlassen, die Ermittlungen laufen jedoch weiter. Nach § 189 des Strafgesetzbuchs stehen darauf eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe. Er selbst versteckt sich jetzt. Seine Facebook-Seiten „Berlin wehrt sich“ und „Psychoprinz“ wurden gelöscht. Seinen Job bei der Zeitfirma Runtime, die ihn ab und zu offenbar an Hermes verliehen hat ist er los.“

Es sind seitdem weitere Boote gekentert und Menschen gestorben.

Quellen: 07.01.2016, taz, Syrische Flüchtlinge, Willkommenskultur auf kanadisch
17.12.2015, Welt, VATER VON AYLAN KURDI, „Wir wollten ein besseres Leben. Jetzt sind sie tot“
08.12.2015, Sueddeutsche, Flüchtlinge, Das Vermächtnis des Aylan Kurdi
03.12.2015, Tagesspiegel, Presserat über Bilder von toten Flüchtlingen, Foto von Aylan Kurdi ist „Dokument der Zeitgeschichte“

17.09.2015, FAZ, Flüchtlingsdebatte, Wie Aylan Kurdi Kanadas Wahlkampf bestimmt
17.09.2015, Tagesspiegel, Tante des toten Jungen, „Lasst den Tod von Alan nicht umsonst sein“
17.09.2015, Focus, Vor der Küste Griechenlands, Milliardär will Insel für Flüchtlinge kaufen – und sie nach totem Aylan benennen14.09.2015, Welt, FLÜCHTLINGSHETZE, Ein Hass-Post, der das Leben für immer verändert
13.09.2015, Spiegel, Flüchtlingsboot gekentert, Zehn tote Kinder vor griechischer Insel
11.09.2015, Stern, Ertrunkener Flüchtling, IS missbraucht Foto von Alan Kurdi für seine Propaganda
09.09.2015, Welt, AILANS VATER,“Ich wollte, dass meine Kinder wie Menschen behandelt werden“
07.09.2015, Stern, „Hoffentlich lebt er noch“, Jetzt spricht der Polizist, der den toten Flüchtlingsjungen fand
06.09.2015, Sueddeutsche, Aylan Kurdi, Polizei ermittelt wegen Hetze gegen toten Flüchtlingsjungen
05.09.2015, Stern, Nach Facebook-Gepöbel, Deutschlands miesester Hetzer: Endlich Hausbesuch vom Staatsschutz
05.09.2015, Focus, Wohnung in Berlin durchsucht, Polizei ermittelt nach Hass-Parolen zu Foto von totem Ailan
05.09.2015, Spiegel, Ertrunkener Flüchtlingsjunge, Hausdurchsuchung nach Hass-Kommentar zu Alan Kurdi
04.09.2015, Welt, FACEBOOK, Entsetzen nach Hass-Posting über toten Flüchtlingsjungen
04.09.2015, Tagesschau, Aylans Vater bei Beisetzung in Kobane, Ertrunkener Flüchtlingsjunge beerdigt
04.09.2015, Tagesspiegel, Toter syrischer Junge, Familie von Ailan wollte offenbar nach Deutschland
04.09.2015, Zeit, MITTELMEER, „Das ist eben die Realität“
04.09.2015, Stuttgarter-Nachrichten, Kurden-Sprecher zum Tod des Flüchtlingsjungen, Aylan wird in Kobane beigesetzt
04.09.2015, Stuttgarter-Zeitung, Kurden-Sprecher zum Tod des Flüchtlingsjungen, Aylan wird in Kobane beigesetzt
03.09.2015, Stuttgarter-Nachrichten, Auf der Flucht ertrunken, Warum wir nicht wegsehen dürfen
03.09.2015, Tagesspiegel, Die Not der Flüchtlinge, Warum uns dieses Bild nicht loslässt
03.09.2015, Stern, Vater von ertrunkenem Flüchtlingskind spricht, „Die ganze Welt soll es sehen!“
03.09.2015, Welt, TOTER FLÜCHTLINGSJUNGE, Sein Vater will nicht mehr nach Kanada, er will nach Kobani
03.09.2015, Zeit, MITTELMEER, Mit Wucht durch den Wahrnehmungspanzer
03.09.2015, FAZ, Türkei, Festnahmen nach Tod des Flüchtlingsjungen
03.09.2015, FAZ, Toter Flüchtlingsjunge, Die traurige Geschichte des Aylan Kurdi
03.09.2015, Focus, Sie kenterten vor Bodrum„Mein Sohn starb in den Wellen“, Vater des toten Jungen spricht über Flucht-Drama
03.09.2015, Spiegel, Ertrunkener Flüchtlingsjunge, Aylan soll in Kobane beerdigt werden
03.09.2015, Spiegel, Bild des toten Aylan Kurdi, „Solche Bilder brennen sich in die Netzhaut ein“
03.09.2015, Sueddeutsche, Flüchtlinge, Aylan Kurdi, drei Jahre alt, ertrunken im Mittelmeer
03.09.2015, Tagesschau, Ein Foto erschüttert Europa, Der Schrei des toten Jungen
03.09.2015, Focus, Seine Familie wollte nach Kanada, Foto des dreijährigen Aylan wird zum tragischen Symbol der Flüchtlingskrise
03.09.2015, Welt, FLÜCHTLINGE, Die ertrunkenen Kinder, denen niemand helfen wollte
03.09.2015, Spiegel, Toter Flüchtlingsjunge, Das kurze Leben des Aylan Kurdi
03.09.2015, Stuttgarter-Zeitung, Ertrunkenes Flüchtlingskind, So reagiert das Netz auf das tote Kind
03.09.2015, Tagesspiegel, Flüchtlings-Drama, Diskussion um Foto eines toten syrischen Jungen in der „Bild“
03.09.2015, Zeit, MITTELMEER, Foto eines toten Jungen wird zum Symbol der Flüchtlingskrise
03.09.2015, FAZ, An den Strand gespült, Ein Kinderschicksal erschüttert die Welt
03.09.2015, Spiegel, Foto von ertrunkenem Flüchtlingsjungen, Ein Bild, eine Botschaft
http://nopegida.blogspot.de/2015/09/ein-syrisches-fluchtlingskind-tot-einem.html hier wurde auch die beeindruckende Recherche zusammen gestellt. Die Ursprungsseite heißt „Überhaupt Gar Nix“

4. Stuttgart, hoher Ausländeranteil, noch höherer Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund – sehr geringe Kriminalität

Das ist vielleicht auch gut gegen unfruchtbare Ängste: Wer auf die Broschüre der Stadt Stuttgart schaut, entdeckt, dass schon im Jahr 2011 in Stuttgart die Ausländer einen Anteil von 21,8% an der Gesamtbevölkerung einnehmen, die Menschen mit Migrationshintergrund (die Eltern oder Großeltern waren noch Ausländer) hatten sogar einen Anteil von 39,9 an der Gesamtbevölkerungszahl (bei Kindern unter 5 ist der Anteil noch höher). Nur Frankfurt hat in Deutschland einen höheren Ausländeranteil und dies erst seit ein paar Jahren. Jahrelang lag Stuttgart prozentual an der Spitze in Deutschland, weil seit 1950 Anwerbeverträge bestanden. Die Kriminalität liegt aber weit hinter ähnlich großen Städten zurück, im Vergleich zu Frankfurt, welches ich eben genannt hatte: Frankfurt hat etwas mehr Einwohner als Stuttgart (ungefähr ein Siebtel mehr), aber es gibt dort eine doppelt so hohe Kriminalität.

Quellen: „Stuttgarter Einwohnerdaten“, Stand Juli 2012 (nach dem Zensus).

Lindemann, Utz, Ausländer in Stuttgart 1955 bis 2005, Zum 50. Jahrestag des Beginns der Anwerbung Ausländischer Arbeitnehmer.

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2013/PKS2012.html , s.22.

5. Noch einmal zu den Kosten:

Graphik

a.) Hier eine grafische Darstellung der Kosten für Flüchtlinge, die nach Deutschland flüchten gegenüber den Kosten der Steuerflüchtlinge, die aus Deutschland flüchten

b.) Ein Nebeneinanderstellen der Anzahl der Menschengruppen, die Grundsicherung erhalten: „WIESBADEN – Zum Jahresende 2014 erhielten in Deutschland rund 7,55 Millionen Menschen und damit 9,3 % der Bevölkerung soziale Mindestsicherungsleistungen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen damit sowohl die Anzahl als auch der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger an der Gesamtbevölkerung gegenüber dem Vorjahr (7,38 Millionen oder 9,1 %) leicht an. Im Jahr 2012 hatte die Zahl der Empfänger/-innen von Transferleistungen bei 7,25 Millionen Menschen (oder 9,0 %) gelegen.“

„Die Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II stellten weiterhin die größte Gruppe von Empfängern sozialer Mindestsicherungsleistungen. Ende Dezember 2014 betrug deren Anzahl 6,03 Millionen. Die Anzahl der Berechtigten von Mindestsicherungsleistungen im Rahmen der Sozialhilfe nach dem SGB XII („Hilfe zum Lebensunterhalt“ und „Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung“) lag bei 1,14 Millionen.“ Die dritte Gruppe der Leistungsberechtigten erhielten Regelleistungen nach dem Asyberwerberleistungsgesetz. „Ende 2014 lag deren Zahl bei 362 900.“

c.) Es gibt Regelsätze zur Grundsicherung. Wenn ein Mensch nicht in der Verfassung ist, für sich selbst zu sorgen, springt der Staat ein. Ein Alleinstehender, also mit eigenem Hausstand, erhält seit Ende des Jahres 2015 knapp über 400€ und dazu Wohngeld und Zuschüsse für Warmwasser und Heizung etc.

Ein Flüchtling erhält nicht die Grundsicherung eines Haushaltsvorstandes, sondern die eines Haushaltsmitgliedes. Das Geld für Wohnung etc geht an den Wohnungsgeber direkt. Erhält der Flüchtling auf irgendeine Weise Speisung, Kleidung etc. wird ihm diese Zuwendung von der monatlichen Grundsicherung abgezogen. Für Kleidung und anderes gibt es teilweise Wertmarken.

Seit einem Urteil von 2012 gilt folgendes: „Das geänderte Gesetz sieht für Alleinstehende außerhalb von Aufnahmeeinrichtungen einen notwendigen Bedarf von 212 Euro und einen Bargeldbedarf von 140 Euro monatlich vor.“ „Nach wie vor entscheiden die Länder und Kommunen, in welcher Form die Leistungen an die Flüchtlinge ausgegeben werden.“

Quellen:

http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fi.huffpost.com%2Fgen%2F3430286%2Fthumbs%2Fo-GRAFIK-570.jpg%253F6&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.huffingtonpost.de%2F2015%2F09%2F17%2Fschmarotzende-fluechtlinge-kosten-deutschland-milliarden_n_8150742.html&h=379&w=570&tbnid=xdZ0EwD_Q8nz8M%3A&docid=2jR-LQWan1Y_1M&ei=XAa1Vv2mOIWa6AS9xbiADQ&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=6803&page=1&start=0&ndsp=23&ved=0ahUKEwj9xN3Cu-HKAhUFDZoKHb0iDtAQrQMILTAE

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/12/PD15_444_228.html

http://sozialeleistungen.de/staatliche-fF6rderungen/grundsicherung.php

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/08/2014-08-27-asylbewerberleistungsgesetz-kabinett.html

6. Die Polizeiarbeit wird behindert durch falsche Anzeigen.

Es werden leider Aussagen und Anzeigen gegenüber anderen Menschen gemacht, so auch gegenüber Flüchtlingen, die falsch oder ganz erlogen sind. Hierzu gibt es sehr viel Text, das kopiere ich nicht alles hierher, sondern gebe Euch ein paar Links weiter. Inzwischen ergaben sich dadurch aber auch rechtliche Schritte gegen solcherlei Falschaussagen, wie zum Beispiel bei einem Fall in Holzkirchen, wo die Polizei gegen die Frau, die sich eine Geschichte ausgedacht hatte, wegen Vortäuschung einer Straftat und Freiheitsberaubung ermittelt.

Quellen:

http://www.huffingtonpost.de/2016/01/29/story_n_9116048.html

http://nopegida.blogspot.de/2016/01/die-vergewaltigungen-von-koln-silvester.html

7. Eine Erinnerung an die Hetzjagd auf einen 17 Jährigen in Emden, der damals fälschlicherweise für einen Straftäter gehalten wurde.

Ich möchte daran erinnern, wie sehr sich auch in dem damaligen Fall in Emden „besorgte Bürger“ durch eine Facebook Kampagne, zu einer Lynchjustiz hinreißen ließen. Auch hier wurde ein Unschuldiger vorschnell vorverurteilt. Seine Unschuld ist geklärt. Welche Auswirkungen diese Verdächtigungen und fälschlichen Angriffe auf sein Leben haben, steht nicht in den Berichten.

Quellen: http://www.staatsanwaltschaften.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=22906&article_id=105834&_psmand=165

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/18-jaehriger-bereut-lynchaufruf-im-emder-mordfall-a-827003.html

 

Cornelia Cornels-Selke

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Zahlen und Fakten, die zuversichtlich stimmen

CMB 2016

Ein frohes neues Jahr!

C+M+B * 2016 *

Ein paar Worte von mir zu Beginn des neuen Jahres. Ich beginne allerdings mit Zahlen, um Objektives (deshalb auch ordentlich mit Quellenangaben) voran zu stellen und meine folgenden persönlichen Gedanken zu untermauern.

Im letzten Jahr sind in Deutschland ca. 870 000 Menschen gestorben und nur ca. 700 000 geboren worden[1]. Würde diese Entwicklung fortschreiten, wären wir im Jahr 2050 wieder auf der Höhe von 75 Mio Menschen, Tendenz sinkend, und damit noch unter 1975 mit 78 Mio Einwohnern (es sind hier (Stand der Berechnungen 2012) bereits ca. 200 000 Einwanderer pro Jahr eingerechnet) [2]

Schon seit dem Zensus 2011 aber wissen wir, dass wir bereits jetzt weniger Menschen sind, als vorher angenommen. Statt der 2010 angenommenen 82 Millionen Menschen sind wir tatsächlich laut dieser Zählung 2011 nur 80,2 Mio Bürger gewesen (wobei man sich hauptsächlich beim Ausländeranteil verrechnet hatte, siehe Punkt 3).[3]

Von den rund 80,2 Millionen Einwohnern besaßen etwa 74 Millionen Personen die deutsche Staatsangehörigkeit (92,3 Prozent). Knapp 6,2 Millionen Einwohner hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit (7,7 Prozent). — Der Vergleich der Zensusergebnisse mit den bisherigen Bevölkerungszahlen aus der amtlichen Bevölkerungsfortschreibung zeigt bei den Deutschen mit einem Minus von 0,6 Prozent eine relativ geringe Abweichung (minus 428.000 Personen). Bei den Ausländern lag die Differenz der Bevölkerungszahlen hingegen bei minus 14,9 Prozent, das sind nahezu 1,1 Millionen Personen weniger als bislang angenommen.

In Hamburg (12,4 Prozent), Berlin (11,3 Prozent), Hessen (11,1 Prozent), Baden-Württemberg und Bremen (jeweils 10,8 Prozent) lag der Ausländeranteil über dem Bundesdurchschnitt. In den neuen Bundesländern betrug er zwischen 1,5 und 1,9 Prozent.

Der Zensus 2011 liefert auch Informationen zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Als Personen mit Migrationshintergrund zählen dabei alle Ausländerinnen und Ausländer sowie alle Deutschen, die nach 1955 auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind oder die mindestens ein Elternteil haben, das nach 1955 zugewandert ist. Nur knapp 40 Prozent der Einwohner mit Migrationshintergrund sind Ausländerinnen und Ausländer. Entsprechend besitzen gut 60 Prozent aller Personen mit Migrationshintergrund die deutsche Staatsangehörigkeit. [4]

Zum Asyl: Im Jahr 2014 sind ca. 200 000 Erstanträge auf Asyl gestellt worden. Damit liegt die Zahl noch innerhalb der durchschnittlich angenommenen Zuwanderung (siehe unter Punkt 1).[5] 2015 waren es 395 000 Erstanträge bis November 2015 (die Zahl der tatsächlich Einreisenden liegt aber immer deutlich höher, da die Anträge erst nach der Einreise gestellt werden).[6] Zum Vergleich: 1992 waren es 450 000 Erstanträge.

„Zwischen 1991 und 2010 (jeweils 31.12.) entwickelte sich die Zahl der Bevölkerung in den Ländern sehr unterschiedlich. Während sich die Bevölkerungszahl in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Schleswig-Holstein um jeweils sieben oder mehr Prozent erhöhte, sank sie – mit Ausnahme von Brandenburg – in den ostdeutschen Ländern drastisch. Den prozentual größten Bevölkerungsrückgang zwischen 1991 und 2010 verzeichnete Sachsen-Anhalt. Die Bevölkerungszahl fiel von 2,82 auf 2,34 Millionen und damit um 17,3 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen lag der Bevölkerungsrückgang im selben Zeitraum bei rund 13 Prozent, in Sachsen bei 11,3 Prozent.“ [7]

Nach 25 Jahren deutscher Einheit, ein Geburtstag, den wir im letzten Jahr gefeiert haben, kommt man bei einem Vergleich zwischen den beiden ehemaligen Hälften Deutschlands, insgesamt auf eine Verbesserung der Umstände in beiden Teilen. Umfragen haben ergeben, dass dies auch in allen Bundesländern so wahrgenommen wird. Doch es wird deutlich, dass der Westen, in den viele der ehemals ostdeutschen Einwohner gezogen sind und immer noch einströmen (siehe Punkt 6), deutlich besser dasteht, als der Osten aus dem ausgewandert wird (und das obwohl Berlin in den Statistiken zu Ostdeutschland gerechnet wird). [8]

„Über zwölf Millionen deutsche Flüchtlinge und Vertriebene sowie bis zu zwölf Millionen „Displaced Persons“ – ehemalige Zwangsarbeiter und ausländische KZ-Insassen – mussten nach dem Ende des Krieges eine neue Heimat finden bzw. repatriiert werden. Die Integration der Vertriebenen in das massiv zerstörte und verkleinerte Nachkriegsdeutschland schien zunächst kaum lösbar….(dazu kamen)[9] mindestens 2,7 Millionen Zuwanderer aus der DDR zwischen 1949 und dem Mauerbau 1961. Umgekehrt bildeten sie gemeinsam zugleich ein qualifiziertes Arbeitskräftepotential, das das „Wirtschaftswunder“ in erheblichem Maße mittrug. Dabei wurde das bei Einwanderungsprozessen häufig zu beobachtende Unterschichtungsphänomen deutlich: Flüchtlinge und Vertriebene übernahmen vorwiegend – im Vergleich zu ihrer Qualifikation – statusniedrigere berufliche Positionen und verfügten dementsprechend auch über geringere Einkünfte. Aufstiegsmöglichkeiten gab es für viele von ihnen vor allem in den 1960er-Jahren mit der Ausweitung des Arbeitsplatzangebots und der Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften. Diese nahmen dann ihrerseits die am wenigsten geschätzten Positionen am Arbeitsmarkt ein.[10]
Danach kamen außerdem die Spätaussiedler. „Spätaussiedler sind deutsche Volkszugehörige aus der ehemaligen Sowjetunion und anderen osteuropäischen Staaten, die im Wege eines speziellen Aufnahmeverfahrens ihren Aufenthalt in Deutschland begründet haben. Die statistische Erfassung der (Spät-)Aussiedleraufnahme findet personenbezogen beim Bundesverwaltungsamt statt. Im Zeitraum von 1990 bis 2011 wanderten zweieinhalb Millionen Menschen im Rahmen des (Spät-)Aussiedlerzuzugs nach Deutschland ein (2.507.950). Die Mehrheit von ihnen bleibt dauerhaft in Deutschland…“[11] Vgl. Punkt 5.

41% der Bevölkerung Deutschlands waren 2011 über 50 Jahre alt, 2015 waren es 44,4%[12], [13]

„In der Vergangenheit hat die Zuwanderung von (Spät-)Aussiedlern – ebenso wie die Zuwanderung von Ausländern – die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland beeinflusst, da bei beiden Bevölkerungsgruppen die jüngeren Altersgruppen einen größeren Anteil haben als bei den Personen ohne Migrationshintergrund.“[14]

„Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte haben sich zwischen 1995 und 2011 je nach Aufgabenbereich sehr unterschiedlich entwickelt. In den Bereichen Gesundheit, Umwelt, Sport und Erholung (minus 63,0 Prozent) sowie Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (minus 40,2 Prozent) war der relative Rückgang der Ausgaben am höchsten. Auf der anderen Seite erhöhten sich die Ausgaben am stärksten in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Entwicklung außerhalb der Hochschulen (plus 55,8 Prozent), öffentliche Sicherheit und Ordnung, Rechtsschutz (plus 41,0 Prozent) sowie soziale Sicherung (plus 30,1 Prozent). Allerdings ist eine Erhöhung der Ausgaben im Bereich der sozialen Sicherung nicht immer gleichbedeutend mit einer Steigerung des Versorgungsniveaus (beispielsweise dann, wenn steigende Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung ausschließlich auf einer steigenden Zahl an Rentnern beruhen).“[15]

Eine Gliederung des Sozialbudgets nach Institutionen zeigt, dass im Jahr 2011 der mit Abstand größte Teil der Leistungen (ohne Verwaltungs- und sonstige Ausgaben) über die Rentenversicherung (34,2 Prozent von insgesamt 737,4 Mrd. Euro) erbracht wurde.[16]

Zur Mindestsicherung habe ich Zahlen vom Jahresende 2012: Hier lagen die Gesamtausgaben bei 39,0 Mrd. Euro[17] Zu den Mindestsicherungsleistungen gehören:
Grundsicherung für Arbeitsuchende: Arbeitslosengeld II und Sozialgeld (SGB II),
Sozialhilfe (ohne einmalige Leistungen): Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen sowie Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII),
Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) und
laufende Leistungen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG).
Die Anteile der Leistungsberechtigten von Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz waren mit 2,3 Prozent sehr gering. Die Ausgaben betrugen knapp 0,8 Mrd. Euro. [18]
Zum Vergleich mit einer anderen Krise: Für die Rettung der Banken wurde Im Eilverfahren am 17.Oktober 2008 der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) von der Regierung eingerichtet. Dieser hatte eine vorsorgliche Höhe von 480 Mrd Euro. [19]. Wie letztlich nach Zurückzahlungen und neuen Vergaben die Kosten unterm Strich aussehen, kann man nicht sagen, Ende 2011 wurde aufgrund einer Anfrage im Bundestag einmal tieferer Einblick gewährt, damals waren es 300 Mrd. Euro Kosten, neuere Zahlen habe ich kaum finden können. Genau wie bei den Asylzahlen gab es 2011 auch hier keinen Stopp. Es wurde danach Runde zwei der Bankenrettung eingeläutet.

Thüringer Winterwald1

Wir machen uns, zum Jahresbeginn vielleicht eher, Gedanken über unsere Zukunft und die Zukunft unseres Landes mag in diese Gedanken hineinspielen. Deshalb kommen ein paar persönliche Worte von mir dazu.

Erst einmal grundsätzlich. Wenn Ihr wirklich bis hierhin die von mir zusammengestellten Zahlen gelesen habt, merkt Ihr bestimmt: Wir haben in der Vergangenheit schon ganz anderes geleistet. Und nach wie vor oder gerade deshalb sind wir ein ziemlich freies, ziemlich wohlhabendes und ziemlich friedliches Land.

Zu der Wanderung von Menschen. Aus Deutschland wurde geflohen und gewandert, nach Deutschland ist geflohen und gewandert worden, seit Ewigkeiten geht das so. Wanderbewegungen gab es auch schon bei den Goten.

Vergleichen wir die Auswirkungen des Stromes der etwas jüngeren Vergangenheit von Ostdeutschland nach Westdeutschland, erkennen wir: Das hat dem Westen nicht geschadet. Die Landstriche, die leerlaufen, haben den Schaden.

Grundsätzlich sinkt die Einwohnerzahl ganz Deutschlands mittelfristig, sogar trotz steter Zuwanderung.

Zum Geld. Vergleichen wir die verschiedenen Kosten, für die in Deutschland Geld ausgegeben wird (ich habe nicht alles aufgezählt, aber Ihr könnt ja bei den Quellen weiterforschen), dann sind im sozialen Sektor die Rentenzahlungen die höchsten Ausgaben, und, da z.B. bei Unterbringung in einem Pflegeheim häufig die Rentenleistungen für die monatlichen Unterbringungskosten nicht ausreichen, fließen auch die Gelder, die unter Grundsicherung aufgeführt werden, zum Teil noch in diese Richtung. Da gleichzeitig aber weniger junge Menschen zum Erbringen dieser Kosten vorhanden sind, bzw. geboren werden, ist es von Vorteil, wenn man zusätzlich weitere und insbesondere auch junge Menschen ins Land holt und in Lohn und Brot bringt. Das hätten wir bei unserer Altersstruktur hier in Deutschland ohnehin tun müssen.

Die Gelder an Asylsuchende direkt sind im Vergleich zu den Rentenzahlungen sehr gering. Das können wir uns leisten, insbesondere im Hinblick darauf, dass diese Menschen, wenn sie anerkannt sind, arbeiten und Steuern zahlen werden. Die Asylzahlungen steigen zur Zeit, die Rentenzahlungen aber auch.

Außerdem: Das Geld für die Menschen selbst und auch das, was für die Infrastruktur zusätzlich ausgegeben wird (z.B. Container, Sozialpädagogen, etc.), läuft in unsere Gemeinden. Es wird hier bei uns ausgegeben und erhöht tatsächlich den Geldfluss, was auch schon zu bemerken ist. Die Steuergelder kommen also zu uns selbst zurück (statt, wie bei der Bankenrettung, an teils sehr marode Gesellschaften zu gehen, oder bei der Staatenhilfe in andere Länder).

Zum Menschen selbst. Es gibt nicht DEN Flüchtling, genauso wie es nicht DEN Deutschen gibt. Wir sollten uns Vorurteile in die eine oder andere Richtung sparen. Es gibt radikale Deutsche, es gibt radikale Flüchtlinge, es gibt kriminelle Deutsche, es gibt kriminelle Flüchtlinge. Denn es gibt radikale Menschen, es gibt kriminelle Menschen. Und es gibt mildtätige Menschen. Der Mensch ist grundsätzlich individuell zu beurteilen. Die Deutschen, die im und vor dem II. Weltkrieg aus Deutschland geflohen sind, z.B. nach Amerika, haben sich teils in Amerika eingefügt und fühlen sich jetzt als Amerikaner (ein Herr Müller nennt sich jetzt Miller), teils haben sie Eigenes mit eingebracht (deutscher Bäcker, deutscher Schlachter) und dienen der Vielfalt, teils feiern sie nun dort in den USA „Oktoberfeste“… Wie Menschen eben so sind. Genau das ist auch in Deutschland zu finden bei den Menschen, die hierher gewandert sind.

Ich selbst habe ab und an Geflüchtete als Patienten und außer, dass es sprachlich manchmal noch etwas holpert (vielfach aber geht es anfangs gut auf Englisch, später dann schon auf Deutsch), sind es die ganz normalen menschlichen Dinge, die zur Behandlung kommen.

Ich hatte für meine Arbeit auch mehrere Interviews geführt, bzw. bei Eigenberichten zuhören dürfen und stelle fest, dass sich die Fluchtberichte aus der Kriegszeit, aus der DDR, aus dem Iran, aus Bosnien, aus Afghanistan, aus Syrien nicht wirklich unterscheiden. Die Menschen, mit denen ich sprach, haben Ihr Leben und das Leben ihrer Familie nur deshalb in Gefahr gebracht, um es zu retten. Ich muss das kaum alles wiederholen, was den Menschen und ihren Kindern im Krieg, im Bürgerkrieg oder unter despotischer Herrschaft alles droht, sodass sie bereit waren, damals zu Fuß über die gefrorene Ostsee, oder heute durch neun Länder zu wandern, oder auch in einem Schlauchboot über das Mittelmeer zu setzen und auch die anschließende Lagerzeit, die Zeit in Containern oder Zelten auf sich zu nehmen, um einen neuen Anfang zu wagen in Frieden und Freiheit. Noch einmal: Sie suchen den Frieden!

Dazu fällt mir noch ein, dass ein Herr, der damals über die Prager Botschaft aus der DDR nach West-Deutschland geflüchtet ist, mir berichtete, dass unter all den Asylsuchenden, die in der Botschaft auf Ausreise hofften und warteten, diverse Stasispitzel waren. Auch zu der Zeit schon wurden also Teile des feindlichen Systems mit den Flüchtlingen mit in den Westen eingeschleust. Das wird heute natürlich ganz genauso gemacht. Und diese Leute haben sicherlich die „besten“ Papiere bei sich, um eingelassen zu werden….

Zur Kriminalität. Es gibt Kleinkriminelle, deren Art von Kriminalität ist zu finden bei Lebensnot oder Verwahrlosung. Schwerkriminelle sind komplett entgleist. Das gibt es leider in fast jedem Land.

Organisierte Kriminalität aber ist geleitet von Organisationen, die politische oder finanzielle Ziele verfolgen, häufig beides, auch über Landes- und Staatsgrenzen hinweg. Die aktuellen großen Attentate sind organisiert in großem Stil mit einem bestimmten Ziel, von langer Hand vorbereitet, meist von Menschen mit Geld und daraus resultierender Macht (Weiße-Kragen-Täter). [20][1]

Wir müssen bitte unterscheiden.

Thüringer Winterwald2

Ich kann dazu ein Buch empfehlen, welches manchen Hintergrund gut beleuchtet und benennt: „Sommer unter schwarzen Flügeln“ von Peer Martin, 2015 aus dem Oettinger Verlag. Es soll wohl ein Jugendbuch sein, ist aber für Erwachsene bestens geeignet. Engagiert, deutlich, spannend und auch lyrisch, lässt es immer weiter lesen. Peer Martin weiß, wovon er spricht, da er jahrelang als Sozialpädagoge im nördlichen Osten gearbeitet hat. Er ließ viele Fakten aus seiner Arbeit und auch aus den Berichten seines Syrischen Freundes einfließen. Nach der Buchveröffentlichung ist er aus Deutschland ausgewandert.

Was hilft außerdem? Nach wie vor hilft es, wie bei allen Problemen, die sich unter Menschen ergeben, die kleinsten Strukturen zu fördern (in Bildung und sozialer Entwicklung), nämlich die Familien, die Kinder, deren soziale Bindungen. Wo das nicht geht, spätestens in der Schule. Überall, wo Menschen zusammen kommen, muss auf Bildung, ein soziales, friedliches Umgehen geachtet werden. Da haben z.B. die Kirchen, gleich welcher Konfession, ihre Aufgaben, aber auch die Firmen und auch jeder Einzelne. Die Grundwerte, die von den Menschen über Jahrtausende erarbeitet wurden, sind es wert, dass auch wir uns dafür einsetzen. In Familie, Freundeskreis, Beruf, auf dem Weg zur Arbeit, genauso wie im Urlaub. Wer z.B. zusieht, wie ein Kind geschlagen wird, fördert damit eine kranke nächste Generation.

Insofern finde ich es sogar ganz gut, dass Gelder in die sozialen Aufgabengebiete (zum Beispiel für Sozialpädagogen in Schulen, wo ja alle Kinder jeglicher Herkunft zusammenkommen) fließen. Das kommt uns allen, sowohl jetzt schon wie auch später, zugute.

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen, allen Ehrenamtlichen, Engagierten und auch professionellen Helfern, die zeigen, was alles möglich ist, wenn ein freundliches Herz zugegen ist!

Auch wenn sich dieser Rundbrief etwas trockener liest, als ich es eigentlich will, so möchte ich doch Hoffnung damit machen: Das alles wird sich für alle zum Guten entwickeln können. So wie nach dem Kriegsende, so wie nach dem Mauerfall. Wie bei allen großen Zielen dauert es etwas länger und kostet es etwas Mut. Wie in unserem persönlichen Leben, so gilt auch hier, wer begrenzte Gedanken aussendet, der erhält begrenzte Ergebnisse. Der Erfolg verehrt die positive Grundeinstellung. Lasst uns die guten Möglichkeiten sehen und ab jetzt gedanklich fördern. Haben wir die Möglichkeit zur guten Tat, sollten wir sie stets nutzen! Das dient auch dem Wert und Sinn unseres eigenen Lebens.

Und so habe ich zum Abschluss dieses langen Briefes jetzt noch eine kurze Geschichte, die sich im letzten Sommer ereignet hat[21]. Die Bündnis-Mitglieder haben sie wahrscheinlich sogar schon gelesen.

Ich grüße herzlich damit und wünsche Euch Zuversicht, Elan und gutes Gelingen

im ganzen Jahr 2016

Cornelia Cornels-Selke

.PS: .. und nun die wahre Geschichte: Zitat

„Paar verwechselt Asylheim mit Gasthof und wird freundlich bewirtet
Ein Pärchen aus Karlsruhe hält das Asylheim Unterleiterbach für ein Gasthaus. „Wir wussten nicht, was das für Leute waren. Aber sie hatten Hunger“, sagt Asylbewerber Kawa Suliman.

 

Kawa Suliman lebt im ehemaligen Brauerei-Gasthof in Unterleiterbach. Seit gut einem Jahr ist das Haus ein Heim für Asylsuchende. Foto: Natalie Schalk

Gabriele Stärz muss sich setzen. „Hach“, die Rentnerin seufzt ins Telefon, „das ist eine längere Geschichte, so eine einmalige Geschichte – ich könnte gleich wieder heulen!“ Die Karlsruherin erzählt von ihrer Liebe zu Franken und davon, wie gern sie immer mit ihrem Lebensgefährten Hans Eppinger zum Kanufahren hierher kommt.
Mit Kopftuch im Kanu
Das letzte Mal war es sehr anstrengend. Der 72-Jährige paddelte kräftig, Gabriele Stärz hatte ein Tuch um den Kopf gebunden, um ihr Haar zu schützen und die beiden waren eigentlich schon ein wenig zu lange auf dem Main unterwegs. „Mir hing der Magen in den Kniekehlen, wir mussten unbedingt ein Gasthaus finden“, sagt die 68-Jährige. Im Zapfendorfer Ortsteil Unterleiterbach legten sie an. „Wir sind dann eine Weile gelaufen.“ Als sie das Schild „Brauerei – Gasthof Hennemann“ sahen, wunderten sie sich kurz über den zugemauerten Eingang. „Aber da schaute ein Mann aus dem Fenster und zeigte mit einer Handbewegung, dass es hinten rein geht. Also sind wir über den Hof ins Haus gegangen.“
Keiner kennt das fremde, hungrige Paar
In diesem Haus lebt Kawa Suliman seit gut einem Jahr. Der 30-Jährige stammt aus Qamishli, einer Stadt im Norden Syriens, wo die Kurden gegen den IS kämpfen. 2014 ist der junge Anwalt nach Deutschland geflohen. Er war einer der ersten, die in Unterleiterbach einzogen, als der ehemalige Gasthof zum Heim für Asylsuchende wurde.

Als der fremde alte Mann und die Frau mit Kopftuch im Heim auftauchten, holten die anderen Asylbewerber Kawa Suliman, denn er kann am besten Deutsch – und die beiden Fremden sprachen wohl Deutsch (den leicht schwäbischen Einschlag konnten die Syrer nicht zuordnen). „Wir wussten nicht, was das für Leute waren“, sagt Kawa Suliman. „Keiner kannte sie, aber ich verstand sie gut. Sie hatten Hunger.“ Außerdem wirkten sie sehr müde, erschöpft. Kawa Suliman hieß sie willkommen.
Fränkisches Wirtshaus ohne Braten
„Wir waren völlig fertig“, erinnert sich Stärz an diesen Nachmittag. Ihr war aufgefallen, dass Tische und Stühle im Gastraum nicht zusammenpassten. „Ich dachte: Die fangen neu an. Da muss man Verständnis haben, wenn’s nicht so schniecke ist.“ Die Rentnerin lacht. „Der junge Mann, der nach unseren Wünschen fragte, war so nett – so nette junge Gastronomen muss man doch unterstützen!“

Als ihr Lebensgefährte gegen die kalte Küche protestieren wollte, verpasste sie ihm unterm Tisch einen kleinen Tritt. Schließlich war es schon früher Nachmittag, also bestellten sie, was der junge Mann anbot: Eier, Toast, selbstgemachte Marmelade, selbstgemachtes syrisches Fladenbrot, Tomaten, Joghurtsoßen.

Bassam Elshia, Mohammad Ali und Ahmed Abdallal beobachteten von einem Nebentisch im Aufenthaltsraum des Asylbewerberheims aus, wie ihr Freund Kawa Suliman mit dem seltsamen alten Paar sprach. Suliman holte seine Freunde in die Küche und erklärte ihnen, dass die Gäste etwas zu Essen brauchen. Mohammed Ali holte die Apfelmarmelade, die er zwei Tage zuvor gekocht hatte, die anderen hatten Eier, Tomaten, Käse und Joghurt. Kawa Suliman richtete eine Platte an und servierte alles mit Fladenbrot.
Ein tränenreicher Irrtum
„Toll hat das geschmeckt“, sagt Gabriele Stärz. Sie hatte einen grünen Tee bestellt, ihr Hans trank Milch. Den Karlsruhern gefiel das sympathische syrische Restaurant in Franken. „Uns ist erst aufgegangen, dass wir im Asylbewerberheim gelandet sind, als wir die Rechnung verlangt haben.“ Als Hans Eppinger wissen wollte, warum er nicht bezahlen soll, klärte sich der Irrtum auf. „Ich habe sofort angefangen zu heulen“, sagt Gabriele Stärz.
Die Karlsruherin ist immer noch gerührt. „Das war ein wunderschönes Erlebnis. Ich könnte gleich wieder heulen“, sagt sie am Telefon. Es ist ein paar Monate her, dass sie in Unterleiterbach war. Jetzt möchte sie wissen, wie es Kawa Suliman und seinen Freunden geht. Im Leben der Asylbewerber hat sich seitdem nichts verändert. Sie leben im ehemaligen Gasthof, hoffen auf einen weiteren Deutschkurs, auf die Anerkennung als Asylberechtigte, auf Arbeit und ein neues Leben in Sicherheit. Gabriele Stärz betont, wie wichtig es sei, dass Flüchtlingen in Deutschland geholfen wird. Die 68-Jährige arbeitet in Karlsruhe einmal pro Woche ehrenamtlich im Asylbewerberheim.
Ein Kommentar von Natalie Schalk:
Liebe Leser,

als Autorin dieses Artikels freue ich mich über die intensive Diskussion. Es hat mich einige Mühe gekostet, das Ehepaar aus Karlsruhe zu finden, das vor Monaten in Franken zu Besuch war. Aber ich habe sie gefunden, und Gabriele Stärz hat eine rührende Geschichte erzählt, die sich mit den Angaben der Asylbewerber deckt. Dieser Teil meiner Arbeit heißt Recherche und geht dem Verfassen eines journalistischen Textes voran: Der Wahrheitsgehalt von Informationen wird dabei geprüft.

Jedem Leser bleibt überlassen, wie er die wahre Geschichte aus dem Asylbewerberheim Unterleiterbach findet. Ich schmunzle dabei ein wenig über diejenigen Kommentatoren, die hier Manipulation, Propaganda und Volksverblödung unterstellen und gar von einer gleichgeschalteten Presse sprechen – und dabei nicht mal merken, dass sie das nicht schreiben könnten, wenn ihre Unterstellungen wahr wären. Eine gleichgeschaltete, manipulative Presse würde solche Kommentare nie zulassen. Wir aber schätzen und schützen die Meinungsfreiheit und -vielfalt.

Ich gebe den Kommentatoren, die meinen, dass über das Thema Flüchtlinge nicht ordentlich berichtet wird, die Gelegenheit, ihre Meinung in einem Artikel unserer Zeitung zu sagen. Gerne führe ich mit Ihnen ein Interview. Wie Gabriele Stärz, Kawa Suliman und seine Freunde müssten Sie dafür allerdings öffentlich mit Ihrem echten Namen zu Ihrer Meinung stehen. Anti-Propaganda, Angie24, Frankenfregger, Laramy, NeuFranke, freak69, binbedient – traut sich einer? Wenden Sie sich über „Autor kontaktieren“ an mich! Ich melde mich bei Ihnen.
Reaktionen auf den Artikel
Es gab zahlreiche Reaktionen auf den Artikel. Zwei davon wollen wir hier noch kurz erwähnen:

1. Eine Familie aus Gundelsheim hat nach der Lektüre des Artikels spontan beschlossen, Kawa Suliman und seine Freunde einzuladen, um den ersten Weihnachtsfeiertag mit den Asylbewerbern zu feiern. Es wird ein festliches Essen mit Rinderbraten und Gemüse geben, nachmittags dann Kaffee und Gemütlichkeit – deutsche Weihnachten eben.

2. Eine Münchner Dokumentarfilmerin hat sich bei der Redaktion gemeldet. Sie möchte einen Kurzfilm über die Begegnung der Karlsruher Ausflügler mit den Asylbewerbern im fränkischen Dorfgasthof drehen.“

 

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[1]Vgl.: Fischer, Thomas, z.Zt. Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof, „Recht und Unrecht“, Die Zeit, 30.12.2015, Seite 12.

[2] Vgl.: https://www.bpb.de/fsd/3D-GLOBUS/bevoelkerung.html.

[3]Vgl.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/169557/themengrafik-demografische-merkmale.

[4]Vgl.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/169557/themengrafik-demografische-merkmale.

[5]Vgl.: http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/laenderprofile/208633/flucht-und-asyl.

[6] Vgl.: http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/217395/rueckblick-2015.

[7]Zitat:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61535/bevoelkerung-nach-laendern.

[8] Vgl.: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Hrsg.,Bericht zum Stand der deutschen Einheit 2015, Stand Sept 2015, S. 22f, s.71ff,s.95f,S.97ff.

[9] Einfügung durch C. Cornels-Selke.

[10] Zitat:http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/dossier-migration/56359/nach-dem-2-weltkrieg.

[11]Zitat:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61643/aussiedler.

[12]Vgl.:http://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Zensus-TG%20-%20Demografische%20Merkmale_0.pdf.

[13] Vgl.: http://populationpyramid.net/de/deutschland/2015/.

[14] Zitat: Wie 11.

[15]Zitat:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61871/oeffentliche-ausgaben.

[16]Vgl.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61890/sozialbudget.

[17]Vgl.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61893/mindestsicherung

[18]Vgl.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61893/mindestsicherung.

[19]Vgl.http://www.gruene-bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2012/april/kosten-der-bankenrettung-trauriger-rekord-muss-konsequenzen-haben_ID_4383411.html.

[20]Vgl.: http://www.bka.de/DE/ThemenABisZ/Deliktsbereiche/OrganisierteKriminalitaet/ok

__node.html?__nnn=true.

[1] Vgl.: http://m.welt.de/politik/deutschland/article150765894/Verdaechtige-Maenner-hatten-Sex-Spickzettel-dabei.html

[21]Zitat:http://www.infranken.de/regional/bamberg/Paar-verwechselt-Asylheim-mit-Gasthof-und-wird-freundlich-bewirtet;art212,1458318

Gärtnern auf Strohballen

Strohballenanlage♪ Im Märze der Bauer die Rösslein einspannt ♫

Das war mein Osterrundbrief:

Wir können so manches an unseren lieben Mitmenschen beobachten, was man eben alles so tut, wenn der Frühling uns packt, – und ich, ich mach es so wie der Bauer in dem Lied.

Auch ich bin diesem Urtrieb gefolgt. Wir hatten hinten auf dem Grundstück zwei kleine Teiche, wovon der eine leider undicht wurde. So habe ich dort die Folie entfernt, das Loch mit Kompost, Blättern, Zweigen und Erde gefüllt und immer gedacht, ich würde da mal ein Hoch- oder Tiefbeet anlegen (immerhin habe ich noch einmal gelernt, dass kleine Äste, Reisig und vergehendes Laub Humus bilden und habe damit einen Grund mehr gefunden, unter den Büschen nicht immer alles klinisch rein zu harken).

Ihr, die Ihr selbst gärtnert, Euch brauche ich nichts zu erzählen, Ihr wisst warum und kennt wahrscheinlich jeden Kniff. Aber ich bin, wie viele, erst jetzt verstärkt darauf gestoßen. Was uns mit der Industrialisierung verloren ging, jetzt kommt es wieder in unser Bewusstsein. Sogar in den Städten finden wir Räume zum Ackern und Pflanzen. Es ist schön, hinten in den Garten zu gehen und etwas für den Salat abzupflücken oder für den Kuchenboden zu sammeln und nun möchte ich das etwas ausbauen.

Und dann kam Folgendes auf mich zu: Gärtnern mit Strohballen.

Das scheint also wirklich eine tolle Idee zu sein (danke Peter). Man hat damit in erhöhter Form – also mit wenig Bücken bei der Arbeit – einen Boden auf dem wunderbar gedeiht und das unabhängig davon, wie der eigene Boden an dieser Stelle beschaffen sein mag.

Wie geht das?

Man legt Strohballen so auf die Seite, dass die Halmöffnungen nach oben stehen und präpariert sie abwechselnd mit Wasser und mit Dünger.

Es geht mit jeder Art von Dünger (Rinderdung, mineralischer Dünger, Veggiedünger). Ich empfehle etwas möglichst Biologisches, damit man bei seiner späteren eigenen Ernte weiß, dass man wertvolle Lebensmittel vor sich hat und auch richtig stolz sein kann. Gut kann man auch effektive Mikroorganismen einsetzen.

Schon nach kurzer Zeit arbeitet es im Strohballen und im Inneren sind schnell 40° Grad C vorhanden.

 

Strohballenanlage2Und dann kann gepflanzt oder gesät werden. Hier könnt Ihr jetzt wirklich darauf achten, dass Ihr Hybridpflanzen und genverändertes Saatgut vermeidet und somit tatsächlich Naturschutz in die Tat umsetzen, Ihr könntet alte Sorten, die es nicht mehr zu kaufen gibt, für Euch entdecken und Ihr wüsstet genau von der Qualität, die Ihr auf den Teller bekommt. Das ist dann wirklich aus deutschen Landen.

Es geht übrigens auch in Innenhöfen und auf Balkonen!

Die Wärme in den Ballen ist ideal für die Pflanzen, man kann sie dicht nebeneinander setzen, da sie tief wurzeln können und man kann recht schnell ernten.

Es ist jederzeit im Jahr möglich zu beginnen. Eine Fruchtfolge muss man nicht bedenken, aber es macht Sinn Pflanzenfreunde nebeneinander zu setzen.

Am Ende des Jahres hat man außerdem wertvollen Mulch zur Bodenverbesserung für alle anderen Beete.

Mein Buchtipp heute lautet also: „Gärtnern auf Strohballen“, BLV, Folko Kullmann

Könnt Ihr Euch, wenn ich Euch angesteckt haben, noch zu Ostern schenken und gleich danach beginnen.

Und so kommt der Frühling mit den ersten Knospen, diesmal auch auf Stroh.

Ich grüße Euch sehr herzlich und wünsche fröhliche, fröhliche Ostern!

 

Cornelia Cornels-Selke

PS: Den einzigen Nachteil haben unsere Frösche, die sitzen jetzt alle in dem einen übrig gebliebenen Teich.

 

 

Cornelia Cornels-Selke

„Damit Sie wieder leuchten können!“

 

 

Einzigartig

 

Apfelblüte 2015

 

Neulich hatte ich einen Traum: Ich träumte, dass ich mir eine Graphik ansah, in der dargestellt war, wie viele Kinder bei einem Spiel mitspielten. Es ging wohl darum, möglichst viele zum Mitmachen zu bewegen. Und in der Graphik waren alle Kinder, die mitspielten, als farbige Punkte in einer Reihe dargestellt.

Ungefähr so:

Spielzeit: ooooooooo ooooo
Spielzeit: oooooooooooooooo ooooooo
usw

Die dunkelblauen Punkte zeigten die Kinder, die das Spiel ganz normal mitspielten, die andersfarbigen Punkte zeigten also die Kinder, die in diesem Spiel auf andere Art mitgespielt hatten oder zu der gleichen Zeit etwas anderes spielten. (Sieht man nur in der Mail farbig, sorry)

Ja, warum träume ich so etwas?

Auch wenn ich darauf keine Antwort habe, so fand ich doch am Ende des Traumes, dass die Kinder, die anders oder etwas Anderes spielten, das Ganze schön bunt gemacht hatten.

Ich mag es ja, wenn Menschen sich zusammen tun, z.B. um zu spielen, um zusammen zu arbeiten oder auch um etwas gemeinsam zu erreichen. Ich glaube grundsätzlich, dass es auch gut ist, dass die Menschen Institutionen gebildet haben, die sich eine bestimmte Richtung und Arbeit zur Aufgabe gemacht haben.

Aber, und das scheine ich nun wirklich bis in mein tiefes Unterbewusstsein zu glauben, sonst wäre es nicht von dort in Form eines Traumes auf mich zugekommen, ich glaube auch an die Kraft des Einzelnen, an den Zauber und die Schönheit, die entsteht, dadurch dass wir alle Unterschiedliches machen und dies auch wieder etwas anders als jeder andere machen.

Wir sind keine Monokulturen, noch sind wir nicht geklont. Und so wie jeder etwas andere Haare, eine etwas andere Nase, einen etwas anderen Körperbau hat, als der nächste, so haben wir auch andere Neigungen und Abneigungen, Fähigkeiten und Schwächen und das ist wunderschön so.

WeißdornAhorn

 

 

 

 

 

Im „Robin Hood“ Film mit Kevin Costner wurde sein schwarzer Begleiter, Morgan Freeman, von einem staunenden Kind gefragt: „Warum bist Du schwarz?“ und dieser antwortete: „Weil unser Herrgott die Vielfalt liebt.“

Und diese Vielfalt ist liebenswert!

Gerade jetzt wird dies in der Natur so deutlich: Durch das zwischenzeitlich kühlere Wetter haben sich die zuerst erscheinenden Blüten sehr lange gehalten, und es blühen nebeneinander noch immer die Forsythie, noch knapp Felsenbirne und Kirschblüte, dazu die Tulpenbäume, der Weißdorn ist gerade abgeweht worden, aber die Apfelblüte und der Rhododendron sind dafür schon geöffnet, der Ginster ist kurz davor, der Flieder fängt schon an, die Azalee öffnet sich. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinsehen soll. Es ist eine bunte, duftende Wolke und sie beschenkt uns mit ihrer vielfarbigen Fülle. Göttlich!

Birkenkerzen1Birkenkerzen2Birkenkerzen3

 

 

 

 

 

Habt Ihr schon mal gesehen, wie die Birken kurz vor dem Grünwerden ihre filigranen Kerzen aufstellen?

Birkenkerzen4birken grün

 

 

 

 

 

 

Aufgenommen am 1.5. und am 5.5.2015

Eine Freundin von mir sagte: „Das tut schon richtig weh, so schön ist das.“ Und eigentlich fehlen mir die Worte. Deshalb füge ich Euch etwas bei, das meine Stimmung vielleicht besser zu Euch leitet: Die Vogelstimmen sind aus unserem Garten und Isabel hat sie für Euch mit dem Titel „Feeling good“ zusammen gestellt (für meine sieben Freunde).

ForsythieKirsche

 

 

 

 

 

 

Den Duft aber, den kann Niemand beifügen, – den erleben wir nur draußen echt und beglückend. Und auch der Duft ist nicht ein Duft. Es sind Tausende, mit unterschiedlichsten Nuancen, fruchtig, holzig, tropisch, grün, leichter und schwerer, jede Pflanze schenkt ein ganzes, ein ganz eigenes Bouquet.

Wenn wir uns bewusst wären, wie schön auch unsere Unterschiedlichkeit ist, dann könnten wir das Leben bestimmt anders angehen. Ich glaube, wir würden dann weniger Angst haben, uns dann auch mehr einbringen, weniger zurück halten, mehr von unserem eigenem Geschenk in die Menschheit und an die Welt geben. Die Welt hätte mehr von uns – und es würde doch auch mehr Spaß machen.

Und es ist gewollt! Davon gehe ich aus, denn weshalb sonst hätte sich die Schöpfung mit unserer Unterschiedlichkeit soviel Mühe geben sollen? Sogar die feinen, feinen Linien auf unseren Fingerkuppen, die ja 100%ig zu unterschiedlichen Fingerabdrücken führen, sind jeweils nur ein einziges Mal verschenkt worden. Macht das nicht Hoffnung? Dass wir so sein dürfen, wie wir sind, dass wir wirklich unser Leben leben sollen und nicht das eines anderen?

Die „Fehlerhaftigkeit“ des Eichhörnchens sollte uns zusätzlich bestätigen: Jedes Jahr wieder vergräbt es Nüsse und Samen als Vorrat für den Winter und findet sie dann nicht wieder… Das mag auf den ersten kurzsichtigen Blick ärgerlich sein. In Wahrheit aber verdanken wir alle diesem vermeintlichen Fehler viele, viele gepflanzte Bäume.

Könnte es sein, dass auch wir nicht so verkehrt sind, wie wir häufig annehmen, wie vielleicht andere uns weismachen wollen. Das manches vermeintlich Ärgerliche sich doch als Segen für alle erweisen wird?

Wenn ich hinaus schaue, dann empfinde ich die Schöpfung als unendlich weise und gleichzeitig liebevoll und so will ich doch weiter glauben und wünschen.

Jetzt wo die steigende Sonne jeden Vogel auf seine Weise singen lässt, da lasst auch uns unsere Melodie in die große Partitur des Lebens einbringen, – alles andere wäre doch Vergeudung.

Ich grüße Euch herzlich und wünsche Euch noch große Wonne in diesem Mai!

Cornelia Cornels-Selke

PS: Meine Strohballen bekamen etwas Aussaaterde obenauf und ein paar Samen dahinein:

Strohballen 1Strohballen 2

Nur Erde                                              und erste Keimung

 

 

Cornelia Cornels-Selke

„Damit Sie wieder leuchten können!“

Naturheilkundliche Praxis für Ganzheitsmedizin•

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buchcoverDie Welt ist schön

Begleitende Briefe durch das Jahr

Cornelia Cornels-Selke

316 Seiten, 144 farbige Seiten mit Fotografien

225 mm x 175 mm, Hardcover mit Fächerbindung

33,- € (10% Spende für die Delfinbotschaft gUG)

ISBN 978-3-00-044257-5

Etwas über Frieden

 

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Liebe Freunde

Wir hören, sehen und lesen viel zum Thema: Krieg, möglicher Krieg, an so vielen Stellen Krieg. Ob in Israel, in der Ukraine, in Syrien, völlig egal, wo, – das Thema war andauernd in den Medien. Und andauernd Falschmeldungen …

Von den Friedensdemonstrationen, die immer noch in ganz Deutschland JEDEN Montag gehalten werden, wird gar nicht berichtet.

Was soll damit bezweckt werden?

Wer ist dafür verantwortlich?

Und: Was können wir tun? Sind wir nur Spielbälle der Interessen Anderer? Können wir etwas anderes tun, als ängstlich die Kapuze über den Kopf zu ziehen? Wir Deutschen, mit den Ängsten der Eltern in den Genen?

Ja, ich denke schon, gerade wir können etwas tun. Gerade weil unser Land in der Vergangenheit soviel Schreckliches erlebt hat, haben wir (traurige) Kompetenz. Wir können komplett Abstand nehmen, wenn uns jemand für seine Kriegszwecke missbrauchen will. Ob streitende Königsfamilien oder ein geifernder Anführer, genauso Kriegshetze aus den Medien, wir kennen das und können das durchschauen, denn mit unseren Vätern und Vorvätern haben wir sovieles auch gelernt und überwunden. Und wir können aktiv zum Frieden beitragen!

Und wie geht das?

Ganz kurz, um es richtig erklären zu können, etwas aus dem medizinischen Bereich: Man hat den Versuch gemacht, dass man einen Menschen, der an Masern erkrankt war, mit Drähten (Hände hätten es wohl auch getan…) an jemanden gebunden hat, der bereits früher eine Masernerkrankung überwunden hatte. Man machte die Entdeckung, dass solche verbundenen Menschen viel schneller heilten, als Menschen, die alleine ihre Masern ausheilen mussten.

Die Versuchsreihe führte zu dem Ergebnis, dass Menschen, die eine Art „Gesundungskompetenz“ hatten, ihre Gesundung übertrugen, auf diejenigen, die gerade eine ähnliche Erkrankung durchlebten. Eine Art gesunde Ansteckung…

F. L. Rawson sagte einmal: „Anstatt für die betreffende Person zu beten oder geistig auf sie einzuwirken, wirke ich auf mich selbst geistig ein. Dass heißt, ich versuche die falschen Ansichten über Gott und Menschen, die sich durch Jahre falscher Erziehung in mein Bewusstsein gegraben haben, zu beseitigen. Wenn meine Gottesvorstellung der Wahrheit entspricht, ist die Person augenblicklich geheilt oder beschützt“ (er beschützte damals Menschen im Krieg auf geistigem Wege).

Dies entspricht auch dem Ho opono pono, das von den Kahunas auf Hawaii durchgeführt wurde: Ich erkenne meine Anteile an dem Falschen, heile das bei mir und heile damit den anderen.

Oder in der Bibel steht: „Reinige zuerst das Innere Deines Bechers, damit auch das Äußere rein wird“ (Matth. 23,26).

Nun lasst uns doch einmal nach innen gehen und schauen, wie friedlich wir dort drinnen sind, bitte.

Sind wir wirklich vollkommen friedlich?

Auch zu denen, die aggressiv sind? Halten wir die andere Wange auch noch hin?

Oder regen wir uns über irgendeinen anderen auf, z.B. über eine Bevölkerungsgruppe, politische Partei, Gesellschaftsschicht, Familie, einen Verein oder Nachbarn?

Sehen wir gerne Kriegsfilme, Krimifilme, Kampfberichte? Was lesen wir in der Zeitung für Nachrichten? Was für Bücher lesen wir am häufigsten?

Spielen wir am Computer Krieg in irgendeiner Version? Oder unsere Kinder?

Gehen wir morgens zur Arbeit oder ziehen wir in den Krieg?

Herrscht ein friedlicher Grundton in der Familie?

Können wir also mit Frieden anstecken?

Ich darf Euch ehrlich sagen, ich reg mich manchmal auf… Es mag gerechtfertigt sein, (im Stadtrat z.B). —– aber es tut mir nicht gut!

Da ich diejenige bin, die sich aufregt oder ärgert oder wütend wird oder sich gekränkt fühlt, bin ich diejenige, bei der der Puls hochgeht, die dadurch zunimmt, die dann nicht schlafen kann – und es hat ja noch viele Auswirkungen mehr, wenn wir Schlimmes oder Schlechtes in uns einlassen, in uns wirken lassen und dann auch noch in uns festhalten!

Soviel Kompetenz habe ich mir in Sachen Streit, Ärger, Wut, Kränkung, Schmerz, Trauer, Schuld, Nachtragen, Angst und Unsicherheit erarbeitet, dass ich sagen kann: Wenn wir das loslassen können, geht es uns besser! Denn wenn wir das Unschöne loslassen, ist nur das Schöne in uns übrig! Das ist logisch und es hilft.

Irgendwann saß ich einmal in meinem gemütlichen Sessel und grämte mich, um plötzlich zu der ganz tiefen Erkenntnis zu kommen: „Was tue ich hier? Das tut mir nicht gut! Und ich bin wahrscheinlich die Einzige, die sich überhaupt erinnert und dann auch noch darunter leidet. Bei allen anderen ist es längst weg und ich sitze hier immer noch in der Vergangenheit. Das ist jetzt ein für allemal vorbei. Ich lasse das jetzt bewusst los, mach mich frei davon, – wenn ich es recht bedenke, habe ich daran zumindest viel gelernt und nun ist Schluss mit der Leiderei!“

Wenn man das so tief empfindet, dann gelingt es auch. Aber Ihr könnt auch Hilfe von anderen suchen. Oder um Erlösung beten. Oder die Kraftworte „es werde Licht“ benutzen. Oder natürlich mit Reiki, LAV, Homöopathie Läuterungsarbeit betreiben.

Wisst Ihr, dass dann, teilweise mit sofortiger Wirkung, Heilung eintritt, wenn wir solche alten Verletzungen bewusst loslassen?

Meist ist das ganze Unschöne nur deshalb so lebendig, weil wir ihm durch unser Festhalten und immer-neu-Aufleben-lassen und immer-wieder-Durchleben unsere Energie geben und ihm damit diese Lebendigkeit verschaffen. Lassen wir es los, löst es sich in Wohlgefallen auf. Dann ist endlich Platz für anderes! Zum Beispiel für Gesundheit, zum Beispiel für inneren Frieden.

Also, tun wir nicht nur so, als sei alles eitel Sonnenschein, setzen wir uns mal wirklich hin und gehen die Sache an: Wir sagen uns bewusst los von dem ganzen Schlimmen. Zu Beginn, können wir das bestimmt zumindest bei einigen Teilen. Das üben wir und mit den Jahren werden wir immer mehr los, statt wie bisher immer mehr in uns anzuhäufen.

Schauen wir unser Inneres doch mal genauer an:

Wir alle haben einen riesengroßen unbewussten Pool in uns, bestehend aus Empfindungen, die recht wild hochschlagen können und Gedanken, die eifrig in jede Richtung rennen. Auch unsere Erinnerungen sind darin enthalten.
Unser Bewusstsein sollte da ein wenig den Überblick haben und behalten. Doch können uns teilweise Emotionen – vielleicht aus der Vergangenheit – komplett überschwemmen und hilflos machen. Wer hält dann die Zügel?
Auch unbewusst, aber eher wie eine Art Ratgeber für unser Bewusstsein, gibt es einen Teil, der ruhig und klug Lösungsvorschläge macht. Mit dem wir uns sozusagen selbst beobachten, wenn wir uns aufregen und „austicken“. Mit dem wir wieder auf „die Spur“ kommen, nach so einem Angst-, oder Wut-, oder Kummeranfall.

Zu unserem unbewussten Pool (den eigentlich unser Bewusstsein steuern sollte). Den nenne ich jetzt „George“ nach dem amerikanischen Sprichwort: „Let George do it!“ – „Lass es George machen!“ (Ich übernehme diese Vorgehensweise von Max F. Long). Warum sollte also George sich von uns lenken lassen, wenn er von uns nichts Gutes zu erwarten hat?

„Sie und ich wissen, wie schwer es für ein Kind ist, gut zu sein, wenn man ihm immerzu sagt, es sei böse“ (Catherine Ponder).

Ihr müsst mit diesem Teil nicht hart umgehen oder negieren, was da an Wünschen ist. Die sind meist komplett berechtigt und können im Tagesablauf auch berücksichtigt werden. Habt Ihr darinnen aber etwas Antrainiertes, was Euch nicht mehr gut tut, wäre es richtig, das abzugewöhnen. Es dauert etwas länger, das ganz loszuwerden, aber Ihr könnt George einen schöneren Ersatz anbieten. Tatsächlich ist er sehr willig.

Nach und nach folgt er Euch sofort – findet Eure Sachen auf Anhieb wieder, kramt die Erinnerungen, die Ihr braucht, in kurzer Zeit hervor, ist energetisch bei dem, wozu Ihr Energie benötigt.

Wenn Ihr ihm wieder Glauben an den guten Ausgang der Dinge gebt, dann stellt er hoffnungsvoll auch Energie dafür bereit!

Zu unserem Bewusstsein. Auch dies ist nicht immer sicher in seiner Vorgehensweise und muss doch mit allem umgehen. Gut wäre wohl, wir würden uns einmal eine grundsätzlich gute Linie für unser Leben vornehmen (ich sprach schon mal davon, dass unsere für uns festgelegten Werte über unseren Weg entscheiden). Damit unser Bewusstsein sich dann im Zweifelsfalle nicht von George’ Angst oder Wut mitreißen lässt, brauchen wir außerdem auch hier guten Glauben, der uns weiter trägt,

– den wir teils aus unseren eigenen Vergangenheit fischen müssen (Auftrag an George: „Guck doch mal, wie so etwas Ähnliches erfolgreich gelaufen ist, bei uns, bei anderen“),

– den wir bei anderen entdecken, die Ähnliches, wie wir es vorhaben, geschafft haben,

– den wir aus unserem höheren Unbewussten bekommen können.

Zu diesem höheren Bewusstsein. (Hier fängt es mit dem Glauben eigentlich schon an: Gibt es das überhaupt? Paul Brunton schrieb dazu sinngemäß: Schau Dich einmal im Spiegel an, schau Dir in die Augen. Wer schaut zurück? Wer ist Derjenige, der DEINE Gedanken manchmal annimmt, manchmal verwirft? Nimm mit Demjenigen engeren Kontakt auf und Du wirst gut geführt.) Ob durch Ruhe, mit bewusster Hinwendung (wie im LAV Kurs) oder besser noch zusätzlich mit Gebet, geben wir Energie in diese Verbindung – statt z.B. in die Ängste – und erhalten mit etwas Übung sehr schnell sowohl weise Antworten, wie auch Unterstützung im Tagesgeschehen. Dieses höhere Bewusstsein von uns ist mit allen anderen verbunden (auch mit dem Schöpfer) und kann Weitreichendes bewirken. Haben wir das erst ein paar Mal erlebt, dann wachsen auch unser Vertrauen und unser Glaube in das Gute überhaupt.

Arbeiten diese drei Anteile von uns zusammen, gelingt das Leben leichter und unser Glaube wächst. Wächst unser Glaube, können wir nach und nach immer mehr Angst und Wut und anderes loslassen und damit die Krankheiten, die als Folge entstanden waren, loswerden. In uns entsteht Heilung und ein großer, entspannter Frieden. Und jeden, dem wir begegnen, stecken wir damit an (auch ohne Drahtverbindungen).

Es lohnt sich, die Arbeit mit den drei Anteilen aufzunehmen! Sprechen sie eine gemeinsame Sprache, werden sie in dieser Welt besser verstanden und können eher mitschöpfen. Probiert es doch selbst einmal aus.

Das waren also ein paar Worte zum Frieden, den wir in uns und damit um uns erschaffen können.

Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass wir, wenn wir Frieden für unsere Weltengemeinschaft erbeten oder erbitten (wie erläutert, möglichst gut verständlich), natürlich sofort die Unterstützung von allen anderen Menschen, nämlich deren höheren Bewusstseinsanteilen, die ja mit uns und miteinander verbunden sind, bekommen, denn wir bitten ja auch für sie.

Bitte macht mit! Wir müssen überhaupt nicht verstehen, wer Recht hat oder wer angefangen hat, wir tun einfach unseren Teil für den Frieden, in uns und um uns herum, wann immer sich die Chance bietet. Leise oder laut, so wie es unserem Temperament entspricht, von nun an aber mit erhöhter Kraft.

Ich bedanke mich!

Eure Cornelia

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Cornelia Cornels-Selke

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Unterwegs

Hartsee

Liebe Freunde

Wenn wir unterwegs sind durch Deutschland fällt schon von der Autobahn aus auf, wie viel Landschaft dieses kleine und hochindustrialisierte Land doch hat.

Hoch nach Schleswig-Holstein ist der Verkehr ruhiger und ich erlebe links und rechts Augenweiden durch grüne Hügel und Buckel in der Landschaft und Waldflecken, leuchtenden Raps oder duftendes Getreide, Wiesen und immer mal wieder ein Blick auf die Ostsee.

Oder, wenn es an die Nordsee geht, ist mit dem Nord-Ostsee-Kanal, spätestens aber mit Überquerung der Eider eine andere Welt erreicht, in der es ruhig und gelassen läuft, mit unendlichem Blick und riesengroßem Himmel über uns, Schafen auf Deichen und lichter Luft.

AmrumEiderland

Skt.Peter-Ording

Oder die Fahrt nach Berlin: Manchmal fahren wir morgens hin und abends zurück. Dann liegt morgens der Dunst golden schimmernd über der Landschaft und abends fahren wir in den Sonnenuntergang hinein, wie durch einen grenzenlosen Park. So um Parchim herum geht der Blick in endlose Weite über sanft geschwungene Landschaft. Und was die Kamera nicht schafft, das tut das Auge, es wandert durch vorbeiflitzende Bäume hindurch weiter durch die Landschaft, die Anhöhen und Wellen hinauf und hinunter, sieht vorne die Kraniche oder Rehe und hinten die blauer werdende Ebene.

Oder gen Süden, auf einer ganz normalen Autobahn (A7) bei Hannoversch Münden ist für Sekunden ein besonderer Blick sichtbar, der alle vorher und hinterher übertrifft, dann rollt der Wagen schon weiter. Höhe auf Höhe, Tal um Tal reihen sich aneinander, dass ein Kunstwerk vor Dir liegt, wie es kein Caspar David Friedrich je schaffen kann. Etwas weiter östlich, die Werra entlang ist Thüringen und das hat eine Landschaft, dass ich glaube, hier sind die Märchen entstanden. Auf den Hügeln Burgen in der Sonne und dazwischen Täler, in die ich im Vorbeifahren versuche, mit dem Auge weiter hinein zu wandern. Und die Hügel selbst sehen aus wie riesige Tiere mit dichtem Fell, die sich zum Schlafen gelegt haben.

Eisenach

Zu gerne tauchen wir tiefer ein in all diese Schönheit und nehmen gerne die Fahrräder mit, um mehr zu sehen, mehr zu fühlen, mehr zu riechen, was an Natur und Schönheit auf uns wartet

Zum Beispiel durch einen Wald hoch über der Flensburger Förde und dann vorbei an grasenden Wildgänsen und Uferschilf,

Flensburger Förde

oder an der Werra entlang, es ist schön am Wasser entlang zu radeln. Oder durch den Thüringer Wald über den Rennsteig durch Blatt-, Farn- und Pilzduft.

Rennsteig

Das ist dann schon mal schweißtreibend bei den Steigungen, durch die man aber immer wieder Panoramablick geschenkt bekommt.

Wartburg

Lohne/Dinklage, bisher nur eine Autobahnausfahrt für mich, kurz bevor es hügelig wird, also irgendwie Flachland…

Dinklage

… es entpuppt sich als Landschaft ohne Ende, das Oldenburger Münsterland, im Mai mit Wäldern aus Rhododendren und schwingenden, glänzenden Gerstenmeeren, durch die man ganz leicht auf ebenen gut angelegten Fahrradstrecken gleitet.

Oder um die bayrischen Seen, so viele, alle anders: Der Hopfensee mit Traumkulisse aus Bergpanorama, der Weißensee mit helltürkisem Wasser und schroffer Felswand oder der dunkelgrüne Alatsee, hoch oben, Chiemsee mit Weitblick oder daneben der kleine stille Hartsee, einsam und ruhig – wundervoll, das alles zu erfahren, sehen und erleben zu dürfen.

Hartsee2

Mit einem Pedelec habt Ihr diese Erlebnisse auch, nur dass Ihr dann immer Rückenwind habt J .

Aber man kann ja auch noch etwas langsamer und intensiver an alles gehen und, wo auch immer, am Strand, über Almwiesen, durch Wald und Berge, auch über steile Steige, ein Teil der Landschaft werden und einfach nur sein und spüren und große Augen und weite Herzen bekommen… (und immer reich beschenkt treten wir aus dem Wald heraus)

SteinpilzeBrombeeren

Deutschland ist ein wunderschöner Flecken!

Und es bietet sich an, über die Grenzen zu schauen, denn immer nur ein paar Stunden weiter nach Norden, Süden, Osten, Westen geht die Schönheit weiter!

Deutschland hat die meisten Nachbarn in Europa, Helmut Schmidt sagte einmal: „Wir wollen gute Nachbarn sein“ und das sind wir vielleicht auch? So gerne, wie die Deutschen reisen, haben sie auch die Chance, zu lernen, zu verstehen, die Europäische Vielfalt zu erleben und lieben zu lernen. Das grüne Dänemark, die heile Welt Südtirol,

Kalterer See

die Schärenküste, die Alm, das Bergmassiv, all die schönen Inseln, oder den Stiefel ganz unten im Mittelmeer. Wir könnten Bücher füllen (und tun es ja auch) über alles, alles, alles und dann über noch unsere Vorlieben darin…. So vielfältig wie die Landschaften, sind die Menschen, sind die Sprachen. Man stelle einen Schweden neben einen Spanier… Das geht ja, wir sind frei und immer fleißig innerhalb unseres Kontinents unterwegs und pflegen Freundschaften über alle Grenzen hinweg. Jedes unserer Länder hat Religionsvielfalt! Es ist auf jeden Fall eine Wonne hier zu leben und hier zu reisen, alles zu entdecken und auch explicit für sich persönlich zu entdecken und zu erkennen, was die Schönheit dieser Welt und des eigenen Lebens darin ausmacht.

Nebenbei kommen mir im Auto folgende weitere Gedanken:

Ich bin stolz auf Europa und ein Teil davon zu sein! Wir sind souverän, wir sind stark – finanziell und menschlich -, denn wir sind vielfältig und wir sind einig. Wir haben es geschafft, mit unseren bunten Mischung Frieden zu schaffen, zu halten und auch einen gewissen Wohlstand zu bewirken. Wir haben wundervolle Natur und Tierwelt und auch ein Bewusstsein dafür. Wir haben Kultur und Bildung, wir reisen gerne zu unseren Nachbarn und lernen immer mehr von ihnen, nicht nur ihre Rezepte und ihre Sprachen. Wir sind autark, wir haben Geschichte, wir sind dabei quicklebendig, wir können was und wir tun was. Wir sind kein Ländle, wir sind ein Kontinent mit eigenen Regeln und Gesetzen, die wir über Jahrhunderte herausgearbeitet haben.
Europa ist ein ganz besonders vielfältiger Kontinent – eben Europa – einzigartig auf der Welt.

Warum sollten wir zu den Regeln anderer immer nur nicken, wo wir es doch besser können? Bei einem dieser jetzigen Freihandelsabkommen, wie auch immer sie heißen, soll bei uns das Gute zum Nutzen (Gewinn) anderer abgeschöpft werden. Dem können wir in unserer Stärke entgegen treten und sollten es auch tun (auch wenn wir mit fingierten Krisen und Kriegen in die Angst getrieben werden sollen). Handel nur wenn er fair ist! Das sollte grundsätzlich gelten! Lasst uns dafür einstehen! Lasst uns echt bleiben.

Und wenn wir wieder nach Hause kommen, dann liebe ich es, barfuß durch den Garten und über den Rasen zu gehen, evt. die Pflanzen zu wässern oder einfach nur jedes Fleckchen zu begrüßen, mit den Vögeln zu sprechen, tief ein und aus zu atmen und ganz anzukommen. Ich schau den Libellen und Fledermäusen zu, wie sie im letzten Licht jagen, solange bis die ersten Sterne plinkern und alles ist gut.

Danke für die schöne Zeit!

Eure Cornelia

Oberbozen

Cornelia Cornels-Selke

„Damit Sie wieder leuchten können!“

Naturheilkundliche Praxis für Ganzheitsmedizin•

Reiki-Schule • Schwimmen mit Delfinen •

Leben aus der Vision® • Lernen im Schlaf •Chinesische

Quantum Methode® • Masterminding

21244 Buchholz • Tel: 04181/940 8117 (auch Skype möglich)

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