Frohe Weihnachten und Frieden auf Erden!

 

Der „Michel“, Foto von R. Rauber     17.Dezember 2017

1978 wurde Astrid Lindgren des Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen. Die Rede, die sie damals anlässlich dieser Verleihung hielt, ist aktuell wie damals. Deshalb möchten wir sie Euch als diesjährigen Weihnachtstext  senden.

„Liebe Freunde!

Das erste, was ich zu tun habe, ist Ihnen zu danken, und das tue ich von ganzem Herzen. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels strahlt einen solchen Glanz aus und ist eine so hohe Auszeichnung, dass es einen fast überwältigt, empfängt man ihn. Und jetzt stehe ich hier, wo schon so viele kluge Männer und Frauen ihre Gedanken und ihre Hoffnungen für die Zukunft der Menschheit und den von uns allen ersehnten ewigen Frieden ausgesprochen haben – was könnte ich wohl sagen, das nicht schon andere vor mir gesagt haben?

Über den Frieden sprechen heißt ja über etwas sprechen, das es nicht gibt. Wahren Frieden gibt es nicht auf unserer Erde und hat es auch nie gegeben, es sei denn als Ziel, das wir offenbar nicht zu erreichen vermögen. Solange der Mensch auf dieser Erde lebt, hat er sich der Gewalt und dem Krieg verschrieben, und der uns vergönnte, zerbrechliche Friede ist ständig bedroht. Gerade heute lebt die ganze Welt in der Furcht vor einem neuen Krieg, der uns alle vernichten wird. Angesichts dieser Bedrohung setzen sich mehr Menschen denn je zuvor für Frieden und Abrüstung ein – das ist wahr, das könnte eine Hoffnung sein.

Doch Hoffnung hegen fällt so schwer. Die Politiker versammeln sich in großer Zahl zu immer neuen Gipfelgesprächen, und sie alle sprechen so eindringlich für Abrüstung, aber nur für die Abrüstung, die die anderen vornehmen sollen. Dein Land soll abrüsten, nicht meines! Keiner will den Anfang machen. Keiner wagt es anzufangen, weil jeder sich fürchtet und so geringes Vertrauen in den Friedenswillen des anderen setzt. Und während die eine Abrüstungskonferenz die andere ablöst, findet die irrsinnigste Aufrüstung in der Geschichte der Menschheit statt. Kein Wunder, dass wir alle Angst haben, gleichgültig, ob wir einer Großmacht angehören oder in einem kleinen neutralen Land leben. Wir alle wissen, dass ein neuer Weltkrieg keinen von uns verschonen wird, und ob ich unter einem neutralen oder nicht-neutralen Trümmerhaufen begraben liege, das dürfte kaum einen Unterschied machen.

Müssen wir uns nach diesen Jahrtausenden ständiger Kriege nicht fragen, ob der Mensch nicht vielleicht schon in seiner Anlage fehlerhaft ist? Und sind wir unserer Aggressionen wegen zum Untergang verurteilt? Wir alle wollen ja den Frieden. Gibt es denn da keine Möglichkeit, uns zu ändern, ehe es zu spät ist? Könnten wir es nicht vielleicht lernen, auf Gewalt zu verzichten? Könnten wir nicht versuchen, eine ganz neue Art Mensch zu werden? Wie aber sollte das geschehen, und wo sollte man anfangen?

Ich glaube, wir müssen von Grund auf beginnen. Bei den Kindern.

Sie, meine Freunde, haben Ihren Friedenspreis einer Kinderbuchautorin verliehen, und da werden Sie kaum weite politische Ausblicke oder Vorschläge zur Lösung internationaler Probleme erwarten. Ich möchte zu Ihnen über die Kinder sprechen. Über meine Sorge um sie und meine Hoffnung für sie.

Die jetzt Kinder sind, werden ja einst die Geschäfte unserer Welt übernehmen, sofern dann noch etwas von ihr übrig ist. Sie sind es, die über Krieg und Frieden bestimmen werden und darüber, in was für einer Gesellschaft sie leben wollen. In einer, wo die Gewalt nur ständig weiterwächst, oder in einer, wo die Menschen in Frieden und Eintracht miteinander leben.

Gibt es auch nur die geringste Hoffnung darauf, dass die heutigen Kinder dereinst eine friedlichere Welt aufbauen werden, als wir es vermocht haben? Und warum ist uns dies trotz allen guten Willens so schlecht gelungen?

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, welch ein Schock es für mich gewesen ist, als mir eines Tages – ich war damals noch sehr jung – klar wurde, dass die Männer, die die Geschichte der Völker und der Welt lenkten, keine höheren Wesen mit übernatürlichen Gaben und göttlicher Weisheit waren. Dass sie Menschen waren mit den gleichen menschlichen Schwächen wie ich. Aber sie hatten Macht und konnten jeden Augenblick schicksalsschwere Entscheidungen fällen, je nach den Antrieben und Kräften, von denen sie beherrscht wurden. So konnte es, traf es sich besonders unglücklich, zum Krieg kommen, nur weil ein einziger Mensch von Machtgier oder Rachsucht besessen war, von Eitelkeit oder Gewinnsucht, oder aber – und das scheint das häufigste zu sein – von dem blinden Glauben an die Gewalt als das wirksamste Hilfsmittel in allen Situationen. Entsprechend konnte ein einziger guter und besonnener Mensch hier und da Katastrophen verhindern, eben weil er gut und besonnen war und auf Gewalt verzichtete.

Daraus konnte ich nur das eine folgern:

Es sind immer auch einzelne Menschen, die die Geschichte der Welt bestimmen. Warum aber waren denn nicht alle gut und besonnen? Warum gibt es so viele, die nur Gewalt wollten und nach Macht strebten? Waren einige von Natur aus böse? Das konnte ich damals nicht glauben, und ich glaube es auch heute nicht.

Die Intelligenz, die Gaben des Verstandes mögen zum größten Teil angeboren sein, aber in keinem neugeborenen Kind schlummert ein Samenkorn, aus dem zwangsläufig Gutes oder Böses sprießt. Ob ein Kind zu einem warmherzigen, offenen und vertrauensvollen Menschen mit Sinn für das Gemeinwohl heranwächst oder aber zu einem gefühlskalten, destruktiven, egoistischen Menschen, das entscheiden die, denen das Kind in dieser Welt anvertraut ist, je nachdem, ob sie ihm zeigen, was Liebe ist, oder aber dies nicht tun.

“Überall lernt man nur von dem, den man liebt”, hat Goethe einmal gesagt, und dann muss es wohl wahr sein.

Ein Kind, das von seinen Eltern liebevoll behandelt wird und das seine Eltern liebt, gewinnt dadurch ein liebevolles Verhältnis zu seiner Umwelt und bewahrt diese Grundeinstellung sein Leben lang. Und das ist auch dann gut, wenn das Kind später nicht zu denen gehört, die das Schicksal der Welt lenken. Sollte das Kind aber wider Erwarten eines Tages doch zu diesen Mächtigen gehören, dann ist es für uns alle ein Glück, wenn seinen Grundhaltung durch Liebe geprägt worden ist und nicht durch Gewalt. Auch künftige Staatsmänner und Politiker werden zu Charakteren geformt, noch bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben – das ist erschreckend, aber es ist wahr.

Blicken wir nun einmal zurück auf die Methoden der Kindererziehung früherer Zeiten. Ging es dabei nicht allzu häufig darum, den Willen des Kindes mit Gewalt, sei sie physischer oder psychischer Art, zu brechen? Wie viele Kinder haben ihren ersten Unterricht in Gewalt “von denen, die man liebt”, nämlich von den eigenen Eltern erhalten und dieses Wissen dann der nächsten Generation weitergegeben!

Und so ging es fort, “Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben”, hieß es schon im Alten Testament, und daran haben durch die Jahrhunderte viele Väter und Mütter geglaubt. Sie haben fleißig die Rute geschwungen und das Liebe genannt. Wie aber war denn nun die Kindheit aller dieser wirklich “verdorbenen Knaben”, von denen es zur Zeit so viele auf der Welt gibt, dieser Diktatoren, Tyrannen und Unterdrücker, dieser Menschenschinder?

Dem sollte man einmal nachgehen.

Ich bin überzeugt davon, dass wir bei den meisten von ihnen auf einen tyrannischen Erzieher stoßen würden, der mit einer Rute hinter ihnen stand, ob sie nun aus Holz war oder im Demütigen, Kränken, Bloßstellen, Angstmachen bestand.

In den vielen von Hass geprägten Kindheitsschilderungen der Literatur wimmelt es von solchen häuslichen Tyrannen, die ihre Kinder durch Furcht und Schrecken zu Gehorsam und Unterwerfung gezwungen und dadurch für das Leben mehr oder weniger verdorben haben. Zum Glück hat es nicht nur diese Sorte von Erziehern gegeben, denn natürlich haben Eltern ihre Kinder auch schon von jeher mit Liebe und ohne Gewalt erzogen. Aber wohl erst in unserem Jahrhundert haben Eltern damit begonnen, ihre Kinder als ihresgleichen zu betrachten und ihnen das Recht einzuräumen, ihre Persönlichkeit in einer Familiendemokratie ohne Unterdrückung und ohne Gewalt frei zu entwickeln.

Muss man da nicht verzweifeln, wenn jetzt plötzlich Stimmen laut werden, die die Rückkehr zu dem alten autoritären System fordern? Denn genau das geschieht zur Zeit mancherortens in der Welt. Man ruft jetzt wieder nach “härterer Zucht”, nach “strafferen Zügeln” und glaubt dadurch alle jugendlichen Unarten unterbinden zu können, die angeblich auf zuviel Freiheit und zuwenig Strenge in der Erziehung beruhen. Das aber hieße den Teufel mit dem Beelzebub austreiben und führt auf die Dauer nur zu noch mehr Gewalt und zu einer tieferen und gefährlicheren Kluft zwischen den Generationen.

Möglicherweise könnte diese erwünschte “härtere Zucht” eine äußerliche Wirkung erzielen, die die Befürworter dann als Besserung deuten würden. Freilich nur so lange, bis auch sie allmählich zu der Erkenntnis gezwungen werden, dass Gewalt immer wieder nur Gewalt erzeugt – so wie es von jeher gewesen ist.

Nun mögen sich viele Eltern beunruhigt durch die neuen Signale fragen, ob sie es bisher falsch gemacht haben. Ob eine freie Erziehung, in der die Erwachsenen es nicht für selbstverständlich halten, dass sie das Recht haben zu befehlen und die Kinder die Pflicht haben, sich zu fügen, womöglich nicht doch falsch oder gefährlich sei.

Freie und unautoritäre Erziehung bedeutet nicht, dass man die Kinder sich selber überlässt, dass sie tun und lassen dürfen, was sie wollen. Es bedeutet nicht, dass sie ohne Normen aufwachsen sollen, was sie selber übrigens gar nicht wünschen.

Verhaltensnormen brauchen wir alle, Kinder und Erwachsene, und durch das Beispiel ihrer Eltern lernen die Kinder mehr als durch irgendwelche anderen Methoden. Ganz gewiss sollen Kinder Achtung vor ihren Eltern haben, aber ganz gewiss sollen auch Eltern Achtung vor ihren Kindern haben, und niemals dürfen sie ihre natürliche Überlegenheit missbrauchen. Liebevolle Achtung voreinander, das möchte man allen Eltern und allen Kindern wünschen.

Jenen aber, die jetzt so vernehmlich nach härterer Zucht und strafferen Zügeln rufen, möchte ich das erzählen, was mir einmal eine alte Dame berichtet hat. Sie war eine junge Mutter zu der Zeit, als man noch an diesen Bibelspruch glaubte, dieses “Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben”.

Im Grunde ihres Herzens glaubte sie wohl gar nicht daran, aber eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte, die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr dann bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: “Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen.”

Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. Das Kind musste gedacht haben, “Meine Mutter will mir wirklich weh tun, und das kann sie ja auch mit einem Stein.”

Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme, und beide weinten eine Weile gemeinsam. Dann legte sie den Stein auf ein Bord in der Küche, und dort blieb er liegen als ständige Mahnung an das Versprechen, das sie sich in dieser Stunde selber gegeben hatte:

“NIEMALS GEWALT!”

Ja, aber wenn wir unsere Kinder nun ohne Gewalt und ohne irgendwelche straffen Zügel erziehen, entsteht dadurch schon ein neues Menschengeschlecht, das in ewigem Frieden lebt? Etwas so Einfältiges kann sich wohl nur ein Kinderbuchautor erhoffen! Ich weiß, dass es eine Utopie ist. Und ganz gewiss gibt es in unserer armen, kranken Welt noch sehr viel anderes, das gleichfalls geändert werden muss, soll es Frieden geben. Aber in dieser unserer Gegenwart gibt es – selbst ohne Krieg – so unfassbar viel Grausamkeit, Gewalt und Unterdrückung auf Erden, und das bleibt den Kindern keineswegs verborgen. Sie sehen und hören und lesen es täglich, und schließlich glauben sie gar, Gewalt sei ein natürlicher Zustand.

Müssen wir ihnen dann nicht wenigstens daheim durch unser Beispiel zeigen, dass es eine andere Art zu leben gibt?

Vielleicht wäre es gut, wenn wir alle einen kleinen Stein auf das Küchenbord legten als Mahnung für uns und für die Kinder:

NIEMALS GEWALT!

Es könnte trotz allem mit der Zeit ein winziger Beitrag sein zum Frieden in der Welt.“

Frohe Weihnachten und Frieden auf Erden!

Eure Cornelia und Christoph

“Gib, dass die Lieb, von der ich leb, ich an and’re weiter geb.”

 Buchholz, den 10.10.2017/ 24.10.2017

Da mein Outlook nicht richtig funktioniert, kann ich meine Rundbriefe zur Zeit nicht in gewohnter Weise versenden. Doch möchte ich trotzdem über ein Thema schreiben:

Es ist schlecht für uns Menschen, jeden Tag einen neuen „Aufreger“ aus Presse oder Rundfunk oder sozialen Medien zu erfahren und auch gleich mitzumachen. Unser Grundlebensgefühl leidet und wir mutieren so nach und nach zu der schlechteren Version unseres Selbst. Wir werden ängstlich, gestresst und ärgerlich. Das will der „Aufreger des Tages“ ja auch erreichen.  Ge-„hypte“ Menschen stehen nicht mehr fest auf beiden Beinen, sie sind leichter zu dirigieren von denjenigen, die irgendwelche Schuldigen vorführen, um schnelle Lösungen verkaufen zu können. Unsere Ängste sind Ihr Gewinn.

Ich möchte, dass wir anders sind als all diese Menschen um uns herum mit ihrer „Aufregeritis“. Ich wünsche mir, dass wir gut für uns selbst sorgen können, statt panische Entscheidungen zu treffen, dass wir kraftvoll, gesund und gelassen sind. Dass wir auch gut mit anderen Menschen umgehen. Denn solche Menschen tun damit der ganzen Welt gut, ganz besonders heute.

 

Dies wird wieder ein etwas längerer Brief.  Ich will einen ziemlich großen Bogen ziehen, der natürlich unser heutiges Leben berührt, aber eigentlich will ich auf etwas Grundsätzliches hinweisen.

Ich fange an mit einer alten Geschichte: Es geht um einen Schuldner, der seinem Herrn noch viel Geld schuldet:

„24Und als er (der Herr) anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig.

25Da er’s nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen.

26Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s alles bezahlen.

27Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch.

28Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte und würgte ihn und sprach: Bezahle, was du mir schuldig bist!

29Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s bezahlen.

30Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war.

31Als aber seine Mitknechte das sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor, was sich begeben hatte.

32Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast;

33hättest du dich da nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe?

34Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war.“ [i]

Vor Jahren hörte ich diese Geschichte im Hamburger Michel. Der Pastor las sie im Rahmen seiner Predigt vor und er war es auch, der seinen Zuhörern den Satz mitgab:

 

„Gib, dass die Lieb’ von der ich leb, ich an and’re weiter geb’!“ Er hatte ihn, auf eine Wand geschrieben, gefunden und sagte sich, dass dies sehr gut zu seinem Predigtthema passen würde.

 

Und heute möchte ich ihn aufgreifen, denn er ist wirklich die Quintessenz dessen, was innerlich  in mir herum geht.

 

Wisst Ihr, ich habe von vielen Menschen so großzügige Unterstützung bekommen und bekomme sie immer noch, dass ich komplett dankbar bin. Ich weiß, dass ich an dieser Stelle wirklich Liebe geschenkt bekomme, dazu Nachsicht und  Ausdauer. Und ich weiß nicht, wie ich an manchen Stellen in meinem Leben ohne Unterstützung voran gekommen wäre.

Natürlich will ich etwas Gutes aus dieser Unterstützung machen. Und: Wie könnte ich nun anderen nicht helfen wollen?  Ich bin sicher, wir alle benötigen einmal solche Hilfe, egal ob in Worten oder Taten oder Gaben. Und wenn wir dies dann weiter reichen, was einfach fair ist, dann kommt aus dieser ersten lieben Gabe eine weitere in die Welt. Es könnte etwas Schönes daraus entstehen.

 

Leider ist bei einigen ausgerechnet das Gegenteil populär. Jetzt hole ich etwas weiter aus:

 

  • Da ist zum Beispiel ein Mann, ehemaliger DDR Flüchtling[ii], der also vor einem totalitärem Regime geflohen ist, und hier in Deutschland Heimat fand, studieren konnte, eine Existenz aufgebaut hat, dem es finanziell sehr gut geht. Sein Leben hat sich mit der Flucht zum Guten gewandt und man möchte sich mit ihm freuen, doch seine Lebensgeschichte ist hier nicht zu Ende:  Denn er ist in der Politik und versucht jetzt zu verhindern, dass Deutschland Flüchtlinge aufnimmt.
  • Oder ein anderes Beispiel: Da ist eine Frau, deren Eltern Vertriebene waren, die aus einem totalitären Regime nach Deutschland kamen und denen es danach finanziell gut ging.  Sie selbst lebt in einem Schweizer Ort, der von Toleranz und sozialem Miteinander geprägt ist. Sie lebt dort in Partnerschaft mit einer Frau aus Sri Lanka, sie haben zusammen Kinder, die dunkelhäutig sind. Es geht Ihr gut dort in der Schweiz in der netten, verständnisvollen Atmosphäre. Sie selbst aber ging vor kurzem in die Politik, nicht in der Schweiz sondern in Deutschland, und verurteilt hier gleichgeschlechtliche Beziehungen, auch deren Adoptionsmöglichkeiten und ist radikal gegen „Ausländer“. [iii]
  • Noch ein weiters Beispiel: Eine Frau, auch sie aus der ehemaligen DDR, aus der sie 1989 noch vor dem Fall der Mauer geflüchtet ist und damit dem Vater folgte, der schon früher die Chance gehabt hatte, die DDR zu verlassen.[iv] Sie ist vierfache Mutter, hat eine Affäre mit einem Mann, der auch Frau und vier Kinder hat. Sie verlässt dafür Mann und Kinder,[v] heiratet den anderen Mann, der auch seine Frau und seine Kinder verlässt. Sie beide sind in der Politik, wollen die bisherige, grundsätzliche Unterstützungen Alleinerziehender abschaffen[vi] und propagieren die traditionelle Ehe. Sie beide wollen die Grenzen notfalls mit Waffengewalt gegen Flüchtlinge abdichten. [vii]

 

Es sind dies drei aktuelle Beispiele dafür, dass Menschen, die sich selbst alle Freiheiten und Vorteile nehmen und dabei Toleranz und Unterstützung genießen, anderen genau dieses missgönnen.

Alle drei Personen sind jetzt im Bundestag und sollen dort im Sinne der Bundesbürger handeln. Ich frage mich: Wie kann man gut für andere handeln, wenn man derartig missgünstig ist?

 

Trotzdem muss ich in deren Vorgehen, wenn es auch ganz anders ist als meine Überschrift und anders, als ich es mir wünschen würde, eine gewisse Logik erkennen: Dass ein Habgieriger anderen nichts abgeben will, ist ja auch eine Form der Logik.

 

Aber das führt mich nun zu der Seite der Wähler:

  • Warum zum Beispiel wählt ein arbeitsloser Mensch[viii] Politiker als Vertreter für ihn in den Bundestag, die Zwangsarbeit für Arbeitslose einführen wollen? Die außerdem alle Rentner bis 72 wieder auf den Arbeitsmarkt werfen wollen?
  • Oder warum wählt ein älterer Mensch Politiker, die ihm erst mit 72 die Rente zugestehen und ihn deshalb auch aus der Rente wieder zur Arbeit schicken wollen, bis er eben diese 72 Jahre erreicht hat? Und wenn er als älterer Mensch auf dem Arbeitsmarkt nun nicht vermittelbar ist, dann wird er schließlich Zwangsarbeit verrichten müssen, ginge es nach den Leuten, die er gewählt hat. Warum wählt er das? [ix]
  • Oder ein Arbeiter, der, häufig körperlich arbeitend, nur seinen Mindestlohn bekommt, warum wählt der solche Politiker, die ihn prozentual genauso stark besteuern wollen, wie einen Unternehmer, der vielleicht mehrere Firmen mit jeweils Tausend Arbeitern besitzt?

In meinen Augen ist das komplett unlogisch.

Ja, das hat mich wirklich eine Weile beschäftigt, diese Unlogik im Handeln und diese Destruktivität, also dieses Wählen von Dingen, die schlecht für den Wählenden sind. Was leitet diese Menschen, dass sie so irrationale Wahlen treffen?  …

 

… bis mir noch etwas anderes klar wurde und damit bin ich nun wieder bei anderen Themen als der Politik: Wir erleben ja zum Beispiel auch auf dem Gebiet der Gesundheit, dass Menschen Wahlen treffen, die eindeutig schlecht für sie sind. Wir selbst haben zum Beispiel einen Bekannten, der hustet und hustet auf schlimmste Weise und noch im Husten schiebt er sich die nächste Zigarette in den Mund.

Auch da kann ich schlecht zusehen.

 

… und damit war ich in meinen Gedankengängen bei unserem Unterbewusstsein angelangt. Denn ich musste erkennen, dass auch ich Dinge tue, die echt unlogisch sind. Und wenn ich sie mir recht betrachte, handele ich an diesen Stellen oft schlicht unbewusst.

Ich unterscheide hier übrigens einmal zwischen Dingen, die wir unwissentlich tun und Dingen, die wir unbewusst tun.

  • Derjenige, der unwissentlich handelt, der hat (okay, das kann man sich kaum vorstellen und es hinkt etwas der Vergleich) vielleicht noch nie gehört, dass Zucker schädlich ist und isst ihn deshalb in rauen Mengen. Oder er isst ihn, weil er nicht weiß, dass Zucker in ganz vielen Produkten enthalten ist und guckt auch nicht nach.

Dieser Mensch könnte sich einfach mal etwas informieren und er könnte damit sich selbst schützen.

  • Derjenige, der den Zucker unbewusst isst, der weiß zwar, dass Zucker schädlich ist und auch, dass er in vielen Produkten versteckt ist, aber er isst ihn trotzdem, weil er von etwas anderem geleitet wurde, als von seinem eigenen Wissen und Wollen.

Das zu ändern ist weit schwieriger. Mit guten Worten kommt man bei diesem Menschen nicht ans Ziel. Und auch er selbst wird sich immer wieder dabei ertappen und häufig genug schelten, dass er (schon wieder) entgegengesetzt zu dem handelt, was er sich doch selbst vorgenommen hatte. Er ist fremdbestimmt.

 

An dieser Stelle sollten wir einhaken und etwas für uns tun, damit wir wieder Herrscher/in über unsere eigenen Entscheidungen werden. Und damit über die Folgen unserer Handlungen, also unsere Erfolge. Wenn nämlich nicht wir selbst zumindest eine gewisse Kontrolle über unsere Gedanken und Handlungen halten, dann werden wir von anderen kontrolliert und benutzt. Und wir schaden uns selbst (im Falle des Rauchens, Trinkens und der Zuckersucht aber natürlich auch der nächsten Generation, oder im Falle einer schlechten Wahl womöglich ganzen Generationen). Die Mühe, sich selbst zu betrachten, lohnt sich also wirklich.

 

Denn es geht ja auch anders:

Es gibt Menschen, um die herum ist es hell. Sie sind innerlich leuchtend und wo sie hin kommen, wird es ebenfalls heller. Wollen wir diesen nicht einmal nacheifern? Ihre Welt liegt im Sonnenschein, weil sie selbst dafür sorgen. Sie selbst bestimmen die Farbe ihres Tages, sie selbst lenken ihre Füße und wo es Ihr Unbewusstes tut, da ist es womöglich noch strahlender, denn Ihr unbewusstes Handeln führt zum Glück, ist quasi auf Glück programmiert, sodass sie immerzu glückliche „Zufälle“ erleben. Statt sich von Umständen, von der Gesellschaft oder gar von der Politik abhängig zu fühlen, haben sie immerzu neue Projekte im Kopf, denn während bei anderen Probleme auftauchen, sprudeln bei Ihnen die Ideen.

Wollen wir auch dahin kommen? Wollen wir raus aus der unbewussten Selbstsabotage? Wollen wir die täglichen Geschenke annehmen und rund um uns herum weiter verteilen und somit eine Lawine der Freundlichkeit und des Friedens in Schwung bringen und in Gang halten?

Wollen wir ein „gutes Leben“ führen – also selbst Gutes erleben und genauso auf gute Weise durch das Leben gehen?

Wollen wir, dass der Raum, den wir betreten, heller wird? (Oder soll er wirklich heller werden, wenn wir ihn wieder verlassen?)

 

Wollen wir die Liebe, von der wir leben, an andere weiter geben?

 

Ganz sicherlich wirkt sich das auch auf unser Leben gut aus. Ich sehe es bei diesen hellen Menschen: Die Herzen fliegen ihnen zu, das gute Geschick scheint sie zu begleiten.

 

Ich gehe deshalb noch einmal kurz darauf ein, obwohl ich bereits in früheren Briefen darüber berichtet habe:

Da wir wohl nur zu annähernd fünf Prozent bewusst sind und zu 95% unbewusst handeln, könnte man uns mit einem Kutscher vergleichen, der 100 Pferde vor seiner Kutsche hat und nur 5 davon tun das, was er will. Die anderen 95 werden von allen möglichen anderen Sachen gelenkt (es kommen gleich ein paar Beispiele) und laufen in die verschiedensten Richtungen.

Dass wir überhaupt vorankommen ist dabei ein echtes Wunder.

 

Glücklicherweise sind aber nicht alle unsere unbewussten Verhaltensweisen von irgendwelchen Süchten geleitet und damit in ihrer Auswirkung schädlich für uns. Wir haben alle auch sehr viele Anteile in unserem Unbewussten, die es gut mit uns meinen. Die könnten wir also endlich einmal stärken.

 

An die 60.000 Gedanken denken wir täglich. Davon gibt es einige Gedanken, die wir immer und immer wieder denken. Wir denken sie auch an anderen Tagen immerzu und irgendwann denken wir sie überhaupt nicht mehr bewusst, sie drehen sich weiter und weiter in unserem Kopf, sie denken quasi uns. Wir hinterfragen sie nicht mehr, sie sind Teil unserer Persönlichkeit geworden und wir handeln dementsprechend, ohne noch einmal über den Grund unseres Handelns nachzudenken.

Sind diese Gedanken hinderlich, werden sie uns hindern. Sind sie förderlich, werden sie uns fördern. Es ist ein wenig wie mit unserem Essen. Wenn wir täglich eine schlechte Suppe zu uns nehmen, unseren Körper damit füttern, dann wird er auch nur Minderwertiges daraus entwickeln können.

Wenn also ein Mensch permanent vor sich hin grummelt, kommen andere Handlungen dabei heraus, als wenn jemand sein Leben und seine Mitmenschen mag und Schönes vor sich hin denkt, – auch wenn sie beide gleichermaßen meinen, etwas für Ihr Wohlbefinden tun zu wollen. Und aus diesen unterschiedlichen Handlungen ergeben sich natürlich jeweils andere Auswirkungen.

Das ist nur ein Beispiel, – es gibt viele Dinge, die uns unbewusst lenken. Vergangene Situationen als weiteres Beispiel oder auch Werbung, die wir immerzu sehen und hören,  auch alles, was uns jahrelang vorgemacht wurde, usw, usw.

In meiner Generation haben wir solche Sätze wie „Haribo macht Kinder froh“ automatisiert in uns, denn diese haben wir immerzu gehört, bis sie sich in unserem Unterbewusstsein eingegraben haben.

Wenn wir es also nicht selbst tun, die Werbung macht es schon lange mit uns:  Arbeit mit unserem Unterbewusstsein. Es werden Behauptungen immerzu wiederholt, bis der Käufer sie verinnerlicht hat (sie gehören jetzt zu seinen 95%) und kauft.

Ich bringe noch ein weiteres Beispiel: Es wird immer wieder behauptet, Zucker sei überhaupt nicht schädlich (und Wahres und Unwahres wird so vermischt, dass ich eine Stunde benötigen würde, um all das wieder in eine richtige Ordnung zu bringen) und so beruhigt sich sogar der schon Kranke mit den falschen Botschaften.  Da er immerzu etwas hört, was leider falsch ist, macht er auch weiter in seinem krankmachenden Tun. Ordentlichen Forschungen glaubt er nun schon gar nicht mehr, er glaubt ja dem „Ohrwurm“ in seinem Kopf. Bevor dieser Mensch seine Handlungen verändert, muss er wohl richtig heftig geweckt werden.

Genauso werden Kinder, die immerzu geschlagen werden, leicht zu Schlägern oder zu Selbstverletzern, etc.

Ich glaube, es ist klar, warum es eine Auswirkung auf unser Handeln hat, wenn viele Tausend Botschaften in die Welt geschickt werden, die uns etwas suggerieren sollen, z.B. per Tweet, Facebook, Werbung, Zeitungen, Aussagen und Handlungen anderer Menschen um uns herum oder im Internet, Fernsehen, Radio, oder auch automatisierte Botschaften etc. Sind sie verkehrt oder gar gelogen, dann ist das wie eine schlechte Suppe, die wir täglich löffeln.

 

Zurück also zu den 60.000 Gedanken, denn da können wir schließlich auch selbst ansetzen:

Wie wäre es denn, einfach einmal auszuprobieren, wie sich unser Leben entwickelt, wenn wir selbst etwas bewusster mit unserem Unterbewusstsein arbeiten. Wir könnten damit tatsächlich die Tür zu neuem Wohlbefinden aufstoßen.

Dass dies geht, bemerken wir, wenn wir eine neue Sprache lernen oder auch ein Musikinstrument. Eine Weile müssen wir bewusst lernen. Aber danach fliegen uns die neuen Worte wie von selbst in den Kopf und die Finger spielen nach einer Weile ganz automatisch das vor kurzem noch neue Instrument.

 

Also, wie könnten wir beginnen?

Wenn wir gerade grummeln, dann tun wir dies nicht einfach immer weiter, sondern wir fragen uns einmal bewusst: „Warum habe ich eigentlich gerade schlechte Laune? Wo rührt sie her? Was kann ich tun, eventuell lernen, damit es in Zukunft besser wird?“ Und wenn wir die Ursache erkannt haben, steuern wir ab sofort gegen, so dass es uns besser geht. Das ist doch besser als z.B. der Frustkauf oder bei einer unpassenden Gelegenheit Dampf abzulassen und sowohl andere wie uns selbst zu verletzen.

Hat man Hintergründe erkannt, könnte man immer, wenn sich, nur als Beispiel, Ängste einschleichen wollen, die aus einer vergangenen Zeit herrühren und in unserem jetzigen Leben verkehrt sind, sagen: „Das ist vorbei!“ Und dies bei erneutem Auftauchen natürlich immer wiederholen. Denn wir werden es recht häufig sagen müssen, bevor wir es wirklich auch innerlich glauben, so dass es schließlich echt vorbei ist und wir diese Angst hinter uns lassen können. Aber der Weg lohnt sich.

Oder ich nehme mir morgens vor, die Augen für Schönes offen zu halten. Könnte ja sein, dass es da ist und ich es nur nicht sehe. Und das tue ich ab sofort jeden Morgen, dann wird auch dies irgendwann zu einer Gewohntheit

Oder wir nehmen uns einmal bewusst einen Satz vor, den wir wirklich gut finden und sagen ihn uns immer wieder vor oder singen ihn uns vor, bis eben dieser ein Teil unserer selbst geworden ist.

 

Natürlich gibt es auch Hilfen aus der Naturheilkunde. Das nur kurz wiederholt. Wer Reiki den II. Grad hat, kann Heilung  in sein Unterbewusstsein bringen, LAV, CQM, Masterminding,  Mentaltherapie, Hypnosetherapie, Traumtherapie, Meditation etc. helfen sehr gut. Über Tapping und EMDR hatte ich auch bereits in einem meiner letzten Briefe viel geschrieben. Wer regelmäßig betet, der kennt die guten Auswirkungen davon.

Es gibt so viele Wege.

 

 

Auch Musik hilft: Diesen alten Song von Stevie Wonder möchte ich Euch bei der Gelegenheit noch einmal zeigen: „Heaven help us all“ / Himmel hilf uns allen.

https://www.youtube.com/watch?v=8aQyoXFhDNc  .

Und auch diese von Mercy me: „Dear younger Me“.

https://www.youtube.com/watch?v=-l70C3ePyIQ

Genauso von Casting Crowns „Oh, My Soul“

https://www.youtube.com/watch?v=3DIi0DRq6ww

(Ich habe immer die Fassungen mit Text ausgesucht).

 

 

Es geht kaum darum, immerzu Kontrolle über alles zu haben, wir brauchen Vertrauen und können dies genauso auch entwickeln. Wichtig ist aber, dass wir soweit wach werden, dass wir erkennen können, wie häufig wir durch das Leben schlafen, bzw. geschlafen sind. Selbst wenn wir nur ein paar Male am Tage aufwachen würden, so halten wir die Zügel unserer Pferde schon ganz anders in den Händen. Denn immer dann, wenn wir wach werden, nehmen wir uns neu vor, ein gutes Leben zu führen. Und wenn wir wieder in unsere Alltagsgedanken abtauchen, dann wirkt dieser Satz in uns nach und führt uns weiter. Und ruft sofort Hilfe für diesen Weg herbei.

Denn das Tolle ist: Unser Glaube in das Gute kehrt gleichzeitig mit zurück. Wir merken ja, dass die Dinge wieder klappen, dass unser Leben mehr leuchtet und scheint und trauen uns sofort wieder mehr zu, was wiederum auch leichter klappt, weil wir mit anderer Kraft herangehen. Peu A´ Peu erwischen wir wieder die Spirale nach oben, denn unsere guten Erlebnisse werden Teil unserer Erinnerungen, unseres Unbewussten und steuern nun unsere Kutsche ganz anders mit. Das wirkt so, als ginge auf einmal alles von selbst.

 

Und wenn wir so unterwegs sind, dann, ja, dann sollten wir wirklich auch wieder gut mit anderen umgehen, anders als der Knecht in der oben erzählten Geschichte. Wir sollten hilfsbereit sein, wir sollten freundlich und friedlich mit den Menschen um uns herum umgehen. Wer sonst sollte es tun? Wir können es ja und die anderen können es evt. nicht.

Es wird gesagt: „Wir können doch nicht allen helfen.“ „Nein, – aber jeder von uns kann etwas helfen, kann einem helfen. Dann ist allen geholfen.“ Und ganz sicher, die meisten werden dieses Geschenk der Freundlichkeit auch gerne weiter geben. Es gibt nur wenige, die alles für sich behalten und die kann man schließlich auch erkennen, wenn man bewusst hinschaut.

 

In meinem letzten Rundbrief habe ich viele Beispiele gegeben, wie Einzelne Gutes in Bewegung gebracht haben und/oder was man selbst gleich tun kann, um (unabhängig von jeder politischen Führung) das Schicksal aller zu wenden. Im einem der nächsten Briefe kommt natürlich noch mehr dazu. Wichtig ist, dass wir wissen, wir können etwas tun. Mit uns selbst können wir beginnen und dann, wenn wir wieder spüren, dass es bergauf geht, dann sind wir ein Baustein für eine freundlichere Welt.

 

Eine wunderschöne sonnige, farbenfrohe Herbstzeit wünsche ich uns allen!

Cornelia Cornels-Selke

 

 

 

[i] Lutherbibel von 1984, Matthäus 18, 24-34.

[ii] Vgl: Emmerich, Wolfgang und Leistner, Bernd (Hrsg) „Literarisches Chemnitz. Autoren-werke-Tendenzen“, Verlag Heimatland Sachsen, Siehe Eintrag zu Gauland, Alexander. Chemnitz 2008, S.133.

[iii]  Vgl: Amann, Melanie, „Die Unerbittliche“, Der Spiegel 38/2017, über Alice Weidel,  S36-38.

[iv] Kowitz, Doris, „Frauke Petry: Ihre zweite Chance“. In: Die Zeit. Nr. 26, 18.6.2014.

[v] Vgl: FAZ.net , Bender, Justus, „AfD Chefin verlässt Ehemann. Alternative für Petry“, Aktualisiert am 7.10.2015, 19.35 Uhr. 14.10.2017, 18.16.

[vi] Afd.de Wahlprogramm Punkt 7.3 und Punkt 7.3.1, 19.10.2017, 9.30 Uhr.

[vii][vii] Vgl: Süddeutsche Zeitung NRW, „AfD Chef will Flüchtlinge notfalls mit Schusswaffen abwehren“.1.11.2015, 16.22 Uhr. Und: www.welt.de , „Petrys Vorschlag „erinnert an den Schießbefehl der DDR“ veröffentlicht am 30.1.2016. 14.10.2017,18.17Uhr.

[viii] Vgl: Spiegel Online, Politik, Wahl 2017, Datenanalyse zur Bundestagswahl.14.10.2017, 18.54 Uhr.

[ix] Vgl: welt.de,Politik,  Balzli, Beat, Kamann, Matthias „Petry nennt „brutale“ Rentenreform notwendig“, 5.6.2016, 18.10.17. 21.31.

Gute Nachrichten

 

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Gibt es nur das, was wir in die Nachrichten hören? Ist die Welt so, sind die Menschen so, wie es scheint, oder andere uns das weis machen wollen?

Oder gibt es auch anderes? Etwas was gelingt, was Hoffnung macht, wo wir eventuell sogar mitmachen können? Sodass wir wissen: Es geht, man kann um sich herum die Welt hell machen – und wenn das so nach und nach jeder tut, dann ist auch wirklich jede Ecke hell.

So komme ich mal wieder mit guten Nachrichten.

Einiges hätte ich schon vor längerer Zeit in den letzten Brief dieser Art bringen können. Aber, wer weiß, vielleicht ist es gut, statt eines sehr langen Briefes ein paar kürzere in Abständen zu senden. Hier kommt also wieder so einer und er soll nun hauptsächlich gute Nachrichten und gute Tipps darüber geben, was jeder Einzelne tun kann.

Storch im Nest

Ich hatte Euch in dem letzten Brief mit guten Nachrichten auch etwas zum Grünen Band, welches sich an der ehemaligen Grenze zum damals abgeschlossenen Osten entlang schlängelt, geschrieben.

Christoph und ich hatten nun einmal die Chance per Fahrrad auf dem Elberadwanderweg sowohl das Biosphärenreservat Elbetalaue, wie die Storchenstraße, wie auch Teile des grünen Bandes zu beradeln und deshalb kommen Bilder von diesen Tagen in kompletter Natur. Ich finde, sie passen zu dem Thema dieses Briefes. Ich hatte es ja neulich einmal erwähnt: Die erstaunlich friedliche Auflösung von schwer bewachten und bewaffneten Grenzen, die bis dahin die Welt in Ost und West aufteilten, kann uns Hoffnung geben bei den heutigen Eskalationen. Genauso die Entstehung von Naturschutzgebieten auf dem ehemaligen „Todesstreifen“.

Wenn man es recht bedenkt, war es durch die Irrlehren in den 30iger Jahren, denen die Mehrheit der Deutschen nachgelaufen sind, innerhalb kürzester Zeit zu Krieg gekommen, weshalb die Deutschen selbst zu Flüchtlingen geworden sind (Das Prinzip von Ursache und Wirkung) und ist letztlich auch die DDR entstanden, aus der die Deutschen wiederum versucht haben zu flüchten. Erst mit der Auflösung dieser Ost-West-Grenzen war wirklich Freiheit und Frieden. Und mit dem Frieden konnte sich auch die Natur erholen.

Das heißt, wir haben logische Ketten aus Ursachen und Folgen erlebt, einmal in die eine, einmal in die andere Richtung. Dieses logische Folgen auf unser Handeln können wir also auch zum Guten anschieben. Jeder von uns kann beginnen: Das gilt für Frieden genauso wie für die Umwelt oder das Klima und auch für unsere Gesundheit.

Wir. Können. Etwas. Tun!

Elbtalaue

Deshalb gleich als Erstes: Zur Zeit läuft grad noch eine Videoserie von Chris Wark, die sich damit beschäftigt, wie man eine Krebserkrankung heilen, bzw. gleich gesund bleiben kann. Menschen, die diese Krankheit überlebt haben, können es bezeugen und diese Filmreihe ist voll mit Wissen und guten Tipps. Es sind noch nicht alle Filme durch und vielleicht schafft Ihr es, noch einen zu sehen und Euch Notizen zu machen. Ich hoffe, sie werden dann auch noch mal wiederholt. Sie sind auf Englisch. Hier ist der Link zu seinen Filmen: http://urltag.net/BwE7jJ

Der Körper ist so willens zu heilen! Wir müssen ihm nur die Chance geben.

Chris ist voraus gegangen und hat damit erstens sich selbst Gutes getan. Er hat nicht lange auf Hilfe von anderen gewartet. Er hat daran geglaubt, dass man selbst und alleine etwas tun und verändern kann – und zweitens gibt er jetzt Tausenden dadurch neue Hoffnung, selbst zu handeln, statt traurig aufzugeben. So kann ein Einzelner Tausende in Bewegung bringen.

4600 Menschen der industriellen Staaten erkranken täglich an Krebs. Das sind doppelt so viele Menschen, wie mein Heimatdorf an Einwohnern hat. Wenn sie nicht aufgeben wollen, werden sie und ihre Angehörigen sich auf den Weg machen. Also jeden Tag grob 8000 Menschen mehr. Sie werden, wenn sie wirklich suchen, auf einen Weg treffen, der sie gesund werden lässt. Diesen Weg werden sie, um gesund zu bleiben, beibehalten – das ist schon eine Riesenmenge an Menschen und damit eigentlich eine Revolution in Richtung Gesundheit. Dazu gibt es in Deutschland bereits 8 Millionen Vegetarier und 1 Million Veganer (Ewig schon haben meine Doktoren empfohlen Fleisch, industrielles Mehl und Fabrikzucker weg zu lassen. Da bewegt sich jetzt etwas).

Da eins ins andere greift, wird dies eine Auswirkung auf sehr viele Bereiche haben, auch auf den Umgang mit der Natur und unseren Lebensmitteln, auch auf die Tierhaltung, auch auf unser Freizeitverhalten und unsere Art und Weise, uns durch die Welt zu bewegen.

Die Dinosaurier sind ausgestorben. Wir können das besser – wenn wir lernfähig bleiben.

Da haben also die Menschen einmal gelernt, dass man zur Ölgewinnung keine Wale mehr jagen muss, man hat die Lampen nun mit Erdöl gefüttert. Genauso haben sich alternative Energien zum Erdöl gefunden.

Es ist durchaus möglich, dass sich eine Alternative zum Fleischessen ergeben könnte, wer weiß? Im Deutschlandfunk gab es gerade eine Sendung darüber: http://srv.deutschlandradio.de/themes/dradio/script/aod/index.html?audioMode=2&audioID=4 Dieser Link führt zur Audiothek und dort wählt Ihr Do, den 14.9.17, 11.49 Uhr. Die Sendung heißt Umwelt und Verbraucher, Fleisch aus dem Reagenzglas, Essen mit gutem Gewissen, Dauer: 3 min und 50 Sekunden. Susanne Götze ist die Autorin.

Deichschafe

Der Mensch kann lernen und es gibt manche Erfindungen, die sehr hilfreich sind, und selbst wenn sie in der Schublade verschwunden waren, eines Tages kommen sie auch wieder heraus und so ist es auch schon geschehen. Zum Beispiel hier:

Ihr wisst, dass ich gerne Natur, Boden Wasser, Luft und Tiere frei von Giften hätte.

Manchmal aber ist es schon geschehen und Schwermetalle befinden sich im Boden. Kann man ihn wirklich nur noch abtragen? Und wohin dann damit?

Es gibt tatsächlich einen sehr viel schöneren Weg: Er nennt sich Phytomining. Dieses Verfahren wurde schon vor knapp 30 Jahren entwickelt, patentiert und das Patent an eine Firma verkauft. – und diese Firma hat es in der Schublade verschwinden lassen (wollte sie keine Entgiftung – also weitere Vergiftung unserer Umwelt?). Doch die 25 Jahre Patentschutz sind vorbei und nun ist diese wirklich grüne Technologie wieder frei benutzbar! Durch Einsatz entgiftender Pflanzen laut des Patents von Alan Baker und Rufus Chaney, welches seit dem 1.6.2015 wieder frei gegeben ist, oder des Patents von Roman Senekovic sen. und Roman Senecovic jun. (Veröffentlichungsnummer: EP0123985 A2) oder ähnlicher Forschungen.

Blumenwiese

Ich will die Vorgehensweise kurz erklären, damit Ihr wisst, warum ich so begeistert bin.

Wie bekannt ist, lagern sich Giftstoffe aus dem Boden in Pflanzen an, was bei Nahrungspflanzen gefährlich ist, da sie beim Verzehr zu Vergiftungen führen können. Genau durch die Stoffaufnahme der Pflanzen aus dem Boden kann man aber auch eine Entgiftung des Bodens mit Pflanzen herbei führen. Dabei sind verschiedenste Forschungen bereits durchgeführt u.a. mit Senfpflanzen, Pappeln, Weidelgras usw. Je nach Pflanzenart werden verschiedene Stoffe aus dem Boden gezogen und können nach der Ernte sogar wieder verwendet werden. Das aus dem Boden gezogene Metall kann aus den Pflanzen heraus geholt werden und so gewinnt man tatsächlich nebenbei Rohstoffe zur weiteren Verwertung, deshalb Phytomining.[i] Ein Danke an die Pflanzen!

Gibt es also in Eurer Gemeinde, in Eurem Boden Gifte? Dann ist dies vielleicht etwas für Euch.

Fahren auf dem Deich

Folgendes könnt Ihr auch tun, wenn Ihr die Gesundheit des Bodens fördern wollt (wer will schon im Gift leben?): Wenn Ihr ein Grundstück kauft oder mietet, dann lasst vorher eine Bodenprobe nehmen. Ihr könnt dann sicher sein, dass der Boden rein ist und Ihr darauf gesund bleibt. Und Ihr fördert gleichzeitig, dass Menschen, die ihren Boden vergiftet haben, diesen nicht mehr los werden. Erzählt anderen von dieser Vorgehensweise, dann entsteht eine Welle, den Boden rein zu halten, weil Vergiftung sofort Wertverlust bedeutet.

Käufer, Mieter und Verbraucher haben ganz schön viel Macht. Es gibt dafür Beispiele: So haben all die Menschen, die keinen Pelz mehr wollten, den Beruf des Kürschners quasi aussterben lassen. Es gibt nur noch eine Fachklasse in ganz Deutschland (in Fürth [ii]) und auch dort sitzen nur noch ein paar Schüler beisammen. Natürlich gibt es noch Felle, billigen Handel aus anderen Ländern. Aber wenn der Kunde sie nicht will, dann wird auch nicht mehr verkauft und dann wird auch nicht mehr deswegen getötet, gewildert etc. Der Kunde entscheidet, also jeder von uns, nicht nur bei Fellen, überall. Die deutschen Kürschner, die den Antipelztrend überstanden haben, mussten sich umstellen. Sie lernen Tierschutz und häufig genug, so eine Kürschnerin aus Bremen, nehmen sie überhaupt nur noch gebrauchte Felle aus alten Mänteln und arbeiten diese um oder bekommen die Felle aus der normalen Hege und Pflege. Kürschner, die auf diese neue Weise arbeiten, haben tatsächlich nach wie vor Kundschaft.[iii]

Und warum gibt es Bioprodukte und Vegetarisches beim Discounter? Weil der Kunde danach sucht!

Richtung Dömitz

Was ich auch sehr schön finde, ist Folgendes: Die Deutschen sind ja ein fleißiges Völkchen, sie verreisen aber auch sehr, sehr gerne. Und in den letzten Jahren tun sie dies vermehrt mit dem Fahrrad und auch zu Fuß. Wanderseiten im Web haben viele Tausend Zugriffe am Tag. Dies führt dazu, dass mehr und mehr gute Radwege entstehen und ein weit verzweigtes Wanderwegenetz. Dadurch werden natürlich auch die Radfahrer dort am Ort unterstützt, aber auch die Einnahmen durch diesen feinen Tourismus, der sich an der Natur erfreut, steigen. Ortschaften, die die Natur pflegen und schützen, spüren dies schon und sind auf der Gewinnerseite. Alleine die Lüneburger Heide hat bereits 2015 die 5 Millionen Übernachtungen überschritten,[iv] seitdem sind 2016 und 2017 die Übernachtungszahlen weiter angestiegen. [v]

Da fließt viel mehr in die Kassen der Gemeinden als über Gewerbegebiete und Logistikparks. Tatsächlich: Es lohnt sich Schönheit und Gesundheit der Natur zu erhalten! Sehr viele ausländische Reisende kommen jetzt auch nach Deutschland, weil sie hier so ein gutes Wegenetz vorfinden. Das ist eine Entwicklung, die mich sehr, sehr freut – und nebenbei tun alle diese Menschen etwas für ihre eigene Gesundheit.

Hier sind ein paar Links, die das Radwandern erleichtern: http://www.niedersachsen-radroutenplaner.de/ www.hamburg.de/radroutenplaner (die gibt es bestimmt auch von den anderen Bundesländern) oder: www.hamburg.de/radtour/300372/alltagsrouten für’s Tägliche. Sucht doch mal im Netz oder fragt in der Gemeinde, damit Ihr schnell und schön, abseits der Straßen, gut unterwegs seid.

In Hamburg gibt es auch Aufpumpstationen: Luftstation an der Alster / Gurlittinsel, Luftstation Mönckeberstraße / Ecke Bergstraße, um mal etwas zu nennen. Außerdem gibt es in vielen Ecken der deutschen Städte Leihfahrräder, in Hamburg als Beispiel das StadtRAD (123 Ausleihstationen. Bei der Registrierung sind die ersten 30 Minuten gratis).

Ach, es gibt ja auch superwitzige Ideen, damit wir mehr Fahrrad fahren: Bei der Fahrraddisco „Pedal Power“ auf dem Lattenplatz vor dem Knust (ja, ich habe eben viele Sachen in Hamburg gefunden, bitte schaut doch auch bei Euch nach solchen Angeboten). Da wird der Strom von Fahrrädern erzeugt, das Publikum muss strampeln, erst dadurch gibt es Musik.

Übrigens: Schon mal bei Critical Mass mitgefahren?

Storche im Nest

Solltet Ihr aber lieber Euer Geld als Eure Beine für Klima und Natur arbeiten lassen: www.test.de/thema/oekofonds . Geht auch.

Gut ist es für das Klima außerdem, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein.

Öffi ist eine App für mobile Fahrplanauskunft für die öffentlichen Verkehrsmittel und funktioniert in halb Europa.

Braucht man doch einmal ein Auto, dann gibt es ja Carsharing – das gibt es übrigens auch privat: Drivy ist eine App, damit wird es leicht! Die Fahrzeuge sind überall verfügbar und die Kosten v.a. bei langen Fahrten super günstig.

Wer gerne reist und eben doch mal fliegt, wirft vielleicht ebenso gerne mal eine Spende in die andere Waagschale: www.arktik.de , www.atmosfair.de , www.myclimate.org machen aus Euren Spenden Klimaschutzprojekte.

Wer auf Tour ist, der will unterwegs vielleicht mal richtig im Grünen leben: www.campinmygarden.com bietet weltweit grüne Zeltplätze in Gärten und auf Privatgrundstücken an[vi].

Elbe bei Dömitz

Ihr seid eigentlich lieber zu Hause, gerne wärt Ihr auch im Grünen, aber Ihr habt keinen Garten? Manchmal tut es eine grüne Oase auf dem Dach: Die Stadt Hamburg fördert Gründächer mit bis zu 40% der Gesamtkosten.

Da macht mancher Vermieter mit, denn Dachgärten isolieren auch. Da haben also wieder mehrere ihre Freude dran: Kleine Tiere, Vögel, Insekten finden das Grün sehr schnell und damit einen Platz zum Überleben in der Stadt.

Was beim Mieten manchmal nicht geht, auf dem eigenen Grundstück aber schon: Man könnte dort sogar Bienen halten und eigenen Honig produzieren. www.ivhh.de gibt Kurse, wie es richtig geht (übrigens hat ein Gericht die Haltung von fünf Bienenvölkern in der Nachbarschaft einer klagenden Frau für rechtens gehalten)[vii]. Es wäre aber schon hilfreich für die Bienen, wenn Du z.B. Wiesensalbei, Kornblume, Echter Salbei, Lavendel, Rankenglockenblume oder ähnliches auf Deinen Balkon/ Dachgarten/ Beet (es gibt ja auch Urban Gardening und Gemeinschaftsgärten) pflanzen würdest. Ich bekomme demnächst netterweise ein dickes Album mit den besten heimischen Pflanzen zum Kopieren, das werde ich auf Facebook stellen. Mehr dazu findet Ihr aber auch beim Bund Naturschutz www.tinyurl.com/Bienenschmaus .

Es gibt übrigens (in Hamburg) eine dauerhafte, kostenlose Saatguttauschbörse und zwar in einem Umsonstladen (so etwas gibt es auch!) in der Stresemannstraße 150. In Hamburg gibt es übrigens vier Umsonstläden, wenn nicht mehr… Auf diese Weise wird viel weniger weggeschmissen. Da könnt Ihr umsonst „einkaufen“ oder eben auch gute Dinge von Euch, die Ihr aber nicht benötigt, hin spenden.

Wenn jede/r Einzelne handelt, dann gibt es eine tolle Bewegung.

Eine Dame, hier in Holm-Seppensen fragte sich, wie sie ihren Plastikmüllberg verkleinern könnte und hat es so nach und nach geschafft, bei ihren Einkäufen immer weniger davon ins Haus zu tragen. Dann hat sie hier in Buchholz die Greenpeacegruppe gefragt, ob diese mit ihr einen Vortrag halten würde, sie selbst könnte den praktischen Teil liefern und Greenpeace müsste bitte noch die Theorie und Fakten dazu bringen. Sie hat auch gleich ein Foto für ein mögliches Plakat mit geschickt. Und nun ist in der Stadtbücherei Buchholz am 6.11. um 19.30 der Vortrag: „Plastikmüll? Ohne uns!“ zu hören. Legt mal einfach los mit Euren guten Ideen, wirklich, es hilft auch anderen.

Ein Helfer dazu: „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“. Erschienen bei smarticular.net

Dazu noch ein Link, diesmal aus Berlin: https://original-unverpackt.de/ ein Laden, ja, in dem man Unverpacktes einkaufen kann (auch online). Und es gibt dort einen Kurs, wie man selbst einen „Unverpackt“-Laden in seiner Umgebung eröffnen kann.

Ähnlich geht es in Hamburg bei Twelve Monkeys – Vegankrams in St. Pauli – eigene Töpfchen also zum Einkaufen mitnehmen! Wochenmärkte gibt es natürlich auch in Großstädten, da geht Verpackung sparen ganz leicht. Und wenn Ihr auf dem Land lebt, geht Ihr einfach gleich in den Hofladen oder macht bei der solidarischen Landwirtschaft mit, dann habt Ihr kurze Wege und einen Blick auf die Qualität.

Zum Einkaufen ein paar kostenlose Apps: Giftfrei einkaufen, Fair Fashion Finder, ToxFox, Barcoo und Skeptical Science.

Michael Otto vom Ottoversand sagte einmal: „Mir wurde klar, dass ich bei mir selbst anfangen muss“ – das ist der Grund, warum sie in seiner Firma bereits in den Siebziger Jahren die Verpackungen aus Recyclingmaterialien eingeführt haben. Und er entdeckte, dass vieles auch Geld spart. Zum Beispiel als sie die Luftfracht auf Bahn- und Seefracht umgestellt hatten oder mit eigener Energieerzeugung angefangen haben.[viii] Also, wenn Ihr eine große Firma habt, könnt Ihr auch etwas tun, damit es auf der Erde lebenswert bleibt. Auch jede kleine Firma kann sich etwas überlegen, was schützt und spart, man kann das auch mit in seine Werbung bringen. Menschen suchen ja nach guten Alternativen und werden aufmerksam.

Da kann ich doch gleich mal an die tolle Schlagzeile erinnern: „Die Post zeigt Autoherstellern den Weg“[ix]. Ein Startup (!) nämlich „Streetscooter“ in Aachen zusammen mit der Uni RWTH (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen) stellt für die Post Elektroautos her, weil die Automobilbranche nichts anbieten konnte oder wollte. So überholt die Jugend die trägen Dinosaurier, die sich nicht bewegen wollen. „StreetScooter wurde 2010 im Umfeld der RWTH Aachen aus der Idee gegründet, Elektromobilität bereits ab kleinen Stückzahlen wirtschaftlich attraktiv zu gestalten – und somit Ökonomie und Ökologie miteinander zu versöhnen.“ [x] Geht doch!

Das ist leider so, – es gibt auch große Firmen, Unternehmer, Investoren, die mit Hilfe von Bankern, Beratern und Anwälten der Allgemeinheit richtig großen Schaden zufügen. Habt Ihr von den Cum-Cum und Cum-Ex Geschäften gelesen? [xi] Steuerbetrug, der behauptete legal zu sein, brachte die deutschen Steuerzahler um 31,8 Milliarden Euro.

Also 31 Tausend mal eine Million Euro. Sogar diese kleine 0,8 nach der 31 bedeutet noch 800 Millionen Euro. Eine unvorstellbar große Menge Geld, die nun nicht mehr in Kindergärten, Straßen, Sozialleistungen, Rente etc. fließen konnten.

Warum das hier unter guten Nachrichten steht? Weil eine ganz normale Sachbearbeiterin beim Finanzamt diesem auf die Schliche kam. Es ist doch beeindruckend – und es gilt wieder die Erkenntnis: Zu jedem Unglück gibt es einen, der es hätte verhindern können – bzw. auch eine/n, der/ die es eben verhindert oder beendet hat! An dieser Stelle haben sehr viele weggeschaut, sogar wenn sie eine Mitteilung bekommen hatten, aber diese einzelne Dame hat gehandelt und danach erst kam alles ins Rollen, schließlich haben dann auch Insider ausgepackt.

Lobend muss ich bei der Gelegenheit auf meine Quellenangaben hinweisen. Die dort genannten Journalisten haben gemeinsam diesen großen Fall recherchiert und in einem langen Bericht an die Öffentlichkeit gebracht.

Ähnlich war es mit den Panama Papers. Es gibt wirklich fähige und fleißige Journalisten, die auch heiße Eisen anpacken – wie damals bei „Watergate“. Sicherlich müssen wir an dieser Stelle auch den Whistleblowern dankbar sein, die sich teilweise sehr einsam nur mit ihrem Gewissen gegen große Mächte stellen.

So, falls sich jetzt bei Euch die Frage stellt: „ Wie soll man denn bloß immer so aktiv sein? Ist das nicht Stress?“ — Hier also noch ein Tipp:

Die Ergebnisse einer Studie von 2006-2008/2010 in Australien zeigten, dass Teilnehmer, die pro Tag vier Portionen Gemüse verzehrten, einem drei bis zwölf Prozent geringeren Risiko für Stress unterlagen als diejenigen, die weniger Gemüse konsumierten. Frauen ziehen offenbar einen noch größeren gesundheitlichen Nutzen aus Obst und Gemüse als Männer. Frauen, die drei bis vier Portionen Gemüse verzehrten, hatten ein um achtzehn Prozent verringertes Stressrisiko, während es bei nur zwei Portionen immerhin noch sechzehn Prozent waren. [xii]

Damit drehe ich gewissermaßen die Kurve zu meinem Briefbeginn: Wir selbst können sofort etwas tun und wenn wir gleich heute beginnen, haben wir ganz schnell die ersten Resultate. Das Prinzip Ursache und Wirkung wirkt für uns, wenn wir uns informieren und klug und beherzt handeln.

Das gilt natürlich auch für die bevorstehende Wahl. Wir können die Uhr nicht zurück drehen und Umweltsünden ungeschehen machen. Aber wir können jetzt etwas tun. Privat, in unserem Beruf und Geschäft und bei der Wahl.

Dass wir überhaupt in einem Land leben, wo wir eine eigene Meinung haben können und frei wählen dürfen, ist ein großes Glück und wurde hart erkämpft. Wir leben immer noch in einem ziemlich freien, ziemlich wohlhabenden, ziemlich gesunden und ziemlich friedlichen Land mit wunderschönen Landstrichen. Wir haben den besten Pass der Welt „Mit unserem Reisepass lassen sich 176 Länder visafrei bereisen – mehr als mit jedem anderen Reisepass, weshalb er im 2017 erschienenen Visa Restrictions Index den Titel „bester Reisepass“ erhalten hat.“ [xiii]

Dass Frauen wählen können, ist bei uns Anfang des letzten Jahrhunderts durchgefochten worden und schon seit dem 12.11.1918 in Kraft, sodass sie 1919 zum ersten Mal auf nationaler Ebene wählen konnten.[xiv]

Das muss man doch nutzen, oder?

Und nun wissen wir nicht, was wir wählen wollen?

Es gibt eine kleine Broschüre von Greenpeace mit den dringendsten Zukunftsfragen, da sind tabellarisch Antworten der Parteien aufgeführt, wie sie dieses Thema anpacken wollen. Da gibt es teilweise ziemliche Unterschiede bei den Antworten und Ihr könnt das für Euch Interessante herausfinden. Parteien, denen es an Antworten mangelt, denen es an Lösungen fehlt, könnten uns allerdings nur schlecht regieren. Augen zu halten, leugnen oder Kopf in den Sand stecken ist ja ein sehr schlechtes Vorangehen (stelle ich mir gerade bildlich vor). Wer bei Problemen wegläuft sollte einen anderen Beruf ergreifen. Probleme sind eine Aufforderung zum Handeln.

Vielleicht bringt Euch dies Klarheit:

http://gpn.greenpeace.de/magazin/ausgabe/wahlkompass2017/

Wenn schon nach unserer Stimme gefragt wird, dann sollten wir sie bewusst einsetzen.

Aber ansonsten handeln wir gleich selbst, oder?

„Du bist tapferer als Du glaubst und stärker als Du wirkst und klüger als Du denkst“ sagt Christopher Robin in „Pu der Bär“ und damit uns allen schon zur Kinderzeit.

Mit guten Wünschen für eine segensreiche Zukunft grüße ich Euch!

Cornelia Cornels-Selke

 

Regenbogen an der Nordsee

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Quellen:

[i]http://www.spektrum.de/magazin/bodenentgiftung-mit-spezialisierten-pflanzen/824385. – Bundesministerium für Bildung und Forschung, http://www.biosicherheit.de/forschung-live/305.pappeln-bewaehrungsprobe-freiland.html . – http://paperity.org/p/4044155/aufnahme-von-chlorierten-kohlenwasserstoffen-durch-pflanzenoberflachen . – Höflich G. und Günther Th., Einfluss von Pflanzen- Rhizosphärenmikroorganismen-Assoziationen auf den Abbau von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen im Boden, 21.4.2000.

[ii] http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/ich-machs/kuerschner-fell-mode-100.html 17.09.2017, 21.41 Uhr.

[iii] Martina Greggers in Bremen.

[iv] https://celler-presse.de/2016/02/29/erstmals-ueber-5-millionen-uebernachtungen-in-den-9-staedten-in-niedersachsen/ .

[v] https://celler-presse.de/2016/07/12/tourismus-waechst-ueberproportional-lueneburger-heide-gewinnt-marktanteile-in-den-ersten-vier-monaten-des-jahres/ .

[vi] Klimasparbuch für Studierende 2016/2017. Das Heft ist voll von Information und einiges habe ich daher entnommen.

[vii] Das Haus5/2017, aktuell VII.

[viii] Die Zeit, 28.1.2016, Nr. 5.

[ix] https://www.heise.de/newsticker/meldung/Elektroauto-Streetscooter-Die-Post-zeigt-Autoherstellern-den-Weg-3302172.html ,21.9.2017, 10.07.

[x] Zitat: https://www.streetscooter.eu/unternehmen , 21.9.2017, 10.15.

[xi] Ackermann, Lutz; Becker, Benedikt; Daubenberger, Manuel; Faigle, Philip; Polke-Majewski, Karsten; Rohrbeck, Felix; Salewski, Christian; Schröm, Oliver; Die Zeit Nr 24, Wirtschaft, Der große Steuerraub, Seite 19, 8.6.2017.

[xii] Vgl: https://www.bonusan.com/deutsch/neuigkeiten/grosse-studie-obst-und-gemuese-verringern-stress/ 20.9.2017,022.16..

[xiii] Henley & Partners: Global Ranking – Visa Restriction Index 2017. Henley & Partners, 1. Januar 2017, (englisch).

[xiv] Vgl.: Schaser, Angelika, Feministische Studien 1 (2009), Zur Einführung des Frauenwahlrechts am 12. November 1918, in: S. 97–110, hier S. 102.

Hamburg meine Perle – auch nach G20

 

 

Leergefegt

Liebe Freunde

Ich war in den letzten Wochen ein wenig auf Tauchstation gegangen (deshalb keine Rundbriefe und schlechte Erreichbarkeit), am Semesterende sind immer Arbeiten zu schreiben, also zu lernen, oder noch Aufgaben zu erledigen.

Auch hatte mich das letzte Wochenende gedanklich ziemlich beschäftigt und das musste ich erst mal innerlich für mich selbst klären, bevor ich quasi einfach wieder zur Tagesordnung übergehen konnte.

Wir sind an der Uni ja genau am Rand des für die Staatspräsidenten abgeschlossenen Bezirks gewesen und waren gleichzeitig eine Straßenkreuzung vom größten Unruheherd entfernt.

Eine Stadt ohne Autosbis auf ein paar Escorten

Nachdem ich also die leergefegten Straßen erlebt habe und die durch Eskorten begleiteten Staatskarossen, den ganzen Tag Hubschrauber über mir und Martinshörner neben mir hatte und natürlich durch die Straßensperren zur U-Bahn-Station gegangen bin, an Kolonnen von Mannschaftswagen und Hunderten von Polizisten vorbei. Nachdem meine Kommilitonen, diejenigen die direkt im Brennpunkt leben, von ihren Erlebnissen in den Nächten erzählt haben, ich von und über Demonstranten Erlebnisse gehört habe und die Leute von der Polizei gesehen und gesprochen habe, habe ich erst einmal verdauen müssen.

Und ich konnte manche Kommentare von Menschen kaum mehr vertragen. — Nach solchen Erlebnissen könnten wir vielleicht erst einmal zur Ergründung ganz klassisch fragen: „Wem nützt es – cui bono est?“, um von den sich aufdrängenden Bildern hinter das Geschehnis zu blicken?

friedliche 75000friedliche 75000+

Es gab 12.000 + Demonstranten am Wochenende vorher, 75.000 + Demonstranten an den Tagen danach, die alle friedlich für eine gerechte Welt, Klimaschutz und Frieden demonstriert haben! Meine Kinder waren jeweils dabei und haben engagierte, bunte, fröhliche Bilder geschickt. Sage noch einmal einer, die Jugend interessiere sich nicht.

Es gab etliche Veranstaltungen in Hamburg, auf den Straßen, in der Uni, in den Kirchen.

Es gab Tausende von Polizisten, aus Hamburg und Umgebung, aus allen Teilen Deutschlands, aus den Niederlanden, Österreich und Dänemark zusammengerufen, die hier zum Schutz für Menschen und Umgebung sehr menschlich ihren Dienst getan haben. Diejenigen, die ich gesehen habe und gesprochen habe, waren alle im Alter meiner Kinder, hatten jeweils zwölf Stunden Dienst und die anderen 12 Stunden Bereitschaft. Sie waren erschöpft, hatten in der Hitze ihre schwere Montur zu tragen und keinen Platz zum Ausruhen, wenn sie sich kurz zurückziehen konnten (ich hatte nicht das Gefühl, dass sie gut versorgt wurden), und doch waren sie durchweg freundlich.

Es gab aggressive Demonstranten und aggressive Polizisten. Verletzendes Verhalten ist schlimm und jeweils zu ächten. Natürlich. Es schädigt die Anderen und es schädigt die Eigenen. Und es ist jeweils schädlich für die Sache.

Es gab die, ich nenne sie, Arenabesucher. Die wollten was erleben. Neben den Polizisten im Einsatz, quasi auf der Linie zum Feuer, wollten sie schnell noch ein Bild machen, nicht dokumentierend, wenn sie etwas Wichtiges sahen, sondern die Augen aufreißend im Wege stehend.

Und es gab ein paar Hundert Vermummte, von denen keiner weiß, welche politische Richtung sie haben, da sie sich ja bewusst vermummt und aus der Erkennung gezogen haben.

Wahrscheinlich sind sie mit Zügen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch Europa angereist – und sie sind, gemeinschaftlich und organisiert, kriminell vorgegangen. Ihre Gesinnung war klar erkennbar!

Ein Bekannter hat von seinem Balkon herunter gefilmt (die Filme wurden inzwischen tausendfach auf Twitter geteilt), auf ihnen erkennt man, wie zielstrebig die vermummten Gruppen durch das Wohngebiet gezogen sind, wie sie gemeinsam und geplant vorgegangen sind .

Sie wollten zerstören, plündern, verletzen. Sie haben andere Ziele als die Demonstranten, aber so eine Demo, mit vielen Menschen, wo sie schnell die Klamotten wechseln und wieder untertauchen können, ist ihnen gerade recht.

Und diese Kriminellen sollen das ganze Gute, das ganze Friedliche und auch normal Menschliche überdecken können?

Da ist der Punkt, auf den wir in uns selbst aufpassen sollten:

Wenn auch Fehler gemacht werden, wenn auch Schlimmes geschieht, in all dem sollten wir, wenn wir auch nicht immer den Überblick über die ganze Situation haben, uns davor bewahren, alles zusammen in einen Topf zu werfen und zu verurteilen. Es verschärft jeden Konflikt. Es zieht alles hinab.

Und außerdem wird damit ja auch unser Blick auf die Welt verschattet und auch unser Leben der Angst und dem Gift und der Aggressivität preisgegeben.

Damit hätten die Kriminellen Ihr Ziel erreicht. Wenn die ganze Welt sich aufregt und der normale Mensch Angst bekommt und womöglich auch noch Unschuldige für schuldig erklärt werden, wenn so richtig Zwietracht, Wut und Rage herrscht, dann ist in ihren Augen alles prima gelaufen. Haben sie solchen Erfolg, machen sie weiter.

Davor sollten wir uns in Wahrheit schützen.

Ich komme demnächst mit einem schöneren Thema –in eigener Sache.

Aber für heute wünsche ich Euch ein wirklich schönes, erholsames und friedliches Wochenende.

Eure

Cornelia Cornels-Selke

 

Eine Pfingstmontagpredigt

Liebe Freunde

Wisst Ihr noch, was zum, gerade wieder erlebten, Pfingstfest gehört?

Es ist ja eines der christlichen Hochfeste, hat also zwei Feiertage. Dennoch bedeutet es für viele Menschen nur „zwei freie Tage“. Vielleicht tut es uns aber gut, auch mit Pfingsten etwas zu verbinden, das uns stärkt und auch deutlich macht, dass wir weniger alleine sind, als wir gemeinhin annehmen. Deshalb kommt mein Rundbrief heute über dieses Thema:

Ich selbst habe gerade eine Homiletikarbeit zum Pfingstmontag geschrieben, also eine Predigtarbeit, die natürlich eine Predigt beinhaltet. Vielleicht interessiert Euch meine Predigt? Ich war Pfingsten selbst zwar unterwegs, aber meine Pfingstferien laufen noch und so ist sie doch noch soweit aktuell, dass ich sie Euch senden kann.

Sie ist für die Gemeinde der United Methodist Church in Key West geschrieben worden, – falls Ihr Euch über die Bezugsnahmen wundert. Ich habe sie aus der Homiletikarbeit herauskopiert und ich Euch außerdem voran die benutzten Bibellesungen gestellt, damit Ihr wisst, worauf ich mich beziehe.

Viel Freude damit und nachträglich noch einmal : Frohe Pfingsten!

Eure Cornelia Cornels-Selke

 

 

„ … The Hebrew Reading / Die Alttestamentliche Lesung führt ins Thema ein. – Ich wähle hier als Lesung den Text über den Turmbau zu Babel als Negativbeispiel, wie eine Gemeinde nicht aufgebaut werden sollte, Genesis 11,1-9.[1]

„ … The New Testament Reading / Die Lesung aus dem Neuen Testament  folgt. – Jetzt kommt der Predigttext: Matthäus 16,13-19, auf den ich mich danach beziehe[2] bei der  Message / Predigt. – Der Sermon, wie hier die Predigt auch genannt wird, erscheint in dieser Predigtarbeit unter 4. Predigt. …“

„ 4. Predigt

 

Liebe Gemeinde

„Gefallen, gefallen ist Babel“ (Jes. 21,9)

Wir haben eben zunächst in der Alttestamentlichen Lesung über den Turmbau zu Babel gehört, wie es misslingen wird, ein Gebäude, eine Stadt, (und wir können dies übertragen sehen) eine Gemeinde, einen Staat – oder auch nur ein einzelnes Leben zu erbauen: Man verlässt sich auf das Materielle – denn es wird irdisches Material eingesetzt –  man will das Höchste sein und haben – es steht dort, das Erbaute soll alles andere überragen, soll bis an den Himmel reichen – Gott wird nicht erwähnt, man will sich selbst ein Denkmal setzen. Zerstörung und Zerstreuung sind die Resultate.

Seit Alttestamentlichen Zeiten kennt der Mensch diese Geschichte und wird sie als Symbol für das falsche Verhalten verstanden. Und so war sie auch Thomas Jefferson bekannt, der einst, es war noch zu Zeiten der Sklaverei, gesagt hat: „I tremble for my country, when I reflect that God is just; that his justice cannot sleep forever.“[3] Wahrhaft prophetisch war diese Aussage, sollte doch knapp 100 Jahre später der amerikanische Süden nach den Sezessionskriegen (in denen es um Sklavenhaltung ging) als verbrannte Erde zurück bleiben.

Sich selbst erhöhen, andere unterdrücken ist der falsche Weg, so sagt es das Alte Testament.

Wie aber machen wir es richtig? Das ist für jeden Einzelnen von uns wichtig, wir wollen, dass unser Leben gelingt, nicht wahr? Aber auch in der großen Politik ist es damals wie heute ein aktuelles Thema.

Gerade zur Pfingstzeit bekommen wir Hoffnung. Während in Babel einer den anderen nicht mehr verstand und alles zerfiel, ist den Menschen zu Pfingsten durch das Kommen des Heiligen Geistes genau das Gegenteil geschenkt worden.

Petrus sprach und jeder verstand ihn, einer verstand den anderen und die Pfingstgemeinde konnte aufgebaut werden. Während die Geschichte des Turmbaus zu Babel ein absolutes Ende darstellt, ist Pfingsten die Geburtsstunde der christlichen Kirche. Und: Der christliche Glaube hat sich langlebig gezeigt.

Die heutige Lesung aus dem Neuen Testament erklärt uns die Hintergründe für dieses Geschenk. Lassen Sie uns die Begebenheit noch einmal ansehen: Damals erzählte man sich anscheinend so dies und das über den Menschen, der da Wunder tat und Zeichen setzte und es gab viele Gerüchte, überall hörte man etwas anderes. Die Pharisäer hatten Jesus gerade erneut herausgefordert, doch mal ein Zeichen zu geben, als seien die vielen Heilungen, die Stillung des Seesturmes, die Speisung der Viertausend, von denen vorher berichtet wurde, reine Zufallsprodukte gewesen. In Nazareth rief man ihm hinterher, „ach, das ist doch der Sohn des Zimmermanns!“ Johannes, der Täufer, hatte nachfragen lassen: „Bist Du der, den wir alle erwarten?“ Und Herodes wollte Jesus gefangen nehmen, weil er ihn für Johannes hielt.

So führt Jesus seine Jünger nun nach Cäsarea Philippi, den Quellort des Jordans, um mit ihnen gemeinsam der Wahrheit nach zu spüren. Und er fragt seine Jünger zunächst, für wen die Leute ihn hielten und bekommt als Antwort verschiedenste Möglichkeiten. Dann fragt er gezielt nach: „Ihr aber, für wen haltet Ihr mich?“.

 

Ja, liebe Gemeinde, das ist die Frage: „Für wen halten Sie, ein jeder von Ihnen, diesen Jesus?“

 

Im Satz danach wird uns eine Antwort angeboten. Der Jünger Simon Petrus gibt sie, derselbe Petrus, der, ich erwähnte es schon, später an Pfingsten die großartige Rede hält, in deren Folge sich an die 3000 Menschen taufen lassen, wodurch sich die christliche Kirche begründet, und der voller Überzeugung vieles auf sich nimmt, um die Christenheit zu stärken.

Seine Antwort lautet: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Und das ist die Quintessenz. Sollten Sie eben kurz unsicher gewesen sein, wie Sie zu der Frage Jesu stehen oder welche Antwort man geben könne, hier steht sie, sie ist uns schon gegeben. Der Evangelist, der das Matthäusevangelium geschrieben hat, macht es uns ganz deutlich, denn er gibt uns direkt auch die Reaktion von Jesus, den Christus, dazu.

„Selig bist Du!“

Und im folgenden Satz macht Jesus deutlich warum, nämlich weil sich Simon Petrus hier nicht auf seine irdischen (Fleisch und Blut) Grundlagen und Wahrnehmungen verlassen hat, sondern, dass er in diesem Moment eine höhere Erkenntnis (vom Vater in den Himmeln) hatte und ausgesprochen hat. Jesus nimmt dies in der Antwort von Petrus wahr und nimmt es zum Anlass, deutlich zu sagen: „Du bist ein Fels, Petrus…“. Und führt sogleich weiter aus „…und auf diesen Felsen werde ich bauen meine Kirche…“.

Das also ist das Rezept für einen gelingenden Aufbau: Eine Verbindung zu Gott. Keine irdischen Gaben, sondern etwas, was weit darüber hinaus geht, eine Verbindung zu Gott. Die daraus entstehende Sicherheit im Sprechen und im Handeln, das ist das nötige Fundament und, wie Jesus weiter deutlich sagt: „ … und die Tore des Totenreiches werden nicht den Sieg davontragen…“, also auch der Garant für Langlebigkeit.

So ein erleuchteter Mensch, der mit Gott verbunden ist, von dort Offenbarungen erhält und sich ihnen anvertraut, der ist die rechte Grundlage, ein Felsen. Jesus selbst hat in einem Gleichnis früher bereits deutlich gemacht, dass derjenige, der seine Worte höre und sie tue, einem gleiche, der sein Haus auf Felsen baue und hat gleichzeitig verdeutlicht, dass ein Haus auf Felsen gebaut werden müsse, damit es sicher stehe (Mt 7,24f). Diesmal aber kommt Erkenntnis von einem seiner Jünger und endlich zeigt sich, dass die Jünger, in diesem Falle Petrus, beginnen zu begreifen. Dass sie nicht mehr nur Jesus anstaunen, sondern, dass sie beginnen zu glauben und zu erfassen, dass dieser Jesus wahrhaftig der Sohn Gottes ist und welche Gabe Gott ihnen mit seinem Sohn an die Seite gestellt hat, wie lebendig Gott in ihrem Leben ist.

Ja, so einem erleuchteten Menschen kann man die Schlüssel anvertrauen. Das ist verständlich.

Jesus sagt also deutlich, dass derjenige, der seine Erkenntnisse nicht auf Irdisches begründe, sondern von seinem Vater in den Himmeln erlange, und damit zur festen Grundlage für das rechte Gelingen geworden sei, auch Anteil an seiner, Jesu, Vollmacht erhalte.

Das ist eine Zusage an uns alle!

Jeder der Jünger, jeder von uns, der Jesu Frage: „Ihr aber, für wen haltet Ihr mich?“ mit dieser Sicherheit, wie Petrus, mit innerem Glauben so beantwortet: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“, – ist selig. Ist der Fels, auf den man bauen kann, erhält die „Schlüssel zum Himmel“, kann verbindlich sprechen. Der Glaube stellt die Verbindung zu Gott her, der Glaube liefert die Erkenntnis, der Glaube liefert also die feste Grundlage für alles, sei es das eigene Leben, sei es ein Haus, sei es eine Gemeinde oder, wie hier im Text, die ganze christliche Kirche.

Nun könnten wir einwenden, Petrus, der Name sage es ja schon, heiße „Fels“ im Griechischen, der sei eben so sicher und super, der könne das, aber wir eben nicht. Wir sind halt menschlich und irdisch und schwach und unsicher und damit ganz anders.

Deshalb möchte ich Ihnen kurz noch folgende Geschichte im Neuen Testament,  nur zwei Kapitel vor unserer Textstelle, vorlesen. Sie steht bei Matthäus 14, 28-32: Die Jünger befinden sich im Boot auf dem See Genezareth in Seenot und Jesus geht über das Wasser zu ihnen, da sagt Petrus zu ihm: 28 … „Herr, bist Du es, so heiße mich zu Dir auf das Wasser kommen. 29 Er aber sprach: „Komm!“ Und Petrus stieg aus dem Schiff und wandelte auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. 30 Doch als er den Wind sah, fürchtete er sich, und da er anfing zu sinken, schrie er: „Herr, rette mich!“ 31 Alsbald aber streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: „Du Kleingläubiger, warum hast Du gezweifelt?“ 32 Und als sie ins Schiff gestiegen waren, legte sich der Wind …

Auch Petrus war nicht immer so sicher und klar, auch ihn hat diese Erkenntnis, dass Jesus der Christus sei, erst nach verschiedensten Erlebnissen, in denen er unsicher und ängstlich war, ereichen können. Und bereits drei Verse nach unserer heutigen Textstelle mit dem Petrus Bekenntnis sagt Petrus auch schon wieder komplett das Falsche, sodass Jesus ihn zurecht weisen muss. Petrus ist also nicht der Supermann, zumindest nicht so bei Matthäus dargestellt, auch er muss immer wieder nachfragen. Aber er ringt um Erkenntnis, er ruft bei Angst nach Jesus „Herr, rette mich!“ und er findet dort Sicherheit und Rettung. So wird er immer sicherer und klarer. Bis er es laut und vor anderen aussprechen kann: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Bis er später, an Pfingsten, die Geburtsstunde der christlichen Kirche sicher mittragen kann.

Liebe Gemeinde, ist uns nicht allen schon einmal etwas widerfahren, wo wir knapp, ganz knapp errettet wurden? Lassen Sie uns einmal nachdenken. Gibt es etwas in Ihrem Leben, wo Sie das sichere Gefühl haben: „Dass das damals gut gegangen ist, das grenzt eigentlich an ein Wunder.“ Ich könnte Ihnen Verschiedenstes aus meinem Leben berichten, wo wirklich, wirklich nicht ich die Rettung hatte, ich selbst war entweder völlig überfordert oder gar nicht gewahr, dass ich in Gefahr war. Aber hinterher, als irgendwie doch alles geglückt war, da musste ich mir sagen: „Dass das gut gegangen ist, da kann ich nur dankbar sein, ich selbst hätte gar nichts ausrichten können.“ Wie ist es bei Ihnen?

Und doch, auch wenn wir mehrfach solche Erlebnisse hatten, sind wir anscheinend geneigt, dies unter „Zufall“ oder „ganz großer Zufall“ zu verbuchen, abzuhaken und zu vergessen, statt – und das ist es, was wir von Petrus lernen könnten – unseren Glauben, unsere Sicherheit in Gott, in Gottes Schutz und Gottes Liebe, die Erkenntnis, dass Jesus der Christus ist, dass er unsere Verbindung zu Gott ist, wachsen zu lassen.

So bitte ich Sie alle: Denken Sie doch einmal nach, bitte, was in Ihrem persönlichen Leben trotz widriger Umstände gut gegangen ist, wo Sie gerettet wurden – und Rettung im Sturm ist hier in Key West durchaus eine reale Möglichkeit. Schreiben Sie es auf, damit es Ihnen nun als Erfahrung und Grundlage erhalten bleibt und schreiben Sie alles Neue in dieser Hinsicht dazu, Sie werden merken, Ihr Leben ist eine Aneinanderreihung dieser Ereignisse. Auch in einem schweren Leben lassen sie sich finden. Und, sollten wir mit unserer eigenen inneren Erkenntnis noch nicht ganz da angekommen sein, wo Petrus seine Antwort geben konnte, so können wir uns an seiner sicheren, festen Aussage aber anlehnen und vielleicht empor ranken.

Wir können seine Aussage als unsere Zielsetzung verstehen, denn wir wollen ja sicherer werden in unserem Leben, wir wollen ja, dass es gelingt und wir wissen nun, wie es gelingt.

Und wir werden gleichzeitig – alle miteinander – erleben, wie wir außerdem gemeinsam sicherer werden.

Diese Gemeinde, die so lebendig miteinander und füreinander betet, die hier auf Key West schon so viele Stürme miteinander überstanden hat, die immer wieder auch besondere Rettungen und Heilungen und gute Wendungen erlebt hat, kann fähig sein, mit Hilfe von Jesus Christus, die Tür zu Gott weiter auf zu machen, die restlichen Unsicherheiten über Bord zu werfen und voller Sicherheit zu vertrauen. Damit sind wir alle, unsere Gemeinde, fähig, die Stürme des Lebens, die Stürme rund um uns herum, die Stürme hier in der Gemeinde, und auch die Stürme in der Nation sicher zu überstehen.

Lassen sie uns einander in dieser Sicherheit bestärken, sodass wir gemeinsam in die Verheißung Jesu Christi hineinwachsen. Bis wir mit innerster Überzeugung die Antwort geben können, die Petrus gegeben hat: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“

Bis wir gemeinsam der Fels sind, von dem Jesus spricht, auf den Gott seine Gemeinde, seine Kirche, seine Christenheit dauerhaft bauen kann, dem er seine Himmelsschlüssel gibt und Anteil an seinem Guten gewährt.

Lassen Sie uns das alle gemeinsam erleben!

Kanzelsegen:

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Jesus Christus (Phil 4,7).

Amen.

…“

 

[1]              The Holy Bible, 1978.

[2]              The Holy Bible, 1978.

[3]              http://teachingamericanhistory.org/library/document/notes-on-the-state-of-virginia-query-xviii-manners/  16.3.2017.

Wenn ich nichts mehr weiß und kann

Liebe Freunde[i]

Wenn ein Mensch despotisch ist, drangsaliert er immer zuerst die Menschen direkt um sich herum, seine eigene Familie zum Beispiel – oder als despotischer Herrscher sein eigenes Volk.

Viele Völker wissen davon zu berichten, auch die Deutschen. Denn häufig genug ist es schon so gewesen. Um so einen Menschen herum entsteht Angst, Streit und Misstrauen, ist sein Radius größer, dann Zerstörung, Verfolgung und Krieg oder Revolution.

Schauen wir in die Geschichte, so haben die Despoten, wenn sie erst einmal ein bisschen Macht über ihre nähere Umgebung hatten, jedes Mittel angewandt, um sie auszuweiten und eben nicht nur die Nachbarn über den Gartenzaun angegriffen, oder ihre Geschäfts-„partner“ sondern, wenn sie sich bereits nach oben durchgeschlagen hatten, auch benachbarte Länder.

Weil sie nur ihre eigene Meinung achten, gibt es von ihnen immer das Bestreben anderen das Wort zu verbieten, bzw. wenn sie in höheren Etagen agieren, schnellstmöglich die Zeitungen unter Kontrolle zu kriegen.[i] Sie stellen sich selbst als Saubermänner dar und verfolgen kritische Berichterstatter.[ii] „Fake News“ können sie einfach selbst herstellen.[iii] Sie mögen krank sein, dumm sind sie nicht.

Warum haben solche Menschen Macht? Weil sie nicht davor zurück scheuen, andere mit Gewalt zu zwingen und zu beugen und weil andere Menschen aus Angst vor dieser Gewalt flüchten, statt sich dagegen zu stellen oder aus Angst, sie könnten das nächste Opfer sein, beim brutalen Vorgehen sogar mitmachen, oder auch, weil sie den Despoten für ihre Ziele gebrauchen können, ihn gezielt fördern und aufstacheln. Es gibt auch die „Wegseher“ und die, die aus Freude an Gewalt mitmachen, sogar ungefragt mitmachen. Schon in der Schule, wenn gemobbt wird, erkennen wir diese Reaktionen in der Umgebung eines Aggressors. Passend dazu schrieb David Grossman in seinem Buch „Das Zickzackkind“: „Großmäuler haben immer viele Freunde“.

Egal, wie solche Despoten hochkommen, immer aber braucht es diese „Anderen“, die dem Despoten die Macht übertragen. Immer gibt es einen Klüngel, der von dem Machthunger des Herrschers profitiert. Durch diese Nutznießer ist das Schlimme erst möglich.

Es ist sehr schwer, sich als Einzelner demgegenüber gerade zu machen. Wir benötigen an dieser Stelle wirklich die Rechtsstaatlichkeit, die sich der Gewalt entgegen stellt. Das gilt im privaten Leben genauso wie im öffentlichen.

Genau deshalb aber wird sich ein Despot, wenn er etwas Macht erlangt hat, mit als erstes darum bemühen, die Gesetze zu ändern und sei es auf dem Wege, Ausnahmezustände herzustellen, damit er ein Ausnahmerecht genießen und natürlich nutzen kann.

Es schrieb ein Journalist[iv]: „Wenn man morgens gegen fünf von Geräuschen geweckt wird und an nichts anderes denkt, als an den Zeitungsboten, dann lebt man in einer Demokratie“. Aber, wenn es danach an der Tür klingele und laute Stimmen Einlass forderten, dann sei man in einem diktatorischen Land und jetzt gerade in Lebensgefahr.

Ja, in der Gegenwart gibt es diesen Menschentypus auch noch… Wir haben ihn gleich ein paar Mal in der gegenwärtigen Welt auch auf Machtpositionen.

In den Kriegen, die sie überall anzetteln, geraten die friedlichen Menschen zwischen die Fronten.[v] [vi]

Und so brauchten wir in der vergangenen Karwoche nicht lange zu suchen, wer das Kreuz Jesu Christi heutzutage trägt. Es sind die Menschen, die in ihrer Heimat, in ihrem eigenen Zuhause, in ihrem eigenen Land entrechtet, verleumdet, verfolgt, gequält, zerbrochen und getötet werden.[vii] Und sie werden mehrfach gequält und missbraucht: Sie müssen ihr Leben und das ihrer Kinder zu retten, sie hoffen dies zu schaffen, indem sie ihre Heimat verlassen. Fast alle Habe verlieren sie dabei. Auf der Flucht machen sie allerschlimmste Erfahrungen, mit Schleppern, mit kaputten Booten, als Sklaven in fremden Ländern, durch die sie hindurch müssen. Mit Hunger und Durst und, häufig durch die Umstände von ihrer Familie getrennt, stehen sie hilflos da und werden noch in diesem Zustand mit modernsten Waffen niedergeschossen. Krankenhäuser werden gezielt zerstört,[viii] Ärzte verfolgt, damit den Menschen auf der Flucht auch die letzte Rettung genommen ist.[ix] Meiner Meinung nach findet hier ein Genozid statt.[x]

Sie leiden außerdem gleichzeitig unter den anderen Despoten dieser Welt, die diese Flüchtenden sofort ebenfalls missbrauchen. Denn diese anderen Despoten möchten gerne mit ihnen, den Heimatlosen und Beschossenen, ihr Image aufpolieren. Dazu lässt man weitere Bomben auf das zerbombte Land fallen und sagt, man habe die Menschen „rächen“ wollen.[xi] – Und man macht gleichzeitig die eigenen Grenzen gegen diese Flüchtenden dicht.[xii] – Soviel Kalkül, so viel Zynismus.

Die getöteten Menschen werden außerdem für einen schmutzigen Wahlkampf missbraucht: Ich werfe den Zeitungen, die dieses Kalkül (die Imagekampagne auf Kosten der Flüchtenden) nicht durchschauen wollen, sondern diese Bomben loben[xiii], Wahlkampfstrategien vor. (Erinnert Ihr Euch? Vor ca. einem Jahr wurde bereits von immer mehr Zeitungen mit dem Wort „Krieg“ als Schlagzeile gearbeitet, weil dies anscheinend beste Verkaufszahlen bot. Kaum hat dies etwas nachgelassen, steht mit der nächsten Wahl die nächste Schlammschlacht bevor. „Nur wer kämpft, hat unsere Stimmen verdient, wir müssen „rächen“, etc, etc.“)

Ich nenne dies „missbrauchen“, denn es kümmert keinen wirklich, wie es den Menschen geht, sondern man benutzt die Opfer für Ziele, die das Gegenteil von humanitär sind.

Und ein anderer Despot „handelt“ mit den Flüchtlingen. Er benutzt sie als Druckmittel in Verträgen, die er zu seinen Gunsten aushandeln will. Panzer für ihn, um nun seinerseits Menschen verstärkt zu verfolgen.[xiv]

Wenn die Überlebenden endlich in einem Land ankommen, wo mit Rechtsstaatlichkeit gerechnet werden sollte, werden sie in ihrer Unterkunft mit Molotow Cocktails „begrüßt“.

Die Kinder trifft es am allermeisten.[xv]

Schon solange tragen sie alle dieses Kreuz. Wer hilft ihnen?

Wir können in Syrien sehen, wohin die Reise führt, wenn man einen Despoten und seinen Klüngel an die Macht lässt. Menschen aus anderen Ländern mit Despoten können hier ihre Zukunft betrachten. 11 Millionen Menschen aus Syrien sind auf der Flucht. Lernen wir etwas daraus?[xvi]

Ist Rache der richtige Weg?

Wenn nicht, wie hilft man denn richtig?

Die Ärzte und humanitären Helfer könnten es uns wohl eher sagen als Regierungschefs: Sie benötigen Treibstoff, damit treiben sie Generatoren in den Krankenhäusern an, so haben sie z.B. Licht. Sie brauchen Betäubungsmittel, um operieren zu können. Hier gäbe es eine lange Liste und viel Gutes zu tun. Die Helfer und Retter sind selbst ebenfalls schon ganz zerstört. Auch sie müssen wieder gestärkt werden. Humanitäre Hilfe benötigen die Menschen dort also.

Das ist in jeder Hinsicht günstiger, als weitere Waffen zu senden. Sicherlich kann Europa zumindest dies schicken?

Humanität brauchen die Menschen, dort, auf der Flucht und auch die Ankommenden hier (und ich habe dies alles, so politisch es manchmal klingen mag, deshalb auch rein aus humanitärer Sicht geschrieben).

Wir selbst haben derweil wieder Ostern gefeiert und uns insofern, zumindest theoretisch, vorher mit all Möglichem, schließlich dem Tod am Kreuz, aber auch der Wiederauferstehung auseinander gesetzt. Wer nicht nur Ostereier sucht, sondern das Fest innerlich mitmacht, der ist vielleicht sensibilisiert, aber doch irgendwie getröstet und kommt auf andere Gedanken, als auf Rache, Vergeltung und neuerliche Gewaltakte und fragt sich eventuell:

Derjenige, den man damals ans Kreuz geschlagen hatte, hatte der Rache gefordert? Hatte der gewollt, dass jetzt alle kämpfen? Oder hatte er etwa vorher gekämpft und war deshalb so hart bestraft worden?

Liebe, Vertrauen, Versöhnung, Vergebung waren stattdessen seine Botschaft. Und so entstand Heilung.

Und das würde sie sicherlich weiterhin, wenn wir diesen Weg gehen würden. Würden Kinder so aufwachsen und dies gelehrt bekommen, gäbe es sicherlich weniger Despoten und mehr Frieden. Wenn es Frieden gäbe (inneren und äußeren), dann könnte man auch alle Menschen dieser Erde ernähren.

Ich habe das jetzt in vier Sätzen aufgeschrieben, aber das ist trotzdem keine schnelle Lösung.

Es ist nicht so leicht zu lieben oder zu vertrauen, erst recht nicht zu vergeben oder sich zu versöhnen. Und es müsste dauerhaft durchgeführt werden, damit es dauerhaft wirkt. Also müsste es von Generation zu Generation weitergereicht werden. Wir müssten uns wirklich um jedes Kind liebevoll kümmern, damit jeder Mensch seelisch gut gedeihen kann (ALLE Eltern würden gebraucht, oder sonst jede Menge Kümmerer[xvii]).

Es ist ein hohes Ziel.

Ich weiß nicht, ob wir Menschen das schaffen. Ich weiß nicht, ob wir Menschen das alleine schaffen. Ich weiß nicht, ob wir überhaupt etwas alleine schaffen.

Und dann weltweiten Frieden dauerhaft erreichen – ein so hohes Ziel – da kann ich gleich sagen, dass ich das alleine nicht schaffe und auch mit vielen Menschen zusammen wird es immer noch fast unlösbar sein.

Und genau an dieser Stelle möchte ich einmal kurz über etwas ganz anderes nachdenken:

Viele von uns wurden so erzogen, alles zu schaffen, möglichst vieles allein zu machen und gleichzeitig auch schnell zu machen, perfekt zu machen, sofort zu machen und uns bei allem richtig anzustrengen.

Aber immer wieder habe ich persönlich Situationen erlebt, da konnte ich wirklich gar nichts ausrichten. Schon gar nicht schnell oder perfekt und wenn ich mich noch so sehr anstrengte. Ich war überfordert, und das waren kleinere Aufgaben als „Weltweiter Frieden“.

Und als ich merkte, ich kann das gar nicht, wirklich, keine Chance, – dann, ja dann war ich manchmal soweit, auch wenn ich keine Idee hatte, wie hier überhaupt Hilfe kommen könnte, mich für Hilfe zu öffnen. Und das Einzige, was mich fähig machte, mich überhaupt für andere Lösungen zu öffnen, die ich mir nicht einmal vorstellen konnte, war Glaube.

Der Glaube, dass ich nicht alle Weisheit besitze, aber dass es diese Weisheit gibt. Dass es da, wo ich nicht retten kann, es dennoch Rettung gibt. Dass es da, wo ich schon überanstrengt bin, es dennoch eine leichte Lösung gibt. Der Glaube, dass, obwohl ich vielleicht nichts davon erkennen kann, es dennoch das Gute gibt. Jedes Mal also, wenn ich wusste, dass ich nichts mehr wusste, war ich dem Glauben am nächsten.

Und mit diesem Glauben und dem Öffnen für Möglichkeiten, für Gutes, jenseits meiner eigenen Wahrnehmung und Möglichkeiten waren (ich muss jetzt mal überlegen, aber ja, eigentlich immer) wie durch einen Zauber „plötzlich“ Lösungen vorhanden. Die, das gebe ich zu, meist ganz anders aussahen, als ich gedacht hatte, aber den Knoten wirklich „gelöst“ haben. Frieden ist das Gegenteil von Anstrengung.

Ja, das klingt naiv. Aber wer es schon einmal erlebt hat, der traut sich immer mal öfter, so naiv zu sein. Sprich: Die Tür zu öffnen, statt es alleine tun zu wollen.

Also zurück zum Ausgangsthema, den Despoten und den Kreuztragenden – und auch der Auferstehung:

Ich bitte uns herzlich: Lasst uns tief in uns diese Tür für das Gute öffnen. Lasst uns glauben, dass es das Gute gibt und uns dafür öffnen.

Vielleicht fällt uns dadurch ganz plötzlich ein, wie auch wir selbst etwas tun können, um dieses Gute zu bewirken, zu erlangen, zu verschenken. Ganz bestimmt aber machen wir damit den Weg frei für Lösungen, auch sehr große Lösungen. Je mehr wir sind, umso leichter. Und wir sind eine ganze Menge Menschen, die sich um Gutes bemühen.

So traf ich vor einiger Zeit ein paar junge Erwachsene, sie begegneten mir einfach in Bussen oder in der Bahn und wir kamen ins Gespräch. Sie hatten, trotz unterschiedlichster Herkunft, sehr ähnliche Ansichten. Da war eine junge Frau, Dina aus Chicago[xviii], 27 Jahre alt, ich erzählte ihr die Geschichte vom „100sten Affen“ [xix], um ihr zu sagen, wenn eine gewisse Anzahl Menschen etwas erkannt hat, wissen es mit diesen plötzlich alle Menschen. „Ah ja“, sagte sie „so eine Art Critical Mass,“ und ging gleich weiter: „wenn Du mich fragst, dann müssen sich nur ein paar Menschen verändern: Er hier (und sie nickte in Richtung Amerika), und dann unser Erdogan, Kim Jong Un…“ Ich erzählte das wiederum anderen und die nannten auch noch Putin.

Oder ein junger Mann aus Mailand, 23, der meinte: „Mal sehen, wie sich das in den USA nun entwickelt… ich würde mir sonst wünschen dort etwas zu tun.“ Genauso sprechen die Studenten, die ich kenne, oder meine Kinder. Sie alle wissen genau, dass es weiter geht auf Erden, wenn man aufhört, den Aggressoren die Macht zu geben. Wenn man mit sich selbst und der Umgebung in Frieden lebt. Und dass es eigentlich wenig Aggressoren gibt und viele friedliche Menschen. Sie selbst sind mir ein Beweis dafür. Es bringt Freude, mit ihnen zu reden und macht mir weitere Hoffnung.

Der 100ste Affe ist bestimmt bald erreicht. Und ich glaube, wenn viele von uns jetzt beginnen, die Tür für höhere Möglichkeiten zu öffnen, dann ergeben sich ungeahnte Lösungen.

Und ich meine wirklich auch im Großen:

Alle DDR Bürger haben es ja erlebt – nach Jahren der Unterdrückung, Meinungsdiktatur und Angst – die gewaltfreie Öffnung der Grenzen, die Auflösung der DDR ohne weiteren Kampf und Blutverlust.

Das vor Augen habe ich Hoffnung und weiterhin Glauben, im Kleinen wie im Großen.

Ich hoffe, ich kann Euch anstecken, trotz dieser so populären Gewalt, Frieden zu bringen, indem Ihr glaubt und liebt und vertraut und vergebt.

Vielen Dank an Euch dafür!

Cornelia Cornels-Selke

 

[i] Anmerkung: Fast hätte ich den Brief mit folgendem Zitat begonnen: „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“ Abraham Lincoln. Aber Abraham Lincoln wurde ermordet. Es kam mir ein eigener Gedanke dazu: „Erkenne den Charakter eines Menschen, und überlege gut, ob Du ihm Macht gibst.“ Und ich fand auch: „Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt.“ Jimi Hendrix, Aber Jimi Hendrix hat sich selbst umgebracht. Deshalb ohne Zitat am Anfang. Zitate-online.de, 21.4.2017, 15:10.

[i] Anmerkung: Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner, ist zum Beispiel der Besitzer des „New York Observer“.

[ii]Vgl.: Anschaulich die lange Liste der inhaftierten Journalisten: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-03/pressefreiheit-tuerkei-inhaftierte-journalisten-deniz-yuecel-freedeniz ,19.04.2017, 18:55.

[iii] Anm.: Lenzen, Dieter, Univ-Prof. Dr., Präsident der Universität Hamburg schreibt im Brief an seine Studenten am 19.4.2017: Zitat: „…Science Marches sind eine Reaktion auf eine Tendenz, die auch ich mit Besorgnis registriere: Gezielte Fehlinformationen und populistische Umdeutungen treten immer häufiger an die Stelle empirischer Gewissheiten und konsensueller Wahrheiten, einhergehend mit einer Verweigerungshaltung gegenüber auch universitärer Forschungsergebnisse. Wir alle sind demnach direkt betroffen. Und es ist unsere Aufgabe, als eine der Aufklärung verpflichtete Bildungsinstitution, dem entschieden entgegenzutreten…“

[iv] Diese Sätze fand ich in „Die Zeit“, vor ein paar Monaten war es schon und ich erinnere mich nicht mehr an den Autor. Ich will es ihm nicht in den Mund legen, aber ich glaube, es war Deniz Yücel, der damals als deutscher Türkei-Korrespondent gerade nicht anwesend war, als seine Wohnung in der Türkei durchsucht wurde. Nun aber ist er doch in der Türkei inhaftiert seit 14.2.2017, weil er kritische Reportagen geschrieben hat. Es wird ihm deshalb Terrorismus vorgeworfen.

[v] Vgl.: http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2014_10_01_weltkirchenrat_stellungnahme_is.html ,18.4.2017, 08:55.

[vi] Zur weiteren Information ein offener Brief von 120 Imamen an den selbsternannten „islamischen Staat“: http://madrasah.de/leseecke/islam-allgemein/offener-brief-al-baghdadi-und-isis ,18.4.2017,08:53.

[vii]Vgl.:https://donate.amnestyusa.org/ea-action/action?other_amount=&ea.client.id=1839&ea.campaign.id=57868&ac=W1704EDSWHR1&ea.url.id=899819 16.04.2017.

[viii] Vgl.: http://www.taz.de/Bericht-von-Aerzte-ohne-Grenzen/!5346735/ 18.4.2017,09:38.

[ix]Vgl.: https://www.change.org/p/join-me-in-standing-with-one-of-the-last-doctors-in-aleppo-call-world-leaders-to-act-now-to-savealeppo?utm_medium=email&utm_source=notification&utm_campaign=petition_signer_receipt_b&share_context=signature_receipt&recruiter=7146754 16.4.2017.

[x] Vgl.: http://www.taz.de/Luftangriffe-auf-Aleppo/!5343216/ ,18.04.2017, 09:35.

[xi] Vgl.: http://ueberhauptgarnix.blogspot.de/2017/03/donald-trump-45-prasident-der-usa.html?q=White+Helmets ,16.04.2017, 23:10.

[xii] Vgl.: https://m.dailykos.com/campaigns/forms/sign-if-you-agree-allow-syrian-refugees-into-the-united-states?detail=action&link_id=0&can_id=abc5aa92301109a482b8b7c4ace43aaf&source=email-sign-if-you-agree-allow-syrian-refugees-into-the-united-states&email_referrer=sign-if-you-agree-allow-syrian-refugees-into-the-united-states___195376&email_subject=syrian-refugees-denied-entry

[xiii] Bild Zeitung, „Trump rächt Syriens vergaste Kinder“, Schlagzeile, 9. April 2017.

[xiv] Vgl.: https://www.campact.de/panzerfabrik/appell/teilnehmen/ 16.04.2017, 17:08.

[xv] Anmerkung: Ich empfehle noch einmal das Buch „Sommer unter schwarzen Flügeln“ von Peer Martin, Oettinger Verlag.

[xvi] Vgl.: http://www.berliner-zeitung.de/politik/praesidialsystem-in-der-tuerkei-so-viel-macht-hat-erdogan-nach-der-verfassungsreform-26269556

[xvii] Süddeutsche Zeitung, Titelseite, Das Eltern-Gen, 20.4.2017.

[xviii] Name geändert.

[xix] Hier findet Ihr die Geschichte: https://de.wikipedia.org/wiki/Hundertster_Affe ,19.04.2017. 20:14.

Performative Sprache

וַיֹּ֥אמֶר אֱלֹהִ֖ים יְהִ֣י אֹ֑ור וַֽיְהִי־אֹֽור׃

Gen.1,3

Ich wünsche sehr, dass Ihr es schön hattet an Weihnachten und dass Ihr wirklich abschalten, bzw. Euch selbst und Euer inneres Leuchten einschalten konntet. Dass Ihr die Zeit, den Rahmen, die Muße – also die innere Stimmung – dazu hattet. Ja, hoffentlich habt Ihr das noch.

Ich selbst schreibe sehr gerne genau dann einen Rundbrief, wenn ich gerade richtig tief in all die guten Gedanken eingetaucht bin,  also gerne am II.Weihnachtstag. Doch diesmal ging es leider nicht. Ich habe mir in diesem Moment nämlich selbst meine Brille zerbrochen. So verpasst man sich selbst wohl noch etwas mehr Ruhe.

Nun aber will ich doch noch einmal schreiben, bzw. erst einmal etwas dazu fragen: Wisst Ihr, was performative Sprache ist?

Das sind die Worte, die – gleichzeitig mit einer Handlung – diese Handlung benennen und sie wahr und gültig machen.

Wenn ein Richter zum Beispiel ein Urteil fällt, dann wird es nicht nur genannt, es ist auch gültig.  „Ich verkünde folgendes Urteil …“ Und er sagt auch, in wessen Auftrag er handelt bzw. spricht. „Im Namen des Volkes“, so sagt er vor der Verkündung.

Genauso gilt es in der Kirche: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ so spricht der Pastor / die Pastorin vor der Verkündigung und erklärt damit für gültig.  „Ich erkläre Euch zu Mann und Frau“, „Ich taufe Dich …“, „Seid gesegnet“.

Und mit diesen performativen Worten ist es auch so!

Es gibt zwischen den Kirchen Unterschiede, dennoch gilt diese performative Sprache für uns alle. Wir können sie nutzen und unser Leben – kraft des gesprochenen Wortes – aufstellen, verändern, verbessern.

Schon wenn wir jemandem schreiben und unter den Brief setzen: „Ich bedanke mich“ oder „Ich wünsche Dir Glück“ oder auch „Ich vergebe Dir“, dann schreiben wir es nicht nur. Mit diesen Worten geschieht es auch so.

Ebenso ist es im Gebet. In dem Moment, indem wir sprechen, geschieht etwas – mit uns und um uns herum. Wer häufiger betet, hat das bestimmt schon mehrfach erlebt, dass er sich danach vollkommen anders – besser – fühlt, denn die Wirkung tritt sofort ein.

Wisst Ihr davon?

Nutzt Ihr das?

Es gibt Menschen, die immerfort „den Teufel an die Wand malen“, sprich, sich das Allerschlimmste ausmalen und schon darüber klagen.

Vielleicht gibt es durch die performative Sprache aber doch die bessere Methode, sich stattdessen das Gute zu wünschen, das Gute auszumalen, das Gute zu erbitten, nur das Gute für wahr und gültig zu erklären – damit es so ist. Und dann gleich dementsprechend zu handeln.

Lasst uns das mal tun im nächsten Jahr.

Zum Beispiel morgens könnten wir den Tag für „in jeder Hinsicht gut und gelungen“ erklären. Das hilft, dem Tag eine Chance zu geben und den Blick in diese Richtung zu lenken. Das Gute kann leichter geschehen und wir können es leichter entdecken, – so erreicht es uns schließlich.

Und das wünsche ich uns allen: Dass wir Gutes erleben – und das wir Gutes mitbringen – wo immer wir auch hingehen.

Es soll ein wundervolles Jahr 2017 werden, Tag für Tag für jeden von uns und unsere ganze Umgebung und da, wo wir nicht hinkommen können, da auch!

Ich wünsche Euch alles Gute!

Eure Cornelia Cornels-Selke

Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος, καὶ ὁ λόγος ἦν πρὸς τὸν θεόν, καὶ θεὸς ἦν ὁ λόγος.

Joh.1,1

 

PS:  „Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her
immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der
Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall
ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität,  die auf

seiner Seite ist.“

J.W.Goethe

Auf die Gesundheit

 

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Liebe Freunde

 

Ihr habt gelesen, dass ich eine Petition gestartet habe und Euch um Mithilfe bitte. Das mache ich nicht alle naselang. Sondern es ist bisher erst die Zweite, die ich persönlich aufgesetzt habe. Und, so politisch wie sie wirken mag, sie ist unserer Gesundheit gewidmet.  Deshalb kommt sie in diesem neuen Gesundheitsbrief noch einmal als Bitte: https://secure.avaaz.org/en/petition/Niedersachsischer_Landtag_und_Bund_Schutzt_uns_vor_giftigen_Stoffen_wie_Gulle_Dunger_und_Bioziden/?aptatlb = der Link dorthin.

 

Ihr erinnert Euch vielleicht bei dem letzten Rundbrief mit Thema Gesundheit, dass ich Euch zu einem Symposium eingeladen hatte: „Die Wahrheit über Krebs“, welches online mitgeschaut werden konnte.

Es waren viele relevante Themen darunter (ich fühlte mich sehr stark erinnert an meine Lehrer Prof. Dr. mult. F. plog und seine Frau Dr. M.-F. Antoine-Plog, die mir das alles beigebracht hatten) und auch manches, was ich noch nicht genug im Blick hatte. Etwas, was sehr klar und besonders hervorgehoben wurde, war das Thema Bodenvergiftung durch Gülle, künstliche Dünger und Biozide. Es wurde sehr klar davon abgeraten, ehemaliges Ackerland zu kaufen, da dieses fast grundsätzlich über Jahrzehnte systematisch verseucht worden ist. Auf alle Fälle wurde es empfohlen, vor einem Grundstückskauf Bodenproben nehmen zu lassen, weil fast alle in der Landwirtschaft eingesetzten Mittel grundsätzlich als Wassergefährdende Stoffe gelten. Diese Stoffe sind hoch cancerogen und leider passt dazu, dass ich selbst eine Straße an einem Acker kenne, an der sieben Häuser liegen und es fünf Fälle von Krebs dort gibt. Die Anrainer berichten, z.B. dass die Kartoffeln in diesem Jahr während der Reifezeit siebenmal mit Pestiziden behandelt wurden (wahrscheinlich noch häufiger, doch diese sieben Male sind sie Zeuge davon geworden). Das passte empfindlich zu den Berichten aus dem Vortrag. Ich bin also sehr hellhörig geworden.

 

Wird’s zuviel? Denkt Ihr auch manchmal, das will man gar nicht mehr hören und eigentlich aufhören zu lesen.

Natürlich will ich Euch nicht überfordern! Aber es gibt ja Dinge, die müssen geändert werden und die können wir auch ändern. Es gibt zum Beispiel eine gute Nachricht dazu: Das Dorf Mals in Südtirol hat sich per Bürgerentscheid zur pestizidfreien Gemeinde erklärt. Ich bin sicher, das freut nicht nur das Dorf, sondern auch seine Besucher und sorgt deshalb auch für gute Einnahmen und hoffentlich für Nachahmer. Es ist ein wirklich guter Gegenentwurf!

Ihr wisst, dass ich gerne schaue, wie und wo wir etwas tun können und es auch sinnvoll ist. Auch ich mache nicht alles. Ich mache manchmal bei Petitionen mit. Und so habe ich natürlich auch etwas gegen Glyphosat unterschrieben. Aber, es macht doch eigentlich mehr Sinn, die Erde, den Boden und das Grundwasser grundsätzlich vor Gift zu schützen (egal wie das Zeug heißt). Nur gegen Glyphosat zu sein, versperrt den Weg noch viel zu wenig für all die anderen Gifte.

So ist diese Petition also entstanden. Es haben auch spontan einige unterschrieben (Vielen, vielen Dank an Euch!!), doch glaube ich, dass mehr als 45 Menschen gesundes Wasser trinken wollen, oder? Ich bitte Euch also herzlich diese Petition noch schnell zu unterschreiben und sie auch zu teilen und weiter zuleiten.  Ich habe mit Niedersachsen angefangen, weil dort die Belastung z.B. durch Nitrat im Grundwasser bereits sehr hoch ist, sehr viel höher zum Beispiel als in Bayern. Aber der nächste Schritt soll natürlich weiter gehen.

Eine Petition kann man nur mit vielen gewinnen! Ich bitte um Eure Mithilfe für unsere aller Gesundheit. Hier ist deshalb noch einmal der Link dafür:

https://secure.avaaz.org/en/petition/Niedersachsischer_Landtag_und_Bund_Schutzt_uns_vor_giftigen_Stoffen_wie_Gulle_Dunger_und_Bioziden/?aptatlb

 

So, –  dieses Petitionsthema ist ja sozusagen nur nebenbei entstanden. Grundsätzlich geht es mir in diesem Rundbrief wieder um Gesundheit, denn der letzte zu diesem Punkt war, so voll er auch war, natürlich nicht vollständig. (Wird er auch diesmal nicht).

 

Ich hatte zum Beispiel für zwei Patienten von mir geforscht, was man naturheilkundlich für ihre Gelenke tun könnte (viele Tausend Menschen sterben ja pro Jahr an den Folgen von Rheumamitteln –  wie Ihr am Alter der Quellen seht, weiß man das schon lange -, so etwas will ich also vermeiden [2],[3],[4]). Und ich habe etwas gefunden, was eigentlich aus der Chinesischen Medizin kommt.[5] So habe ich bei einigen der hier in Deutschland befindlichen Apotheken für dieses Fachgebiet nachgefragt. Ich suchte die Dreiflügelfrucht, bzw. Lei Gong Teng bzw. Thundergodvine. Bei einer Studie hat der Extrakt dieser Pflanze besser abgeschnitten als die wirksamsten Rheumamittel. Die Pflanze hilft dem Körper Entzündungen los zu werden. Es war eine chinesische Studie, die hier in Deutschland kritisiert und damit ziemlich ignoriert wurde.

Ich fand das Mittel dann bei einem Laden in Übersee und wie das Schicksal so spielte, hat mir ein liebes Wesen das Mittel dort besorgen können und zugeschickt. Ich hatte es also für meine Patienten erlangen können!

Was beeindruckend ist: Ich berichtete in meinem Rundbrief „Geht ganz leicht“ vom Leptin, wie es wirkt und dass es im Kopf behindert wird und wir dadurch immer weiter futtern, auch wenn wir keinen Appetit mehr haben. Thundergodvine nun ist eine Pflanze, die diese Behinderung wieder aufheben kann. Sie hat also einen größeren Effekt. Sie wirkt nicht nur in den Gelenken gegen Entzündungen – häufig eine Folge unserer zivilisatorischen Kost – sondern auch gegen Entzündungen der Gliazellen, die im Gehirn u.a. für den Transport zuständig sind und genauso wie Insulin das Leptin nicht ins Gehirn zu den Leptinrezeptoren durchlassen, wenn sie entzündet sind. [6]

Vielleicht hilft auch Euch dieser Fund?

 

Und in diesem Zusammenhang ist auch Folgendes interessant: Ich hatte Euch geschrieben, dass Kokosöl (allerdings nur in seiner nativen Form) die Mitochondrien direkt versorgt und auch kurz gesagt, dass die Mitochondrien die Kraftwerke in unseren Zellen sind und für die gesamte Zellleistung sorgen (auch im Gehirn übrigens) und deshalb mit unserer Lebenskraft und Lebensfreude zu tun haben. Vitamin A – ein fettlösliches Vitamin, welches nur mit Fett aufgenommen werden kann (in Magermilch also kaum enthalten ist)  ist wichtig für den Aufbau von Retinsäure, einem Hormonähnlichen Stoff im Körper. Der wiederum ist wichtig für den Muskelaufbau und wirkt gegen Fettleibigkeit und steigert ebenfalls die Mitochondrienanzahl, verbessert also den Stoffwechsel und außerdem beugt er gegen Krebs vor.[7] Auch dies ist wieder ein guter Beweis dafür, dass wir unsere Nahrung unverändert lassen sollten (Milch zum Beispiel in der Vollfettstufe trinken), weil sie uns nur dann wirklich dient. Dass also auch Fett nicht fett macht, sondern unsere falsche (nämlich künstlich veränderte) Nahrung. Vitamin A ist zum Beispiel in Karotten enthalten, übrigens viel weniger, wenn die Karotten geschält sind. Also auch die Karotten schön natürlich lassen, sie sind dann wirklich wertvoller.

[8]Im Zusammenhang mit Fettsucht, Insulin und auch der dazu gehörigen Fettleber werden wir demnächst sicherlich auch mehr über GLP1 hören, einem Darmhormon, welches bei falscher Ernährung zu wenig ausgeschüttet wird.

 

Ihr lest bei mir ja immer wieder, dass unsere Ernährung möglichst, möglichst unverändert sein sollte. Dennoch rutscht man sehr schnell in die moderne  Ernährung hinein und damit auf eine Schiene, die uns kaum wieder loslässt. Es sind darin so viele Stoffe enthalten, die dafür sorgen, dass wir mehr und mehr davon essen (Geschmacksverstärker etc.). Dennoch ist gute Nahrung immer noch der einfachste Weg gesund zu bleiben.

Wollen wir vielleicht all das, was ich hier an Theorie aufgeschrieben habe, mal praktisch durchführen? Wollen wir im neuen Jahr mal wieder fort von Zucker und Konsorten und wieder zu einer lebendigen Nahrung finden? Ab Donnerstag den 5. Januar geht’s los und wir können per Internet miteinander Kontakt halten und einander stärken. Meldet Euch doch mal, wenn Ihr Euch davon angesprochen fühlt, bitte.

 

Es gibt so vieles auf Gottes weiter Welt, was uns dienlich ist. Es ist für alles gesorgt, wir können Hilfen finden, teils sind sie schon sehr lange bekannt – und irgendwann stoßen wir auch auf sie.

Wenn ich zum Beispiel an die Geschenke der heiligen drei Könige denke: Myrrhe, Weihrauch und Kurkuma (das „Gold“) sind gerade erneut entdeckt und auch ihre wundervollen Wirkungen – passend zur Weihnachtszeit, denn dort spielen sie ja ihre schönste Rolle – . Sie bringen Entzündungen im Körper (ich sprach schon von unserer Zivilisatorischen Kost) zur Ruhe und können damit sehr vielen Krankheiten vorbeugen bzw. bei der Heilung unterstützen.[9]

 

Vielfach benötigt man überhaupt keine Heilmittel, besonders Stressbedingten Krankheiten – und das sind sehr, sehr viele – kann man mit Stofffreien Therapien wirklich gut begegnen.

Ihr müsst wissen, dass der Mensch, wenn er im Überstress ist, insbesondere, wenn dieser überhand nimmt, sich also mit Angst und Sorgen vermischt, die wiederum Stress erzeugen,  nur wenige Möglichkeiten hat. Die zuviel ausgeschütteten Adrenalin- und Noradrenalinmengen erzeugen genau drei mögliche Zustände: Flucht, Kampf oder Starre.

Wir befinden uns im Zustand des Steinzeitmenschen oder des Tieres in bedrohlicher Situation.

Können wir dann noch Ideen entwickeln, die uns in dieser Situation helfen? Natürlich nicht. Diese kommen uns nur, wenn wir in Ruhe sind, wenn wir gelassen, entspannt und offen (auch für Ideen) sind. Wenn wir Zugang zu unseren höheren Möglichkeiten haben. Panik ist nicht hilfreich!

Deshalb empfehle ich Patienten mit sehr großen Schockerlebnissen EMDR, Eye Movement Desensitization and Reprocessing, welches letztlich dafür sorgen soll, dass Traumata verarbeitet werden können. Das führe ich nicht selbst durch, sondern empfehle weiter.

Was ich selbst mache, ist EFT, Emotional Freedom Techniques, ich nenne es Tapping (das ist sogar etwas, was Ihr selbst für Euch tun könntet, bei Euch zu Hause, wenn Ihr erst einmal wisst, wie es geht). Und ich setze es ein, wenn der Menschvon Gefühlen überwältigt ist. Denn gute Worte helfen dann nicht, bzw. derjenige/diejenige kann sie in diesem Zustand überhaupt nicht aufnehmen. Irgendwelche Ratschläge stressen eher zusätzlich…

Sehr schön sind die beiden Techniken hier erklärt, das hätte ich nicht besser schreiben können, lest mal – es ist eine Seite für Angehörige von Bundeswehrsoldaten: https://www.angriff-auf-die-seele.de/cms/hilfe/therapien-a-hilfen/122-emdr-und-eft-bei-der-posttraumatischen-belastungsstoerung.html

 

Ganz deutlich ist also, dass wir, wenn wir es schaffen aus dem Stress- und Angstkreislauf heraus zu kommen, wieder Lösungen finden. Es ist wirklich so und es gilt auch für weniger großen Stress: Es gibt Lösungen und Chancen und Hilfen, sie sind greifbar, im blockierten Zustand nur nicht sichtbar.

Zuhause hilft uns an dieser Stelle auch Reiki und auch ein Gebet. Es helfen Atemübungen und Meditationen, es hilft ein Spaziergang und überhaupt Aufenthalt in der Natur und mit Tieren. Das können wir also gleich tun, wenn wir mit einer Stresssituation alleine sind und uns grad keiner helfen kann (Ich könnte im neuen Jahr Reiki- und Gebetskurse anbieten, wenn Ihr interessiert seid, damit Ihr im Falle eines Falles sicher seid.)

 

Wir kommen dann heraus aus dieser ganzen Aufregerei, wir finden wieder Sicherheit und Glauben und haben wieder Grund unter den Füßen. Wir können uns wieder auf das besinnen, was unser Lebenssinn ist, weshalb wir hier sind und wieder wegkommen von all dem, was auf der ganzen Welt passiert oder auch nur gemunkelt wird. Wir können wieder erkennen, wo wir handeln können und wo es wichtig ist und die unnötigen Sorgenspiralen einfach verlassen (dem „normal“- gestressten Menschen hilft es schon, mal für eine Weile den Fernseher aus zu lassen).

Wäre für eine gelungene Adventszeit vielleicht ganz hilfreich, nicht wahr?

 

Ich wünsche Euch, dass Ihr es schön habt! Es gelingt nicht immer alles, so wie wir das denken und manches benötigt Zeit –  es geht mir genauso. Aber es wird und es wird bestimmt besser, als wir es uns vorstellen. Seid gut zu Euch, dann gelingt Euch sicherlich vieles leichter und Ihr bleibt gesund.

 

Herzliche Adventgrüße

Von Eurer Cornelia

 

dav

 

 

[1] Zitat: Der andere Advent, Freude,S.11.

[2] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508771.html .16.12.16.

[3] https://www.welt.de/print-welt/article573005/Tausende-Tote-durch-Medikamente.html . 16.12.16.

[4] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14019286.html. 16.12.16.

[5] http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58360/Rheumatoide-Arthritis-Chinesisches-Phytopharmakon-haelt-Vergleich-mit-Methotrexat-stand. 13.12.2016.

[6] http://edubily.de/2015/06/leptinresistenz-und-hungerprobleme-mit-dieser-frucht-ueberwinden/ . 16.12.2016.

[7]http://edubily.de/2015/04/vitamin-a-der-verkannte-stoffwechsel-beschleuniger/ .13.12.2016.

[8]http://edubily.de/2015/02/schlank-werden-durch-die-glp-1-diaet/  13.12.16.

[9]https://epigeneticlabs.com/magi-complex/?a_aid=1605727&a_bid=1f631b1b&doing_wp_cron=1480419980.1517400741577148437500 13.12.2016.

Gute Nachrichten

Ich habe lange nicht mehr geschrieben, bzw. wenn ich geschrieben habe, sah es altgriechisch aus. Aber das ist geschafft, wie so manches andere und nun sollt Ihr wieder Post von mir erhalten, es ist überfällig.

Drei verschiedene Rundbrief schwirren durch meinen Kopf und ich musste sie nun schon recht lange in irgendwelche Ecken und Gehirnwindungen zur Aufbewahrung stecken, in der Hoffnung, dass ich sie da dann wiederfinden kann, wenn ich denn endlich wieder Zeit zum Schreiben habe.

Ein bisschen hoffe ich, dass Ihr meine Briefe schon vermisst habt, und natürlich, dass Ihr diesen Brief hier gerne lest, denn mit ihm möchte ich gute Nachrichten bringen. Ich möchte von Dingen, Entwicklungen und Menschen berichten, die gut sind und Gutes bewirken.

Ich weiß: Es geschieht vieles in dieser Zeit und manches scheint in die komplett falsche Richtung zu gehen. Da radikalisiert sich ein Teil dieser Welt – Menschen müssen flüchten, um ihr Leben davor zu retten – und als Antwort darauf radikalisiert sich nun auch das Land, in das sie kommen und eigentlich Schutz suchen wollten. Sind wir denn zum Guten nicht mehr fähig? Weder da noch dort? Und die Zeitungen geben jedem dieser Irrwege auch noch Stimme und Publikum?

Doch ich weiß auch: Es geht anders. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben und

  1. wir schreiben daran mit und
  2. macht die nächste Generation schon jetzt manches wieder gut, wo wir noch meinen, ihnen zeigen zu müssen, wo es langgeht.
  3. gibt es schon jetzt viel, viel Gutes, dass wir schließlich auch mal bewusst beschauen und achten sollten, statt einzig auf die schlechten Nachrichten zu starren.

Albert Schweitzer hat „GUT“ einmal definiert:

„Gut ist, was Leben schützt, was Leben rettet und entwicklungsfähiges Leben entwickelt.“ Genauso will ich es auch meinen, wenn ich Euch nun von „Gutem“ schreibe.

Boyan Slat, ein 17 jähriger Niederländer, hatte eine Idee, wie man die Weltmeere reinigen und vom Plastikmüll befreien könnte. [i]Wissenschaftler erklärten dazu vielfach, so sei das nicht möglich. Doch Boyan hat es mit Sponsoren, die er überzeugt hatte, einfach versucht und sich von Zweiflern nicht abhalten lassen. Inzwischen wurde eine Pilotanlage gebaut und – es funktioniert.

Boyan ist jetzt 21 Jahre alt und hat eine Gemeinnützige Gesellschaft gegründet, „The Ocean Clean Up“. Schaut mal, hier ist die Seite: http://www.theoceancleanup.com/ . Sie brauchen Helfer und Spenden, falls Ihr meint, Ihr würdet auch gerne etwas zur Rettung der Weltmeere tun. Eine Pilotanlage ist in der Nordsee 23 Kilometer vor der niederländischen Küste und wird dort jetzt ein Jahr bleiben und arbeitet schon jetzt gegen den (auch unseren) ganzen Müll! Beeindruckend!

In diese Kategorie trifft vielleicht auch diese Neuigkeit: Präsident Obama will den Meeresnaturpark, das [ii] Papahānaumokuākea Hawaii Monument vervierfachen. Damit hätten wir dann den weltgrößten geschützten Meerespark.

Auch hier könnt Ihr helfen: Am 17.9.2016 findet ein weltweites Aufräumen statt, denn Strände werden gemeinsam gesäubert. In Hamburg ist das zum Beispiel der Övelgönner Strand. Aber es gibt eine Karte, da findet Ihr den für Euch nächstgelegenen Strand zum Sammeln. http://www.oceanconservancy.org/our-work/international-coastal-cleanup/clean-up-locations.html Macht mit, das ist eine tolle Aktion, die so in dieser Form auch Spaß bringt. Macht viele Fotos dabei und steckt andere an.

Und in die Kategorie „Tolle Jugend“ passt sicherlich die Erfindung von einer 17-jährigen, Cynthia Sin Nga Lam, die Wasser reinigt und währenddessen Strom erzeugt. [iii]

Genauso der Amerikaner, Joe Landolina, der als 17-Jähriger eine Möglichkeit zur sekundenschnellen Stoppung von innerer und äußerer Blutung entdeckt hat. [iv] Nächstes Jahr soll sie zunächst für Tiere erhältlich sein.

In Sachen globale Veränderungen gab es Ende letzten Jahres die Überschrift: Was macht eigentlich das Ozonloch? Und es stand dort eine wirklich gute Nachricht, die fast überhaupt nicht zur Kenntnis genommen und auch kaum von den Zeitungen verbreitet wurde. „Rund drei Jahrzehnte nach dem Verbot von ozonzerstörenden Chemikalien gebe es Hinweise darauf, dass ein Regenerationsprozess eingesetzt habe und sich die Ozonschicht stabilisiere, berichten Forscher aus Großbritannien und den USA im Fachblatt “Science”[v].“ Der Vertrag von Montreal zeigt seine Wirkung. „Es wurde – auch weil es immer wieder verschärft wurde – zum “vielleicht erfolgreichsten internationalen Vertrag überhaupt”, wie der frühere Uno-Chef Kofi Annan einmal sagte.“[vi]  Und es zeigt sich, dass es sich lohnt, nach Erkenntnissen zu handeln, gemeinsam zu handeln.

Äthiopien – Abgeholzte Steppen verwandeln sich in grüne Wälder. Dies ist eine lokale Nachricht mit großer Auswirkung auf das Weltklima, denn was hier gelungen ist, das wird gerade weiter getragen und wächst so schnell, wie ein Baum wachsen kann. Zunächst hatte der Australier Tony Rinaudo in Niger seine Methode ausprobiert, wodurch dort bereits 200 Millionen Bäume nachgewachsen sind.[vii]  Dann half er mit Erfolg in Äthiopien. Und nun sind es bereits mehr als 5000 Mitglieder, die diese Methode unterstützen.

Die Firma Otto aus Hamburg ist, soweit ich weiß, auch wenn ich die Quelle nicht wiedergefunden habe, mit all seinen Tochterfirmen zweitgrößter Versandhandel im Internet nach Amazon. Im September 2014 erhielt die Otto Group den CSR-Preis der Bundesregierung. Dieser würdigt innovative Unternehmen, die ihre gesamte Geschäftstätigkeit sozial und ökologisch gestalten. Es gibt zum Lesen über die verschiedenen Tätigkeitsbereiche den Nachhaltigkeitsbericht. Den empfehle ich, wenn Ihr weiter recherchieren wollt. Besonders in Sachen Baumwolle und Holz wird bei Otto viel gebraucht und verbraucht und der Konzern erhöht jedes Jahr den Anteil der nach FSC (Forest Stewardship Council) zertifizierten Materialien. Vielleicht eine Alternative zu Amazon?[viii]

Etwas aus der Vogelwelt, man sieht aber sofort die Verknüpfung mit anderen Bereichen: Als zuviel Schwefeldioxid in die Luft geriet und der dadurch entstehende saure Regen einen Großteil des Flechtenbewuchses der Bäume zerstörte, 1960er bis 1980er Jahre, wurden die Schwanzmeisen selten, denn sie verkleiden ihre Kugelnester mit Flechten. Seit die Luft, insbesondere in den Städten, wieder besser wurde, nahmen auch die Schwanzmeisen wieder zu – weil die Flechten sich erholten. [ix]

Ein Beispiel für gelungenen Vogelschutz: „Seit nunmehr rund einem halben Jahrhundert genießen die Kraniche auch in weiten Teilen Europas und Nordwestasiens Schutz. Zunächst langsam, dann immer schneller nahmen daraufhin die Bestände des ( „unseres“) Graukranichs zu. Sogar neue Flugrouten entstanden.“[x]

Auch weiß man inzwischen, dass die Vogelrouten – weil die Vögel auf den Balkanrouten stark bewildert wurden, deshalb auf dieser Strecke weniger überlebten und deshalb die Vögel der Gibraltarroute eher die Chance hatten, lebend zurück zu kehren – sich von Osten nach Westen verlagert haben und nun ein Großteil der Vögel die sicherere Gibraltarroute nimmt. So erholen sich auch die gejagten Bestände bereits teilweise.

In Niedersachsen finden heute die Kommunalwahlen statt. Tatsächlich ist auch das etwas Gutes. Wir dürfen wählen. Wie lange hat die Menschheit – und sie tut es noch – dafür gekämpft, in Freiheit wählen zu können, wer regieren und die Geschäfte führen soll. Immer wieder stellen sich auch Parteien zur Wahl, die die Demokratie und die Freiheit, wie auch die Gleichheit in möglichst kurzer Zeit abschaffen wollen. Aber wir können uns informieren und können lieber die wählen, nicht nur Parteien, auch Parteilose, die unseren Zielen entsprechen und damit die Richtung mit bestimmen. In der Kommunalwahl, können wir uns sogar recht einfach und schnell selber wählen lassen, wenn wir aktiv mehr tun wollen. So habt Ihr hoffentlich Eure Stimmzettel ausgefüllt, nicht wahr?

Was mich selbst gerade beglückt, ist, dass in Buchholz die Schulsozialarbeit (deswegen bin ich 2011 in den Rat gegangen) ab sofort auf Dauer in den Schulen fortgeführt wird. Das war jetzt am Ende der Ratsperiode noch ein Grundsatzbeschluss (und ich bin so was von erleichtert, eigentlich ist es nicht zu beschreiben). Denn es ist ja erwiesen, wie sehr sich die Anwesenheit von Menschen, die gezielt Anwalt für die Kinder sind, deren Wohl und Entwicklung verbessert. Dafür bin ich sehr dankbar!

Noch etwas: Neulich waren Christoph und ich baden in einem bayrischen See und da sind mir Jugendliche aufgefallen, hellhäutige und dunkelhäutige, Jungen und Mädchen, alle am Springen und Spritzen und Lachen und Albern – und ich habe gedacht: Es gibt doch wirklich kaum ein Land, oder auch Kontinent, in dem es so gleichberechtigt zugeht, wie hier in Deutschland, bzw. Europa. Wir müssen sicherlich die Löhne, z.B. für Frauen fairer kriegen. Aber dass wir überhaupt davon reden, ist ein Zeichen, dass uns Gleichberechtigung etwas wert ist. Ich bin sehr dankbar hier, in dieser Zeit, in dieser Ecke der Welt zu leben und agieren zu können.

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Während ich hier schreibe (ich habe diesen Text auf dem Laptop vorgeschrieben), fährt übrigens Christoph gerade links neben mir den Wagen und ich blicke auf, weil er über den Storebelt fährt. „Oh, wie schön!“ muss ich rufen, weil der Blick gerade weit über das Wasser geht, während wir über die Brücke zur nächsten Insel fahren. Auch das können wir immer wieder entdecken – diese Schönheit rings um uns herum.

Dazu fällt mir adhoc ein, dass, weil die Elbe und Weser sauberer geworden sind, jetzt wieder Stintschwärme die Flüsse hoch kommen – und dadurch die Population der Schweinswale in Deutschland zugenommen hat. Wenn man im Mai an der Elbe steht, kann man tatsächlich das Glück haben, ganze Schulen flussaufwärts ziehen zu sehen.

Irgendein kluger Mensch sagte neulich einmal: Es stören mich gar nicht die satten Zufriedenen, es stören mich eigentlich immer mehr die Satten, die immer unzufrieden sind.“ Ja, er hat wohl recht, in so vielem geht es uns gut, besser als einem Großteil der Menschen auf dieser Welt, aber wir sind alles- haben-Woller und nichts-geben-Woller geworden…

Schade, wie häufig könnten wir einen Augenblick genießen oder auch nutzen und tun es nicht, sondern sitzen unzufrieden herum, meckern und machen damit alles schlechter, egal, ob es vorher gut oder nicht so gut war….

Das grüne Band: „Entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens konnte sich die Natur über Jahrzehnte ungestört entwickeln. Dies betraf nicht nur den eigentlichen Grenzstreifen, sondern aufgrund der Abgeschiedenheit häufig auch große angrenzende Bereiche. Das Grüne Band durchzieht wie eine Perlenschnur im Wechsel großräumig wertvolle Gebiete und ausgeräumte, intensiv genutzte Agrarlandschaften wie z.B. die Börden.“[1] „Im Jahr 2012 wurden 63,3 % der Fläche des Grünen Bandes und sogar 76,4 % der Offenlandfläche im Grünen Band von gefährdeten Biotoptypen eingenommen (Kategorien 1-3 der Roten Liste der Biotoptypen Deutschlands von 2006).“  Das Grüne Band ist damit Lebensraum von über 1.200 gefährdeten Tier und Pflanzenarten. Der Schutz des grünen Bandes lohnt sich also und wird von allen Seiten angestrebt! „150 Naturschutzgebiete liegen im bzw. grenzen an das Grüne Band an.“[2] Schritt für Schritt kommt es voran. [xi]

Und seht mal, wie weit es geht![3]

Mir fällt noch mehr ein, aber Ihr seht auch so, es sind gute Nachrichten zu finden, die Jugend macht Gutes, die Welt ist nach wie vor schön.

Und nun können wir mithelfen, dass es so bleibt oder auch schöner wird. Wir haben die Wahl. Unser Tun entscheidet über die Zukunft. Und es wird gut, wenn wir denn wollen.

Ich grüße Euch sehr, sehr herzlich hier aus dem ganz warmen und sonnigen Norddeutschland!

Ganz herzlich!

Eure Cornelia

Cornelia Cornels-Selke

„Damit Sie wieder leuchten können!“

 

ISBN 978-3-00-044257-5

[1]Zitat: https://www.bfn.de/0311_gruenes_band_de.html.

[2] Zitat: http://pfullendorf.bund.net/themen_und_projekte/naturschutz/gruenes_band/gruenes_band_deutschland/.

[3] Vgl: http://www.bfn.de/0310_steckbrief_gruenesband.html?&0=.

[i] http://futurezone.at/science/ozeane-koennen-sich-mit-muellbarrieren-selbst-reinigen/68.719.655.

[ii] https://secure.oceanconservancy.org/site/Advocacy?cmd=display&page=UserAction&id=1183&s_src=16WAXAWXXX&s_subsrc=16AWAPMHI2.

[iii] http://motherboard.vice.com/de/read/17jaehrige-entwickelt-ein-geraet-das-gleichzeitig-sauberes-wasser-und-strom-erzeugt.

[iv] Vgl.: http://www.n24.de/n24/Wissen/Gesundheit/d/7225706/17-jaehriger-erfindet-die-sekundenschnelle-wundheilung.html.

[v] Zitat: http://www.tagesschau.de/ausland/ozonloch-103.html.

[vi]Zitat: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/was-wurde-eigentlich-aus-dem-ozonloch-a-1047081.html.

[vii] Vgl.: http://www.gute-nachrichten.com.de/2016/05/erfolgsgeschichten/aethiopien-abgeholzte-steppen-verwandeln-sich-in-gruene-waelder/.

[viii] Vgl.: http://www.ottogroup.com/media/docs/de/Nachhaltigkeitsbericht/0001-Otto-Group-CR-Report-2015.pdf.

[ix] Vgl.: Reichholf, Josef H., Ornis, Das Leben der Vögel, 2014, Beck Verlag, S.31.

[x] Zitat: Reichholf, Josef H., Ornis, Das Leben der Vögel, 2014, Beck Verlag, S.81f.

[xi] http://apps.thueringen.de/de/publikationen/pic/pubdownload1015.pdf.

Zum Ostermontag – jetzt mit Lesung des ersten Briefes aus meinem Buch

Hattet Ihr Zeit?

Bei mir selbst hat es wahrscheinlich zunächst einmal mit Zeit zu tun, ob ich in Frieden bin – mit mir und mit der Welt. Ich brauche ab und an eine gewisse Muße.

Dann fällt mir häufig erst einmal richtig auf, dass und was mir alles widerfahren ist. Der Schock oder die Starre, die Härte, der Nebel, oder was immer das für ein Mantel ist, den wir uns beim ersten Fühlen eines Schmerzes umgeworfen haben, um ganz schnell nichts mehr zu spüren, schwindet, wenn wir Ruhe haben.

Es kommt alles nun überdeutlich wieder hoch, Gefühle kommen dazu. Es tut wieder weh, was ich verkehrt gemacht habe oder was mir selbst „vor die Brust geknallt wurde“. Ich spüre, dass es Verbindungen zu früheren Erlebnissen hat. Kann Korrespondenzen entdecken. Und ich kann körperlich spüren, wo es sitzt, im Prinzip sogar „sehen“, wie es aussieht, dieses Gefühl in mir.

Und ich kann damit korrespondieren, es korrigieren, trösten, heilen, entdecken, was dahinter steht. Wenn es irgendetwas gibt, was ich daran lernen sollte, kann eine Idee davon jetzt hoch kommen.

Ich kann meine Wünsche nach Wahrheit, Liebe, Frieden, Schutz, Hilfe und Segen aussprechen. Ich kann mir neue Pläne für neue Schritte kommen lassen. Ich kann es ruhen lassen und wieder hoch holen. Ich kann mich durch ein gutes Buch, durch gute Musik wieder aufbauen, mir selbst Gutes tun, ich kann raus in die Natur und statt weiter zu denken, was war, wieder spüren, was ist. Ich bekomme wieder Kraft, wieder Hoffnung, wieder Freude.

Und dann: Wieder Dankbarkeit!

Von da kommt dann die wahre Rettung. Wer Dankbarkeit spürt (das ist etwas Anderes als die Pflicht, Dankeschön sagen zu müssen), also plötzlich wieder den Segen spürt, der ihn oder sie begleitet, der wird von diesem Gefühl emporgehoben. Das ist schon fast ein Schweben. Energetisch sind wir plötzlich auf einer ganz anderen Ebene. Und da ist soviel mehr möglich!

Wer diese Dankbarkeit erlebt, lernt: Wer Dankbarkeit spürt, wird so viel Schönes erleben, dass er immer noch mehr bekommt, zum „Danke“ sagen.

Von hier aus sehen wir ganz andere Möglichkeiten für uns und unser Leben und sie kommen uns, wahrscheinlich angezogen durch unser glückliches Leuchten, schon entgegen und wir ergreifen sie wie selbstverständlich, ohne lange zu zögern. In diesem Zustand ist vieles möglich.

Gleichzeitig wünschen wir dann meist wenig, denn wir spüren ja gerade: „Wir haben alles!“

Es herrscht Frieden. Wieder Frieden, wieder Glück – unser Herz und unsere Hände sind wieder voll. Auch zum Verteilen.

Gott sei Dank!

Es geht nicht nur weiter, irgendwie weiter. Es gibt wieder einen Sinn. Es ist wieder klar, dass wir aus Freude hier sind. Dass wir aus freien Stücken hier auf diese Erde wollten, weil wir mitspielen wollten in diesem tollen, irren, bunten Spiel.

Und unser Leben gehört wieder uns.

Gönnt Euch die Zeit, gut zu sein zu Euch! Damit fängt eine gute Zeit an.

Spontan habe ich Euch den ersten Brief aus dem Buch „Die Welt ist schön“ vorgelesen.

Es ist keine Tonstudioqualität, denn es sollte gleich mit diesem Brief als Osterpräsent an Euch hinausgehen. –

Aber es ist der Beginn einer CD, oder eben MP3 Datei, die ich demnächst – in guter Qualität – herstellen möchte: Meine Briefe an Euch, gelesen von mir für Euch.

Vielleicht interessiert Euch das, vielleicht hört auch Ihr gerne neben dem Autofahren, Abwaschen oder dem Steuerkram? Ich lasse jedenfalls von mir hören, wenn sie fertig ist.

Jetzt grüße ich Euch also mit diesem Brief zum Ostermontag und dem vorgelesenen Brief als Präsent zum Ostermontag und wünsche auch Euch – wie ringsumher – echtes Frühlingserwachen und gutes Wachstum für all Eure Angelegenheiten!

Jetzt endlich: Frohe Ostern!

Cornelia Cornels-Selke