Hamburg meine Perle – auch nach G20

 

 

Leergefegt

Liebe Freunde

Ich war in den letzten Wochen ein wenig auf Tauchstation gegangen (deshalb keine Rundbriefe und schlechte Erreichbarkeit), am Semesterende sind immer Arbeiten zu schreiben, also zu lernen, oder noch Aufgaben zu erledigen.

Auch hatte mich das letzte Wochenende gedanklich ziemlich beschäftigt und das musste ich erst mal innerlich für mich selbst klären, bevor ich quasi einfach wieder zur Tagesordnung übergehen konnte.

Wir sind an der Uni ja genau am Rand des für die Staatspräsidenten abgeschlossenen Bezirks gewesen und waren gleichzeitig eine Straßenkreuzung vom größten Unruheherd entfernt.

Eine Stadt ohne Autosbis auf ein paar Escorten

Nachdem ich also die leergefegten Straßen erlebt habe und die durch Eskorten begleiteten Staatskarossen, den ganzen Tag Hubschrauber über mir und Martinshörner neben mir hatte und natürlich durch die Straßensperren zur U-Bahn-Station gegangen bin, an Kolonnen von Mannschaftswagen und Hunderten von Polizisten vorbei. Nachdem meine Kommilitonen, diejenigen die direkt im Brennpunkt leben, von ihren Erlebnissen in den Nächten erzählt haben, ich von und über Demonstranten Erlebnisse gehört habe und die Leute von der Polizei gesehen und gesprochen habe, habe ich erst einmal verdauen müssen.

Und ich konnte manche Kommentare von Menschen kaum mehr vertragen. — Nach solchen Erlebnissen könnten wir vielleicht erst einmal zur Ergründung ganz klassisch fragen: „Wem nützt es – cui bono est?“, um von den sich aufdrängenden Bildern hinter das Geschehnis zu blicken?

friedliche 75000friedliche 75000+

Es gab 12.000 + Demonstranten am Wochenende vorher, 75.000 + Demonstranten an den Tagen danach, die alle friedlich für eine gerechte Welt, Klimaschutz und Frieden demonstriert haben! Meine Kinder waren jeweils dabei und haben engagierte, bunte, fröhliche Bilder geschickt. Sage noch einmal einer, die Jugend interessiere sich nicht.

Es gab etliche Veranstaltungen in Hamburg, auf den Straßen, in der Uni, in den Kirchen.

Es gab Tausende von Polizisten, aus Hamburg und Umgebung, aus allen Teilen Deutschlands, aus den Niederlanden, Österreich und Dänemark zusammengerufen, die hier zum Schutz für Menschen und Umgebung sehr menschlich ihren Dienst getan haben. Diejenigen, die ich gesehen habe und gesprochen habe, waren alle im Alter meiner Kinder, hatten jeweils zwölf Stunden Dienst und die anderen 12 Stunden Bereitschaft. Sie waren erschöpft, hatten in der Hitze ihre schwere Montur zu tragen und keinen Platz zum Ausruhen, wenn sie sich kurz zurückziehen konnten (ich hatte nicht das Gefühl, dass sie gut versorgt wurden), und doch waren sie durchweg freundlich.

Es gab aggressive Demonstranten und aggressive Polizisten. Verletzendes Verhalten ist schlimm und jeweils zu ächten. Natürlich. Es schädigt die Anderen und es schädigt die Eigenen. Und es ist jeweils schädlich für die Sache.

Es gab die, ich nenne sie, Arenabesucher. Die wollten was erleben. Neben den Polizisten im Einsatz, quasi auf der Linie zum Feuer, wollten sie schnell noch ein Bild machen, nicht dokumentierend, wenn sie etwas Wichtiges sahen, sondern die Augen aufreißend im Wege stehend.

Und es gab ein paar Hundert Vermummte, von denen keiner weiß, welche politische Richtung sie haben, da sie sich ja bewusst vermummt und aus der Erkennung gezogen haben.

Wahrscheinlich sind sie mit Zügen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch Europa angereist – und sie sind, gemeinschaftlich und organisiert, kriminell vorgegangen. Ihre Gesinnung war klar erkennbar!

Ein Bekannter hat von seinem Balkon herunter gefilmt (die Filme wurden inzwischen tausendfach auf Twitter geteilt), auf ihnen erkennt man, wie zielstrebig die vermummten Gruppen durch das Wohngebiet gezogen sind, wie sie gemeinsam und geplant vorgegangen sind .

Sie wollten zerstören, plündern, verletzen. Sie haben andere Ziele als die Demonstranten, aber so eine Demo, mit vielen Menschen, wo sie schnell die Klamotten wechseln und wieder untertauchen können, ist ihnen gerade recht.

Und diese Kriminellen sollen das ganze Gute, das ganze Friedliche und auch normal Menschliche überdecken können?

Da ist der Punkt, auf den wir in uns selbst aufpassen sollten:

Wenn auch Fehler gemacht werden, wenn auch Schlimmes geschieht, in all dem sollten wir, wenn wir auch nicht immer den Überblick über die ganze Situation haben, uns davor bewahren, alles zusammen in einen Topf zu werfen und zu verurteilen. Es verschärft jeden Konflikt. Es zieht alles hinab.

Und außerdem wird damit ja auch unser Blick auf die Welt verschattet und auch unser Leben der Angst und dem Gift und der Aggressivität preisgegeben.

Damit hätten die Kriminellen Ihr Ziel erreicht. Wenn die ganze Welt sich aufregt und der normale Mensch Angst bekommt und womöglich auch noch Unschuldige für schuldig erklärt werden, wenn so richtig Zwietracht, Wut und Rage herrscht, dann ist in ihren Augen alles prima gelaufen. Haben sie solchen Erfolg, machen sie weiter.

Davor sollten wir uns in Wahrheit schützen.

Ich komme demnächst mit einem schöneren Thema –in eigener Sache.

Aber für heute wünsche ich Euch ein wirklich schönes, erholsames und friedliches Wochenende.

Eure

Cornelia Cornels-Selke

 

Wenn ich nichts mehr weiß und kann

Liebe Freunde[i]

Wenn ein Mensch despotisch ist, drangsaliert er immer zuerst die Menschen direkt um sich herum, seine eigene Familie zum Beispiel – oder als despotischer Herrscher sein eigenes Volk.

Viele Völker wissen davon zu berichten, auch die Deutschen. Denn häufig genug ist es schon so gewesen. Um so einen Menschen herum entsteht Angst, Streit und Misstrauen, ist sein Radius größer, dann Zerstörung, Verfolgung und Krieg oder Revolution.

Schauen wir in die Geschichte, so haben die Despoten, wenn sie erst einmal ein bisschen Macht über ihre nähere Umgebung hatten, jedes Mittel angewandt, um sie auszuweiten und eben nicht nur die Nachbarn über den Gartenzaun angegriffen, oder ihre Geschäfts-„partner“ sondern, wenn sie sich bereits nach oben durchgeschlagen hatten, auch benachbarte Länder.

Weil sie nur ihre eigene Meinung achten, gibt es von ihnen immer das Bestreben anderen das Wort zu verbieten, bzw. wenn sie in höheren Etagen agieren, schnellstmöglich die Zeitungen unter Kontrolle zu kriegen.[i] Sie stellen sich selbst als Saubermänner dar und verfolgen kritische Berichterstatter.[ii] „Fake News“ können sie einfach selbst herstellen.[iii] Sie mögen krank sein, dumm sind sie nicht.

Warum haben solche Menschen Macht? Weil sie nicht davor zurück scheuen, andere mit Gewalt zu zwingen und zu beugen und weil andere Menschen aus Angst vor dieser Gewalt flüchten, statt sich dagegen zu stellen oder aus Angst, sie könnten das nächste Opfer sein, beim brutalen Vorgehen sogar mitmachen, oder auch, weil sie den Despoten für ihre Ziele gebrauchen können, ihn gezielt fördern und aufstacheln. Es gibt auch die „Wegseher“ und die, die aus Freude an Gewalt mitmachen, sogar ungefragt mitmachen. Schon in der Schule, wenn gemobbt wird, erkennen wir diese Reaktionen in der Umgebung eines Aggressors. Passend dazu schrieb David Grossman in seinem Buch „Das Zickzackkind“: „Großmäuler haben immer viele Freunde“.

Egal, wie solche Despoten hochkommen, immer aber braucht es diese „Anderen“, die dem Despoten die Macht übertragen. Immer gibt es einen Klüngel, der von dem Machthunger des Herrschers profitiert. Durch diese Nutznießer ist das Schlimme erst möglich.

Es ist sehr schwer, sich als Einzelner demgegenüber gerade zu machen. Wir benötigen an dieser Stelle wirklich die Rechtsstaatlichkeit, die sich der Gewalt entgegen stellt. Das gilt im privaten Leben genauso wie im öffentlichen.

Genau deshalb aber wird sich ein Despot, wenn er etwas Macht erlangt hat, mit als erstes darum bemühen, die Gesetze zu ändern und sei es auf dem Wege, Ausnahmezustände herzustellen, damit er ein Ausnahmerecht genießen und natürlich nutzen kann.

Es schrieb ein Journalist[iv]: „Wenn man morgens gegen fünf von Geräuschen geweckt wird und an nichts anderes denkt, als an den Zeitungsboten, dann lebt man in einer Demokratie“. Aber, wenn es danach an der Tür klingele und laute Stimmen Einlass forderten, dann sei man in einem diktatorischen Land und jetzt gerade in Lebensgefahr.

Ja, in der Gegenwart gibt es diesen Menschentypus auch noch… Wir haben ihn gleich ein paar Mal in der gegenwärtigen Welt auch auf Machtpositionen.

In den Kriegen, die sie überall anzetteln, geraten die friedlichen Menschen zwischen die Fronten.[v] [vi]

Und so brauchten wir in der vergangenen Karwoche nicht lange zu suchen, wer das Kreuz Jesu Christi heutzutage trägt. Es sind die Menschen, die in ihrer Heimat, in ihrem eigenen Zuhause, in ihrem eigenen Land entrechtet, verleumdet, verfolgt, gequält, zerbrochen und getötet werden.[vii] Und sie werden mehrfach gequält und missbraucht: Sie müssen ihr Leben und das ihrer Kinder zu retten, sie hoffen dies zu schaffen, indem sie ihre Heimat verlassen. Fast alle Habe verlieren sie dabei. Auf der Flucht machen sie allerschlimmste Erfahrungen, mit Schleppern, mit kaputten Booten, als Sklaven in fremden Ländern, durch die sie hindurch müssen. Mit Hunger und Durst und, häufig durch die Umstände von ihrer Familie getrennt, stehen sie hilflos da und werden noch in diesem Zustand mit modernsten Waffen niedergeschossen. Krankenhäuser werden gezielt zerstört,[viii] Ärzte verfolgt, damit den Menschen auf der Flucht auch die letzte Rettung genommen ist.[ix] Meiner Meinung nach findet hier ein Genozid statt.[x]

Sie leiden außerdem gleichzeitig unter den anderen Despoten dieser Welt, die diese Flüchtenden sofort ebenfalls missbrauchen. Denn diese anderen Despoten möchten gerne mit ihnen, den Heimatlosen und Beschossenen, ihr Image aufpolieren. Dazu lässt man weitere Bomben auf das zerbombte Land fallen und sagt, man habe die Menschen „rächen“ wollen.[xi] – Und man macht gleichzeitig die eigenen Grenzen gegen diese Flüchtenden dicht.[xii] – Soviel Kalkül, so viel Zynismus.

Die getöteten Menschen werden außerdem für einen schmutzigen Wahlkampf missbraucht: Ich werfe den Zeitungen, die dieses Kalkül (die Imagekampagne auf Kosten der Flüchtenden) nicht durchschauen wollen, sondern diese Bomben loben[xiii], Wahlkampfstrategien vor. (Erinnert Ihr Euch? Vor ca. einem Jahr wurde bereits von immer mehr Zeitungen mit dem Wort „Krieg“ als Schlagzeile gearbeitet, weil dies anscheinend beste Verkaufszahlen bot. Kaum hat dies etwas nachgelassen, steht mit der nächsten Wahl die nächste Schlammschlacht bevor. „Nur wer kämpft, hat unsere Stimmen verdient, wir müssen „rächen“, etc, etc.“)

Ich nenne dies „missbrauchen“, denn es kümmert keinen wirklich, wie es den Menschen geht, sondern man benutzt die Opfer für Ziele, die das Gegenteil von humanitär sind.

Und ein anderer Despot „handelt“ mit den Flüchtlingen. Er benutzt sie als Druckmittel in Verträgen, die er zu seinen Gunsten aushandeln will. Panzer für ihn, um nun seinerseits Menschen verstärkt zu verfolgen.[xiv]

Wenn die Überlebenden endlich in einem Land ankommen, wo mit Rechtsstaatlichkeit gerechnet werden sollte, werden sie in ihrer Unterkunft mit Molotow Cocktails „begrüßt“.

Die Kinder trifft es am allermeisten.[xv]

Schon solange tragen sie alle dieses Kreuz. Wer hilft ihnen?

Wir können in Syrien sehen, wohin die Reise führt, wenn man einen Despoten und seinen Klüngel an die Macht lässt. Menschen aus anderen Ländern mit Despoten können hier ihre Zukunft betrachten. 11 Millionen Menschen aus Syrien sind auf der Flucht. Lernen wir etwas daraus?[xvi]

Ist Rache der richtige Weg?

Wenn nicht, wie hilft man denn richtig?

Die Ärzte und humanitären Helfer könnten es uns wohl eher sagen als Regierungschefs: Sie benötigen Treibstoff, damit treiben sie Generatoren in den Krankenhäusern an, so haben sie z.B. Licht. Sie brauchen Betäubungsmittel, um operieren zu können. Hier gäbe es eine lange Liste und viel Gutes zu tun. Die Helfer und Retter sind selbst ebenfalls schon ganz zerstört. Auch sie müssen wieder gestärkt werden. Humanitäre Hilfe benötigen die Menschen dort also.

Das ist in jeder Hinsicht günstiger, als weitere Waffen zu senden. Sicherlich kann Europa zumindest dies schicken?

Humanität brauchen die Menschen, dort, auf der Flucht und auch die Ankommenden hier (und ich habe dies alles, so politisch es manchmal klingen mag, deshalb auch rein aus humanitärer Sicht geschrieben).

Wir selbst haben derweil wieder Ostern gefeiert und uns insofern, zumindest theoretisch, vorher mit all Möglichem, schließlich dem Tod am Kreuz, aber auch der Wiederauferstehung auseinander gesetzt. Wer nicht nur Ostereier sucht, sondern das Fest innerlich mitmacht, der ist vielleicht sensibilisiert, aber doch irgendwie getröstet und kommt auf andere Gedanken, als auf Rache, Vergeltung und neuerliche Gewaltakte und fragt sich eventuell:

Derjenige, den man damals ans Kreuz geschlagen hatte, hatte der Rache gefordert? Hatte der gewollt, dass jetzt alle kämpfen? Oder hatte er etwa vorher gekämpft und war deshalb so hart bestraft worden?

Liebe, Vertrauen, Versöhnung, Vergebung waren stattdessen seine Botschaft. Und so entstand Heilung.

Und das würde sie sicherlich weiterhin, wenn wir diesen Weg gehen würden. Würden Kinder so aufwachsen und dies gelehrt bekommen, gäbe es sicherlich weniger Despoten und mehr Frieden. Wenn es Frieden gäbe (inneren und äußeren), dann könnte man auch alle Menschen dieser Erde ernähren.

Ich habe das jetzt in vier Sätzen aufgeschrieben, aber das ist trotzdem keine schnelle Lösung.

Es ist nicht so leicht zu lieben oder zu vertrauen, erst recht nicht zu vergeben oder sich zu versöhnen. Und es müsste dauerhaft durchgeführt werden, damit es dauerhaft wirkt. Also müsste es von Generation zu Generation weitergereicht werden. Wir müssten uns wirklich um jedes Kind liebevoll kümmern, damit jeder Mensch seelisch gut gedeihen kann (ALLE Eltern würden gebraucht, oder sonst jede Menge Kümmerer[xvii]).

Es ist ein hohes Ziel.

Ich weiß nicht, ob wir Menschen das schaffen. Ich weiß nicht, ob wir Menschen das alleine schaffen. Ich weiß nicht, ob wir überhaupt etwas alleine schaffen.

Und dann weltweiten Frieden dauerhaft erreichen – ein so hohes Ziel – da kann ich gleich sagen, dass ich das alleine nicht schaffe und auch mit vielen Menschen zusammen wird es immer noch fast unlösbar sein.

Und genau an dieser Stelle möchte ich einmal kurz über etwas ganz anderes nachdenken:

Viele von uns wurden so erzogen, alles zu schaffen, möglichst vieles allein zu machen und gleichzeitig auch schnell zu machen, perfekt zu machen, sofort zu machen und uns bei allem richtig anzustrengen.

Aber immer wieder habe ich persönlich Situationen erlebt, da konnte ich wirklich gar nichts ausrichten. Schon gar nicht schnell oder perfekt und wenn ich mich noch so sehr anstrengte. Ich war überfordert, und das waren kleinere Aufgaben als „Weltweiter Frieden“.

Und als ich merkte, ich kann das gar nicht, wirklich, keine Chance, – dann, ja dann war ich manchmal soweit, auch wenn ich keine Idee hatte, wie hier überhaupt Hilfe kommen könnte, mich für Hilfe zu öffnen. Und das Einzige, was mich fähig machte, mich überhaupt für andere Lösungen zu öffnen, die ich mir nicht einmal vorstellen konnte, war Glaube.

Der Glaube, dass ich nicht alle Weisheit besitze, aber dass es diese Weisheit gibt. Dass es da, wo ich nicht retten kann, es dennoch Rettung gibt. Dass es da, wo ich schon überanstrengt bin, es dennoch eine leichte Lösung gibt. Der Glaube, dass, obwohl ich vielleicht nichts davon erkennen kann, es dennoch das Gute gibt. Jedes Mal also, wenn ich wusste, dass ich nichts mehr wusste, war ich dem Glauben am nächsten.

Und mit diesem Glauben und dem Öffnen für Möglichkeiten, für Gutes, jenseits meiner eigenen Wahrnehmung und Möglichkeiten waren (ich muss jetzt mal überlegen, aber ja, eigentlich immer) wie durch einen Zauber „plötzlich“ Lösungen vorhanden. Die, das gebe ich zu, meist ganz anders aussahen, als ich gedacht hatte, aber den Knoten wirklich „gelöst“ haben. Frieden ist das Gegenteil von Anstrengung.

Ja, das klingt naiv. Aber wer es schon einmal erlebt hat, der traut sich immer mal öfter, so naiv zu sein. Sprich: Die Tür zu öffnen, statt es alleine tun zu wollen.

Also zurück zum Ausgangsthema, den Despoten und den Kreuztragenden – und auch der Auferstehung:

Ich bitte uns herzlich: Lasst uns tief in uns diese Tür für das Gute öffnen. Lasst uns glauben, dass es das Gute gibt und uns dafür öffnen.

Vielleicht fällt uns dadurch ganz plötzlich ein, wie auch wir selbst etwas tun können, um dieses Gute zu bewirken, zu erlangen, zu verschenken. Ganz bestimmt aber machen wir damit den Weg frei für Lösungen, auch sehr große Lösungen. Je mehr wir sind, umso leichter. Und wir sind eine ganze Menge Menschen, die sich um Gutes bemühen.

So traf ich vor einiger Zeit ein paar junge Erwachsene, sie begegneten mir einfach in Bussen oder in der Bahn und wir kamen ins Gespräch. Sie hatten, trotz unterschiedlichster Herkunft, sehr ähnliche Ansichten. Da war eine junge Frau, Dina aus Chicago[xviii], 27 Jahre alt, ich erzählte ihr die Geschichte vom „100sten Affen“ [xix], um ihr zu sagen, wenn eine gewisse Anzahl Menschen etwas erkannt hat, wissen es mit diesen plötzlich alle Menschen. „Ah ja“, sagte sie „so eine Art Critical Mass,“ und ging gleich weiter: „wenn Du mich fragst, dann müssen sich nur ein paar Menschen verändern: Er hier (und sie nickte in Richtung Amerika), und dann unser Erdogan, Kim Jong Un…“ Ich erzählte das wiederum anderen und die nannten auch noch Putin.

Oder ein junger Mann aus Mailand, 23, der meinte: „Mal sehen, wie sich das in den USA nun entwickelt… ich würde mir sonst wünschen dort etwas zu tun.“ Genauso sprechen die Studenten, die ich kenne, oder meine Kinder. Sie alle wissen genau, dass es weiter geht auf Erden, wenn man aufhört, den Aggressoren die Macht zu geben. Wenn man mit sich selbst und der Umgebung in Frieden lebt. Und dass es eigentlich wenig Aggressoren gibt und viele friedliche Menschen. Sie selbst sind mir ein Beweis dafür. Es bringt Freude, mit ihnen zu reden und macht mir weitere Hoffnung.

Der 100ste Affe ist bestimmt bald erreicht. Und ich glaube, wenn viele von uns jetzt beginnen, die Tür für höhere Möglichkeiten zu öffnen, dann ergeben sich ungeahnte Lösungen.

Und ich meine wirklich auch im Großen:

Alle DDR Bürger haben es ja erlebt – nach Jahren der Unterdrückung, Meinungsdiktatur und Angst – die gewaltfreie Öffnung der Grenzen, die Auflösung der DDR ohne weiteren Kampf und Blutverlust.

Das vor Augen habe ich Hoffnung und weiterhin Glauben, im Kleinen wie im Großen.

Ich hoffe, ich kann Euch anstecken, trotz dieser so populären Gewalt, Frieden zu bringen, indem Ihr glaubt und liebt und vertraut und vergebt.

Vielen Dank an Euch dafür!

Cornelia Cornels-Selke

 

[i] Anmerkung: Fast hätte ich den Brief mit folgendem Zitat begonnen: „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“ Abraham Lincoln. Aber Abraham Lincoln wurde ermordet. Es kam mir ein eigener Gedanke dazu: „Erkenne den Charakter eines Menschen, und überlege gut, ob Du ihm Macht gibst.“ Und ich fand auch: „Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt.“ Jimi Hendrix, Aber Jimi Hendrix hat sich selbst umgebracht. Deshalb ohne Zitat am Anfang. Zitate-online.de, 21.4.2017, 15:10.

[i] Anmerkung: Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner, ist zum Beispiel der Besitzer des „New York Observer“.

[ii]Vgl.: Anschaulich die lange Liste der inhaftierten Journalisten: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-03/pressefreiheit-tuerkei-inhaftierte-journalisten-deniz-yuecel-freedeniz ,19.04.2017, 18:55.

[iii] Anm.: Lenzen, Dieter, Univ-Prof. Dr., Präsident der Universität Hamburg schreibt im Brief an seine Studenten am 19.4.2017: Zitat: „…Science Marches sind eine Reaktion auf eine Tendenz, die auch ich mit Besorgnis registriere: Gezielte Fehlinformationen und populistische Umdeutungen treten immer häufiger an die Stelle empirischer Gewissheiten und konsensueller Wahrheiten, einhergehend mit einer Verweigerungshaltung gegenüber auch universitärer Forschungsergebnisse. Wir alle sind demnach direkt betroffen. Und es ist unsere Aufgabe, als eine der Aufklärung verpflichtete Bildungsinstitution, dem entschieden entgegenzutreten…“

[iv] Diese Sätze fand ich in „Die Zeit“, vor ein paar Monaten war es schon und ich erinnere mich nicht mehr an den Autor. Ich will es ihm nicht in den Mund legen, aber ich glaube, es war Deniz Yücel, der damals als deutscher Türkei-Korrespondent gerade nicht anwesend war, als seine Wohnung in der Türkei durchsucht wurde. Nun aber ist er doch in der Türkei inhaftiert seit 14.2.2017, weil er kritische Reportagen geschrieben hat. Es wird ihm deshalb Terrorismus vorgeworfen.

[v] Vgl.: http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2014_10_01_weltkirchenrat_stellungnahme_is.html ,18.4.2017, 08:55.

[vi] Zur weiteren Information ein offener Brief von 120 Imamen an den selbsternannten „islamischen Staat“: http://madrasah.de/leseecke/islam-allgemein/offener-brief-al-baghdadi-und-isis ,18.4.2017,08:53.

[vii]Vgl.:https://donate.amnestyusa.org/ea-action/action?other_amount=&ea.client.id=1839&ea.campaign.id=57868&ac=W1704EDSWHR1&ea.url.id=899819 16.04.2017.

[viii] Vgl.: http://www.taz.de/Bericht-von-Aerzte-ohne-Grenzen/!5346735/ 18.4.2017,09:38.

[ix]Vgl.: https://www.change.org/p/join-me-in-standing-with-one-of-the-last-doctors-in-aleppo-call-world-leaders-to-act-now-to-savealeppo?utm_medium=email&utm_source=notification&utm_campaign=petition_signer_receipt_b&share_context=signature_receipt&recruiter=7146754 16.4.2017.

[x] Vgl.: http://www.taz.de/Luftangriffe-auf-Aleppo/!5343216/ ,18.04.2017, 09:35.

[xi] Vgl.: http://ueberhauptgarnix.blogspot.de/2017/03/donald-trump-45-prasident-der-usa.html?q=White+Helmets ,16.04.2017, 23:10.

[xii] Vgl.: https://m.dailykos.com/campaigns/forms/sign-if-you-agree-allow-syrian-refugees-into-the-united-states?detail=action&link_id=0&can_id=abc5aa92301109a482b8b7c4ace43aaf&source=email-sign-if-you-agree-allow-syrian-refugees-into-the-united-states&email_referrer=sign-if-you-agree-allow-syrian-refugees-into-the-united-states___195376&email_subject=syrian-refugees-denied-entry

[xiii] Bild Zeitung, „Trump rächt Syriens vergaste Kinder“, Schlagzeile, 9. April 2017.

[xiv] Vgl.: https://www.campact.de/panzerfabrik/appell/teilnehmen/ 16.04.2017, 17:08.

[xv] Anmerkung: Ich empfehle noch einmal das Buch „Sommer unter schwarzen Flügeln“ von Peer Martin, Oettinger Verlag.

[xvi] Vgl.: http://www.berliner-zeitung.de/politik/praesidialsystem-in-der-tuerkei-so-viel-macht-hat-erdogan-nach-der-verfassungsreform-26269556

[xvii] Süddeutsche Zeitung, Titelseite, Das Eltern-Gen, 20.4.2017.

[xviii] Name geändert.

[xix] Hier findet Ihr die Geschichte: https://de.wikipedia.org/wiki/Hundertster_Affe ,19.04.2017. 20:14.

Performative Sprache

וַיֹּ֥אמֶר אֱלֹהִ֖ים יְהִ֣י אֹ֑ור וַֽיְהִי־אֹֽור׃

Gen.1,3

Ich wünsche sehr, dass Ihr es schön hattet an Weihnachten und dass Ihr wirklich abschalten, bzw. Euch selbst und Euer inneres Leuchten einschalten konntet. Dass Ihr die Zeit, den Rahmen, die Muße – also die innere Stimmung – dazu hattet. Ja, hoffentlich habt Ihr das noch.

Ich selbst schreibe sehr gerne genau dann einen Rundbrief, wenn ich gerade richtig tief in all die guten Gedanken eingetaucht bin,  also gerne am II.Weihnachtstag. Doch diesmal ging es leider nicht. Ich habe mir in diesem Moment nämlich selbst meine Brille zerbrochen. So verpasst man sich selbst wohl noch etwas mehr Ruhe.

Nun aber will ich doch noch einmal schreiben, bzw. erst einmal etwas dazu fragen: Wisst Ihr, was performative Sprache ist?

Das sind die Worte, die – gleichzeitig mit einer Handlung – diese Handlung benennen und sie wahr und gültig machen.

Wenn ein Richter zum Beispiel ein Urteil fällt, dann wird es nicht nur genannt, es ist auch gültig.  „Ich verkünde folgendes Urteil …“ Und er sagt auch, in wessen Auftrag er handelt bzw. spricht. „Im Namen des Volkes“, so sagt er vor der Verkündung.

Genauso gilt es in der Kirche: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ so spricht der Pastor / die Pastorin vor der Verkündigung und erklärt damit für gültig.  „Ich erkläre Euch zu Mann und Frau“, „Ich taufe Dich …“, „Seid gesegnet“.

Und mit diesen performativen Worten ist es auch so!

Es gibt zwischen den Kirchen Unterschiede, dennoch gilt diese performative Sprache für uns alle. Wir können sie nutzen und unser Leben – kraft des gesprochenen Wortes – aufstellen, verändern, verbessern.

Schon wenn wir jemandem schreiben und unter den Brief setzen: „Ich bedanke mich“ oder „Ich wünsche Dir Glück“ oder auch „Ich vergebe Dir“, dann schreiben wir es nicht nur. Mit diesen Worten geschieht es auch so.

Ebenso ist es im Gebet. In dem Moment, indem wir sprechen, geschieht etwas – mit uns und um uns herum. Wer häufiger betet, hat das bestimmt schon mehrfach erlebt, dass er sich danach vollkommen anders – besser – fühlt, denn die Wirkung tritt sofort ein.

Wisst Ihr davon?

Nutzt Ihr das?

Es gibt Menschen, die immerfort „den Teufel an die Wand malen“, sprich, sich das Allerschlimmste ausmalen und schon darüber klagen.

Vielleicht gibt es durch die performative Sprache aber doch die bessere Methode, sich stattdessen das Gute zu wünschen, das Gute auszumalen, das Gute zu erbitten, nur das Gute für wahr und gültig zu erklären – damit es so ist. Und dann gleich dementsprechend zu handeln.

Lasst uns das mal tun im nächsten Jahr.

Zum Beispiel morgens könnten wir den Tag für „in jeder Hinsicht gut und gelungen“ erklären. Das hilft, dem Tag eine Chance zu geben und den Blick in diese Richtung zu lenken. Das Gute kann leichter geschehen und wir können es leichter entdecken, – so erreicht es uns schließlich.

Und das wünsche ich uns allen: Dass wir Gutes erleben – und das wir Gutes mitbringen – wo immer wir auch hingehen.

Es soll ein wundervolles Jahr 2017 werden, Tag für Tag für jeden von uns und unsere ganze Umgebung und da, wo wir nicht hinkommen können, da auch!

Ich wünsche Euch alles Gute!

Eure Cornelia Cornels-Selke

Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος, καὶ ὁ λόγος ἦν πρὸς τὸν θεόν, καὶ θεὸς ἦν ὁ λόγος.

Joh.1,1

 

PS:  „Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her
immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der
Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall
ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität,  die auf

seiner Seite ist.“

J.W.Goethe

Auf die Gesundheit

 

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Liebe Freunde

 

Ihr habt gelesen, dass ich eine Petition gestartet habe und Euch um Mithilfe bitte. Das mache ich nicht alle naselang. Sondern es ist bisher erst die Zweite, die ich persönlich aufgesetzt habe. Und, so politisch wie sie wirken mag, sie ist unserer Gesundheit gewidmet.  Deshalb kommt sie in diesem neuen Gesundheitsbrief noch einmal als Bitte: https://secure.avaaz.org/en/petition/Niedersachsischer_Landtag_und_Bund_Schutzt_uns_vor_giftigen_Stoffen_wie_Gulle_Dunger_und_Bioziden/?aptatlb = der Link dorthin.

 

Ihr erinnert Euch vielleicht bei dem letzten Rundbrief mit Thema Gesundheit, dass ich Euch zu einem Symposium eingeladen hatte: „Die Wahrheit über Krebs“, welches online mitgeschaut werden konnte.

Es waren viele relevante Themen darunter (ich fühlte mich sehr stark erinnert an meine Lehrer Prof. Dr. mult. F. plog und seine Frau Dr. M.-F. Antoine-Plog, die mir das alles beigebracht hatten) und auch manches, was ich noch nicht genug im Blick hatte. Etwas, was sehr klar und besonders hervorgehoben wurde, war das Thema Bodenvergiftung durch Gülle, künstliche Dünger und Biozide. Es wurde sehr klar davon abgeraten, ehemaliges Ackerland zu kaufen, da dieses fast grundsätzlich über Jahrzehnte systematisch verseucht worden ist. Auf alle Fälle wurde es empfohlen, vor einem Grundstückskauf Bodenproben nehmen zu lassen, weil fast alle in der Landwirtschaft eingesetzten Mittel grundsätzlich als Wassergefährdende Stoffe gelten. Diese Stoffe sind hoch cancerogen und leider passt dazu, dass ich selbst eine Straße an einem Acker kenne, an der sieben Häuser liegen und es fünf Fälle von Krebs dort gibt. Die Anrainer berichten, z.B. dass die Kartoffeln in diesem Jahr während der Reifezeit siebenmal mit Pestiziden behandelt wurden (wahrscheinlich noch häufiger, doch diese sieben Male sind sie Zeuge davon geworden). Das passte empfindlich zu den Berichten aus dem Vortrag. Ich bin also sehr hellhörig geworden.

 

Wird’s zuviel? Denkt Ihr auch manchmal, das will man gar nicht mehr hören und eigentlich aufhören zu lesen.

Natürlich will ich Euch nicht überfordern! Aber es gibt ja Dinge, die müssen geändert werden und die können wir auch ändern. Es gibt zum Beispiel eine gute Nachricht dazu: Das Dorf Mals in Südtirol hat sich per Bürgerentscheid zur pestizidfreien Gemeinde erklärt. Ich bin sicher, das freut nicht nur das Dorf, sondern auch seine Besucher und sorgt deshalb auch für gute Einnahmen und hoffentlich für Nachahmer. Es ist ein wirklich guter Gegenentwurf!

Ihr wisst, dass ich gerne schaue, wie und wo wir etwas tun können und es auch sinnvoll ist. Auch ich mache nicht alles. Ich mache manchmal bei Petitionen mit. Und so habe ich natürlich auch etwas gegen Glyphosat unterschrieben. Aber, es macht doch eigentlich mehr Sinn, die Erde, den Boden und das Grundwasser grundsätzlich vor Gift zu schützen (egal wie das Zeug heißt). Nur gegen Glyphosat zu sein, versperrt den Weg noch viel zu wenig für all die anderen Gifte.

So ist diese Petition also entstanden. Es haben auch spontan einige unterschrieben (Vielen, vielen Dank an Euch!!), doch glaube ich, dass mehr als 45 Menschen gesundes Wasser trinken wollen, oder? Ich bitte Euch also herzlich diese Petition noch schnell zu unterschreiben und sie auch zu teilen und weiter zuleiten.  Ich habe mit Niedersachsen angefangen, weil dort die Belastung z.B. durch Nitrat im Grundwasser bereits sehr hoch ist, sehr viel höher zum Beispiel als in Bayern. Aber der nächste Schritt soll natürlich weiter gehen.

Eine Petition kann man nur mit vielen gewinnen! Ich bitte um Eure Mithilfe für unsere aller Gesundheit. Hier ist deshalb noch einmal der Link dafür:

https://secure.avaaz.org/en/petition/Niedersachsischer_Landtag_und_Bund_Schutzt_uns_vor_giftigen_Stoffen_wie_Gulle_Dunger_und_Bioziden/?aptatlb

 

So, –  dieses Petitionsthema ist ja sozusagen nur nebenbei entstanden. Grundsätzlich geht es mir in diesem Rundbrief wieder um Gesundheit, denn der letzte zu diesem Punkt war, so voll er auch war, natürlich nicht vollständig. (Wird er auch diesmal nicht).

 

Ich hatte zum Beispiel für zwei Patienten von mir geforscht, was man naturheilkundlich für ihre Gelenke tun könnte (viele Tausend Menschen sterben ja pro Jahr an den Folgen von Rheumamitteln –  wie Ihr am Alter der Quellen seht, weiß man das schon lange -, so etwas will ich also vermeiden [2],[3],[4]). Und ich habe etwas gefunden, was eigentlich aus der Chinesischen Medizin kommt.[5] So habe ich bei einigen der hier in Deutschland befindlichen Apotheken für dieses Fachgebiet nachgefragt. Ich suchte die Dreiflügelfrucht, bzw. Lei Gong Teng bzw. Thundergodvine. Bei einer Studie hat der Extrakt dieser Pflanze besser abgeschnitten als die wirksamsten Rheumamittel. Die Pflanze hilft dem Körper Entzündungen los zu werden. Es war eine chinesische Studie, die hier in Deutschland kritisiert und damit ziemlich ignoriert wurde.

Ich fand das Mittel dann bei einem Laden in Übersee und wie das Schicksal so spielte, hat mir ein liebes Wesen das Mittel dort besorgen können und zugeschickt. Ich hatte es also für meine Patienten erlangen können!

Was beeindruckend ist: Ich berichtete in meinem Rundbrief „Geht ganz leicht“ vom Leptin, wie es wirkt und dass es im Kopf behindert wird und wir dadurch immer weiter futtern, auch wenn wir keinen Appetit mehr haben. Thundergodvine nun ist eine Pflanze, die diese Behinderung wieder aufheben kann. Sie hat also einen größeren Effekt. Sie wirkt nicht nur in den Gelenken gegen Entzündungen – häufig eine Folge unserer zivilisatorischen Kost – sondern auch gegen Entzündungen der Gliazellen, die im Gehirn u.a. für den Transport zuständig sind und genauso wie Insulin das Leptin nicht ins Gehirn zu den Leptinrezeptoren durchlassen, wenn sie entzündet sind. [6]

Vielleicht hilft auch Euch dieser Fund?

 

Und in diesem Zusammenhang ist auch Folgendes interessant: Ich hatte Euch geschrieben, dass Kokosöl (allerdings nur in seiner nativen Form) die Mitochondrien direkt versorgt und auch kurz gesagt, dass die Mitochondrien die Kraftwerke in unseren Zellen sind und für die gesamte Zellleistung sorgen (auch im Gehirn übrigens) und deshalb mit unserer Lebenskraft und Lebensfreude zu tun haben. Vitamin A – ein fettlösliches Vitamin, welches nur mit Fett aufgenommen werden kann (in Magermilch also kaum enthalten ist)  ist wichtig für den Aufbau von Retinsäure, einem Hormonähnlichen Stoff im Körper. Der wiederum ist wichtig für den Muskelaufbau und wirkt gegen Fettleibigkeit und steigert ebenfalls die Mitochondrienanzahl, verbessert also den Stoffwechsel und außerdem beugt er gegen Krebs vor.[7] Auch dies ist wieder ein guter Beweis dafür, dass wir unsere Nahrung unverändert lassen sollten (Milch zum Beispiel in der Vollfettstufe trinken), weil sie uns nur dann wirklich dient. Dass also auch Fett nicht fett macht, sondern unsere falsche (nämlich künstlich veränderte) Nahrung. Vitamin A ist zum Beispiel in Karotten enthalten, übrigens viel weniger, wenn die Karotten geschält sind. Also auch die Karotten schön natürlich lassen, sie sind dann wirklich wertvoller.

[8]Im Zusammenhang mit Fettsucht, Insulin und auch der dazu gehörigen Fettleber werden wir demnächst sicherlich auch mehr über GLP1 hören, einem Darmhormon, welches bei falscher Ernährung zu wenig ausgeschüttet wird.

 

Ihr lest bei mir ja immer wieder, dass unsere Ernährung möglichst, möglichst unverändert sein sollte. Dennoch rutscht man sehr schnell in die moderne  Ernährung hinein und damit auf eine Schiene, die uns kaum wieder loslässt. Es sind darin so viele Stoffe enthalten, die dafür sorgen, dass wir mehr und mehr davon essen (Geschmacksverstärker etc.). Dennoch ist gute Nahrung immer noch der einfachste Weg gesund zu bleiben.

Wollen wir vielleicht all das, was ich hier an Theorie aufgeschrieben habe, mal praktisch durchführen? Wollen wir im neuen Jahr mal wieder fort von Zucker und Konsorten und wieder zu einer lebendigen Nahrung finden? Ab Donnerstag den 5. Januar geht’s los und wir können per Internet miteinander Kontakt halten und einander stärken. Meldet Euch doch mal, wenn Ihr Euch davon angesprochen fühlt, bitte.

 

Es gibt so vieles auf Gottes weiter Welt, was uns dienlich ist. Es ist für alles gesorgt, wir können Hilfen finden, teils sind sie schon sehr lange bekannt – und irgendwann stoßen wir auch auf sie.

Wenn ich zum Beispiel an die Geschenke der heiligen drei Könige denke: Myrrhe, Weihrauch und Kurkuma (das „Gold“) sind gerade erneut entdeckt und auch ihre wundervollen Wirkungen – passend zur Weihnachtszeit, denn dort spielen sie ja ihre schönste Rolle – . Sie bringen Entzündungen im Körper (ich sprach schon von unserer Zivilisatorischen Kost) zur Ruhe und können damit sehr vielen Krankheiten vorbeugen bzw. bei der Heilung unterstützen.[9]

 

Vielfach benötigt man überhaupt keine Heilmittel, besonders Stressbedingten Krankheiten – und das sind sehr, sehr viele – kann man mit Stofffreien Therapien wirklich gut begegnen.

Ihr müsst wissen, dass der Mensch, wenn er im Überstress ist, insbesondere, wenn dieser überhand nimmt, sich also mit Angst und Sorgen vermischt, die wiederum Stress erzeugen,  nur wenige Möglichkeiten hat. Die zuviel ausgeschütteten Adrenalin- und Noradrenalinmengen erzeugen genau drei mögliche Zustände: Flucht, Kampf oder Starre.

Wir befinden uns im Zustand des Steinzeitmenschen oder des Tieres in bedrohlicher Situation.

Können wir dann noch Ideen entwickeln, die uns in dieser Situation helfen? Natürlich nicht. Diese kommen uns nur, wenn wir in Ruhe sind, wenn wir gelassen, entspannt und offen (auch für Ideen) sind. Wenn wir Zugang zu unseren höheren Möglichkeiten haben. Panik ist nicht hilfreich!

Deshalb empfehle ich Patienten mit sehr großen Schockerlebnissen EMDR, Eye Movement Desensitization and Reprocessing, welches letztlich dafür sorgen soll, dass Traumata verarbeitet werden können. Das führe ich nicht selbst durch, sondern empfehle weiter.

Was ich selbst mache, ist EFT, Emotional Freedom Techniques, ich nenne es Tapping (das ist sogar etwas, was Ihr selbst für Euch tun könntet, bei Euch zu Hause, wenn Ihr erst einmal wisst, wie es geht). Und ich setze es ein, wenn der Menschvon Gefühlen überwältigt ist. Denn gute Worte helfen dann nicht, bzw. derjenige/diejenige kann sie in diesem Zustand überhaupt nicht aufnehmen. Irgendwelche Ratschläge stressen eher zusätzlich…

Sehr schön sind die beiden Techniken hier erklärt, das hätte ich nicht besser schreiben können, lest mal – es ist eine Seite für Angehörige von Bundeswehrsoldaten: https://www.angriff-auf-die-seele.de/cms/hilfe/therapien-a-hilfen/122-emdr-und-eft-bei-der-posttraumatischen-belastungsstoerung.html

 

Ganz deutlich ist also, dass wir, wenn wir es schaffen aus dem Stress- und Angstkreislauf heraus zu kommen, wieder Lösungen finden. Es ist wirklich so und es gilt auch für weniger großen Stress: Es gibt Lösungen und Chancen und Hilfen, sie sind greifbar, im blockierten Zustand nur nicht sichtbar.

Zuhause hilft uns an dieser Stelle auch Reiki und auch ein Gebet. Es helfen Atemübungen und Meditationen, es hilft ein Spaziergang und überhaupt Aufenthalt in der Natur und mit Tieren. Das können wir also gleich tun, wenn wir mit einer Stresssituation alleine sind und uns grad keiner helfen kann (Ich könnte im neuen Jahr Reiki- und Gebetskurse anbieten, wenn Ihr interessiert seid, damit Ihr im Falle eines Falles sicher seid.)

 

Wir kommen dann heraus aus dieser ganzen Aufregerei, wir finden wieder Sicherheit und Glauben und haben wieder Grund unter den Füßen. Wir können uns wieder auf das besinnen, was unser Lebenssinn ist, weshalb wir hier sind und wieder wegkommen von all dem, was auf der ganzen Welt passiert oder auch nur gemunkelt wird. Wir können wieder erkennen, wo wir handeln können und wo es wichtig ist und die unnötigen Sorgenspiralen einfach verlassen (dem „normal“- gestressten Menschen hilft es schon, mal für eine Weile den Fernseher aus zu lassen).

Wäre für eine gelungene Adventszeit vielleicht ganz hilfreich, nicht wahr?

 

Ich wünsche Euch, dass Ihr es schön habt! Es gelingt nicht immer alles, so wie wir das denken und manches benötigt Zeit –  es geht mir genauso. Aber es wird und es wird bestimmt besser, als wir es uns vorstellen. Seid gut zu Euch, dann gelingt Euch sicherlich vieles leichter und Ihr bleibt gesund.

 

Herzliche Adventgrüße

Von Eurer Cornelia

 

dav

 

 

[1] Zitat: Der andere Advent, Freude,S.11.

[2] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508771.html .16.12.16.

[3] https://www.welt.de/print-welt/article573005/Tausende-Tote-durch-Medikamente.html . 16.12.16.

[4] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14019286.html. 16.12.16.

[5] http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58360/Rheumatoide-Arthritis-Chinesisches-Phytopharmakon-haelt-Vergleich-mit-Methotrexat-stand. 13.12.2016.

[6] http://edubily.de/2015/06/leptinresistenz-und-hungerprobleme-mit-dieser-frucht-ueberwinden/ . 16.12.2016.

[7]http://edubily.de/2015/04/vitamin-a-der-verkannte-stoffwechsel-beschleuniger/ .13.12.2016.

[8]http://edubily.de/2015/02/schlank-werden-durch-die-glp-1-diaet/  13.12.16.

[9]https://epigeneticlabs.com/magi-complex/?a_aid=1605727&a_bid=1f631b1b&doing_wp_cron=1480419980.1517400741577148437500 13.12.2016.

Gute Nachrichten

Ich habe lange nicht mehr geschrieben, bzw. wenn ich geschrieben habe, sah es altgriechisch aus. Aber das ist geschafft, wie so manches andere und nun sollt Ihr wieder Post von mir erhalten, es ist überfällig.

Drei verschiedene Rundbrief schwirren durch meinen Kopf und ich musste sie nun schon recht lange in irgendwelche Ecken und Gehirnwindungen zur Aufbewahrung stecken, in der Hoffnung, dass ich sie da dann wiederfinden kann, wenn ich denn endlich wieder Zeit zum Schreiben habe.

Ein bisschen hoffe ich, dass Ihr meine Briefe schon vermisst habt, und natürlich, dass Ihr diesen Brief hier gerne lest, denn mit ihm möchte ich gute Nachrichten bringen. Ich möchte von Dingen, Entwicklungen und Menschen berichten, die gut sind und Gutes bewirken.

Ich weiß: Es geschieht vieles in dieser Zeit und manches scheint in die komplett falsche Richtung zu gehen. Da radikalisiert sich ein Teil dieser Welt – Menschen müssen flüchten, um ihr Leben davor zu retten – und als Antwort darauf radikalisiert sich nun auch das Land, in das sie kommen und eigentlich Schutz suchen wollten. Sind wir denn zum Guten nicht mehr fähig? Weder da noch dort? Und die Zeitungen geben jedem dieser Irrwege auch noch Stimme und Publikum?

Doch ich weiß auch: Es geht anders. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben und

  1. wir schreiben daran mit und
  2. macht die nächste Generation schon jetzt manches wieder gut, wo wir noch meinen, ihnen zeigen zu müssen, wo es langgeht.
  3. gibt es schon jetzt viel, viel Gutes, dass wir schließlich auch mal bewusst beschauen und achten sollten, statt einzig auf die schlechten Nachrichten zu starren.

Albert Schweitzer hat „GUT“ einmal definiert:

„Gut ist, was Leben schützt, was Leben rettet und entwicklungsfähiges Leben entwickelt.“ Genauso will ich es auch meinen, wenn ich Euch nun von „Gutem“ schreibe.

Boyan Slat, ein 17 jähriger Niederländer, hatte eine Idee, wie man die Weltmeere reinigen und vom Plastikmüll befreien könnte. [i]Wissenschaftler erklärten dazu vielfach, so sei das nicht möglich. Doch Boyan hat es mit Sponsoren, die er überzeugt hatte, einfach versucht und sich von Zweiflern nicht abhalten lassen. Inzwischen wurde eine Pilotanlage gebaut und – es funktioniert.

Boyan ist jetzt 21 Jahre alt und hat eine Gemeinnützige Gesellschaft gegründet, „The Ocean Clean Up“. Schaut mal, hier ist die Seite: http://www.theoceancleanup.com/ . Sie brauchen Helfer und Spenden, falls Ihr meint, Ihr würdet auch gerne etwas zur Rettung der Weltmeere tun. Eine Pilotanlage ist in der Nordsee 23 Kilometer vor der niederländischen Küste und wird dort jetzt ein Jahr bleiben und arbeitet schon jetzt gegen den (auch unseren) ganzen Müll! Beeindruckend!

In diese Kategorie trifft vielleicht auch diese Neuigkeit: Präsident Obama will den Meeresnaturpark, das [ii] Papahānaumokuākea Hawaii Monument vervierfachen. Damit hätten wir dann den weltgrößten geschützten Meerespark.

Auch hier könnt Ihr helfen: Am 17.9.2016 findet ein weltweites Aufräumen statt, denn Strände werden gemeinsam gesäubert. In Hamburg ist das zum Beispiel der Övelgönner Strand. Aber es gibt eine Karte, da findet Ihr den für Euch nächstgelegenen Strand zum Sammeln. http://www.oceanconservancy.org/our-work/international-coastal-cleanup/clean-up-locations.html Macht mit, das ist eine tolle Aktion, die so in dieser Form auch Spaß bringt. Macht viele Fotos dabei und steckt andere an.

Und in die Kategorie „Tolle Jugend“ passt sicherlich die Erfindung von einer 17-jährigen, Cynthia Sin Nga Lam, die Wasser reinigt und währenddessen Strom erzeugt. [iii]

Genauso der Amerikaner, Joe Landolina, der als 17-Jähriger eine Möglichkeit zur sekundenschnellen Stoppung von innerer und äußerer Blutung entdeckt hat. [iv] Nächstes Jahr soll sie zunächst für Tiere erhältlich sein.

In Sachen globale Veränderungen gab es Ende letzten Jahres die Überschrift: Was macht eigentlich das Ozonloch? Und es stand dort eine wirklich gute Nachricht, die fast überhaupt nicht zur Kenntnis genommen und auch kaum von den Zeitungen verbreitet wurde. „Rund drei Jahrzehnte nach dem Verbot von ozonzerstörenden Chemikalien gebe es Hinweise darauf, dass ein Regenerationsprozess eingesetzt habe und sich die Ozonschicht stabilisiere, berichten Forscher aus Großbritannien und den USA im Fachblatt „Science“[v].“ Der Vertrag von Montreal zeigt seine Wirkung. „Es wurde – auch weil es immer wieder verschärft wurde – zum „vielleicht erfolgreichsten internationalen Vertrag überhaupt“, wie der frühere Uno-Chef Kofi Annan einmal sagte.“[vi]  Und es zeigt sich, dass es sich lohnt, nach Erkenntnissen zu handeln, gemeinsam zu handeln.

Äthiopien – Abgeholzte Steppen verwandeln sich in grüne Wälder. Dies ist eine lokale Nachricht mit großer Auswirkung auf das Weltklima, denn was hier gelungen ist, das wird gerade weiter getragen und wächst so schnell, wie ein Baum wachsen kann. Zunächst hatte der Australier Tony Rinaudo in Niger seine Methode ausprobiert, wodurch dort bereits 200 Millionen Bäume nachgewachsen sind.[vii]  Dann half er mit Erfolg in Äthiopien. Und nun sind es bereits mehr als 5000 Mitglieder, die diese Methode unterstützen.

Die Firma Otto aus Hamburg ist, soweit ich weiß, auch wenn ich die Quelle nicht wiedergefunden habe, mit all seinen Tochterfirmen zweitgrößter Versandhandel im Internet nach Amazon. Im September 2014 erhielt die Otto Group den CSR-Preis der Bundesregierung. Dieser würdigt innovative Unternehmen, die ihre gesamte Geschäftstätigkeit sozial und ökologisch gestalten. Es gibt zum Lesen über die verschiedenen Tätigkeitsbereiche den Nachhaltigkeitsbericht. Den empfehle ich, wenn Ihr weiter recherchieren wollt. Besonders in Sachen Baumwolle und Holz wird bei Otto viel gebraucht und verbraucht und der Konzern erhöht jedes Jahr den Anteil der nach FSC (Forest Stewardship Council) zertifizierten Materialien. Vielleicht eine Alternative zu Amazon?[viii]

Etwas aus der Vogelwelt, man sieht aber sofort die Verknüpfung mit anderen Bereichen: Als zuviel Schwefeldioxid in die Luft geriet und der dadurch entstehende saure Regen einen Großteil des Flechtenbewuchses der Bäume zerstörte, 1960er bis 1980er Jahre, wurden die Schwanzmeisen selten, denn sie verkleiden ihre Kugelnester mit Flechten. Seit die Luft, insbesondere in den Städten, wieder besser wurde, nahmen auch die Schwanzmeisen wieder zu – weil die Flechten sich erholten. [ix]

Ein Beispiel für gelungenen Vogelschutz: „Seit nunmehr rund einem halben Jahrhundert genießen die Kraniche auch in weiten Teilen Europas und Nordwestasiens Schutz. Zunächst langsam, dann immer schneller nahmen daraufhin die Bestände des ( „unseres“) Graukranichs zu. Sogar neue Flugrouten entstanden.“[x]

Auch weiß man inzwischen, dass die Vogelrouten – weil die Vögel auf den Balkanrouten stark bewildert wurden, deshalb auf dieser Strecke weniger überlebten und deshalb die Vögel der Gibraltarroute eher die Chance hatten, lebend zurück zu kehren – sich von Osten nach Westen verlagert haben und nun ein Großteil der Vögel die sicherere Gibraltarroute nimmt. So erholen sich auch die gejagten Bestände bereits teilweise.

In Niedersachsen finden heute die Kommunalwahlen statt. Tatsächlich ist auch das etwas Gutes. Wir dürfen wählen. Wie lange hat die Menschheit – und sie tut es noch – dafür gekämpft, in Freiheit wählen zu können, wer regieren und die Geschäfte führen soll. Immer wieder stellen sich auch Parteien zur Wahl, die die Demokratie und die Freiheit, wie auch die Gleichheit in möglichst kurzer Zeit abschaffen wollen. Aber wir können uns informieren und können lieber die wählen, nicht nur Parteien, auch Parteilose, die unseren Zielen entsprechen und damit die Richtung mit bestimmen. In der Kommunalwahl, können wir uns sogar recht einfach und schnell selber wählen lassen, wenn wir aktiv mehr tun wollen. So habt Ihr hoffentlich Eure Stimmzettel ausgefüllt, nicht wahr?

Was mich selbst gerade beglückt, ist, dass in Buchholz die Schulsozialarbeit (deswegen bin ich 2011 in den Rat gegangen) ab sofort auf Dauer in den Schulen fortgeführt wird. Das war jetzt am Ende der Ratsperiode noch ein Grundsatzbeschluss (und ich bin so was von erleichtert, eigentlich ist es nicht zu beschreiben). Denn es ist ja erwiesen, wie sehr sich die Anwesenheit von Menschen, die gezielt Anwalt für die Kinder sind, deren Wohl und Entwicklung verbessert. Dafür bin ich sehr dankbar!

Noch etwas: Neulich waren Christoph und ich baden in einem bayrischen See und da sind mir Jugendliche aufgefallen, hellhäutige und dunkelhäutige, Jungen und Mädchen, alle am Springen und Spritzen und Lachen und Albern – und ich habe gedacht: Es gibt doch wirklich kaum ein Land, oder auch Kontinent, in dem es so gleichberechtigt zugeht, wie hier in Deutschland, bzw. Europa. Wir müssen sicherlich die Löhne, z.B. für Frauen fairer kriegen. Aber dass wir überhaupt davon reden, ist ein Zeichen, dass uns Gleichberechtigung etwas wert ist. Ich bin sehr dankbar hier, in dieser Zeit, in dieser Ecke der Welt zu leben und agieren zu können.

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Während ich hier schreibe (ich habe diesen Text auf dem Laptop vorgeschrieben), fährt übrigens Christoph gerade links neben mir den Wagen und ich blicke auf, weil er über den Storebelt fährt. „Oh, wie schön!“ muss ich rufen, weil der Blick gerade weit über das Wasser geht, während wir über die Brücke zur nächsten Insel fahren. Auch das können wir immer wieder entdecken – diese Schönheit rings um uns herum.

Dazu fällt mir adhoc ein, dass, weil die Elbe und Weser sauberer geworden sind, jetzt wieder Stintschwärme die Flüsse hoch kommen – und dadurch die Population der Schweinswale in Deutschland zugenommen hat. Wenn man im Mai an der Elbe steht, kann man tatsächlich das Glück haben, ganze Schulen flussaufwärts ziehen zu sehen.

Irgendein kluger Mensch sagte neulich einmal: Es stören mich gar nicht die satten Zufriedenen, es stören mich eigentlich immer mehr die Satten, die immer unzufrieden sind.“ Ja, er hat wohl recht, in so vielem geht es uns gut, besser als einem Großteil der Menschen auf dieser Welt, aber wir sind alles- haben-Woller und nichts-geben-Woller geworden…

Schade, wie häufig könnten wir einen Augenblick genießen oder auch nutzen und tun es nicht, sondern sitzen unzufrieden herum, meckern und machen damit alles schlechter, egal, ob es vorher gut oder nicht so gut war….

Das grüne Band: „Entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens konnte sich die Natur über Jahrzehnte ungestört entwickeln. Dies betraf nicht nur den eigentlichen Grenzstreifen, sondern aufgrund der Abgeschiedenheit häufig auch große angrenzende Bereiche. Das Grüne Band durchzieht wie eine Perlenschnur im Wechsel großräumig wertvolle Gebiete und ausgeräumte, intensiv genutzte Agrarlandschaften wie z.B. die Börden.“[1] „Im Jahr 2012 wurden 63,3 % der Fläche des Grünen Bandes und sogar 76,4 % der Offenlandfläche im Grünen Band von gefährdeten Biotoptypen eingenommen (Kategorien 1-3 der Roten Liste der Biotoptypen Deutschlands von 2006).“  Das Grüne Band ist damit Lebensraum von über 1.200 gefährdeten Tier und Pflanzenarten. Der Schutz des grünen Bandes lohnt sich also und wird von allen Seiten angestrebt! „150 Naturschutzgebiete liegen im bzw. grenzen an das Grüne Band an.“[2] Schritt für Schritt kommt es voran. [xi]

Und seht mal, wie weit es geht![3]

Mir fällt noch mehr ein, aber Ihr seht auch so, es sind gute Nachrichten zu finden, die Jugend macht Gutes, die Welt ist nach wie vor schön.

Und nun können wir mithelfen, dass es so bleibt oder auch schöner wird. Wir haben die Wahl. Unser Tun entscheidet über die Zukunft. Und es wird gut, wenn wir denn wollen.

Ich grüße Euch sehr, sehr herzlich hier aus dem ganz warmen und sonnigen Norddeutschland!

Ganz herzlich!

Eure Cornelia

Cornelia Cornels-Selke

„Damit Sie wieder leuchten können!“

 

ISBN 978-3-00-044257-5

[1]Zitat: https://www.bfn.de/0311_gruenes_band_de.html.

[2] Zitat: http://pfullendorf.bund.net/themen_und_projekte/naturschutz/gruenes_band/gruenes_band_deutschland/.

[3] Vgl: http://www.bfn.de/0310_steckbrief_gruenesband.html?&0=.

[i] http://futurezone.at/science/ozeane-koennen-sich-mit-muellbarrieren-selbst-reinigen/68.719.655.

[ii] https://secure.oceanconservancy.org/site/Advocacy?cmd=display&page=UserAction&id=1183&s_src=16WAXAWXXX&s_subsrc=16AWAPMHI2.

[iii] http://motherboard.vice.com/de/read/17jaehrige-entwickelt-ein-geraet-das-gleichzeitig-sauberes-wasser-und-strom-erzeugt.

[iv] Vgl.: http://www.n24.de/n24/Wissen/Gesundheit/d/7225706/17-jaehriger-erfindet-die-sekundenschnelle-wundheilung.html.

[v] Zitat: http://www.tagesschau.de/ausland/ozonloch-103.html.

[vi]Zitat: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/was-wurde-eigentlich-aus-dem-ozonloch-a-1047081.html.

[vii] Vgl.: http://www.gute-nachrichten.com.de/2016/05/erfolgsgeschichten/aethiopien-abgeholzte-steppen-verwandeln-sich-in-gruene-waelder/.

[viii] Vgl.: http://www.ottogroup.com/media/docs/de/Nachhaltigkeitsbericht/0001-Otto-Group-CR-Report-2015.pdf.

[ix] Vgl.: Reichholf, Josef H., Ornis, Das Leben der Vögel, 2014, Beck Verlag, S.31.

[x] Zitat: Reichholf, Josef H., Ornis, Das Leben der Vögel, 2014, Beck Verlag, S.81f.

[xi] http://apps.thueringen.de/de/publikationen/pic/pubdownload1015.pdf.

Zum Ostermontag – jetzt mit Lesung des ersten Briefes aus meinem Buch

Hattet Ihr Zeit?

Bei mir selbst hat es wahrscheinlich zunächst einmal mit Zeit zu tun, ob ich in Frieden bin – mit mir und mit der Welt. Ich brauche ab und an eine gewisse Muße.

Dann fällt mir häufig erst einmal richtig auf, dass und was mir alles widerfahren ist. Der Schock oder die Starre, die Härte, der Nebel, oder was immer das für ein Mantel ist, den wir uns beim ersten Fühlen eines Schmerzes umgeworfen haben, um ganz schnell nichts mehr zu spüren, schwindet, wenn wir Ruhe haben.

Es kommt alles nun überdeutlich wieder hoch, Gefühle kommen dazu. Es tut wieder weh, was ich verkehrt gemacht habe oder was mir selbst „vor die Brust geknallt wurde“. Ich spüre, dass es Verbindungen zu früheren Erlebnissen hat. Kann Korrespondenzen entdecken. Und ich kann körperlich spüren, wo es sitzt, im Prinzip sogar „sehen“, wie es aussieht, dieses Gefühl in mir.

Und ich kann damit korrespondieren, es korrigieren, trösten, heilen, entdecken, was dahinter steht. Wenn es irgendetwas gibt, was ich daran lernen sollte, kann eine Idee davon jetzt hoch kommen.

Ich kann meine Wünsche nach Wahrheit, Liebe, Frieden, Schutz, Hilfe und Segen aussprechen. Ich kann mir neue Pläne für neue Schritte kommen lassen. Ich kann es ruhen lassen und wieder hoch holen. Ich kann mich durch ein gutes Buch, durch gute Musik wieder aufbauen, mir selbst Gutes tun, ich kann raus in die Natur und statt weiter zu denken, was war, wieder spüren, was ist. Ich bekomme wieder Kraft, wieder Hoffnung, wieder Freude.

Und dann: Wieder Dankbarkeit!

Von da kommt dann die wahre Rettung. Wer Dankbarkeit spürt (das ist etwas Anderes als die Pflicht, Dankeschön sagen zu müssen), also plötzlich wieder den Segen spürt, der ihn oder sie begleitet, der wird von diesem Gefühl emporgehoben. Das ist schon fast ein Schweben. Energetisch sind wir plötzlich auf einer ganz anderen Ebene. Und da ist soviel mehr möglich!

Wer diese Dankbarkeit erlebt, lernt: Wer Dankbarkeit spürt, wird so viel Schönes erleben, dass er immer noch mehr bekommt, zum „Danke“ sagen.

Von hier aus sehen wir ganz andere Möglichkeiten für uns und unser Leben und sie kommen uns, wahrscheinlich angezogen durch unser glückliches Leuchten, schon entgegen und wir ergreifen sie wie selbstverständlich, ohne lange zu zögern. In diesem Zustand ist vieles möglich.

Gleichzeitig wünschen wir dann meist wenig, denn wir spüren ja gerade: „Wir haben alles!“

Es herrscht Frieden. Wieder Frieden, wieder Glück – unser Herz und unsere Hände sind wieder voll. Auch zum Verteilen.

Gott sei Dank!

Es geht nicht nur weiter, irgendwie weiter. Es gibt wieder einen Sinn. Es ist wieder klar, dass wir aus Freude hier sind. Dass wir aus freien Stücken hier auf diese Erde wollten, weil wir mitspielen wollten in diesem tollen, irren, bunten Spiel.

Und unser Leben gehört wieder uns.

Gönnt Euch die Zeit, gut zu sein zu Euch! Damit fängt eine gute Zeit an.

Spontan habe ich Euch den ersten Brief aus dem Buch „Die Welt ist schön“ vorgelesen.

Es ist keine Tonstudioqualität, denn es sollte gleich mit diesem Brief als Osterpräsent an Euch hinausgehen. –

Aber es ist der Beginn einer CD, oder eben MP3 Datei, die ich demnächst – in guter Qualität – herstellen möchte: Meine Briefe an Euch, gelesen von mir für Euch.

Vielleicht interessiert Euch das, vielleicht hört auch Ihr gerne neben dem Autofahren, Abwaschen oder dem Steuerkram? Ich lasse jedenfalls von mir hören, wenn sie fertig ist.

Jetzt grüße ich Euch also mit diesem Brief zum Ostermontag und dem vorgelesenen Brief als Präsent zum Ostermontag und wünsche auch Euch – wie ringsumher – echtes Frühlingserwachen und gutes Wachstum für all Eure Angelegenheiten!

Jetzt endlich: Frohe Ostern!

Cornelia Cornels-Selke

 

Gestern, heute und morgen.

 

Das muss man sich mal vorstellen: Da ist ein junger Mann, – und was er macht, ist einfach herausragend. Es ist außergewöhnlich und so beeindruckend, und, ja, auch wirklich gut. Im Prinzip so gut, dass man es kaum glauben kann. Was er tut, tut er nicht, um ein Star zu sein, also berühmt und „toll“ zu sein. Er ist tatsächlich willens, Gutes zu tun. Auch anderen zu helfen, sie zu unterstützen, denn es mangelt nicht an Menschen rings um ihn herum, die etwas von ihm wollen (Freunde wie Fremde gleichermaßen) und er macht es ihnen nicht nur recht, er gibt bei jedem sein Bestes. Kaum hat er Zeit für sich selbst. Doch arbeitet er nicht nur, um es anderen recht zu machen, nein, er sieht tatsächlich seinen Lebenssinn darin. Was er tut, tut er auch, weil es ihm wichtig ist. Diejenigen, denen er dies und das ermöglicht hat, die ziehen entweder zufrieden davon oder suchen nun weiter seine Nähe, um auch weiterhin in den Genuss seiner Möglichkeiten zu kommen. Sie gewöhnen sich an sein Tun und Handeln. Wenn er mal nicht gleich zur Stelle ist, um Ruhe in eine Sache zu bringen, machen sie ihm Vorwürfe.

Es gibt auch Neider, die seine Arbeit und seine Art und Weise mit Misstrauen oder Abgunst betrachten. Sie legen ihm Stolpersteine in den Weg, fordern heraus, dass er sich immer neuen Prüfungen unterziehen muss. „Auch das noch“, möchte man sagen. Er weicht diesen Angriffen nicht aus und stellt sich diesen Herausforderungen und Prüfungen immer wieder. Und er besteht sie ja. Dennoch muss er sich immerzu wieder Vorwürfe gefallen lassen. Es gibt keine Ruhe für ihn.

Er tut wirklich sein Bestes und überschreitet das Maß, was man normalen Menschen zutrauen würde. Er setzt sich für seine Leute ein, aber es passiert immer wieder, dass er feststellen muss, dass sie ihn nicht wirklich vertreten und für ihn einstehen. Eigentlich kann er voraussagen, dass sie ihn im Ernstfall im Stich lassen. Trotzdem bleibt er loyal und unterstützt sie weiterhin.

Doch es ist nie gut genug!

Es ist nie gut genug…

Die Geschichte endet vorerst damit, dass er vor Gericht gestellt wird, wegen dubioser Vorwürfe und tatsächlich auch verurteilt wird.

 

Das müssten wir doch alle irgendwie nachvollziehen können, oder? Kennen wir das nicht auch? Ja – vielleicht geben wir nicht immerzu nur unser Bestes, wir lassen mal das eine oder andere liegen. Aber eigentlich, doch, sind wir bemüht, es gut zu machen. Sind wir willens, es für andere so zu gestalten, dass sie sehr zufrieden sind. Sind wir bemüht, unsere Verpflichtungen zu erfüllen. Wollen wir dem eigenen Leben auch einen Sinn geben und wollen deshalb zusätzlich zu dem Verlangten auch eigene Ideen möglichst gut umsetzen. Wollen wir gute Menschen sein.

Doch jeder von uns hat wohl schon erlebt, dass es nicht reicht. Es ist nie wirklich gut genug. Werden wir den Dingen gerecht, sind plötzlich die Anforderungen höher. Schaffen wir dies auch, wird noch mehr verlangt. Man denke nur an das Wachstum (z.B. in der Wirtschaft), das sich jedes Jahr steigern muss…

Und immer wieder erlebt man, dass man gerade von denen, für die man sich einsetzt, im Stich gelassen wird. Dass sie nicht Partei für uns ergreifen, obwohl sie doch wissen müssten, wie man sich verhalten hat. Oder dass sie einen vor anderen sogar in die Pfanne hauen und als blöd darstellen. Um selbst gut da zu stehen oder auch nur, „um sich raus zu halten“.

Dadurch, dass man es jetzt noch einmal besser macht als vorher, ändert sich nichts an der Situation.

Wer wollte da nicht ab und zu die Flinte ins Korn werfen.

 

In Ansätzen kennen wir sie also, die Karfreitagssituation. Und die Gefühle dazu… Es tut weh, wir spüren diesen Dolch auch körperlich und es gibt irgendwie keinen sichtbaren Ausweg.

Weiter, immer weiter machen, hat schon so manchen ins Burn Out geführt – oder sonst wo hin.

Heere Ideale ziehen uns dort auch nicht heraus.

Wie bleiben wir reflektierend und sensibel, aber werden doch nicht verletzt? Was ist so stark, dass es uns hier beschützen kann? Was ist so echt, dass es uns in so einem Falle wieder glauben und vertrauen lässt? Wie bleiben wir echt? Und ehrlich? Und sicher?

 

Damals endete die Geschichte schrecklich und irgendwie dann doch gut. Es musste so schlimm kommen (bis zum Tod und ins Grab!), damit Auferstehung möglich war, – damit die Menschen „kapierten“.

Muss es immer erst so schlimm kommen, damit wir kapieren, dass wir hier und heute anders mit uns, mit dem Anderen, auch mit den anderen Geschöpfen, der Natur, der Erde anders umgehen müssen?

 

Lasst uns doch mal diese Tage auch zur Ruhe nutzen, um zu unserer ganz persönlichen Lösung zu kommen. Um am Montag dann sensibler im Umgang mit anderen (denn wir wissen ja, wie es sich für uns selbst anfühlt, wenn andere uns und unsere Werke missachten), aber auch mit neuen Ideen und neuer Sicherheit, was unseren Weg, unser Tun und unser Sein betrifft, in die Sommerzeit zu starten.

Wie können wir andere stärken, wieder stärken, nachdem wir sie verletzt haben, sie geringschätzig behandelt haben?

Was stärkt uns selbst? Was hat sich darin schon bewährt?

 

Ich wünsche Euch, dass Ihr Euch am Ostersamstag und Ostersonntag selbst stärken könnt und Eure Kraftquelle (wieder) findet. Dass Ihr ab Ostermontag (wieder /weiter) gute Wege findet, mit Euch selbst und mit Anderen gut umzugehen.

 

Danke!

Cornelia Cornels-Selke

 

 

 

So geht’s wieder bergauf.

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Drei Arten Winter

 

Liebe Freunde

Ich habe mal wieder meine Sammlung aus Rundbriefen angesehen und einige entdeckt, die eigentlich auch heute passen würden. Einer zum Beispiel beschäftigte sich vor Jahren mit der „Schweinegrippe“ und ihren Folgen. In den Zeitungen und im Netz grassierten damals die unterschiedlichsten Meinungen und Gegenmeinungen, mit der Zeit immer radikaler werdend.

Auch damals gab es etwas Schlimmeres als die Grippe selbst, denn davon wurden weit mehr angesteckt als von ihr, und ich schrieb über die deutsche Angst, die sich so gerne den Weg bahnt und alle in den Bann ziehen möchte.

„Hinz und Kunz“ schrieb neulich etwas von einem „Deutschen Reflex“, das klang in mir nach und ich glaube, dass dieser deutsche Reflex, wenn es ihn denn gibt, dann die Angst ist.

Man hat Versuche gemacht, um herauszufinden, ob ein Mensch den Geruch von Angstschweiß unterscheiden kann von dem Geruch des Sportschweißes. Und auf eine gewisse Weise konnte er dies schon, nur nicht bewusst: Er konnte zwar nicht sagen, welcher Geruch zu welchem Schweiß gehörte, aber er reagierte auf Angstschweiß mit Angst.

Und schon hatte sich die Angst weiter ausgebreitet – ohne einen für den nun-Ängstlichen ersichtlichen Grund.

Und diese Angst, dieses Überschwemmen des Systems durch ein archaisches … Gefühl möchte ich gar nicht sagen, eher durch einen archaischen Instinkt, denn wir befinden uns hier auf der Stufe der Tiere, gebiert leider Weiteres, nämlich Abwehrverhalten, Misstrauen, Abschottung, Feindschaft, Eifersucht und Neid, sogar Wut und Hass (Wir kennen das Ducken, das Flüchten und das aus-Angst-Beißen). Und dies alles ist leider, genau wie die Angst selbst, ebenfalls ansteckend und zieht andere mit sich (meine Mutter sagte früher dazu: „Ein faules Äpfelchen steckt ein anderes an.“).

Ich selbst meinte neulich einmal zu jemandem „Nur wer Angst hat, muss Angst haben“, das war dann vielleicht doch etwas kurz und so kommt dieses Thema also auch in diesen Rundbrief.

Das Wort „Angst“ ist nicht umsonst dem Wort „Angina“ so ähnlich, denn sie haben eine Verwandtschaft. Das Wort Angina heißt „Enge“ und es ist bekannt als Halsenge, z.B. bei einer Grippe, oder (bei der Angina pectoris) als Herzenge. Und genauso macht die Angst uns eng. Sie macht uns klein und unfähig, wir kauern förmlich geduckt in der Ecke, sie beraubt uns unserer erworbenen menschlichen Fähigkeiten – und macht uns manipulierbar.

Nicht umsonst wurde (und wird leider immer noch) gerne mithilfe der Angst erzogen und formbar gemacht. Ich bitte Euch deshalb, Euch VOR JEGLICHER ANGST fern zu halten!

Doch leider schauen wir gebannt auf sich brauende Wolken und auch auf Schreckensmeldungen in den Zeitungen. Wir wissen, dass diese vielfach falsch sind. Wir kaufen sie trotzdem. Deshalb landet alles Schreckliche auf dem Titelblatt und die guten Meldungen erst auf Seite 12. Weil wir das kaufen. Wir sehen Filme mit Gewalt und Horror. Ist es „hipp“ sich zu gruseln?

Warum eigentlich, wenn wir uns doch so gar nicht wohlfühlen mit der Angst? Woher kommt diese Leidenslust? Wir lassen uns anscheinend gerne bannen…

Flug über den Wolken

Rationales Denken könnte eventuell dagegen helfen, also Fakten. Dann wären wir zumindest wieder auf der Stufe eines denkenden Menschens. Mitgefühl könnte helfen, dann hätten wir es schon wieder auf die Herzensebene geschafft.

Sehr schön und viel Geschriebenes gibt es dazu im Wirtschaftsteil der „ZEIT“ Nr.5 vom 28.1.16, S.19ff. (Die Überschrift heißt im Gegensatz zu den aktuell oft genannten Kosten für Flüchtlinge: „Was kostet die Angst“. Zu Kosten siehe auch am Ende des Rundbriefes im Anhang)

Aber für Fakten scheint der Kopf nicht frei zu sein in diesem Zustand. Er ist voll von der Angst, Aufregung und den Ausgeburten. Und er ist eben nicht mehr frei und offen für all die guten Dinge und Gaben, die uns umgeben, bereits da sind oder zu uns wollen. Wir sehen das alles nicht mehr und wir können uns nicht mehr daran laben, alles Gute ist für uns verloren, wenn wir auf das Beängstigende schauen und daran festhalten.

Aber – selbst in diesem Zustand – wir sind keine Tiere. Wir können den Kopf wieder erheben. Wir sollten uns selbst anschauen, statt auf die anderen (links, rechts, oben, unten) und was da herkommen könnte. Wir schauen bei uns auf das, was unser Leben ausmacht. Auf das, was schon gut ist und auf das wo wir, wirklich real, etwas verbessern können. Wir schauen auf das, was wir sofort bei uns selbst tun können für eine Verbesserung. Und wir handeln in diese Richtung! – Damit wird sicherlich eher etwas gut in unserem Leben, als auf andere zeigend in Instinkte zu versinken. Wir wissen inzwischen, dass derjenige, der immerzu auf das Schlechte schaut, immerzu nur Schlechtes sehen wird. Das Gute wird den Weg nicht zu ihm finden, vielleicht in seine Umgebung, aber nicht in sein Hirn.

Eine ältere Vertraute und regelmäßige Vertretung meiner Mutter, Frau Christa Dorn, sagte einmal zu mir, dass sie in Jugendjahren vielfach mit einer Verwandten zu tun gehabt hätte, die in einem fort lamentierte, über dies und das und über alles im Allgemeinen. Und die junge Christa beobachtete dies, die Frau, sah, wie sie schimpfte, sah, wie sie aussah, wie sie sich bewegte und fand für sich selbst heraus: „Ich will mich nie beklagen, ich will anders leben“. Und jetzt in gehobenem Alter sagte sie zu mir: „Diese Entscheidung war mein eigener Segen. Ich hatte nichts zum Beklagen, mein Leben entwickelte sich zum Besten.“

Unsere Entscheidung ist entscheidend!

„Drehe Dich zur Sonne, dann fallen alle Schatten hinter Dich“, den Satz haben wir sicherlich alle schon einmal gehört. Ich meine, wir könnten jetzt auch mal wieder in Richtung Sonne losgehen, ins Licht bewusst hineingehen, dann wird es garantiert heller.

Flug in die Morgendämmerung1.Flug in die Morgendämmerung2.Flug in die Morgendämmerung3.

Flug in die Morgendämmerung

Dr. Wayne Dyner berichtete über sein Leben, dass er mit 34, dick, in schlechter Beziehung, erfolglos als Schreiber, alkoholabhängig und in jeder Hinsicht in schlechter Verfassung an das Grab seines Vaters fuhr. Dieser hatte die Familie damals, als der kleine Wayne frisch geboren mit seiner Mutter nach Hause kam, verlassen. Und sein Leben lang hatte Wayne von den Verbrechen seines Vaters gehört und dazu auch das, was seine Mutter noch alles erzählte. Wieder und wieder erlebte er die Verlassenheitsängste, den Verlust, die Existenzängste der Mutter und die Wut, ja den Hass und die Verachtung für seinen Vater. Stetig war dies gewachsen. Und nun stand er am Grab seines Vaters und fluchte und schimpfte und schrie. Am liebsten hätte er dem Grab etwas angetan. Als er endlich wieder im Wagen saß, merkte er, dass er noch einmal zu dem Grab hinmusste und stieg wieder aus, ging wieder dorthin und konnte diesmal seinen Frieden machen und sagen „ich will auch das allerkleinste Bisschen dieser ganzen schlechten Gefühle jetzt loslassen. Ich will dass meine Zellen frei davon sind.“

Und er fuhr von dort fort und flog nach Fort Lauterdale, fuhr direkt in ein Motel, wo er vierzehn Tage verbrachte und er schrieb und schrieb und schrieb, bis er von vorne bis hinten ein Buch fertig hatte, innerhalb dieser vierzehn Tage, welches der Nr1 Bestseller annähernd für die nächsten kommenden zehn Jahre wurde. Und sein Leben wandelte sich. Sofort und mehr und mehr. Er fand eine gute, liebevolle Beziehung, er wurde schlank, er ließ vom Alkohol ab, er wurde fit, er war ein erfolgreicher Schriftsteller, vor allem war er frei von den schlimmen Gefühlen in sich und hatte eine ganz andere Lebensqualität.

Dies ist von mir ein weiteres Beispiel dafür, dass, wenn wir das Schlimme und Schlechte – und die Angst ist Teil dieses Reigens – , sei es echt oder eingebildet, erfahren oder nur gehört, in uns einlassen, es wie Teer in uns festsitzt, uns verklebt und uns verstopft, sodass nichts Gutes mehr Zugang hat oder auch nur für uns sichtbar wäre. Und dass, wenn wir es ganz bewusst loslassen, unser Leben wieder frei ist für Höheres und Schöneres.

Natürlich ist das keine neue Weisheit! Es ist nur eine Erinnerung an ganz alte, uns allen wohlbekannte Worte. Aber es ist auch heute wichtig, sie zu erinnern: „Deswegen sage ich Euch: Alles, was Ihr betet und Euch erbittet, glaubt, dass Ihr es empfangen habt, und es wird eintreffen für Euch. Und wenn Ihr steht, betend, vergebt, wenn Ihr etwas habt gegen jemanden, damit auch Euch Euer Vater in den Himmeln vergibt Euch Eure Verfehlungen“ Markus 11,24 und 25.

Da haben wir also sogar eine sehr direkte Verknüpfung zwischen unseren Bitten und dem Vergeben.

Okay, das ist Glaube. Der hilft auch. Wer sich darauf einlässt, der macht vielleicht ab und an die ehemals übliche Fastenperiode am Jahresanfang mit, unter dem Motto „Sieben Wochen ohne…“. Diesmal steht sie unter dem Motto „Sieben Wochen ohne Enge“ und soll alles fördern, was ein Herz weit macht.

Aber, welchen dieser Wege wir auch wählen:

Vielleicht schaffen wir es ja tatsächlich zu Beginn diesen Jahres, die Gedanken weit zu machen, die Zellen zu öffnen, das Herz zu weiten und damit auch bereit zu sein für all das Gute, das zu uns möchte. Das Leben geht leichter so. Das könnte uns also gut tun und dieses Jahr soll ja ein gutes Jahr für uns alle werden.

Im Übrigen: Erst dann, wenn all das gebannt ist, was uns hier und heute bannen will, fangen wir wieder an, die wahren Ursachen für irgendwelche Phänomene (z.B. den derzeitigen Flüchtlingsstrom) wahrzunehmen und anzupacken.

Ihr seht, ich habe versucht, von den ganzen aktuellen Meldungen abzusehen und stattdessen die Folgen der Schlagzeilen (die sich ja jederzeit einer neuen beängstigenden Überschrift zuwenden können), nämlich die Angst und ihre weiteren Folgen zu thematisieren. Weil ich aufzeigen möchte, warum es gut ist und wie wir es schaffen, dieser den Rücken zuzukehren und, statt sich bannen zu lassen oder in Aktionismus zu verfallen, wieder den eigenen Weg zu verfolgen.

Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten:

Ihr entdeckt für Euch, dass egal ob bei Schweinegrippe, Bankenpleiten, Staatspleiten, Flüchtlingsstrom, als nächstes vielleicht weitere Krankheiten, wir nur von einer Angst in die nächste taumeln. Und Ihr wollt davon frei werden und stattdessen wieder handlungsfähig durch Euer Leben gehen und konkret Wichtiges und Richtiges tun. Und fangt damit an.
Oder Ihr findet, dass mein Geschreibe doch sehr blauäugig sei und dies hier jetzt ein echtes Problem darstelle und ohne Fakten könne man nicht glauben.

Wenn Ihr zu meinen Worten, die dem einen oder anderen vielleicht zu glatt oder das Aktuelle ignorierend erscheinen mögen, noch ein paar Hintergründe oder Fakten oder aktuelle Bezüge haben möchtet, oder wenn Ihr vielleicht, um mal eine andere Blickrichtung zu bekommen, oder auch innere Sicherheit für Eure Einstellung zu finden, weitere Daten, Texte, Quellen finden möchtet, dann kommt, zu dem Aktuellen Bezug nehmend, noch mehr im Anhang.

Hier an dieser Stelle kommt jetzt doch noch einmal etwas aus einem Rundbrief in meiner Sammlung:

„Wie häufig sind wir Spielball der anderen? Wie häufig reagieren wir so oder so auf andere, aber wie selten agieren wir selbstbestimmt? Wir lassen uns eventuell den ganzen Tag von jemandem verderben, der einmal unseren Weg gekreuzt hat. Meine Mutter nannte das: „Die Fehler der anderen an uns abbüßen.“ Leben wir dann noch unser Leben? Hat das noch was mit dem Recht auf die eigenen Gefühle und die eigenen Laune zu tun, oder sind wir damit schlichtweg abhängig von anderen?

Ich habe viel von solchen Abhängigkeiten in meiner Praxis gesehen, glücklich machen die nicht.

Nur um noch einmal daran zu erinnern: Wir können anders! Wir sind nicht Ochs und Esel, wir sind Menschen und wir haben ein „Ich“. Daraus kann man doch auch etwas Gutes machen! Manchmal müssen wir uns eben selbst wie ein guter Freund oder eine gute Freundin bei der Hand nehmen, aus dem Tal herausführen und uns selbst Gutes tun, damit wir wieder gerne in die Welt blicken! Tut das doch bitte noch bevor das Frühjahr richtig kommt! Es wäre schade, wenn einer von uns bei strahlender Sonne noch mit schlechter Laune herum laufen würden.“

(Rundbrief vom 8. April 2008)

Also, gibt es jetzt auch mal andere Nachrichten? Ja, die gibt es. Es gibt tatsächlich auch gute Nachrichten. Und davon schreibe ich in einem der nächsten Rundbriefe, denn dieser ist lang genug geworden. Auch über Termine und Ideen hört Ihr noch einmal.

Aber jetzt grüße ich Euch herzlich!

„Wenn es „glatteist“, gehen die Menschen Arm in Arm.“ Vielleicht kennt Ihr diesen Satz? Also, dann haken wir uns jetzt unter und sehen zu, dass wir heile „rüber kommen“ über diese glatte Fläche zur Zeit.

Eure Cornelia

Ein Herz für alle

Anhang:

1.Raphaele Lindemann – Ein Arzt berichtet von einem Flüchtlingslager
2.President Obama – Eine Email erhalten am 4.2.2016, mit Inhalt: Eine Rede über Religionsfreiheit.
3.Zu dem Bild im Anhang Nr1 weitere Hintergründe.
4.Stuttgart, hoher Ausländeranteil, noch höherer Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund – sehr geringe Kriminalität.
5.Noch einmal zu den Kosten.
6.Die Polizeiarbeit wird behindert durch falsche Anzeigen.
7.Eine Erinnerung an die Hetzjagd auf einen 17 Jährigen in Emden, der damals fälschlicherweise für einen Straftäter gehalten wurde.

1. „Raphaele Lindemann – Ein Arzt berichtet vom Leid in einem Flüchtlingslager

Am 28. Januar 2016 veröffentlicht der Arzt Raphaele Lindemann in Absprache mit der Camp-Leitung nach etwa 4 Wochen in einem Erstaufnahmelager für Flüchtlinge auf Facebook über die Situation vor Ort.

Er ist als Arzt für die medizinische Erstversorgung der neu in Deutschland ankommenden Flüchtlinge zuständig. Diese findet nahezu vor jedem weiteren Schritt statt. Also vor Registrierung, Versorgung mit Kleidung, vor der Möglichkeit sich zu Duschen, etwas zu essen und damit auch vor der Verteilung auf das restliche Bundesgebiet.

Herr Lindemann schreibt davon, dass es absolut unmöglich ist „z.B. einen Fuß mit Erfrierungen zu versorgen, der über 500km in kaputten Schuhen, mit nassen Strümpfen durch den Winter marschiert ist und dabei durch eine „naive rosarote Gutmenschbrille“ zu schauen. Oder einen 4 Wochen alten Säugling in feuchter Kleidung mit Lungenentzündung zu behandeln, der zusammen mit einem Einjährigen und einer Vierjährigen, ganz alleine von der Mutter über das Mittelmeer, über Griechenland bis hier her geschafft wurde und sich dann den Vorwurf der Weltfremdheit anzuhören. Das hier ist die Welt! Und das hier ist sehr real und nirgends „rosarot“! Der Vater der 3 Kinder kam übrigens in Syrien ums Leben.“

Er sieht pro Schicht etwa 300-500 Flüchtlinge. „Dabei handelt es sich nicht zu 90% um junge, gesunde Männer. Mindestens 40% davon sind KINDER! Es gibt Familien, es gibt Alte und ja – es gibt auch junge Männer. Allen gemein ist, dass sie absolut entkräftet und fertig sind. Ich habe bisher nie so viel Elend und Verzweiflung auf einem Haufen gesehen.“

Er berichtet von einer Frau, deren Beine komplett verbrannt waren: „Keine Ahnung wie sie es überhaupt bis zu uns geschafft hat. Wir haben allein eine halbe Stunde gebraucht, um die festgeklebten, schmutzigen und stinkenden Verbände von den vereiterten Wunden zu lösen. Da war aber kein Klagen und da war keine Anspruchshaltung. Diese Frau hat Dankbarkeit ausgestrahlt, weil sie endlich in Sicherheit ist und sich jemand um sie kümmert.“

Herr Lindemann schreibt auch von den Smartphones welche die Flüchtlinge dabei haben: „„Die“ haben vorher nicht in der Steinzeit gelebt und sind aus irgendwelchen Buschhütten und Höhlen gekrochen. Und vielen ist es zunächst wichtiger ihre Handys aufzuladen, als etwas zu Essen zu bekommen. Und dreimal dürft ihr raten warum? Was habe ich als erstes gemacht, als ich, bequem mit meinem Auto, trotz Glatteis, sicher im 500 km von zu Hause entfernten Camp angekommen bin?

Dass sie ein Lebenszeichen an die Lieben schicken zu wollen, wird diesen Menschen allerdings regelhaft zum Vorwurf gemacht und als Beleg für die fehlende Hilfsbedürftigkeit gesehen. Mit Verlaub – das ist weltfremd und obendrein arschig! Als würde es eine Pflicht geben, sich vor einer Flucht in Lumpen zu hüllen und bloß alle Wertgegenstände zurück zu lassen – inklusive der einzigen Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu den Angehörigen in Form eines Telefons.“

Über unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel schreibt er: „In der aktuellen Situation müssen wir uns verdeutlichen, welchen Selbstanspruch wir an unsere Kultur haben. Natürlich könnten wir die Grenzen dicht machen und so tun als wäre Merkel an allem Elend dieser Welt schuld. Aber glaubt denn wirklich irgendwer damit wäre das Problem gelöst? Ich höre hier im Lager durchgehend weinende Kinder. Und ich weiß, dass sie dann halt vor unseren Grenzen weinen würden. Würden wir damit unsere Zivilisation retten? Nur weil wir es dann nicht mehr sehen und im Fernsehen einfach bequem umschalten können? Es zeugt schon von einer bemerkenswerten Moralvorstellung, wenn man auf fb das Elend eines gequälten Hundes anprangert und gleichzeitig sehenden Auges all diese Menschen vor unseren Grenzen krepieren lassen will – und wenn es nur durch Unterlassung ist. Ob das ein schützenswertes Abendland ist?

Natürlich müssen Lösungen vor Ort gefunden werden. Und natürlich können wir nicht die ganze Welt aufnehmen. Aber löst man einen Konflikt auf der Welt indem man gegen Flüchtlinge wettert und dumpf der Kanzlerin Verrat am Volk vorwirft? Sieht so die Rettung der Welt aus? Wo bleiben die wirklich konstruktiven Vorschläge und Initiativen der ach so besorgten Bürger?

Durch ihr „wir schaffen das“ hatte ich zum ersten Mal so was wie Respekt und Anerkennung für die Kanzlerin übrig. Weil sie ohne mit der Wimper zu zucken ihre politische Karriere riskiert hat, um eben jene Menschen nicht vor unseren Grenzen krepieren zu lassen und sie die enorme Herausforderung angenommen hat anstatt ihr übliches Teflonspiel des Aussitzens zu treiben. Und nie hat jemand behauptet, dass es eine leichte Herausforderung wäre. Und sind wir doch mal ehrlich: Wer von all den Hetzern ist denn WIRKLICH so arm, dass er befürchten muss durch die Flüchtlinge plötzlich weniger vom deutschen Wohlstandskuchen abzubekommen? Ist bisher WIRKLICH jemand deshalb ärmer geworden? Ist WIRKLICH jemand deshalb aus seiner Wohnung geflogen? Ist WIRKLICH jemand von einem bösen Asylanten aufgegessen worden? Und damit meine ich nicht denjenigen, der einen kennt, dessen Großcousine einen Nachbarn hat blabla.“

Zum Neid merkt er an, dass derzeit 62 Personen so viel Besitzen, wie die Hälfte der Erdbevölkerung und dass es diesbezüglich nicht annähernd die Empörung und den Futterneid, den man ja regelhaft gegen die ärmsten der Armen kultiviert findet.

Am Schluss berichtet er von einer jungen schwangeren Frau, die keine Kindsbewegungen mehr gespürt hat und sich sorgte, dass durch langes Treiben im Mittelmeer nachdem der Schleuserkutter gekentert ist auch ihr letztes Kind gestorben ist. Die beiden anderen Kinder dieser „Sozialschmarotzerin“ starben auf der Flucht im Meer weil sie keine Kraft mehr hatte.

Aylan Kurdi

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Quellen:

30.01.2016, Welt, FLÜCHTLINGSLAGER, „Nie so viel Elend und Verzweiflung gesehen“

30.01.2016, FAZ, Ein Flüchtlingsarzt berichtet, Eine Schwangere sorgt sich, dass sie ihr Kind verloren hat

29.01.2016, BILD, EMOTIONALER FACEBOOK-POST, Arzt schildert dramatische Lage in Erstaufnahmelager

29.01.2016, Stern, Facebook-Appell, Was ein Arzt in einem Flüchtlingslager erlebte

28.01.2016, Facebook, Raphaele Lindemann, Liebe Leute …. “

Zitat von folgender seite: http://nopegida.blogspot.de/2016/01/raphaele-lindemann-ein-arzt-berichtet.html?m=1

2. Eine Email von Präsident Obama, erhalten am 4.2.2016

Der Präsident der Vereinigten Staaten weist in einer Rede daraufhin, dass jeder Mensch verschiedene Rollen habe und dass er diese ständig nebeneinander lebe. Man müsse nicht eine Religion aufgeben, um Amerikaner zu sein. Jeder Glaube sei zu schützen in Amerika. Meine Anmerkung dazu: Diese Probleme haben also nicht nur wir in Deutschland, auch in Amerika muss man daraufhin weisen, dass Religionsfreiheit bestände und schützenswert sei. Es will wohl kaum einer von uns wieder mit einer Staatsreligion leben. Ein paar Auszüge:

“At a time when others are trying to divide us along lines of religion or sect, we have to reaffirm that most fundamental of truths—we are all God’s children, all born equal with inherent dignity. So often we focus on outward differences, we forget how much we share.”

“If we are serious about freedom of religion – and I’m speaking now to my fellow Christians who remain the majority in this country – we have to understand, that an attack on one faith is an attack on all our faiths. And when any religious group is targeted, we all have a responsibility to speak up. And we have to reject a politics that speaks to manipulate prejudice or bias, and targets people because of religion.”

“We can’t be bystanders to bigotry. And together, we’ve got to show that America truly protects all faiths”

“I want to speak directly to young people who may be listening. In our live, we all have many identities. We are sons and daughters, and brothers and sisters. We’re classmates; cub scout troop members. We’re followers of our faith. We’re citizens of our country. And today, there are voices in this world, particularly over the Internet, who are constantly claiming that you have to choose between your identities – as a Muslim, for example, or an American. Do not believe them. If you’re ever wondering wether you fit in here, let me say it as clearly as I can, as President of the United States: You fit in here – right here. You’re right where you belong. You’re part of America, too. You’re not Muslim or American. You’re Muslim and American.”

“We are one American family. We will rise and fall together. It won’t always be easy. There will be times where our worst impulses are given voice. But I believe that ultimately, our best voices will win out. And that gives me confidence and faith in the future.”

Quelle und die ganze Rede: https://www.whitehouse.gov/blog/2016/02/03/muslim-and-american-voices-white-house?utm_source=email&utm_medium=email&utm_content=email563-image1&utm_campaign=MosqueVisit

3. Zu dem Bild von Anhang Nr 1 weitere Hintergründe.

„Aylan Kurdi ist tot. Er wurde nur 3 Jahre alt. Sein Bruder Galip ist auch tot. Galip wurde nur 5 Jahre alt. Die Mutter Rehan ist tot. Nachdem zwölf Verwandte bei den Kämpfen gegen den IS umgekommen versuchen Vater Abdullah und Mutter Rehan im Jahr 2014 mit ihren beiden Kindern Aylan, 3, und Galip, 5, nach Kanada zu flüchten. Dort lebt Teema Kurdi, die Schwester des Vaters. Sie wanderte bereits vor 20 Jahren aus und wollte gemeinsam mit Bekannten als Sponsor für die Familie einspringen im Rahmen eines sogenannten G5-Antrags. Dieser verspricht Flüchtlingen ein Aufenthaltsrecht, wenn jemand finanziell für sie aufkommt.
Weil die Kurdis beim Flüchtlingshilfswerk UNHCR wegen fehlender Pässe nicht als Flüchtlinge registriert waren – und die türkische Regierung ihnen keine Ausreisevisa ausstellte wurde der Antrag jedoch abgelehnt. Deshalb stiegen die Eltern mit ihren Söhnen in eines von zwei Schlepperbooten die mit insgesamt 23 Flüchtlingen in Bodrum in Richtung der griechischen Insel Kos ablegten. Das Ziel war nun Deutschland.
2050 Dollar pro Kopf kassierten die Schleuser. Um mehr Personen unterzubringen wurden den Flüchtlingen die Schwimmwesten abgenommen. Die Boote kenterten wegen dem hohen Wellengang. Zwölf von 17 Menschen ertranken, darunter acht Kinder.“

Gab es Folgen dieser schrecklichen Begebenheit? Ja, das muss man sagen, es sind seitdem Dinge in Gang gekommen, die direkt mit dem kleinen Aylan zusammen hängen:

· „In der türkischen Hafenstadt Bodrum wurden von der Polizei vier Verdächtige aus Syrien festgenommen, die für den Tod der Flüchtlinge verantwortlich sein sollen. Der Krieg in der Heimat der Flüchtlinge geht jedoch weiter.“

· „In Kanada wird am 19. Oktober 2015 ein neues Parlament gewählt. Davor wird seit dem Bild des toten Aylan über fast nichts so engagiert diskutiert wie die Frage, ob das Land angemessen auf die Flüchtlingskrise reagiert. Laut Umfragen hält eine Mehrheit der Bevölkerung Stephen Harper (Ministerpräsident von Kanada) für kaltherzig.“

· „Seit der Wahl von Justin Trudeau (Premierminister von Kanada) im Herbst hat das Land etwa 6300 syrische Flüchtlinge aufgenommen. 5600 weitere haben bereits ein Visum. Bis Ende Februar 2016 will Kanada 25.000 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Bisher organisierte Kanada 26 Shuttle-Flüge, um ausreisewillige Menschen aus Lagern in der Türkei oder Libanon nach Kanada zu bringen. Im Moment landen jeden Tag in Toronto und Montréal zwei bis drei weitere Flüge.“

· „Mohammed Kurdi (Aylans Onkel) ist Ende Dezember mit seiner Ehefrau und den fünf Kindern in Kanada angekommen und wurden von Tima Kurdi (Aylans Tante) aufgenommen. Sie haben schon in Coquitlam nahe Vancouver einen Friseursalon eröffnet. Ohne privates Engagement hat das jedoch nicht. Freunde haben 5000 US-Dollar pro Person aufgebracht um die Familie nach Kanada zu bringen.“

· „Abdullah Kurdi (Der Vater des Kindes) geht nicht mit. Er möchte in Kobani bleiben, wo seine beiden Kinder und seine Frau am 4. 9. 2015 begraben wurden und hin und wieder nach Erbil fahren.
In Erbil wird eine wohltätige Stiftung mit dem Namen Aylan eröffnet. Sie soll sich speziell um Flüchtlingskinder, aber auch um andere Kinder Kurdistans, die kein Zuhause oder keine Eltern haben kümmern.
In Kobani wird mit Hilfe von Masud Barzani (Präsident der autonomen Kurdenregion (KRG)) in einem Monat mit dem Bau einer Schule und eines Krankenhauses begonnen. Beide sollen den Namen Aylan tragen. Damit soll den Einwohnern von Kobani geholfen werden, eine gute Ausbildung und medizinische Versorgung zu bekommen. Die finanziellen Mittel kommen von Nechirvan Barzani (Premierminister der KRG und Neffe des KRG-Präsidenten).“

· „Naguib Sawiris (Milliardär aus Ägypten) möchte vor Griechenland zwei Inseln kaufen. Eine davon möchte er „Aylan Island“ nennen. Auf den Inseln sollen 200.000 Flüchtlinge eine neue Heimat finden.“ Ob er das auch getan hat, weiß ich nicht.

· In Deutschland: „Berlin wehrt sich – Gemeinsam gegen Asylmissbrauch!“, eine Facebook-Gruppe mit 2000 Likes, schreibt: „Wir TRAUERN NICHT sondern wir FEIERN ES! Nur ein Flüchtling, ein Flüchtling ist zu wenig: Das Meer hat schon mehr Flüchtlinge geschluckt!“ 222 Facebooker teilten den Kommentar, 89 gefällt der Eintrag.
Während Facebook zunächst feststellt, dass in dem Posting keine Nackten zu sehen sind und deshalb schreibt: „Wir haben die von dir wegen Belästigung gemeldete Seite geprüft und festgestellt, dass sie nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt“ erstatten andere User Strafanzeige. Erst am nächsten Tag wird es entfernt. Die Facebookgruppe existiert jedoch weiterhin.
Auch die Polizei Berlin reagiert. Die Beamten schreiben: „Guten Abend Community, vielen Dank für Ihre zahlreichen Hinweise auf dieser Facebookseite. Unser Staatsschutz prüft derzeit weitere Ermittlungsschritte.“

· „Peter Huth (Chefredakteur der B.Z.) postet daraufhin am 4.9.2015 um 17:21 Uhr: „Ihr habt jetzt genau neun Minuten Zeit, diesen und alle anderen B.Z.-Links von Eurer Hohlkopf-Seite zu nehmen, um exakt 17.30 Uhr schicke ich Euch alles auf den Hals, was wir an Anwälten zu bieten haben und das sind auf jeden Fall mehr als ihr Gehirnzellen habt.“ Zunächst soll sich Facebook noch geweigert haben. In der Nacht gibt Huth bekannt, dass Facebook doch reagiert hat. In der Sonntagsausgabe bringt die B.Z. einen Leitartikel über „“Das asoziale Netzwerk“.“

· „Der Staatsschutz durchsucht am 5.9.2015 eine Wohnung in der Ludwigsfelder Straße in Berlin-Hellersdorf. Der 26-jährige Bewohner soll für die Verunglimpfung des Jungen auf Facebook verantwortlich sein. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft wurden ein Computer und zwei Mobiltelefone sichergestellt. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wurde der 26-Jährige entlassen, die Ermittlungen laufen jedoch weiter. Nach § 189 des Strafgesetzbuchs stehen darauf eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe. Er selbst versteckt sich jetzt. Seine Facebook-Seiten „Berlin wehrt sich“ und „Psychoprinz“ wurden gelöscht. Seinen Job bei der Zeitfirma Runtime, die ihn ab und zu offenbar an Hermes verliehen hat ist er los.“

Es sind seitdem weitere Boote gekentert und Menschen gestorben.

Quellen: 07.01.2016, taz, Syrische Flüchtlinge, Willkommenskultur auf kanadisch
17.12.2015, Welt, VATER VON AYLAN KURDI, „Wir wollten ein besseres Leben. Jetzt sind sie tot“
08.12.2015, Sueddeutsche, Flüchtlinge, Das Vermächtnis des Aylan Kurdi
03.12.2015, Tagesspiegel, Presserat über Bilder von toten Flüchtlingen, Foto von Aylan Kurdi ist „Dokument der Zeitgeschichte“

17.09.2015, FAZ, Flüchtlingsdebatte, Wie Aylan Kurdi Kanadas Wahlkampf bestimmt
17.09.2015, Tagesspiegel, Tante des toten Jungen, „Lasst den Tod von Alan nicht umsonst sein“
17.09.2015, Focus, Vor der Küste Griechenlands, Milliardär will Insel für Flüchtlinge kaufen – und sie nach totem Aylan benennen14.09.2015, Welt, FLÜCHTLINGSHETZE, Ein Hass-Post, der das Leben für immer verändert
13.09.2015, Spiegel, Flüchtlingsboot gekentert, Zehn tote Kinder vor griechischer Insel
11.09.2015, Stern, Ertrunkener Flüchtling, IS missbraucht Foto von Alan Kurdi für seine Propaganda
09.09.2015, Welt, AILANS VATER,“Ich wollte, dass meine Kinder wie Menschen behandelt werden“
07.09.2015, Stern, „Hoffentlich lebt er noch“, Jetzt spricht der Polizist, der den toten Flüchtlingsjungen fand
06.09.2015, Sueddeutsche, Aylan Kurdi, Polizei ermittelt wegen Hetze gegen toten Flüchtlingsjungen
05.09.2015, Stern, Nach Facebook-Gepöbel, Deutschlands miesester Hetzer: Endlich Hausbesuch vom Staatsschutz
05.09.2015, Focus, Wohnung in Berlin durchsucht, Polizei ermittelt nach Hass-Parolen zu Foto von totem Ailan
05.09.2015, Spiegel, Ertrunkener Flüchtlingsjunge, Hausdurchsuchung nach Hass-Kommentar zu Alan Kurdi
04.09.2015, Welt, FACEBOOK, Entsetzen nach Hass-Posting über toten Flüchtlingsjungen
04.09.2015, Tagesschau, Aylans Vater bei Beisetzung in Kobane, Ertrunkener Flüchtlingsjunge beerdigt
04.09.2015, Tagesspiegel, Toter syrischer Junge, Familie von Ailan wollte offenbar nach Deutschland
04.09.2015, Zeit, MITTELMEER, „Das ist eben die Realität“
04.09.2015, Stuttgarter-Nachrichten, Kurden-Sprecher zum Tod des Flüchtlingsjungen, Aylan wird in Kobane beigesetzt
04.09.2015, Stuttgarter-Zeitung, Kurden-Sprecher zum Tod des Flüchtlingsjungen, Aylan wird in Kobane beigesetzt
03.09.2015, Stuttgarter-Nachrichten, Auf der Flucht ertrunken, Warum wir nicht wegsehen dürfen
03.09.2015, Tagesspiegel, Die Not der Flüchtlinge, Warum uns dieses Bild nicht loslässt
03.09.2015, Stern, Vater von ertrunkenem Flüchtlingskind spricht, „Die ganze Welt soll es sehen!“
03.09.2015, Welt, TOTER FLÜCHTLINGSJUNGE, Sein Vater will nicht mehr nach Kanada, er will nach Kobani
03.09.2015, Zeit, MITTELMEER, Mit Wucht durch den Wahrnehmungspanzer
03.09.2015, FAZ, Türkei, Festnahmen nach Tod des Flüchtlingsjungen
03.09.2015, FAZ, Toter Flüchtlingsjunge, Die traurige Geschichte des Aylan Kurdi
03.09.2015, Focus, Sie kenterten vor Bodrum„Mein Sohn starb in den Wellen“, Vater des toten Jungen spricht über Flucht-Drama
03.09.2015, Spiegel, Ertrunkener Flüchtlingsjunge, Aylan soll in Kobane beerdigt werden
03.09.2015, Spiegel, Bild des toten Aylan Kurdi, „Solche Bilder brennen sich in die Netzhaut ein“
03.09.2015, Sueddeutsche, Flüchtlinge, Aylan Kurdi, drei Jahre alt, ertrunken im Mittelmeer
03.09.2015, Tagesschau, Ein Foto erschüttert Europa, Der Schrei des toten Jungen
03.09.2015, Focus, Seine Familie wollte nach Kanada, Foto des dreijährigen Aylan wird zum tragischen Symbol der Flüchtlingskrise
03.09.2015, Welt, FLÜCHTLINGE, Die ertrunkenen Kinder, denen niemand helfen wollte
03.09.2015, Spiegel, Toter Flüchtlingsjunge, Das kurze Leben des Aylan Kurdi
03.09.2015, Stuttgarter-Zeitung, Ertrunkenes Flüchtlingskind, So reagiert das Netz auf das tote Kind
03.09.2015, Tagesspiegel, Flüchtlings-Drama, Diskussion um Foto eines toten syrischen Jungen in der „Bild“
03.09.2015, Zeit, MITTELMEER, Foto eines toten Jungen wird zum Symbol der Flüchtlingskrise
03.09.2015, FAZ, An den Strand gespült, Ein Kinderschicksal erschüttert die Welt
03.09.2015, Spiegel, Foto von ertrunkenem Flüchtlingsjungen, Ein Bild, eine Botschaft
http://nopegida.blogspot.de/2015/09/ein-syrisches-fluchtlingskind-tot-einem.html hier wurde auch die beeindruckende Recherche zusammen gestellt. Die Ursprungsseite heißt „Überhaupt Gar Nix“

4. Stuttgart, hoher Ausländeranteil, noch höherer Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund – sehr geringe Kriminalität

Das ist vielleicht auch gut gegen unfruchtbare Ängste: Wer auf die Broschüre der Stadt Stuttgart schaut, entdeckt, dass schon im Jahr 2011 in Stuttgart die Ausländer einen Anteil von 21,8% an der Gesamtbevölkerung einnehmen, die Menschen mit Migrationshintergrund (die Eltern oder Großeltern waren noch Ausländer) hatten sogar einen Anteil von 39,9 an der Gesamtbevölkerungszahl (bei Kindern unter 5 ist der Anteil noch höher). Nur Frankfurt hat in Deutschland einen höheren Ausländeranteil und dies erst seit ein paar Jahren. Jahrelang lag Stuttgart prozentual an der Spitze in Deutschland, weil seit 1950 Anwerbeverträge bestanden. Die Kriminalität liegt aber weit hinter ähnlich großen Städten zurück, im Vergleich zu Frankfurt, welches ich eben genannt hatte: Frankfurt hat etwas mehr Einwohner als Stuttgart (ungefähr ein Siebtel mehr), aber es gibt dort eine doppelt so hohe Kriminalität.

Quellen: „Stuttgarter Einwohnerdaten“, Stand Juli 2012 (nach dem Zensus).

Lindemann, Utz, Ausländer in Stuttgart 1955 bis 2005, Zum 50. Jahrestag des Beginns der Anwerbung Ausländischer Arbeitnehmer.

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2013/PKS2012.html , s.22.

5. Noch einmal zu den Kosten:

Graphik

a.) Hier eine grafische Darstellung der Kosten für Flüchtlinge, die nach Deutschland flüchten gegenüber den Kosten der Steuerflüchtlinge, die aus Deutschland flüchten

b.) Ein Nebeneinanderstellen der Anzahl der Menschengruppen, die Grundsicherung erhalten: „WIESBADEN – Zum Jahresende 2014 erhielten in Deutschland rund 7,55 Millionen Menschen und damit 9,3 % der Bevölkerung soziale Mindestsicherungsleistungen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen damit sowohl die Anzahl als auch der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger an der Gesamtbevölkerung gegenüber dem Vorjahr (7,38 Millionen oder 9,1 %) leicht an. Im Jahr 2012 hatte die Zahl der Empfänger/-innen von Transferleistungen bei 7,25 Millionen Menschen (oder 9,0 %) gelegen.“

„Die Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II stellten weiterhin die größte Gruppe von Empfängern sozialer Mindestsicherungsleistungen. Ende Dezember 2014 betrug deren Anzahl 6,03 Millionen. Die Anzahl der Berechtigten von Mindestsicherungsleistungen im Rahmen der Sozialhilfe nach dem SGB XII („Hilfe zum Lebensunterhalt“ und „Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung“) lag bei 1,14 Millionen.“ Die dritte Gruppe der Leistungsberechtigten erhielten Regelleistungen nach dem Asyberwerberleistungsgesetz. „Ende 2014 lag deren Zahl bei 362 900.“

c.) Es gibt Regelsätze zur Grundsicherung. Wenn ein Mensch nicht in der Verfassung ist, für sich selbst zu sorgen, springt der Staat ein. Ein Alleinstehender, also mit eigenem Hausstand, erhält seit Ende des Jahres 2015 knapp über 400€ und dazu Wohngeld und Zuschüsse für Warmwasser und Heizung etc.

Ein Flüchtling erhält nicht die Grundsicherung eines Haushaltsvorstandes, sondern die eines Haushaltsmitgliedes. Das Geld für Wohnung etc geht an den Wohnungsgeber direkt. Erhält der Flüchtling auf irgendeine Weise Speisung, Kleidung etc. wird ihm diese Zuwendung von der monatlichen Grundsicherung abgezogen. Für Kleidung und anderes gibt es teilweise Wertmarken.

Seit einem Urteil von 2012 gilt folgendes: „Das geänderte Gesetz sieht für Alleinstehende außerhalb von Aufnahmeeinrichtungen einen notwendigen Bedarf von 212 Euro und einen Bargeldbedarf von 140 Euro monatlich vor.“ „Nach wie vor entscheiden die Länder und Kommunen, in welcher Form die Leistungen an die Flüchtlinge ausgegeben werden.“

Quellen:

http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fi.huffpost.com%2Fgen%2F3430286%2Fthumbs%2Fo-GRAFIK-570.jpg%253F6&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.huffingtonpost.de%2F2015%2F09%2F17%2Fschmarotzende-fluechtlinge-kosten-deutschland-milliarden_n_8150742.html&h=379&w=570&tbnid=xdZ0EwD_Q8nz8M%3A&docid=2jR-LQWan1Y_1M&ei=XAa1Vv2mOIWa6AS9xbiADQ&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=6803&page=1&start=0&ndsp=23&ved=0ahUKEwj9xN3Cu-HKAhUFDZoKHb0iDtAQrQMILTAE

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/12/PD15_444_228.html

http://sozialeleistungen.de/staatliche-fF6rderungen/grundsicherung.php

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/08/2014-08-27-asylbewerberleistungsgesetz-kabinett.html

6. Die Polizeiarbeit wird behindert durch falsche Anzeigen.

Es werden leider Aussagen und Anzeigen gegenüber anderen Menschen gemacht, so auch gegenüber Flüchtlingen, die falsch oder ganz erlogen sind. Hierzu gibt es sehr viel Text, das kopiere ich nicht alles hierher, sondern gebe Euch ein paar Links weiter. Inzwischen ergaben sich dadurch aber auch rechtliche Schritte gegen solcherlei Falschaussagen, wie zum Beispiel bei einem Fall in Holzkirchen, wo die Polizei gegen die Frau, die sich eine Geschichte ausgedacht hatte, wegen Vortäuschung einer Straftat und Freiheitsberaubung ermittelt.

Quellen:

http://www.huffingtonpost.de/2016/01/29/story_n_9116048.html

http://nopegida.blogspot.de/2016/01/die-vergewaltigungen-von-koln-silvester.html

7. Eine Erinnerung an die Hetzjagd auf einen 17 Jährigen in Emden, der damals fälschlicherweise für einen Straftäter gehalten wurde.

Ich möchte daran erinnern, wie sehr sich auch in dem damaligen Fall in Emden „besorgte Bürger“ durch eine Facebook Kampagne, zu einer Lynchjustiz hinreißen ließen. Auch hier wurde ein Unschuldiger vorschnell vorverurteilt. Seine Unschuld ist geklärt. Welche Auswirkungen diese Verdächtigungen und fälschlichen Angriffe auf sein Leben haben, steht nicht in den Berichten.

Quellen: http://www.staatsanwaltschaften.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=22906&article_id=105834&_psmand=165

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/18-jaehriger-bereut-lynchaufruf-im-emder-mordfall-a-827003.html

 

Cornelia Cornels-Selke

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Zahlen und Fakten, die zuversichtlich stimmen

CMB 2016

Ein frohes neues Jahr!

C+M+B * 2016 *

Ein paar Worte von mir zu Beginn des neuen Jahres. Ich beginne allerdings mit Zahlen, um Objektives (deshalb auch ordentlich mit Quellenangaben) voran zu stellen und meine folgenden persönlichen Gedanken zu untermauern.

Im letzten Jahr sind in Deutschland ca. 870 000 Menschen gestorben und nur ca. 700 000 geboren worden[1]. Würde diese Entwicklung fortschreiten, wären wir im Jahr 2050 wieder auf der Höhe von 75 Mio Menschen, Tendenz sinkend, und damit noch unter 1975 mit 78 Mio Einwohnern (es sind hier (Stand der Berechnungen 2012) bereits ca. 200 000 Einwanderer pro Jahr eingerechnet) [2]

Schon seit dem Zensus 2011 aber wissen wir, dass wir bereits jetzt weniger Menschen sind, als vorher angenommen. Statt der 2010 angenommenen 82 Millionen Menschen sind wir tatsächlich laut dieser Zählung 2011 nur 80,2 Mio Bürger gewesen (wobei man sich hauptsächlich beim Ausländeranteil verrechnet hatte, siehe Punkt 3).[3]

Von den rund 80,2 Millionen Einwohnern besaßen etwa 74 Millionen Personen die deutsche Staatsangehörigkeit (92,3 Prozent). Knapp 6,2 Millionen Einwohner hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit (7,7 Prozent). — Der Vergleich der Zensusergebnisse mit den bisherigen Bevölkerungszahlen aus der amtlichen Bevölkerungsfortschreibung zeigt bei den Deutschen mit einem Minus von 0,6 Prozent eine relativ geringe Abweichung (minus 428.000 Personen). Bei den Ausländern lag die Differenz der Bevölkerungszahlen hingegen bei minus 14,9 Prozent, das sind nahezu 1,1 Millionen Personen weniger als bislang angenommen.

In Hamburg (12,4 Prozent), Berlin (11,3 Prozent), Hessen (11,1 Prozent), Baden-Württemberg und Bremen (jeweils 10,8 Prozent) lag der Ausländeranteil über dem Bundesdurchschnitt. In den neuen Bundesländern betrug er zwischen 1,5 und 1,9 Prozent.

Der Zensus 2011 liefert auch Informationen zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Als Personen mit Migrationshintergrund zählen dabei alle Ausländerinnen und Ausländer sowie alle Deutschen, die nach 1955 auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind oder die mindestens ein Elternteil haben, das nach 1955 zugewandert ist. Nur knapp 40 Prozent der Einwohner mit Migrationshintergrund sind Ausländerinnen und Ausländer. Entsprechend besitzen gut 60 Prozent aller Personen mit Migrationshintergrund die deutsche Staatsangehörigkeit. [4]

Zum Asyl: Im Jahr 2014 sind ca. 200 000 Erstanträge auf Asyl gestellt worden. Damit liegt die Zahl noch innerhalb der durchschnittlich angenommenen Zuwanderung (siehe unter Punkt 1).[5] 2015 waren es 395 000 Erstanträge bis November 2015 (die Zahl der tatsächlich Einreisenden liegt aber immer deutlich höher, da die Anträge erst nach der Einreise gestellt werden).[6] Zum Vergleich: 1992 waren es 450 000 Erstanträge.

„Zwischen 1991 und 2010 (jeweils 31.12.) entwickelte sich die Zahl der Bevölkerung in den Ländern sehr unterschiedlich. Während sich die Bevölkerungszahl in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Schleswig-Holstein um jeweils sieben oder mehr Prozent erhöhte, sank sie – mit Ausnahme von Brandenburg – in den ostdeutschen Ländern drastisch. Den prozentual größten Bevölkerungsrückgang zwischen 1991 und 2010 verzeichnete Sachsen-Anhalt. Die Bevölkerungszahl fiel von 2,82 auf 2,34 Millionen und damit um 17,3 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen lag der Bevölkerungsrückgang im selben Zeitraum bei rund 13 Prozent, in Sachsen bei 11,3 Prozent.“ [7]

Nach 25 Jahren deutscher Einheit, ein Geburtstag, den wir im letzten Jahr gefeiert haben, kommt man bei einem Vergleich zwischen den beiden ehemaligen Hälften Deutschlands, insgesamt auf eine Verbesserung der Umstände in beiden Teilen. Umfragen haben ergeben, dass dies auch in allen Bundesländern so wahrgenommen wird. Doch es wird deutlich, dass der Westen, in den viele der ehemals ostdeutschen Einwohner gezogen sind und immer noch einströmen (siehe Punkt 6), deutlich besser dasteht, als der Osten aus dem ausgewandert wird (und das obwohl Berlin in den Statistiken zu Ostdeutschland gerechnet wird). [8]

„Über zwölf Millionen deutsche Flüchtlinge und Vertriebene sowie bis zu zwölf Millionen „Displaced Persons“ – ehemalige Zwangsarbeiter und ausländische KZ-Insassen – mussten nach dem Ende des Krieges eine neue Heimat finden bzw. repatriiert werden. Die Integration der Vertriebenen in das massiv zerstörte und verkleinerte Nachkriegsdeutschland schien zunächst kaum lösbar….(dazu kamen)[9] mindestens 2,7 Millionen Zuwanderer aus der DDR zwischen 1949 und dem Mauerbau 1961. Umgekehrt bildeten sie gemeinsam zugleich ein qualifiziertes Arbeitskräftepotential, das das „Wirtschaftswunder“ in erheblichem Maße mittrug. Dabei wurde das bei Einwanderungsprozessen häufig zu beobachtende Unterschichtungsphänomen deutlich: Flüchtlinge und Vertriebene übernahmen vorwiegend – im Vergleich zu ihrer Qualifikation – statusniedrigere berufliche Positionen und verfügten dementsprechend auch über geringere Einkünfte. Aufstiegsmöglichkeiten gab es für viele von ihnen vor allem in den 1960er-Jahren mit der Ausweitung des Arbeitsplatzangebots und der Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften. Diese nahmen dann ihrerseits die am wenigsten geschätzten Positionen am Arbeitsmarkt ein.[10]
Danach kamen außerdem die Spätaussiedler. „Spätaussiedler sind deutsche Volkszugehörige aus der ehemaligen Sowjetunion und anderen osteuropäischen Staaten, die im Wege eines speziellen Aufnahmeverfahrens ihren Aufenthalt in Deutschland begründet haben. Die statistische Erfassung der (Spät-)Aussiedleraufnahme findet personenbezogen beim Bundesverwaltungsamt statt. Im Zeitraum von 1990 bis 2011 wanderten zweieinhalb Millionen Menschen im Rahmen des (Spät-)Aussiedlerzuzugs nach Deutschland ein (2.507.950). Die Mehrheit von ihnen bleibt dauerhaft in Deutschland…“[11] Vgl. Punkt 5.

41% der Bevölkerung Deutschlands waren 2011 über 50 Jahre alt, 2015 waren es 44,4%[12], [13]

„In der Vergangenheit hat die Zuwanderung von (Spät-)Aussiedlern – ebenso wie die Zuwanderung von Ausländern – die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland beeinflusst, da bei beiden Bevölkerungsgruppen die jüngeren Altersgruppen einen größeren Anteil haben als bei den Personen ohne Migrationshintergrund.“[14]

„Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte haben sich zwischen 1995 und 2011 je nach Aufgabenbereich sehr unterschiedlich entwickelt. In den Bereichen Gesundheit, Umwelt, Sport und Erholung (minus 63,0 Prozent) sowie Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (minus 40,2 Prozent) war der relative Rückgang der Ausgaben am höchsten. Auf der anderen Seite erhöhten sich die Ausgaben am stärksten in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Entwicklung außerhalb der Hochschulen (plus 55,8 Prozent), öffentliche Sicherheit und Ordnung, Rechtsschutz (plus 41,0 Prozent) sowie soziale Sicherung (plus 30,1 Prozent). Allerdings ist eine Erhöhung der Ausgaben im Bereich der sozialen Sicherung nicht immer gleichbedeutend mit einer Steigerung des Versorgungsniveaus (beispielsweise dann, wenn steigende Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung ausschließlich auf einer steigenden Zahl an Rentnern beruhen).“[15]

Eine Gliederung des Sozialbudgets nach Institutionen zeigt, dass im Jahr 2011 der mit Abstand größte Teil der Leistungen (ohne Verwaltungs- und sonstige Ausgaben) über die Rentenversicherung (34,2 Prozent von insgesamt 737,4 Mrd. Euro) erbracht wurde.[16]

Zur Mindestsicherung habe ich Zahlen vom Jahresende 2012: Hier lagen die Gesamtausgaben bei 39,0 Mrd. Euro[17] Zu den Mindestsicherungsleistungen gehören:
Grundsicherung für Arbeitsuchende: Arbeitslosengeld II und Sozialgeld (SGB II),
Sozialhilfe (ohne einmalige Leistungen): Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen sowie Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII),
Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) und
laufende Leistungen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG).
Die Anteile der Leistungsberechtigten von Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz waren mit 2,3 Prozent sehr gering. Die Ausgaben betrugen knapp 0,8 Mrd. Euro. [18]
Zum Vergleich mit einer anderen Krise: Für die Rettung der Banken wurde Im Eilverfahren am 17.Oktober 2008 der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) von der Regierung eingerichtet. Dieser hatte eine vorsorgliche Höhe von 480 Mrd Euro. [19]. Wie letztlich nach Zurückzahlungen und neuen Vergaben die Kosten unterm Strich aussehen, kann man nicht sagen, Ende 2011 wurde aufgrund einer Anfrage im Bundestag einmal tieferer Einblick gewährt, damals waren es 300 Mrd. Euro Kosten, neuere Zahlen habe ich kaum finden können. Genau wie bei den Asylzahlen gab es 2011 auch hier keinen Stopp. Es wurde danach Runde zwei der Bankenrettung eingeläutet.

Thüringer Winterwald1

Wir machen uns, zum Jahresbeginn vielleicht eher, Gedanken über unsere Zukunft und die Zukunft unseres Landes mag in diese Gedanken hineinspielen. Deshalb kommen ein paar persönliche Worte von mir dazu.

Erst einmal grundsätzlich. Wenn Ihr wirklich bis hierhin die von mir zusammengestellten Zahlen gelesen habt, merkt Ihr bestimmt: Wir haben in der Vergangenheit schon ganz anderes geleistet. Und nach wie vor oder gerade deshalb sind wir ein ziemlich freies, ziemlich wohlhabendes und ziemlich friedliches Land.

Zu der Wanderung von Menschen. Aus Deutschland wurde geflohen und gewandert, nach Deutschland ist geflohen und gewandert worden, seit Ewigkeiten geht das so. Wanderbewegungen gab es auch schon bei den Goten.

Vergleichen wir die Auswirkungen des Stromes der etwas jüngeren Vergangenheit von Ostdeutschland nach Westdeutschland, erkennen wir: Das hat dem Westen nicht geschadet. Die Landstriche, die leerlaufen, haben den Schaden.

Grundsätzlich sinkt die Einwohnerzahl ganz Deutschlands mittelfristig, sogar trotz steter Zuwanderung.

Zum Geld. Vergleichen wir die verschiedenen Kosten, für die in Deutschland Geld ausgegeben wird (ich habe nicht alles aufgezählt, aber Ihr könnt ja bei den Quellen weiterforschen), dann sind im sozialen Sektor die Rentenzahlungen die höchsten Ausgaben, und, da z.B. bei Unterbringung in einem Pflegeheim häufig die Rentenleistungen für die monatlichen Unterbringungskosten nicht ausreichen, fließen auch die Gelder, die unter Grundsicherung aufgeführt werden, zum Teil noch in diese Richtung. Da gleichzeitig aber weniger junge Menschen zum Erbringen dieser Kosten vorhanden sind, bzw. geboren werden, ist es von Vorteil, wenn man zusätzlich weitere und insbesondere auch junge Menschen ins Land holt und in Lohn und Brot bringt. Das hätten wir bei unserer Altersstruktur hier in Deutschland ohnehin tun müssen.

Die Gelder an Asylsuchende direkt sind im Vergleich zu den Rentenzahlungen sehr gering. Das können wir uns leisten, insbesondere im Hinblick darauf, dass diese Menschen, wenn sie anerkannt sind, arbeiten und Steuern zahlen werden. Die Asylzahlungen steigen zur Zeit, die Rentenzahlungen aber auch.

Außerdem: Das Geld für die Menschen selbst und auch das, was für die Infrastruktur zusätzlich ausgegeben wird (z.B. Container, Sozialpädagogen, etc.), läuft in unsere Gemeinden. Es wird hier bei uns ausgegeben und erhöht tatsächlich den Geldfluss, was auch schon zu bemerken ist. Die Steuergelder kommen also zu uns selbst zurück (statt, wie bei der Bankenrettung, an teils sehr marode Gesellschaften zu gehen, oder bei der Staatenhilfe in andere Länder).

Zum Menschen selbst. Es gibt nicht DEN Flüchtling, genauso wie es nicht DEN Deutschen gibt. Wir sollten uns Vorurteile in die eine oder andere Richtung sparen. Es gibt radikale Deutsche, es gibt radikale Flüchtlinge, es gibt kriminelle Deutsche, es gibt kriminelle Flüchtlinge. Denn es gibt radikale Menschen, es gibt kriminelle Menschen. Und es gibt mildtätige Menschen. Der Mensch ist grundsätzlich individuell zu beurteilen. Die Deutschen, die im und vor dem II. Weltkrieg aus Deutschland geflohen sind, z.B. nach Amerika, haben sich teils in Amerika eingefügt und fühlen sich jetzt als Amerikaner (ein Herr Müller nennt sich jetzt Miller), teils haben sie Eigenes mit eingebracht (deutscher Bäcker, deutscher Schlachter) und dienen der Vielfalt, teils feiern sie nun dort in den USA „Oktoberfeste“… Wie Menschen eben so sind. Genau das ist auch in Deutschland zu finden bei den Menschen, die hierher gewandert sind.

Ich selbst habe ab und an Geflüchtete als Patienten und außer, dass es sprachlich manchmal noch etwas holpert (vielfach aber geht es anfangs gut auf Englisch, später dann schon auf Deutsch), sind es die ganz normalen menschlichen Dinge, die zur Behandlung kommen.

Ich hatte für meine Arbeit auch mehrere Interviews geführt, bzw. bei Eigenberichten zuhören dürfen und stelle fest, dass sich die Fluchtberichte aus der Kriegszeit, aus der DDR, aus dem Iran, aus Bosnien, aus Afghanistan, aus Syrien nicht wirklich unterscheiden. Die Menschen, mit denen ich sprach, haben Ihr Leben und das Leben ihrer Familie nur deshalb in Gefahr gebracht, um es zu retten. Ich muss das kaum alles wiederholen, was den Menschen und ihren Kindern im Krieg, im Bürgerkrieg oder unter despotischer Herrschaft alles droht, sodass sie bereit waren, damals zu Fuß über die gefrorene Ostsee, oder heute durch neun Länder zu wandern, oder auch in einem Schlauchboot über das Mittelmeer zu setzen und auch die anschließende Lagerzeit, die Zeit in Containern oder Zelten auf sich zu nehmen, um einen neuen Anfang zu wagen in Frieden und Freiheit. Noch einmal: Sie suchen den Frieden!

Dazu fällt mir noch ein, dass ein Herr, der damals über die Prager Botschaft aus der DDR nach West-Deutschland geflüchtet ist, mir berichtete, dass unter all den Asylsuchenden, die in der Botschaft auf Ausreise hofften und warteten, diverse Stasispitzel waren. Auch zu der Zeit schon wurden also Teile des feindlichen Systems mit den Flüchtlingen mit in den Westen eingeschleust. Das wird heute natürlich ganz genauso gemacht. Und diese Leute haben sicherlich die „besten“ Papiere bei sich, um eingelassen zu werden….

Zur Kriminalität. Es gibt Kleinkriminelle, deren Art von Kriminalität ist zu finden bei Lebensnot oder Verwahrlosung. Schwerkriminelle sind komplett entgleist. Das gibt es leider in fast jedem Land.

Organisierte Kriminalität aber ist geleitet von Organisationen, die politische oder finanzielle Ziele verfolgen, häufig beides, auch über Landes- und Staatsgrenzen hinweg. Die aktuellen großen Attentate sind organisiert in großem Stil mit einem bestimmten Ziel, von langer Hand vorbereitet, meist von Menschen mit Geld und daraus resultierender Macht (Weiße-Kragen-Täter). [20][1]

Wir müssen bitte unterscheiden.

Thüringer Winterwald2

Ich kann dazu ein Buch empfehlen, welches manchen Hintergrund gut beleuchtet und benennt: „Sommer unter schwarzen Flügeln“ von Peer Martin, 2015 aus dem Oettinger Verlag. Es soll wohl ein Jugendbuch sein, ist aber für Erwachsene bestens geeignet. Engagiert, deutlich, spannend und auch lyrisch, lässt es immer weiter lesen. Peer Martin weiß, wovon er spricht, da er jahrelang als Sozialpädagoge im nördlichen Osten gearbeitet hat. Er ließ viele Fakten aus seiner Arbeit und auch aus den Berichten seines Syrischen Freundes einfließen. Nach der Buchveröffentlichung ist er aus Deutschland ausgewandert.

Was hilft außerdem? Nach wie vor hilft es, wie bei allen Problemen, die sich unter Menschen ergeben, die kleinsten Strukturen zu fördern (in Bildung und sozialer Entwicklung), nämlich die Familien, die Kinder, deren soziale Bindungen. Wo das nicht geht, spätestens in der Schule. Überall, wo Menschen zusammen kommen, muss auf Bildung, ein soziales, friedliches Umgehen geachtet werden. Da haben z.B. die Kirchen, gleich welcher Konfession, ihre Aufgaben, aber auch die Firmen und auch jeder Einzelne. Die Grundwerte, die von den Menschen über Jahrtausende erarbeitet wurden, sind es wert, dass auch wir uns dafür einsetzen. In Familie, Freundeskreis, Beruf, auf dem Weg zur Arbeit, genauso wie im Urlaub. Wer z.B. zusieht, wie ein Kind geschlagen wird, fördert damit eine kranke nächste Generation.

Insofern finde ich es sogar ganz gut, dass Gelder in die sozialen Aufgabengebiete (zum Beispiel für Sozialpädagogen in Schulen, wo ja alle Kinder jeglicher Herkunft zusammenkommen) fließen. Das kommt uns allen, sowohl jetzt schon wie auch später, zugute.

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen, allen Ehrenamtlichen, Engagierten und auch professionellen Helfern, die zeigen, was alles möglich ist, wenn ein freundliches Herz zugegen ist!

Auch wenn sich dieser Rundbrief etwas trockener liest, als ich es eigentlich will, so möchte ich doch Hoffnung damit machen: Das alles wird sich für alle zum Guten entwickeln können. So wie nach dem Kriegsende, so wie nach dem Mauerfall. Wie bei allen großen Zielen dauert es etwas länger und kostet es etwas Mut. Wie in unserem persönlichen Leben, so gilt auch hier, wer begrenzte Gedanken aussendet, der erhält begrenzte Ergebnisse. Der Erfolg verehrt die positive Grundeinstellung. Lasst uns die guten Möglichkeiten sehen und ab jetzt gedanklich fördern. Haben wir die Möglichkeit zur guten Tat, sollten wir sie stets nutzen! Das dient auch dem Wert und Sinn unseres eigenen Lebens.

Und so habe ich zum Abschluss dieses langen Briefes jetzt noch eine kurze Geschichte, die sich im letzten Sommer ereignet hat[21]. Die Bündnis-Mitglieder haben sie wahrscheinlich sogar schon gelesen.

Ich grüße herzlich damit und wünsche Euch Zuversicht, Elan und gutes Gelingen

im ganzen Jahr 2016

Cornelia Cornels-Selke

.PS: .. und nun die wahre Geschichte: Zitat

„Paar verwechselt Asylheim mit Gasthof und wird freundlich bewirtet
Ein Pärchen aus Karlsruhe hält das Asylheim Unterleiterbach für ein Gasthaus. „Wir wussten nicht, was das für Leute waren. Aber sie hatten Hunger“, sagt Asylbewerber Kawa Suliman.

 

Kawa Suliman lebt im ehemaligen Brauerei-Gasthof in Unterleiterbach. Seit gut einem Jahr ist das Haus ein Heim für Asylsuchende. Foto: Natalie Schalk

Gabriele Stärz muss sich setzen. „Hach“, die Rentnerin seufzt ins Telefon, „das ist eine längere Geschichte, so eine einmalige Geschichte – ich könnte gleich wieder heulen!“ Die Karlsruherin erzählt von ihrer Liebe zu Franken und davon, wie gern sie immer mit ihrem Lebensgefährten Hans Eppinger zum Kanufahren hierher kommt.
Mit Kopftuch im Kanu
Das letzte Mal war es sehr anstrengend. Der 72-Jährige paddelte kräftig, Gabriele Stärz hatte ein Tuch um den Kopf gebunden, um ihr Haar zu schützen und die beiden waren eigentlich schon ein wenig zu lange auf dem Main unterwegs. „Mir hing der Magen in den Kniekehlen, wir mussten unbedingt ein Gasthaus finden“, sagt die 68-Jährige. Im Zapfendorfer Ortsteil Unterleiterbach legten sie an. „Wir sind dann eine Weile gelaufen.“ Als sie das Schild „Brauerei – Gasthof Hennemann“ sahen, wunderten sie sich kurz über den zugemauerten Eingang. „Aber da schaute ein Mann aus dem Fenster und zeigte mit einer Handbewegung, dass es hinten rein geht. Also sind wir über den Hof ins Haus gegangen.“
Keiner kennt das fremde, hungrige Paar
In diesem Haus lebt Kawa Suliman seit gut einem Jahr. Der 30-Jährige stammt aus Qamishli, einer Stadt im Norden Syriens, wo die Kurden gegen den IS kämpfen. 2014 ist der junge Anwalt nach Deutschland geflohen. Er war einer der ersten, die in Unterleiterbach einzogen, als der ehemalige Gasthof zum Heim für Asylsuchende wurde.

Als der fremde alte Mann und die Frau mit Kopftuch im Heim auftauchten, holten die anderen Asylbewerber Kawa Suliman, denn er kann am besten Deutsch – und die beiden Fremden sprachen wohl Deutsch (den leicht schwäbischen Einschlag konnten die Syrer nicht zuordnen). „Wir wussten nicht, was das für Leute waren“, sagt Kawa Suliman. „Keiner kannte sie, aber ich verstand sie gut. Sie hatten Hunger.“ Außerdem wirkten sie sehr müde, erschöpft. Kawa Suliman hieß sie willkommen.
Fränkisches Wirtshaus ohne Braten
„Wir waren völlig fertig“, erinnert sich Stärz an diesen Nachmittag. Ihr war aufgefallen, dass Tische und Stühle im Gastraum nicht zusammenpassten. „Ich dachte: Die fangen neu an. Da muss man Verständnis haben, wenn’s nicht so schniecke ist.“ Die Rentnerin lacht. „Der junge Mann, der nach unseren Wünschen fragte, war so nett – so nette junge Gastronomen muss man doch unterstützen!“

Als ihr Lebensgefährte gegen die kalte Küche protestieren wollte, verpasste sie ihm unterm Tisch einen kleinen Tritt. Schließlich war es schon früher Nachmittag, also bestellten sie, was der junge Mann anbot: Eier, Toast, selbstgemachte Marmelade, selbstgemachtes syrisches Fladenbrot, Tomaten, Joghurtsoßen.

Bassam Elshia, Mohammad Ali und Ahmed Abdallal beobachteten von einem Nebentisch im Aufenthaltsraum des Asylbewerberheims aus, wie ihr Freund Kawa Suliman mit dem seltsamen alten Paar sprach. Suliman holte seine Freunde in die Küche und erklärte ihnen, dass die Gäste etwas zu Essen brauchen. Mohammed Ali holte die Apfelmarmelade, die er zwei Tage zuvor gekocht hatte, die anderen hatten Eier, Tomaten, Käse und Joghurt. Kawa Suliman richtete eine Platte an und servierte alles mit Fladenbrot.
Ein tränenreicher Irrtum
„Toll hat das geschmeckt“, sagt Gabriele Stärz. Sie hatte einen grünen Tee bestellt, ihr Hans trank Milch. Den Karlsruhern gefiel das sympathische syrische Restaurant in Franken. „Uns ist erst aufgegangen, dass wir im Asylbewerberheim gelandet sind, als wir die Rechnung verlangt haben.“ Als Hans Eppinger wissen wollte, warum er nicht bezahlen soll, klärte sich der Irrtum auf. „Ich habe sofort angefangen zu heulen“, sagt Gabriele Stärz.
Die Karlsruherin ist immer noch gerührt. „Das war ein wunderschönes Erlebnis. Ich könnte gleich wieder heulen“, sagt sie am Telefon. Es ist ein paar Monate her, dass sie in Unterleiterbach war. Jetzt möchte sie wissen, wie es Kawa Suliman und seinen Freunden geht. Im Leben der Asylbewerber hat sich seitdem nichts verändert. Sie leben im ehemaligen Gasthof, hoffen auf einen weiteren Deutschkurs, auf die Anerkennung als Asylberechtigte, auf Arbeit und ein neues Leben in Sicherheit. Gabriele Stärz betont, wie wichtig es sei, dass Flüchtlingen in Deutschland geholfen wird. Die 68-Jährige arbeitet in Karlsruhe einmal pro Woche ehrenamtlich im Asylbewerberheim.
Ein Kommentar von Natalie Schalk:
Liebe Leser,

als Autorin dieses Artikels freue ich mich über die intensive Diskussion. Es hat mich einige Mühe gekostet, das Ehepaar aus Karlsruhe zu finden, das vor Monaten in Franken zu Besuch war. Aber ich habe sie gefunden, und Gabriele Stärz hat eine rührende Geschichte erzählt, die sich mit den Angaben der Asylbewerber deckt. Dieser Teil meiner Arbeit heißt Recherche und geht dem Verfassen eines journalistischen Textes voran: Der Wahrheitsgehalt von Informationen wird dabei geprüft.

Jedem Leser bleibt überlassen, wie er die wahre Geschichte aus dem Asylbewerberheim Unterleiterbach findet. Ich schmunzle dabei ein wenig über diejenigen Kommentatoren, die hier Manipulation, Propaganda und Volksverblödung unterstellen und gar von einer gleichgeschalteten Presse sprechen – und dabei nicht mal merken, dass sie das nicht schreiben könnten, wenn ihre Unterstellungen wahr wären. Eine gleichgeschaltete, manipulative Presse würde solche Kommentare nie zulassen. Wir aber schätzen und schützen die Meinungsfreiheit und -vielfalt.

Ich gebe den Kommentatoren, die meinen, dass über das Thema Flüchtlinge nicht ordentlich berichtet wird, die Gelegenheit, ihre Meinung in einem Artikel unserer Zeitung zu sagen. Gerne führe ich mit Ihnen ein Interview. Wie Gabriele Stärz, Kawa Suliman und seine Freunde müssten Sie dafür allerdings öffentlich mit Ihrem echten Namen zu Ihrer Meinung stehen. Anti-Propaganda, Angie24, Frankenfregger, Laramy, NeuFranke, freak69, binbedient – traut sich einer? Wenden Sie sich über „Autor kontaktieren“ an mich! Ich melde mich bei Ihnen.
Reaktionen auf den Artikel
Es gab zahlreiche Reaktionen auf den Artikel. Zwei davon wollen wir hier noch kurz erwähnen:

1. Eine Familie aus Gundelsheim hat nach der Lektüre des Artikels spontan beschlossen, Kawa Suliman und seine Freunde einzuladen, um den ersten Weihnachtsfeiertag mit den Asylbewerbern zu feiern. Es wird ein festliches Essen mit Rinderbraten und Gemüse geben, nachmittags dann Kaffee und Gemütlichkeit – deutsche Weihnachten eben.

2. Eine Münchner Dokumentarfilmerin hat sich bei der Redaktion gemeldet. Sie möchte einen Kurzfilm über die Begegnung der Karlsruher Ausflügler mit den Asylbewerbern im fränkischen Dorfgasthof drehen.“

 

——————————————————————————–

[1]Vgl.: Fischer, Thomas, z.Zt. Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof, „Recht und Unrecht“, Die Zeit, 30.12.2015, Seite 12.

[2] Vgl.: https://www.bpb.de/fsd/3D-GLOBUS/bevoelkerung.html.

[3]Vgl.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/169557/themengrafik-demografische-merkmale.

[4]Vgl.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/169557/themengrafik-demografische-merkmale.

[5]Vgl.: http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/laenderprofile/208633/flucht-und-asyl.

[6] Vgl.: http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/217395/rueckblick-2015.

[7]Zitat:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61535/bevoelkerung-nach-laendern.

[8] Vgl.: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Hrsg.,Bericht zum Stand der deutschen Einheit 2015, Stand Sept 2015, S. 22f, s.71ff,s.95f,S.97ff.

[9] Einfügung durch C. Cornels-Selke.

[10] Zitat:http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/dossier-migration/56359/nach-dem-2-weltkrieg.

[11]Zitat:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61643/aussiedler.

[12]Vgl.:http://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Zensus-TG%20-%20Demografische%20Merkmale_0.pdf.

[13] Vgl.: http://populationpyramid.net/de/deutschland/2015/.

[14] Zitat: Wie 11.

[15]Zitat:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61871/oeffentliche-ausgaben.

[16]Vgl.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61890/sozialbudget.

[17]Vgl.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61893/mindestsicherung

[18]Vgl.:http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61893/mindestsicherung.

[19]Vgl.http://www.gruene-bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2012/april/kosten-der-bankenrettung-trauriger-rekord-muss-konsequenzen-haben_ID_4383411.html.

[20]Vgl.: http://www.bka.de/DE/ThemenABisZ/Deliktsbereiche/OrganisierteKriminalitaet/ok

__node.html?__nnn=true.

[1] Vgl.: http://m.welt.de/politik/deutschland/article150765894/Verdaechtige-Maenner-hatten-Sex-Spickzettel-dabei.html

[21]Zitat:http://www.infranken.de/regional/bamberg/Paar-verwechselt-Asylheim-mit-Gasthof-und-wird-freundlich-bewirtet;art212,1458318

Gärtnern auf Strohballen

Strohballenanlage♪ Im Märze der Bauer die Rösslein einspannt ♫

Das war mein Osterrundbrief:

Wir können so manches an unseren lieben Mitmenschen beobachten, was man eben alles so tut, wenn der Frühling uns packt, – und ich, ich mach es so wie der Bauer in dem Lied.

Auch ich bin diesem Urtrieb gefolgt. Wir hatten hinten auf dem Grundstück zwei kleine Teiche, wovon der eine leider undicht wurde. So habe ich dort die Folie entfernt, das Loch mit Kompost, Blättern, Zweigen und Erde gefüllt und immer gedacht, ich würde da mal ein Hoch- oder Tiefbeet anlegen (immerhin habe ich noch einmal gelernt, dass kleine Äste, Reisig und vergehendes Laub Humus bilden und habe damit einen Grund mehr gefunden, unter den Büschen nicht immer alles klinisch rein zu harken).

Ihr, die Ihr selbst gärtnert, Euch brauche ich nichts zu erzählen, Ihr wisst warum und kennt wahrscheinlich jeden Kniff. Aber ich bin, wie viele, erst jetzt verstärkt darauf gestoßen. Was uns mit der Industrialisierung verloren ging, jetzt kommt es wieder in unser Bewusstsein. Sogar in den Städten finden wir Räume zum Ackern und Pflanzen. Es ist schön, hinten in den Garten zu gehen und etwas für den Salat abzupflücken oder für den Kuchenboden zu sammeln und nun möchte ich das etwas ausbauen.

Und dann kam Folgendes auf mich zu: Gärtnern mit Strohballen.

Das scheint also wirklich eine tolle Idee zu sein (danke Peter). Man hat damit in erhöhter Form – also mit wenig Bücken bei der Arbeit – einen Boden auf dem wunderbar gedeiht und das unabhängig davon, wie der eigene Boden an dieser Stelle beschaffen sein mag.

Wie geht das?

Man legt Strohballen so auf die Seite, dass die Halmöffnungen nach oben stehen und präpariert sie abwechselnd mit Wasser und mit Dünger.

Es geht mit jeder Art von Dünger (Rinderdung, mineralischer Dünger, Veggiedünger). Ich empfehle etwas möglichst Biologisches, damit man bei seiner späteren eigenen Ernte weiß, dass man wertvolle Lebensmittel vor sich hat und auch richtig stolz sein kann. Gut kann man auch effektive Mikroorganismen einsetzen.

Schon nach kurzer Zeit arbeitet es im Strohballen und im Inneren sind schnell 40° Grad C vorhanden.

 

Strohballenanlage2Und dann kann gepflanzt oder gesät werden. Hier könnt Ihr jetzt wirklich darauf achten, dass Ihr Hybridpflanzen und genverändertes Saatgut vermeidet und somit tatsächlich Naturschutz in die Tat umsetzen, Ihr könntet alte Sorten, die es nicht mehr zu kaufen gibt, für Euch entdecken und Ihr wüsstet genau von der Qualität, die Ihr auf den Teller bekommt. Das ist dann wirklich aus deutschen Landen.

Es geht übrigens auch in Innenhöfen und auf Balkonen!

Die Wärme in den Ballen ist ideal für die Pflanzen, man kann sie dicht nebeneinander setzen, da sie tief wurzeln können und man kann recht schnell ernten.

Es ist jederzeit im Jahr möglich zu beginnen. Eine Fruchtfolge muss man nicht bedenken, aber es macht Sinn Pflanzenfreunde nebeneinander zu setzen.

Am Ende des Jahres hat man außerdem wertvollen Mulch zur Bodenverbesserung für alle anderen Beete.

Mein Buchtipp heute lautet also: „Gärtnern auf Strohballen“, BLV, Folko Kullmann

Könnt Ihr Euch, wenn ich Euch angesteckt haben, noch zu Ostern schenken und gleich danach beginnen.

Und so kommt der Frühling mit den ersten Knospen, diesmal auch auf Stroh.

Ich grüße Euch sehr herzlich und wünsche fröhliche, fröhliche Ostern!

 

Cornelia Cornels-Selke

PS: Den einzigen Nachteil haben unsere Frösche, die sitzen jetzt alle in dem einen übrig gebliebenen Teich.

 

 

Cornelia Cornels-Selke

„Damit Sie wieder leuchten können!“