Es muss nicht immer Kaviar sein – Probiere es mal mit Downsizing

Alle Bilder: Thüringer Wald 2021

Buchholz, den 07.01.2021

Liebe Freundin, lieber Freund

Ein frohes neues Jahr wünsche ich Dir. Es fühlt sich schon so alt an? Vielleicht, weil wir in unserer Welt immer noch mit den gleichen, alten Problemen zu tun haben wie 2020? Ja, manch eine/r ist „gefrustet“, auch privat ist ja nicht nur deshalb plötzlich alles easy, weil es einen Jahreswechsel gegeben hat. Aber, das ist doch recht häufig das normale Januargefühl. Der ist manchmal so ein bisschen verbraucht, oder? Man würde, statt ins Jahr hinein zu gehen, gerne noch ein bisschen Winterschlaf halten und sich verwöhnen lassen.

Und dann komme ich mit so einer Überschrift: „Es muss nicht immer Kaviar sein“?  Typisch, Cornelia, was willst Du schon wieder von mir? Aber:

J.M. Simmel gab mir diesen Titel und ich bin damit gleich direkt im Thema:

Ein Bekannter, der gerne nach Dänemark fährt, in die Ferien oder auch ins verlängerte Wochenende, wohnt bei uns in der Umgebung in einem großen, schönen, edel eingerichteten Haus.

Und eines Tages kommt er zurück aus dem Urlaub, den er mit seiner Frau wiederum in Dänemark in einem niedlichen, kleinen Ferienhäuschen aus Holz verbracht hat, und sagt zu mir: „Wir verkaufen das große Haus!“

In Dänemark, in dem kleinen Haus, das sie dort immer buchen würden, gehe es ihnen viel besser, sagt er: Sie würden sich viel mehr sehen und auch miteinander sprechen. In ihrem großen Haus würden sich die beiden Peoplechen gewissermaßen verlaufen und deshalb hauptsächlich über ein Haustelefon miteinander kommunizieren. Hier aber gebe es nur einen großen Raum und sie würden sich dadurch eigentlich immer sehen und seien immerfort im Gespräch und hätten einfach mehr Nähe. Es gehe ihrer Beziehung dadurch viel besser. Sie seien dadurch viel mehr „miteinander und beieinander“ statt alleine unterwegs.

Und das ziehen sie durch: Das große Haus, mit den vielen, großen Räumen, wird gleich samt allen Möbeln verkauft. Ein kleines, mit weniger und kleineren Räumen, wird von dem Geld gekauft. Es bleibt noch etwas übrig von dem eingenommenen Geld. Sie müssen jetzt auch viel weniger heizen, sie sparen Kosten für die Herrichtung des Gartens etc..

Und: Sie fühlen sich wieder wie „Prinz und Prinzessin“, denn sie sind frisch verliebt, sie haben sich in den kuscheligeren Räumen gewissermaßen wiedergefunden. Und nebenbei: Er isst jetzt weniger, sie raucht weniger.

Also das nenne ich „Downsizing“: Viel, viel weniger Energie, Zeit, Geld für die Hülle. Daraus folgen mehr Kraftreserven, mehr Zeit für das Sein und nebenbei vielleicht weniger Geldsorgen, auf jeden Fall weniger Geldaufwand und dadurch wieder mehr Zeit, also Freiheit.

Den Beiden geht es jetzt also erst richtig gut, obwohl – nein, weil – sie den Überkonsum gestrichen haben (der hat sie tatsächlich nicht weiter gebracht oder bereichert, sondern ihr Leben verarmen lassen).

Kennt Ihr das Das Easterlin-Paradox? 1974 wies Richard Easterlin nach, dass die Erhöhung des Bruttoinlandprodukts (Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen) ab einer bestimmten Schwelle nicht mehr zwangsläufig mit einer Verbesserung des subjektiven Glücksgefühls einhergeht.

Quelle: https://info.arte.tv/de/das-easterlin-paradox-wenn-geld-nicht-mehr-gluecklich-macht

Wann haben wir eigentlich angefangen, soviel zu sammeln? Mein Vater sprach mit mir manchmal über „den Krieg“ und die Zeit danach und er sagte: „Es war das große Nichts“. Und natürlich haben damals nach dem Krieg die jungen Manschen und die älteren, die es noch konnten, wie verrückt gearbeitet und aufgebaut: Kleine Wohnung gemietet, größere Wohnung, kleines Haus gekauft, größeres Haus…. Vielleicht hätten sie gegen Ende der 70ger Jahre lieber aufgehört, aber es war ja jeder froh über jeden Aufschwung (das alte Trauma noch im Nacken und an die eigenen Kinder weitergegeben).

Und so wurde aus einem nachvollziehbaren Sicherheitsbestreben bei manchen eine Gier nach mehr. Fast alles wurde damit angetrieben.

(Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.)

John Steinbeck

Ich sehe da auch, wie die heutigen Krankheiten mit dem Zustand unserer Erde zusammenhängen.

Die Entwicklung ist mittlerweile dergestalt: Während sich die Menschen krank arbeiten, um „haste was, dann biste was“ zu erreichen, überwiegen inzwischen die künstlich vom Menschen hergestellten Sachen mit ihrer Masse die Masse aller Lebewesen weltweit. Das nennt man übrigens Anthropozaen, das Menschenzeitalter.

Ist es wirklich so nötig, soviel anzuhäufen (und gleichzeitig alles leer zu schöpfen und außerdem gleichzeitig soviel Müll zu hinterlassen)?

Quelle dazu: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/anthropozaen-kuenstlich-hergestellte-produkte-ueberwiegen-erstmals-die-masse-aller-lebewesen-weltweit-a-9f577654-7140-4199-a20f-39fcb30e78fa

Fragt Ihr Euch nicht auch ab und zu: Ist ein Mensch reicher, der Erde, mit all ihren Schätzen, Pflanzen, Tieren, Wasser um sich herum, bewohnen darf – oder einer, der das alles nicht mehr hat, weil er es zu Geld gemacht hat, das jetzt irgendwo liegt?

Weniger Geld für weniger Dinge auszugeben, könnte sowohl uns, wie auch unsere Umwelt entlasten.

Nun muss ich mich einmal etwas berichtigen: Ich hatte am 3.5.2019 geschrieben. „Wenn jeder von uns grob 80 Mio. Deutschen nur 1% (ein Prozent) verändert, ist das ein Riesenschupps und eine gut sichtbare Veränderung in Deutschland. Und wenn 40 Mio. wieder nichts tun, dann schaffen die anderen 40 Mio. vielleicht auch zwei Prozent Veränderung?“

Das ist so nicht mehr ganz richtig, es gibt inzwischen neue Berechnungen. Natürlich würde solcherlei Einschränkung immer noch etwas bringen, allerdings ist inzwischen geklärt, dass es doch ein paar, gar nicht so viele, Menschen gibt, die sich etwas mehr einschränken sollten – weil sie halt auch viel mehr ausstoßen: „Laut einer am Montag veröffentlichen Untersuchung der Hilfsorganisation Oxfam ist das reichste 1 Prozent für mehr als doppelt soviel Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich wie die gesamte ärmste Hälfte der Weltbevölkerung. Die Studie konzentriert sich auf die Jahre 1990 bis 2015, in denen sich die Treibhausgas-Emission weltweit verdoppelt hat. Oxfam hat sie vor der am Dienstag beginnenden Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung in New York veröffentlichte. „Für den Konsumrausch einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis,“ sagt Ellen Ehmke, Expertin für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland.“

Quelle: https://kontrast.at/co2-ausstoss-verursacher/

Kurzer Film mit Maja Göpel, 44, bei J.Thadeusz, die sich äußert zum Thema Überkonsum: https://twitter.com/i/status/1330090969388228610 (Auch unten im PS niedergeschrieben).  ( Ich empfehle wirklich  ihr Buch, „Unsere Welt neu denken – Eine Einladung“, da schreibt sie sehr verständlich komplexe Zusammenhänge auf, was uns in unsere heutige Situation gebracht hat und was wir nun für unser Überleben tun können). Sie ist Ökonomin und was sie aufzeigt, ist jenseits von, man müsse alles aufgeben

Und dennoch sollten wir voran gehen. Denn mit Vorangehen, stecken wir am besten an. Wir müssen deshalb keine Aktivisten werden, nur aktiv. Die Zukunft geht uns ja etwas an. Außerdem kommen wir damit raus aus Abhängigkeiten und raus aus der Angst:

Erinnert Ihr Euch an das „knappe“ Klopapier? Wenn man den Menschen sagt, etwas werde knapp, dann setzt der Run auf diese Dinge erst richtig ein. Plötzlich kommt die alte Angst wieder und damit, bei einigen, die Gier. So ist es auch mit dem 1972 veröffentlichten Bericht „Die Grenzen des Wachstums” des Club of Rome geschehen. Seitdem hat ein noch stärkerer Run auf die Schätze der Erde eingesetzt als vorher.

Quelle: The Limits To Growth, Dennis L. Meadows et al., 1972 (deutsch: Die Grenzen des Wachstums, 1972, ISBN 3-421-02633-5)

Die Menschen kriegen Angst und fangen sofort an, mehr zu arbeiten und zu hamstern (und sich über die viele Tagesmühe zu beklagen).

Nein: Downsizing müsste chic werden: Entspannte Heiterkeit beim Spaziergang als den neuen Luxus betrachten, das könnten wir doch mal probieren und den anderen von unseren Erfahrungen erzählen. Und es ist auch beeindruckend, wenn ich diejenigen Menschen betrachte, die sich von Ballast befreit haben. Wie befreit sie aussehen! Sie atmen auch freier.

Einige gehen also voran und andere sehen an ihnen: Es scheint, schöner so zu sein. Sie wollen es vielleicht zumindest einmal ausprobieren, im Urlaub vielleicht, in einer kleinen Hütte (wenn das mal wieder geht). Und dann könnten wir gemeinsam in diese Richtung laufen, statt Sieger und Verlierer zu kreieren.

Der Club of Rome in einem kleinen Film dazu: Quelle: https://youtu.be/RCqbW9zK6K8

Es wäre doch soviel leichter jetzt zu beginnen und die Zeit zu nutzen, als abzuwarten und dann von den Ergebnissen erschreckt zu werden:

Dazu wirklich gute Recherche von der Süddeutschen Zeitung bezüglich CO2 Budget mit vielen Themen – und Countdown: Quelle:https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wissen/klimakrise-die-sz-klimazentrale-e2038

Und eine animierte Grafik, die es besonders deutlicht zeigt:  https://twitter.com/GretaThunberg/status/1335653055191199744

Quelle:https://twitter.com/GretaThunberg/status/1335653055191199744 und die schwedische Zeitung: Dagens Nyheter, DN.se .

Wenn wir absolut nichts an unserer Haltung dem CO2 Ausstoß gegenüber verändern, also weiterhin Tier- und Umwelt (Pflanzenreich, Erde, Wasser, Luft –  man nennt es heute „MIT“welt) verbrauchen und vermüllen, sind es also noch knapp 7 Jahre, dann wäre das 1,5°C Limit erreicht, was immense Auswirkungen auf unser Leben hätte. Einige Teile der Welt haben dies schon jetzt bei 1,2°C, wie sie uns mitteilen und auch an sie müssen wir also denken. Daher kommt der Ausdruck:  Klimagerechtigkeit. Die gilt es ebenfalls zu verfolgen.

Wenn wir aber sofort beginnen zu handeln, dann haben wir noch „Zeit“ bis ca. 2036 (die Pläne der Regierungen sehen dies leider weltweit kaum vor)

Das ist nicht neu! Das ist schon kommuniziert worden auf der COP25 in Madrid Ende 2019.

Hier ein Video der gesamten Veranstaltung. Thunbergs Rede beginnt ab etwa 37:00.  https://www.youtube.com/watch?v=apu1TUZG9Rw&feature=youtu.be

Ich glaube – und wünsche gleichzeitig wirklich – dass 2020 das Wendejahr war. Das Jahr zum Innehalten, Erkennen, Wenden. Noch ist nicht viel davon sichtbar, aber später werden wir merken: 2020, da war die Wende. Die nächsten Schritte in 2021 (letztlich auch bei den Wahlen), werden aufzeigen, dass es eine neue Richtung gibt, die Ersten des Schwarmes sind schon unterwegs.

Das ist auch für unser Leben, für unsere Gesundheit gut.

Tatsächlich, wenn Du diese Zeilen liest und gesund bist, hast Du im letzten Jahr etwas richtig gemacht und außerdem ganz viel Glück gehabt.

Lass uns die Erkenntnis, was zu tun ist, mit dem Impuls, leben zu wollen, zusammenbinden und in diesem Jahr auch auf andere Dinge als Corona anwenden.

Sehr, sehr herzliche Grüße zum neuen Jahr,

sendet

Eure Cornelia Cornels-Selke

 

PS:

  1. Ein Redeauszug. Kurze Mitschrift der Aussage von Maja Göpel:

„… wenn wir in die Geschichte gucken sind typischerweise Kriege über Ressourcenengpässe entstanden, sind Sicherheitsfragen durch eine Versorgungsunsicherheit entstanden. …

Sie tun immer so, als wollte ich den Leuten den Spaß verderben oder irgendwas.

Hier geht es darum, einfach das, was die Wissenschaft und die Beobachtungen (und da haben wir Gott sei Dank auch durch die Digitalisierung inzwischen ziemlich gute Datenbasen) uns sagen, was sich verändert und dass es nicht positiv ist.

Und dann versuchen wir –  im Auftrag der Bundesregierung übrigens, die die politischen Ziele gesetzt hat, das zu verhindern (diese Konsequenzen) – Lösungen zu formulieren           und Möglichkeiten zu formulieren.

Wir gucken dann, was sind typischerweise die Treiber:

Und Überkonsum (ja, das ist ein Wort, da wird wahrscheinlich die halbe Bundesrepublik wieder aufschreien, was das überhaupt ist, aber es ist ein Begriff in der Wissenschaft): Wenn wir uns angucken, wie die Verteilung dessen ist, was Menschen,  unterschiedliche Menschen auf diesem Planeten, jeder Einzelne für sich ein Individuum, pro Kopf in Anspruch nehmen auf diesem Planeten. Und dann gibt es so etwas wie Überkonsum, weil eine Grundversorgung, im Sinne von: „Ich bin gut versorgt“, längst erreicht ist und dieses hohe Konsumniveau in einem Teil des Planeten dazu führt, dass wir nicht genug Ressourcen haben, um denjenigen auf diesem Planeten genug zu geben, die noch nicht genug materiell versorgt sind.“

  1. Ein Redeauszug, Greta Thunberg, COP25, Madrid, Ende 2019:

„In Kapitel 2 auf Seite 108 des im letzten Jahr veröffentlichten IPCC-Berichts SR 1.5 heißt es, dass, wenn wir eine Chance von 67% haben wollen, den globalen Temperaturanstieg auf unter 1,5 ° C zu begrenzen ab 1. Januar 2018 noch 420 Gigatonnen CO2 Emissionen in diesem Budget vorhanden war.

Und natürlich ist diese Zahl heute viel niedriger, da wir jedes Jahr etwa 42 Gigatonnen CO2 ausstoßen Mit den heutigen Emissionswerten wird das verbleibende Budget innerhalb von acht Jahren aufgebraucht sein. Diese Zahlen sind keine Meinungen oder politischen Ansichten von irgendjemandem. Dies ist die derzeit beste verfügbare Wissenschaft. Obwohl viele Wissenschaftler diese Zahlen für zu moderat halten, sind dies die Zahlen, die vom IPCC akzeptiert wurden.

Bitte beachten Sie, dass diese Zahlen global sind und daher nichts über den Aspekt der Gerechtigkeit aussagen, der unbedingt erforderlich ist, damit das Pariser Abkommen global funktioniert. Das bedeutet, dass reichere Länder ihren gerechten Beitrag leisten und viel schneller auf Null kommen müssen, um dann ärmeren Ländern zu helfen…

Das Budget für eine Chance von 67% ist das beste vom IPCC angenommene Szenario. Und jetzt haben wir weniger als 340 Gigatonnen CO2 übrig, um dieses Budget fair aufzuteilen Warum ist es so wichtig, unter 1,5°zu bleiben? Schon bei 1° sterben Menschen an der Klimakrise. Die Grenze von 1,5° fordert die Wissenschaft, um eine Destabilisierung des Klimas zu vermeiden. Damit wir die bestmögliche Chance haben, irreversible Kettenreaktionen wie schmelzende Gletscher, polares Eis und auftauenden arktischen Permafrost zu vermeiden. Jeder Bruchteil eines Grades ist wichtig. Das ist also meine Botschaft. …

Sagen Sie mir bitte, wie reagieren Sie auf diese Zahlen…? Wie reagieren Sie auf die Tatsache, dass im Grunde nichts dagegen unternommen wird, ohne die geringste Wut zu empfinden? Und wie kommuniziert man das, ohne alarmierend zu klingen?

Ich würde es wirklich gerne wissen.

Seit dem Pariser Abkommen haben globale Banken 1,9 Billionen US-Dollar in fossile Brennstoffe investiert. Einhundert Unternehmen sind für 71% der weltweiten Emissionen verantwortlich.

Die G20-Länder machen fast 80% der Gesamtemissionen aus.

Die reichsten 10% der Weltbevölkerung verursachen die Hälfte unserer CO2-Emissionen, während die ärmsten 50% nur ein Zehntel ausmachen.

Wir haben zwar einige Arbeiten zu erledigen, aber einige mehr als andere.

Ohne das Gesamtbild zu sehen, werden wir diese Krise nicht lösen. Ganzheitliche Lösungen zu finden, ist das, worum es bei der COP gehen sollte, aber stattdessen scheint es für die Länder eine Art Gelegenheit geworden zu sein, Schlupflöcher zu finden und ihre Ambitionen nicht zu erhöhen. Die Länder finden kluge Wege, um keine echten Maßnahmen zu verhindern!

…Hoffnung. Ich habe es gesehen, aber sie kommt nicht von den Regierungen oder Unternehmen. Die Hoffnung kommt von den Menschen auf der Straße. Die Menschen, die die Situation jetzt begreifen und aufwachen. Die Menschen sind bereit für Veränderungen.

Die Hoffnung ist, dass die Menschen die Kraft entdecken, die in der Demokratie steckt. Nicht nur am Wahltag, sondern jede Sekunde und jede Stunde. Es ist die öffentliche Meinung, die die freie Welt regiert. Tatsächlich ist jede große Veränderung im Laufe der Geschichte von den Menschen auf der Straße gekommen. Wir müssen nicht warten. Wir können sofort mit der Änderung beginnen. Wir, die Menschen…“

  1. Eine weitere animierte Grafik zum Verständnis:

https://twitter.com/i/status/1325851930128650241 , Quelle: https://t.co/gd1zBlmYkB?amp=1

  1. Also sowohl Nationen, wie einige Menschen innerhalb der Nationen müssen mehr einsparen:

„Nehmen wir die 50 Milliarden jährlich, die wir an klimaschädlichen Subventionen bezahlen“  (Ein Redeauszug, Rede von Marco Bülöw):

https://twitter.com/i/status/1338470245258973186 , .

 

 

Frohe Weihnachten

Weihnachten 2020

Liebe Freundin, lieber Freund

Ich bin erstaunt, wie angerührt ich bin.

Vorab kurz erzählt: Als Christoph und ich frisch verliebt und verheiratet waren, da gab es zum Heiligabend einen kleinen Tannenbaum im Ballen. Den haben wir später nach draußen gepflanzt, sobald es jeweils ging. Das war aber manchmal etwas spät und manche dieser Bäme haben es nicht geschafft anzuwachsen (einmal zum Beispiel hatten wir in dem Bäumchen, das im Topf auf der Veranda stand, recht schnell ein Amselnest. Die jungen Amselchen waren erst Ostern flügge und für den Baum war das leider zu spät).

Aufgrund dieser Erfahrung und mit wachsender Kinderschar habe ich mir dann irgendwann einen richtig großen, schönen, prächtigen Weihnachtsbaum gewünscht, bis unter die Decke, voll mit Lichtern und schönen Kugeln für ein Weihnachten wie im Märchen, mit ganzer, großer Familie, sodass die Kinder immer diese schöne Erinnerung behalten können.

Und mein Mann hat großzügig alles, alles mitgemacht: Das mit dem Ballen und wieder Einpflanzen und das mit der Größe und dem herrlichen Glanz in großer Familie.

Und dieses Jahr, da wollte ich einfach keinen Baum schlagen lassen. So viele haben die letzten Dürrejahre nicht überstanden und wir sägen einen ab? Nein. Ging gar nicht.

Mein Mann war wieder ganz dabei.

Schweren Herzen haben wir abgesagt bei den lieben Menschen, die uns immer einen schönen ausgesucht, reserviert und fertig gemacht hatten. Und wir sind losgezogen und haben gesucht, denn es war gar nicht so einfach, einen zu finden, der ordentlich balliert ist, mit einem ordentlichen Ballen ausgestattet wurde, nicht gespritzt, der es also auch wirklich schaffen wird, draußen wieder anzuwachsen. Der Baum ist natürlich nicht so groß. Er steht auf einem Hocker, damit er etwas höher ist.

Das nennt mal wohl „Downsizing“ (zu diesem Thema schreibe ich aber lieber im nächsten Brief mehr, zum Ende 2020 und zum neuen Jahr, denn da gehört es hin und könnte dort vielleicht einen Impuls für einen gesundenden Wandel geben)

Von den vier Kisten Weihnachtsschmuck (nur für den Baum) fand nicht einmal ein Drittel auf ihm Platz. Auch keine großen Kugeln oder meine wunderbaren Key Wester Weihnachtsmänner, auf Delfinen und Manatees reitend oder in Badehose (alle viel zu schwer).

Zum Größenverhältnis passten nur ein paar kleine, goldene und rote Kugeln und ein paar Glaskugeln und viel weniger Kerzen, aber alle selbst gemachten, leichten Strohsterne.

Das alles, bzw. das bisschen, habe ich also angebracht und beguckte mir das kleine Bäumchen und (ja, tatsächlich auch jetzt noch, wenn ich dran denke) ich war angerührt. Es kamen mir Tränen, weil mir plötzlich so klar wurde, dass dieser Baum hier in unserem Wohnzimmer lebt. Immer noch. Und auch weiterhin. Und alles miterlebt…

Er erlebt diesen Schmuck und die Kerzen, aber er wird auf die Wiese (Ihr erinnert Euch an die Wiesenpatenschaft, die ich übernommen habe?) gepflanzt werden und kann da weiter wachsen und groß werden und ich werde ihn gießen, wenn es trocken ist.

Es glänzt jetzt vielleicht nicht so doll, – aber er schimmert. Und dieses Schimmern nehme ich irgendwie wahr, wenn ich ihn ansehe und bin so voller Freude. Ich sehe mir selber staunend zu, wie ich dasitze und Glück empfinde.

Ich hoffe und wünsche sehr, dass auch Ihr einen Grund finden könnt, in diesem speziellem Jahr (bei so vielem, trotz allem und so manchem Besonderen) Glück zu empfinden.

Und weiter „Ja“ zu sagen zu diesem Leben hier auf Erden. Und wenn da kein Frieden ist, dann Frieden zu bringen. Und wenn da keine Liebe wohnt, Liebe zu schenken. Und wenn da keine Gerechtigkeit herrscht, selbst doch gerecht zu handeln. Und wenn da aber das Recht des Stärkeren herrscht, dann selbst doch Gemeinsamkeit und ein Miteinander zu pflegen. Das könnten wir von Weihnachten mit ins neue Jahr bringen.

Wir haben gemerkt, dass gerade dieses Miteinander – auch auf die Ferne – uns gut durch das Jahr 2020 getragen hat. Bestimmt trägt es uns auch weiter!

Deshalb, in herzlicher Verbundenheit: Frohe Weihnachten!

Eure Cornelia

PS: Wollt Ihr doch gerne mal in die Kirche? Hier könnt Ihr in der Sankt Georgenkirche in Eisenach eine kurze Andacht, die Christvesper, mit Lesung, viel Musik und kurzer Predigt wahrnehmen: https://www.youtube.com/watch?v=84-eRCzfNdo

PPS: Und natürlich könnt Ihr auch jetzt noch bei einer Petition gegen das Abholzen eines gesunden Waldes mit vielen alten Bäumen aufgrund einer Autobahn unterschreiben: www.stoppa49.org

 

Diese E-Mail wurde von Avast Antivirus-Software auf Viren geprüft.
www.avast.com

2020: Jetzt sind wir dran. Alle zusammen für die Erde.

Thüringer „Wald“ 2020

 

Liebe Freundin, lieber Freund.

Sieh, diese Welt ist voller Wunder, voller erstaunlicher Zusammenhänge, die wir kaum begreifen.

Seit sie entstanden ist, und seitdem der Mensch auf der Erde wandelt, sind schließlich nach mehreren Jahrtausenden verschiedene Gesetzmäßigkeiten durch den Menschen herausgefunden worden. Manchmal denkt er auch, er hätte schon alles entschlüsselt.

Doch ein Gesetz haben wir anscheinend noch nicht entdeckt: Wie ich in den Wald hineinrufe, so schallt es heraus.

All die aktuellen Ereignisse, die uns zur Zeit auf der Erde begegnen… Man könnte von Chaos sprechen, wenn es nicht so logisch wäre… haben mit unseren vorherigen Handlungen zu tun.

Schauen wir als Beispiel auf die USA:

  • Es wurden die Sicherheitsstandards für die Öl-/Frackingindustrie gesenkt (sie hat es grad nicht leicht, Gewinne zu machen, da sie zu viel auf den Mark geschmissen hatte und dadurch die Preise verfielen). Und: Daraus resultiert, dass nun Tausende von Frackinglöchern nicht richtig verschlossen wurden / werden mussten.[i] Diese teils leckenden Löcher (es entweicht z.B. Methangas) sind natürlich brandgefährlich – und wir haben auch Brände, entlang der gesamten Westküste der USA, Nicht nur Kalifornien, auch Oregon ist jetzt schon betroffen.
  • Klimawandel wird geleugnet, die Klimaabkommen boykottiert.[ii] Und: Große Hitzewelle in großen Teilen der USA, teilweise verbunden mit einer Luftfeuchtigkeit von 80% und der Asche von den Bränden. Dann Temperatursturz um teilweise 35°C zu Schnee.[iii] Und zeitgleich neben den erwähnten Bränden an der Westküste, ist, nach Laura,[iv] gerade wieder ein weiterer Hurrikan, Sally, mit großen Überschwemmungen an Land gekommen. Der nächste, Teddy, schon unterwegs
  • Corona wird geleugnet, lange, besonders vom jetzigen Präsidenten, der nur halbherzig Maßnahmen empfahl, dann behauptet, man habe so etwas ja nicht kommen sehen können. Ein bestehendes Gesundheitssystem wurde unter ihm großenteils sogar demontiert. Und so finden wir mit die höchsten Zahlen an Erkrankten und Toten genau in diesem Land.
  • Wir haben seit langem Missachtung eines großen Bevölkerungsanteils. Und wir haben schlimme Bürgerkämpfe.[v]
  • Wir finden hier in den USA große Ablehnung von Flüchtenden aus anderen Ländern. Und die Amerikaner müssen nun an vielen Stellen selbst flüchten (durch die Brände in Kalifornien und Oregon z.B. oder in Louisiana und Alabama, weil dort Häuser durch die Hurrikans zerstört wurden).[vi]
  • https://www.youtube.com/watch?time_continue=57&v=kNrj87Q-4Yk&feature=emb_logo, 08.09.2020, guter Song von Barbra Streisand dazu.

Es kommen jetzt die Quittungen des Nichterkennens und Nichthandelns. Und dies nicht nur in den Vereinigten Staaten, sie waren nur ein Beispiel für Ursache und Wirkung. Es herrschen Überflutungen nicht nur in den USA, sondern auch in Indien und Bangladesch und auch in Italien und Österreich. Es herrschen Wahnsinnstemperaturen, nicht nur in Trier (38,6°C dieses Jahr)[vii] sondern auch in der Arktis (45°C dieses Jahr)[viii] und der Antarktis (warm wie in Los Angeles am selben Tag)[ix] Es herrscht Dürre nicht nur in Spanien, sondern auch vor der Haustür, in den Wäldern rings um uns.[x] Es brennen die Wälder, nicht nur in Australien, sondern auch in Brasilien, wie auch in Kalifornien, wie in der Arktis, wie im UK.

Wir  können auch direkt in Deutschland erkennen, wie dort gehandelt wird und wohin uns dies führt:

  • Jetzt beginnt der Bau der Autobahn A26 von Hamburg nach York – durchs Moor. Obwohl wir wissen, dass Moore besonders wichtige Klimaretter sind und dass die Massenmobilität enden muss.
  • Der Dürre fallen Tausende von Bäumen zum Opfer (285.000 Hektar Wald). [xi]
  • Während Bäume sterben, soll gleichzeitig ein intakter Mischwald ebenfalls einer Autobahn (Dannenröder Wald vs A 49) weichen.[xii]
  • Und weiter wird CO2 in die Atmosphäre geblasen und sie damit weiter erwärmt. Nur ein Beispiel: Datteln4 wird in Betrieb genommen, obwohl Kohlekraftwerke veraltete Technologie darstellen und Kohle auf schlimme Weise abgebaut wird, seit jeher und immer noch: https://stillburning.net/ ,08.09.2020.
  • Die Politik entscheidet sich, noch einmal richtig Steuermilliarden in Kohlekraft zu stecken – bis 2038 (jetzt wird dagegen geklagt).
  • Aber ein erst 2015 in Betrieb genommenes, teures Industriebauwerk wie das Moorburger Kraftwerk soll anscheinend schon jetzt, 2020, vom Netz gehen, weil es sich gar nicht mehr rechnet.
  • Dem Tagebau Garzweiler sollen dennoch weitere Dörfer geopfert werden, in Keyenberg werden Häuser abgebaggert, die in Mühlrose sind schon auf der Liste, – legal? Und es ist doch klar, dass die Kohle unter ihnen nicht mehr benötigt wird.[xiii] Die Gegner sind inzwischen in den Hungerstreik gegangen.[xiv]
  • Tagebau wird dann bei Stilllegung geflutet mit dem knappen Wasser.[xv]
  • Wir wissen vom Insektensterben, aber Insektizide werden gekauft wie verrückt.[xvi]
  • Wir wissen von der Trinkwasser Belastung, aber gegüllt und gespritzt wird nach wie vor weiter. Die Kosten durch die Klage der EU gegen den deutschen Staat zahlen die Steuerzahler*innen und wir alle außerdem mit unserer Gesundheit. https://www.nabu.de/news/2019/07/26742.html09.2020.

Und so kann ich weiter und weiter schreiben.

Aber darum geht es nicht. Es geht mir nicht um das Aufzählen der Hiobsbotschaften.

Es geht um unsere Beziehung zu unserer Erde: Sie ist für uns unendlich wertvoll, eben lebensnotwendig. Hier wurden wir geboren und von ihr ernährt und gekleidet, hier haben wir unsere Wohnung. Dieser Planet stellt alles für uns zur Verfügung. Er sorgt für alle und alles.

Und jetzt müssen wir für ihn sorgen!

Die ganzen privaten Wünsche, das ewige Arbeiten für etwas Geld und etwas mehr Geld und noch etwas mehr, jede/r sorgt irgendwie nur für sich und wenig um mehr. Die Überforderung schon im Alltag, jetzt mit Corona noch mehr, dieser Stress, für das ganz alltägliche Auf und Nieder. Das alles nützt dem Planeten kaum. Wir verbrauchen Ressourcen wie sonst mehrere Generationen und wir holen sie aus den entlegensten Winkeln der Erde.

Jetzt müssen wir mal etwas zurückgeben. Jetzt müssen wir den Blick weiten und die Not der Erde erkennen – und handeln.

Hand aus’s Herz: Was tust Du für diese Erde?

  • Siehst Du, dass die Bäume welken? Gibst Du ihnen Wasser, um ihren Durst zu lindern? In Deinem Garten, vor Deinem Haus/ Deiner Wohnung an der Straße?
  • Wunderst Du Dich, dass es früher mehr Schmetterlinge gab? Gibst Du ihnen ein wildes Eckchen in Deinem Garten auf Deinem Balkon, auf Deinem Fensterbrett, wo sie sich in Ruhe verpuppen können? Oder schneidest Du beim „Aufräumen“ jeden Lebensraum weg?
  • Hast Du von den gequälten Schweinen gelesen? Siehst Du sie auf den Autobahnen in den zahllosen Tiertransporten? Isst Du sie trotzdem noch oder kannst Du damit jetzt aufhören?
  • Atmest du gern? Was tust Du für eine saubere Luft?
  • Wer sind eigentlich „die Anleger“, von denen man hört, sie seien angeblich nicht an einem Wechsel der Fonds von Kohle zu Solarenergie interessiert? Das sind doch wir alle, denn wir haben unser Geld auf dem Konto von irgendeinem Kreditinstitut liegen. Zahlen wir Zinsen, oder haben wir Guthaben, dann wird dieses Geld irgendwo investiert. Wann schaust Du Deiner Bank oder Sparkasse, wohinein sie investieren? Und wenn sie damit die Erde kaputt machen, gibst Du Dein Geld dann woanders hin?
  • Was wählst Du? Denkst Du dabei auch an die Gesundheit Deines Planeten und die Zukunft darauf?

Wenn mit dieser Erde Schlimmes geschieht, dann, wir müssen es ehrlich betrachten, dann sind wir nicht Opfer, sondern Täter.

Also lass uns umkehren, jetzt, hier und heute, zu unserem eigenen Glück. Denn sie ist voller Liebe für ihre Geschöpfe, sie hat diese Qual durch uns nicht verdient.

 

Was sind die größten Klimasünder?[xvii] Da können wir anfangen zu handeln! Tatsächlich geht das ganz leicht:

Stromanbieter wechseln[xviii]

Bank wechseln

Auto stehen lassen[xix]

Fleisch und Tierprodukte vermindern

Ökoprodukte statt Gespritztes kaufen

Müll vermeiden

 

Und wer rettet das Klima? Auch da können wir anfangen, geht ganz leicht:

Moore schützen, Torffreie Erde für den Garten kaufen

Bäume erhalten und pflanzen

Mindestens 20% des Grundstückes / des Balkons tüchtig verwildern lassen.

Boden entsiegeln

 

Und komm mit am 25.9.2020 zur Fridays for Future Demo!

 

In  Buchholz

Hamburg

 

Bei Dir zu Hause: https://fridaysforfuture.de/save-the-date/ 17.09.2020.

 

Ich bin auch da und viele, viele andere mehr. Es bringt Spaß und gibt Hoffnung – und es macht bei den Entscheidern Druck, sie trauen sich nämlich nur dann vom althergebrachten Pfad abzuzweigen und das Neue zu wagen, wenn sie merken: „Da ist Druck, die Wähler*innen wollen das wirklich“.

Ich freue mich jedenfalls, dass Du mit mir auf dem Weg bist, hier und jetzt für diese schöne Erde zu sprechen und zu handeln!

Es erfüllt mich mit Hoffnung und Zuversicht darin, dass dieser wundervollen Vielfalt auf Erden ein Überleben, ein neues Aufleben beschieden sein wird!

 

Eine für Alle – jetzt geben wir etwas zurück: Alle für Eine

Eure Cornelia

Klimaaktion – mit Coronaabstand https://twitter.com/i/status/1253728651385937928 ,08.09.2020.

 

 

Anhang:

Ich mache mal eine Liste auf (wenn Ihr sie nicht in Gänze ertragt, könnt Ihr Ihr sie vielleicht zumindest überfliegen):

Kurze Erklärung vorab! Achtung: Dieser Rundbrief ist voller Links. Mittendrin und auch am Ende gebe ich Euch meine Quellen an, um zu untermauern, was ich behaupte. Diese Links führen fast alle auf fremde Seiten und ich verweise mit ihnen also nur auf deren inhaltlichen Stand zum Zeitpunkt meiner Erstveröffentlichung. Ich gebe zu den Links die Daten an, an denen ich die Seiten besucht habe und den entsprechenden Inhalt gefunden habe, aber ich kann keine Garantie oder gar Haftung dafür übernehmen, was in Zukunft auf diesen Seiten geschieht, da sie nicht mir gehören.

Das Jahr 2020 (nur von März bis September…).

Von den Bränden in Australien – Juni 2019 bis März 2020 – und von Corona hatte ich schon in vorherigen Briefen geschrieben, an dieser Stelle hier zähle ich ein paar weitere Ereignisse von 2020 auf.

Klimastreik war online

 

  • Wir hatten kurz vorher noch eine Aktion begonnen, ein Dankschön an die Fahrradfahrer, die wir aber nicht zu Ende führen konnten (Hamburg, Bremen, München und dann war erstmal Pause)

delfinbotschaft.de/?p=970

 

In Berlin wurde währenddessen von vielen durch Platzhalter demonstriert:

Fight every Crisis wurde der Protest genannt, in Bezug auf Corona und Klima sollten dieselben Anstrengungen unternommen werden, so die Botschaft.

 

https://twitter.com/i/status/1272468641913745413 , kurzer Film dazu.

 

 

 

 

  • Ende Mai erwarteten uns die Szenen um George Floyd und seinen Tod, wie von anderen rassistische Gewalttaten, auch die Szene, wie ein älterer Herr von den Polizisten zu Boden geworfen wird, sodass er schwer verletzt liegen bleibt. Es gab Reaktionen in Deutschland und aller Welt dazu https://twitter.com/i/status/1301829110575124482 .

Jungfernstieg und Rathausmarkt in Hamburg, 2.6.2020.

Und Trump reagierte mit dem Bibelmissbrauch vor einer Kirche für seine Zwecke….

Das war die Reaktion auf Norderney.

 

 

 

Kurzer Film dazu: https://twitter.com/i/status/1278225609517404160 08.09.2020.

Sie jedenfalls nennen es das Kohleeinstiegsgesetz. „Sozial wäre, wenn die Kohlekonzerne Entschädigungen zahlen für all die Zerstörung, die sie schon angerichtet haben“

https://taz.de/Niederlagen-fuer-US-Oelindustrie/!5698428/  ,08.09.2020.

Währenddessen: Immer wieder auf Demos, Mahnwache und hier Menschenkette, 10.7.2020, im Hamburger Stadtpark.

Viele entdecken das Homeoffice in seiner ganzen Möglichkeit und ich träume seitdem von leereren Straßen und Büroflächen, die fast klimaneutral zu Wohnungen werden können.

Die Grafiken und Bilder von anderen kann ich Euch hier leider nicht zeigen.

 

Zu der Rauchentwicklung am Amazonas: https://www.hrw.org/news/2020/08/26/brazil-amazon-fires-affect-health-thousands ,17.09.2020.

 

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_88477388/maut-affaere-e-mails-bringen-andreas-scheuer-in-die-bredouille.html  ,17.09.2020. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/mobilfunkgesellschaft-rechnungshof-wirft-scheuer-vor-das-finanzministerium-getaeuscht-zu-haben/26132808.html?ticket=ST-13449-jzcMrmR2i6gVfQzfa9Cr-ap5 17.09.2020.

https://twitter.com/seawatch_intl/status/1300723255012134912 17.09.2020.

Demo „wir haben Platz“ in Hamburg: https://twitter.com/i/status/1302611580761313282 ,17.09.2020. Und in Berlin:

 

 

 

 

 

Wetter/Klima: https://twitter.com/i/status/1305902949508538369

https://twitter.com/i/status/1301213686888103936 über die Plug-in-Hybride, die viel mehr verbrauchen, als sie zugeben, dafür staatliche Förderung bekommen und glatte 70 km elektrisch fahren (ohje, deutsche Autoindustrie, das ist ja nicht wirklich fortschrittlich)

Trailer zu dem Film „Greta“ https://www.independent.co.uk/arts-entertainment/films/news/i-am-greta-thunberg-documentary-release-date-cinemas-uk-watch-trailer-b467948.html ,17.09.2020.

Zur US Wahl ein Tipp von former President B. Obama: https://twitter.com/i/status/1306246468563423232 ,17.09.2020.

Zum Feuer, besonders zu Kalifornien: https://twitter.com/i/status/1304312864992366592 17.09.2020.

 

Und es brennt immer noch. https://twitter.com/derspiegel/status/1306263135930769410 17.09.2020. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/waldbraende-in-den-usa-und-klimakrise-die-katastrophe-ist-da-a-6fd2a5e2-6de6-49eb-b9d7-a9990aa59eac?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph , 17.09.2020.

 

[1] https://www.wiado.de/meldepflichtige-krankheiten/ ,08.09.2020.

 

[i]Quellen für die Endnoten im Brief: Frackingland ist abgebrannt: https://taz.de/Umweltdesaster-in-USA/!5702587/ ,08.09.2020. Dazu eine Anm.: Fracking in Deutschland: https://klima-der-gerechtigkeit.de/2020/06/15/fracking-in-deutschland-wirklich-verboten-ein-bisschen-erlaubt-oder-sogar-bald-wieder-en-vogue/ ,17.09.2020.

[ii] https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/usa-steigen-offiziell-aus-pariser-klimaabkommen-aus-a-1294875.html ,08.09.2020.

[iii] https://www.severe-weather.eu/global-weather/colorado-snow-denver-mk/ ,17.09.2020.

[iv] https://twitter.com/i/status/1299020560668688385 zu Laura, 17.09.2020. https://heated.world/p/a-post-laura-heat-wave-has-no-name 17.09.2020.

[v] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/usa-protest-marsch-washington-rassismus-polizeigewalt-100.html#xtor=CS5-62 ,17.09.2020.

[vi] https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantische_Hurrikansaison_2020 ,08.09.2020. https://twitter.com/billmckibben/status/1305591130608857088 ,17.09.2020.

[vii] https://www.schwaebische.de/sueden/bayern_artikel,-bisher-hoechste-temperatur-2020-386-grad-in-trier-gemessen-_arid,11255933.html , https://twitter.com/i/status/1296473806362611720 08.09.2020.

[viii] https://www.merkur.de/welt/wetter-arktis-hitzewelle-deutschland-klimawandel-folgen-warnung-sibirien-waldbrand-duerre-zr-13831197.html , https://twitter.com/FridayForFuture/status/1275720126789234697/photo/1 ,08.09.2020.

[ix] https://www.br.de/nachrichten/wissen/rekordhitze-antarktis-so-warm-wie-los-angeles,RrnmRhC ,08.09.2020.

[x] https://www.gfz-potsdam.de/medien-kommunikation/meldungen/detailansicht/article/neue-satellitendaten-zeigen-ausmass-der-duerresommer-2018-und-2019/ , 08.09.2020.

[xi] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schaeden-in-deutschlands-waeldern-groesser-als-angenommen-16911551.html ,17.09.2020. https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/faellstopp-fuer-buchen-100.html

[xii] https://twitter.com/keinea49/status/1301220128789594112 ,17.09.2020.

[xiii] https://twitter.com/i/status/1254328755016929281 , https://www.alle-doerfer-bleiben.de/  08.09.2020.

[xiv] https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/garzweiler-braunkohle-gegner-treten-in-hungerstreik-extinction-rebellion-protest-a-cc583995-0967-43ba-a267-a515a8b25ed4 ,17.09.2020.

[xv] https://www.klimareporter.de/erdsystem/eine-lausitzer-sumpflandschaft ,08.09.2020. https://www.zdf.de/politik/frontal-21/wassernotstand-in-der-lausitz-100.html , 17.09.2020.

[xvi] https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/pestizide-107.html ,08.09.2020.

[xvii] https://de.statista.com/infografik/20253/unternehmen-in-der-eu-mit-den-hoechsten-co2-emissionen/ ,17.09.2020. https://taz.de/Bericht-von-Interpol-zu-Plastikabfaellen/!5710376/ ,17.09.2020.

[xviii] Und eine Plug and Play: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/stecker-solar-balkon-pv-101.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE ,17.09.2020.

[xix] Geht schon, wie man sieht: https://www.fastcompany.com/90456075/here-are-11-more-neighborhoods-that-have-joined-the-car-free-revolution ,17.09.2020.

Österliche Freudenzeit und bedingungslose Liebe

Liebe Freunde

Wir sind noch in der österlichen Freudenzeit (die geht bis Pfingsten) und so traue ich mich, Euch auch noch auf Eure lieben Ostergrüße zu antworten, „Danke“ zu sagen und Euch dazu ein paar Gedanken zu senden. Und natürlich möchte ich Euch etwas schreiben, dass Euch gut tut und Euch unterstützt auf Eurem Weg, jetzt und auch überhaupt.

Die harte Phase des Shut Downs scheint schon wieder hinter uns zu liegen… Aber ob wir wirklich den Krisenpunkt / den Karfreitagspunkt (oder den Titanicpunkt?)  schon erreicht haben,  da bin ich noch gar nicht ganz sicher.

Ich habe nach wie vor das Gefühl, wir könnten etwas an unserer Transformation arbeiten und versuchen, etwas Gutes aus dieser ganzen Situation zu machen, und vielleicht eine klitzekleine Drehung vor einem weiteren Vorangehen vollziehen.

Früher auf der Farm kamen die Kurenden im Allgemeinen ziemlich kaputt an, bekamen nun Ruhe, Anwendungen, viel Natur, Vorträge, Beratung und gute Ernährung, sodass sie kräftig und gut gelaunt wieder nach Hause fahren konnten. Und schon da habe ich manchmal zum Abschied gesagt: „Wenn wir auf einem Weg waren, der uns kaputt gemacht hat und jetzt mit doppelter Kraft den gleichen Weg wie vorher fahren, dann sind wir in halber Zeit wieder an derselben Stelle wie vor der Kur. Wir könnten aber jetzt auch einmal gucken, ob wir unsere neue Kraft wirklich in die alten Ziele stecken wollen. Vielleicht wäre es gut, nach dieser Zäsur eine kleine Drehung zu vollziehen. Damit die neue Kraft in eine neue Richtung geht.“

Ich glaube, für eine kleine Drehung gibt es kaum eine bessere Zeit als einen Shut Down. Es gibt kaum eine bessere Zeit als Karfreitag/Ostern! Diese unterstützen uns in jeglicher Transformation.

So ein weltweiter Shut Down, eben weil es eine weltweite Pandemie gibt, im Jahr 2020[i] – das geht in die Geschichte ein! Wann gab es so etwas in der Form? (1919) – Nun sind wir Teil dieser geschichtsträchtigen Zeit. Es hat uns sicherlich etwas zu sagen.

Was ich Euch dazu schreiben möchte, fügt sich ein in die Reihe der letzten Mails oder auch der Aussagen im letzten und vorletzten Jahr, denn immer wieder komme ich auf diesen Punkt:

Ich glaube, eine sehr große Krux ist, dass wir jahrhundertelang mit bedingter Liebe erzogen wurden.

Liebe wurde, häufig genug sogar von den Eltern, aber auch von Freunden, in der Schule, in der Gesellschaft, in der Ehe, nur mit Bedingungen vergeben: „Wenn Du das tust, dann mag ich Dich“, „wenn Du das nicht tust, dann bist Du verkehrt“, „Der oder die macht es besser als Du,  der/die ist besser als Du“ etc.

Ich glaube, dass unser ganzes Streben, der oder die Beste sein zu wollen, es immer und immer perfekter machen zu müssen, unser Auftrumpfen „Ich kann das besser als Du“, „Ich weiß das besser als Du“, „Ich bin besser als Du“, unser Unterdrücken von anderen „Du kriegst das nicht, das hast Du nicht verdient, ich bin besser, ich will es haben, ich will es sein“, unser Immer-weiter-machen-müssen „Jetzt bin ich Vice-President, nun will ich President werden“, unser über die Grenzen schraben bei uns und bei anderen, aber auch unsere permanente Selbstüberforderung, dass wir zuviel versprechen, zuviel machen, obwohl wir nicht mehr können, dann ein schlechtes Gewissen haben, weil wir nicht alles geschafft haben und deshalb gleich wieder zuviel Neues versprechen, auch das Polieren der Schuldknöpfe bei anderen (und Triumphieren: „Der kann es auch nicht!“) und  sogar bei uns selbst, damit verbunden so viele Erkrankungen, das alles rührt von bedingter „Liebe“, die eben keine Liebe ist, sondern ein Vertrag, bei dem der/diejenige die höchsten Forderungen stellen kann, der/die am wenigsten liebt – und auch gar nicht lieben will. Weil man dann verletzlich ist und nicht mehr die Macht hat.

Es scheint nämlich schließlich gar nicht mehr um Liebe zu gehen, die wir so dringend benötigen, sondern um Macht über andere.

Eine Dame sagte zu mir: „Ich habe immer für alles bezahlen müssen. Jedes „Geschenk“ musste ich irgendwie, irgendwann zurückzahlen. Ob mit Arbeiten, oder mit dem Körper, oder mit Geld oder mit Abgabe von Rechten, mit Kopf-einziehen. Es war nichts wirklich geschenkt, die „Liebe“ schon gar nicht.“

Und wie lange halten wir das aufrecht… soviel Energie geben wir in Zustände, Systeme, die uns selbst nichts geben, krank machen. Immer in der Hoffnung, wenn wir noch ein bisschen weiter machen, ein bisschen besser vielleicht, ein bisschen funktionieren, erfüllen, was der jeweils andere will, ein bisschen noch seiner Macht beugen, dann, dann endlich, bekommen wir die ersehnte Liebe, erlangen wir unser Glück.

Aber immer gibt es dann neue Bedingungen.

„Ich sitze auf dem Klo in unserer Firma, als jemand herein kommt und sich auch in eine Kabine verzieht (abseits von mir, ich wurde anscheinend nicht bemerkt) und dort verzweifelt beginnt zu schluchzen. Ich höre tiefe, tiefe Verzweiflung in dem Weinen, das die andere Person schüttelt. Sie kommt wieder heraus und wäscht sich, immer noch um Luft ringend, die Hände. Da klingelt ein Handy, es muss diesem Menschen dort am Waschbecken gehören, denn sein Schluchzen verstummt und, nachdem es ein paar Mal geklingelt hat, meldet er sich schließlich mit ziemlich normal klingender Stimme an seinem Telefon. Unser Abteilungsleiter, der versucht, sein Gesicht zu wahren“ (dies war ein privater Kommentar unter einem Artikel).

Wie vielen Menschen geht es ähnlich? Und zeigen es uns ja nicht. Natürlich nicht. Um keine Schwächen zugeben zu müssen, um nicht verachtet zu werden, wird an so vielen Stellen in unserer Gesellschaft immer weitergemacht, wo es schon lange nicht mehr so sein dürfte.

Ist dieser Shut Down eigentlich eine Art kollektive Wunscherfüllung gewesen? Wie viele Menschen haben sich wohl gewünscht, dass sie morgen nicht zur Arbeit müssten? Wie schön es doch wäre, genug zum Leben zu haben, ohne in der bekannten Form arbeiten zu müssen? Es gibt auch nicht wenige, die denken: „Wenn ich krank wäre, dann hätte ich wenigstens Ruhe und müsste morgen nicht los“ (dieser Gedanke ist schon krank).

Damit meine ich nicht nur Deutschland, auch wenn wir solche Gedankengänge kennen sollten, ich meine das durchaus weltweit. Wollten wir alle mal Ruhe haben?

Natürlich hat sich das keine/r explizit so in der Größe, mit der Krankheit und sogar Opfern, nämlich vielen Toten, gewünscht. Aber für sich selbst vielleicht ein bisschen weniger Arbeit, ein bisschen weniger Stress, ein bisschen weniger Ärger dabei, ein bisschen weniger Druck? Ein bisschen mehr Zuspruch oder Wertschätzung? Bitte: Einmal durchatmen können!

Es ist für uns nicht leicht, so zu leben, wie man heutzutage lebt. Viele Kinder zahlen einen Tribut, weil sie ihre Eltern kaum sehen (die Beziehungen, die Erziehung finden in der Schule statt). Mit unserer Gesundheit zahlen wir oft einen Tribut. Und alle, die auch im Shut Down fleißig weiter arbeiteten (denken wir gerade mal an alle Menschen in systemrelevanten Berufen) zahlen ja auch ihren Tribut, denn der Mehrwert, der aus ihrer Arbeit entsteht, wird selten von ihnen selbst genossen, sondern abgeschöpft und irgendwohin transferiert.[ii]

Gucken wir auf die andere Seite der Erde ist es ungleich härter: In der Klimarecherche ( http://delfinbotschaft.de/?p=941 ) sprach ich das Thema Sklaven schon an (die es heute noch gibt und von denen viele auf je einen Bundesbürger kommen).[iii] Für Make up, Früchte, Shrimps, Gold, Silber, einen Diamanten am Ehering, Telefon, den Fußball, Kleidung etc. wird unter schlimmen Bedingungen geerntet und weiter verarbeitet. Wenn ich den Test, den Ihr ganz unten in der Endnote findet, mache, dann arbeiten für mich 62 Sklaven. Ehrlich, das will ich nicht und das wollte ich nie, ich suche also längst nach Auswegen!

Wo keine Liebe herrscht, da üben Muskelkraft, Geld, Wissen, Bodenkontrolle ihre Macht aus, auf: Kleinere, andere Lebewesen, andere Nationalitäten, das jeweils andere Geschlecht, die Erde selbst. Andere Arten, also Tiere/Pflanzen, werden geschunden, benutzt. Kinder werden von ihren Eltern bis zum 30. Lebensjahr als Sklaven verkauft. Jungen und Mädchen und genauso Frauen werden missbraucht. Frauen lässt man möglichst ohne Bildung – und wenn sie Bildung haben, verbietet man ihnen den Mund. Haben sie einen Beruf, kriegen sie weniger Geld und dann weniger Achtung, weil sie weniger Geld haben.

Dort, wo Gesetze die Schwachen schützen sollen, da geht es für die Skrupellosen ungebremst weiter. Notfalls baut man seine Fabrik in andere Länder, immer neue, immer dort, wo die günstigsten Löhne sind und wo es die geringsten Rechte für Arbeitnehmer*innen gibt.[iv]

 

Wo geht eigentlich unsere Achtung hin?

Achten wir Menschen, die andere stützen, freundlich, liebevoll sind oder Menschen, die andere benutzen?

Wo ordnen wir uns in diesem Gefälle ein?

Welches System stützen wir damit? Ein liebevolles System oder das System von Macht?

Kennt Ihr das Impostor Syndrom? Davon sind anscheinend mehr Frauen befallen (inzwischen aber kennt man dieses Phänomen zunehmend auch bei Männern). Ein Syndrom ist übrigens ein „Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammentreffen verschiedener charakteristischer Symptome ergibt“ (so sagt es der Duden).[v] Mit anderen Worten, das hier ist eine Krankheit! Es ist nicht gesund, so zu fühlen! Das will ich vorweg sagen.

Und das Impostor Syndrom nennt man bei Menschen ihre eigene Annahme, dass alles, was sie gut gemacht haben, einfach nur Glück oder Zufall war, und alles, was verkehrt läuft, ihr Fehler ist.

Wie viele haben das von uns?

Wo kommt so etwas her?

Ich möchte hier noch einmal an die „Fünf Antreiber“ erinnern: Ein Erziehungsideal, dass den Kindern „helfen“ soll, „gut durch die Welt zu kommen“.

  1. Mach es sofort!
  2. Mach es allein!
  3. Mach es perfekt!
  4. Mach es ganz!
  5. Mach es schnell!

Diese fünf Bedingungen mussten eingehalten werden, dann war man ein „guter“ Mensch (und die anderen waren lieb zu einem). Was letztlich dazu führt, dass gilt:

  1. Mach es immer sofort!
  2. Mach es immer allein!
  3. Mach es immer perfekt!
  4. Mach es immer ganz!
  5. Mach es immer schnell!
  6. (Ach ja, und man muss dabei gut aussehen.)

Diese Verabsolution aber ist nicht einzuhalten, sie überfordert, man schafft es nicht und so ist man eben „schlecht“….

Mit bedingungsloser Liebe hat das wohl kaum etwas zu tun.

Wer so erzogen wurde, hat große Probleme, sich selbst zu lieben (vielleicht wurden die Impostor Menschen so erzogen?), erst recht sich bedingungslos zu lieben, dann Andere zu lieben oder gar bedingungslos zu lieben und auch Probleme, zu glauben, man könnte wirklich bedingungslos geliebt werden.

Überall sieht man nur Verträge, Angriffe.

 

Und dann Karfreitag!

DAS Gegenmodell!

Da war ein Mensch (oder ist das übermenschlich?) bereit, sich selbst als Opfer für alle hinzugeben. Einer der nichts Böses getan hatte, außer dass er mit deutlichen Worten gemahnt und mit Taten schon gebessert hatte. Den man aber gut gebrauchen konnte, als „Bauernopfer“ / „Sündenbock“ / „Opferlamm“, seine Liebe ausnutzen konnte und der tatsächlich bereit war, die Schuld anderer auf sich zu nehmen und so bedingungslos liebte, dass er sogar für andere starb.

Egal, welchen Glauben wir haben, es gab ihn, diesen historischen Jesus und seine Botschaft ist – bis heute – tief greifend weltverändernd. Das Heilige an ihm war, dass man für ihn nicht heilig oder perfekt sein musste, um von ihm geliebt zu werden, um dabei sein zu dürfen.

Allein der Gedanke an so einen Menschen, an so eine Hingabe, an so eine Liebe, tut mir gut und macht mich ein Stück heiler und hoffnungsvoller und auch bereiter, etwas mehr Liebe zu verschenken. Lässt mich an die Möglichkeit glauben, dass wir diese klitzekleine Drehung hinbekommen können. Von bedingter zu bedingungsloser Liebe.

Aber wie geht das?

Ich habe bei den Menschen um mich herum ein paar Fragen gestellt, vor einer Weile schon, weil es mich interessierte. Denn es sind dabei sehr viele Menschen, die es z.T. gar nicht leicht hatten in ihrer Kindheit oder durch verschiedene, heftige Situationen mussten, die aber, in meinen Augen, wunderbare Persönlichkeiten sind, die immer wieder ihren Weg gefunden haben.

Sie haben nicht einfach irgendetwas immer weiter gemacht, oder versucht, es halt besser oder schneller oder intensiver zu machen (und damit das krankmachende System, in dem sie waren, immer perfekter unterstützt). Das wäre ja so gewesen, als wären sie, beim Fahren an die Wand, einfach nur immer weiter (perfekter, schneller, intensiver) an dieselbe Wand gefahren.

Nein, sie haben eine kleine Drehung vollzogen, haben immer wieder Auswege, neue Wege gefunden und sind heute also in ihrem Leben auf einem guten Wege und gar kein Notfall, wie man nach ihren schweren Erlebnissen vielleicht erwarten könnte, sondern im Gegenteil, Stützen für andere, hilfreich, andere stärkend.

Man nennt das Resilienz, wenn ein Mensch oder ein anderes lebendiges Wesen, trotz widriger Lebenslagen immer wieder hoch kommt, die Seele wie geschützt ist und heile durch die schlimmsten Lebensumstände gelangt.[vi]

Ich habe also gefragt: „Wie hast Du / haben Sie das geschafft, durch diese Zeiten (in denen wie zufällig immer ausgerechnet mal wieder gerade keiner da war, um zu helfen), wie haben Sie es geschafft, so gut hindurch zu kommen. Ohne die Betonung zu sehr darauf zu lenken, dass man allein war, würde ich doch gerne wissen, was Dich / Sie in dieser Situation so gestärkt hat, dass alles gut ausgegangen ist?“

Und sie nannten mir Verschiedenes,  was ihnen persönlich geholfen hatte: Viel Zeit in der Natur, Zeit mit sich alleine, auch Glaube (das konnte durchaus unterschiedlicher Glaube sein), Bewegung in der Natur, was man „viel frische Luft“ nennen könnte, Musik, bestimmte Bücher, die dann wieder gegriffen werden, – einige denken auch noch über meine Frage nach, sie konnten das gar nicht so spontan sagen.

Die von ihnen genannten Hilfen scheinen also sehr wichtige, im Prinzip lebenswichtige Lebensbegleiter zu sein. Sie wirken unspektakulär, aber sie haben diesen Menschen tatsächlich und buchstäblich, teils mehrfach, das Leben gerettet und sie, nicht weiter, sondern anders/ neu machen lassen, einen neuen Anfang geschenkt, Kraft dafür gespendet und gesund erhalten in teils allerschlimmsten Zeiten.

Es scheint also zu helfen, wenn wir den Focus wegnehmen von dem Außen, den Anderen und ihn auf uns selbst legen. Statt weiter Energie in die verfahrene Situation zu schicken, nehmen wir sie (wo kommt diese Energie eigentlich immer wieder her?) und tun uns selbst Gutes damit. Und so ist es möglich, in einer schlimmen Situation Wertschätzung, gute Pflege, Güte, eben bedingungslose Liebe zu erhalten.

Und so haben diese resilienten Menschen sich selbst das gegeben, was sie von den Anderen in den damaligen Zeiten sowieso nicht bekommen hätten.

Wenn wir merken, wir machen es für den /die Andere/n sowieso nicht richtig, nie richtig genug, dann ist das genau der ideale Zeitpunkt, uns auf uns selbst zu besinnen. Gar nicht dadurch, dass wir uns aus allem „rausziehen“ und nur noch für uns selbst sorgen (der Kuchen ist weder nur für die Anderen noch nur für uns, er ist für alle. Selbstverständlich soll jeder, auch wir selbst, ein Stück erhalten. Da ist jeder Kampf um ein Stück überflüssig). Aber wir sind dann nicht mehr abhängig in unseren Beziehungen, „brauchen“ andere nicht, wenn wir den Focus von ihnen wegnehmen können, nicht mehr denken müssen: „Was muss ich tun, damit Du mich liebst?“ (♪ What shall I do to make you love me? ♫).

Statt mit den Anderen böse zu sein, sind wir gut zu uns selbst. Das ist die Drehung. So kommt wieder Liebe in unsere Welt.

Und das können wir, weil wir geliebt sind, von Anbeginn. Und das ist die Quelle aus der immer wieder Energie in uns strömt und aus dieser Quelle kann uns nun selbst Gutes zufließen.  Dadurch können wir uns tatsächlich selbst lieben.

Auch, wenn wir bisher immer nur bedingte „Liebe“ bekommen haben (bzw. natürlich nicht bekommen haben, weil wir nicht alles erfüllen konnten) und gar nicht so recht wissen, wie das ist, uns selbst zu lieben, lasst uns anfangen, das zu üben:

Wir haben da also diese sprudelnde Quelle in uns, von da kommt Liebe, nicht von außen.

Spür mal hinein in Deinen Brustkorb, da gibt es einen Punkt, wo die Liebe wohnt, der ist zu spüren und da fühle hin. Und da, wo Du ihn findest, da mach auf! Dann ist alles da.

Wenn wir dort sprudeln lassen, das selbst annehmen können, füllen wir gewissermaßen unser eigenes Gefäß mehr und mehr, mit dieser Liebe, Güte und Freundlichkeit, bis es irgendwann überfließt. Wir sind so voll davon, dass es erstens uns gut geht und wir damit zweitens nicht mehr abhängig von den Gaben Anderer sind. Und drittens trifft diese überfließende Fülle dann die Menschen, die uns am nächsten sind. Sie werden von unserer Liebe berührt, ohne dass sie vorher etwas dafür tun mussten, denn wir brauchen ja grad nichts, wir sind einfach gut gefüllt und wir laufen vor lauter Güte über.

Wie schön wäre es, wenn wir unseren Kindern so begegnen könnten? Es würde eine ganz andere Welt entstehen. Erinnert Ihr Euch an die Rede von Astrid Lindgren, die ich als Weihnachtsrundbrief im vorletzten Jahr geschickt habe?

Ob ein Kind zu einem warmherzigen, offenen und vertrauensvollen Menschen mit Sinn für das Gemeinwohl heranwächst oder aber zu einem gefühlskalten, destruktiven, egoistischen Menschen, das entscheiden die, denen das Kind in dieser Welt anvertraut ist, je nachdem, ob sie ihm zeigen, was Liebe ist, oder aber dies nicht tun.“ …

Ein Kind, das von seinen Eltern liebevoll behandelt wird und das seine Eltern liebt, gewinnt dadurch ein liebevolles Verhältnis zu seiner Umwelt und bewahrt diese Grundeinstellung sein Leben lang. Und das ist auch dann gut, wenn das Kind später nicht zu denen gehört, die das Schicksal der Welt lenken.

Sollte das Kind aber wider Erwarten eines Tages doch zu diesen Mächtigen gehören, dann ist es für uns alle ein Glück, wenn seine Grundhaltung durch Liebe geprägt worden ist und nicht durch Gewalt. Auch künftige Staatsmänner und Politiker werden zu Charakteren geformt, noch bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben – das ist erschreckend, aber es ist wahr.“[vii]

Ihr könnt diese Rede auch noch einmal im Original hören: Auf der Hör CD „#haltung“, gibt es die Originalaufnahme von Ihrer Rede (und noch viele weitere  beeindruckende Reden von anderen Frauen und Männern). Tolle CD!

Hier gibt es eine Hörprobe:  https://www.hugendubel.de/de/hoerbuch_cd/heinrich_boell_erich_kaestner_astrid_lindgren_stephan_hessel_carola_rackete-_haltung-38160266-produkt-details.html

 

Das also wäre die „klitzekleine“ Drehung, von bedingter zu bedingungsloser Liebe. Die uns geben lässt (weil wir ja voll von Liebe und der entstehenden Freude sind), statt haben zu wollen, die uns diese Größe und Gelassenheit gibt, Andere so sein zu lassen und so zu achten, wie sie sind. Und so zu lieben. Die die Welt nach Ostern anders aussehen lassen würde als vorher. Das wäre die  Auferstehung!

Wenn wir bisher gesund geblieben sind oder aber irgendwann gesund aus allem herauskommen, ist das, trotz aller anderen Verluste, ein Grund, uns beschenkt zu fühlen, geliebt zu fühlen, glücklich zu sein, uns und unser Leben, einfach so, als wertvolles Geschenk zu betrachten. Vielleicht hilft uns das, sowohl die Ansprüche, wie das Erfüllen-müssen herunter zu schrauben und die bedingungslose Liebe wieder in uns zu entdecken und dort als gesunde Basis auszubauen. Und weiter zu verschenken.

Die Zeit ist voller Wunder, da können wir mitmachen, dies wünsche ich uns allen sehr herzlich!

Eure Cornelia

 

[i] 1919/2020 leicht zu merkende Daten von großen Zäsuren  auch durch Krankheiten.

[ii]  Dieser Gedankengang kam von Herrn Krümpelmann in einem Gespräch mit mir, Ende 2011. https://www.buchholz.de/portal/meldungen/-aussergewoehnlicher-mensch-viel-zu-frueh-aus-dem-leben-gerissen–903001301-20101.html ,13.04.2020. Gut auch hier erklärt: https://m.tagesspiegel.de/wissen/wie-veraendert-die-pandemie-die-gesellschaft-die-corona-krise-spaltet-die-sozialen-milieus-neu/25734516.html , 14.04.2020.

[iii] Vgl.: http://delfinbotschaft.de/?p=941 ,S.31. Hier ist der Originallink: www.slaveryfootprint.org  ,13.04.2020.

[iv] https://www.bpb.de/internationales/weltweit/menschenrechte/38751/textilindustrie ,14.4.2020.

[v] Zitat: https://www.duden.de/rechtschreibung/Syndrom , 14.04.2020.

[vi] Def. Resilienz: Psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen,  https://www.duden.de/rechtschreibung/Resilienz ,13.04.2020.

[vii] http://www.cornels-selke.de/news/?p=532 ,11.05.2020.

Wenn der Mensch ruht, freut sich die Erde

Heute ist Frühlingsanfang und wir haben eine veränderte Welt, – seit ein paar Tagen gewissermaßen, aber doch schon umfassend wie nie und kaum mit dem Frühling zu erklären.

Natürlich, seit Januar bereits ist ein neuartiger Virus in der Welt, aber erst seit ein paar Tagen richten wir uns darauf ein. Und wenn das alle Menschen tun, dann ist die Welt eben tatsächlich verändert (lassen wir mal kurz die außer Acht, die noch meinen, sich um nichts und niemanden kümmern zu müssen).

  • Im 3. Teil des Rundbriefes mit der Klimarecherche hatte ich geschrieben: „… in Davos 2020 sagte Angela Merkel, wir bräuchten eine Transformation! Das ist der richtige Ausdruck – Transformation. Höher, schneller, besser, weiter, ich bin der Beste, ich hole mir schnell noch alles, bevor Du es Dir holst, das ist ALTE WELT. Miteinander, zufrieden, im Frieden leben, das ist das NEUE. Und wir alle hätten gut davon.“[1]
  • Im letzten Rundbrief schrieb ich dann: „Zwischen-Fazit: Damit die Kurve der akuten Krankheitsfälle und damit der Zustand in Deutschlands Krankenhäusern etwas weniger dramatisch ausfällt und auch unsere Eltern und Großeltern heile durchkommen, halten wir, die wir das können, Ruhe, alleine oder einfach in kleiner Familie, zu Hause. Es tut uns sicherlich allen einmal gut. Bedenkt mal, diejenigen, die sich am meisten im Beruf verausgaben und dadurch schwächen, am meisten Raubbau am eigenen Körper betrieben haben, sind durchaus auch besonders gefährdet. Da kann etwas mehr Ruhe schon die Abwehr stärken und ist auf jeden Fall sehr erholsam.“
  • Und heute schon können wir erkennen, wie sehr sich die Ruhe der Menschen positiv auf die Natur auswirkt. Das Klima in China, Delfine und Fische in Italien…

Wenn der Mensch ruht, freut sich die Erde, so könnte man sagen.

Moment! Hatten wir nicht immer gelernt, dass wir, nur, wenn wir fleißig sind, „gute“ Menschen sind? Je fleißiger, umso besser? „Müßiggang ist aller Laster Anfang“ –  „Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ – „ Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute“ .

Und nun müssen – dürfen – wir erkennen, dass dies ein Irrweg war. Soviel Produktivität schadet sowohl uns und unserer Gesundheit, wie auch unserer Mitwelt und deren Gesundheit.

Guckt mal diese Grafik, ein Screenshot aus dem Vortrag von Prof. Dr. Austmann beim Klimaforum in Buchholz am 9.3.2020[2] (den ich allerdings zur Verdeutlichung bearbeitet habe). Er zeigt zwei Kurven in einer Grafik:

  1. wie die Ressourcen der Welt abnehmen
  2. wie menschengemachtes Wachstum zunimmt.

Und da bekommt dieses „Flatten the Curve“ (verflacht/mildert die Kurve), was wir gerade als Hausaufgabe für Covid-19 gestellt bekommen,[3]

 

nebenbei eine andere, genauso weltumfangende Aussage.

Also lasst uns das Burn-Out begraben und die Natur wieder beleben, indem wir endlich, wirklich erlaubt, Ruhe halten, eine Transformation gelingen lassen, die, wie Matthias Horx beschreibt,[4] uns im Herbst eine neue, veränderte, friedlichere Welt erleben lässt.

Nie war es so einfach.

Großen Segen möge uns das alles bringen!

Cornelia Cornels-Selke

 

[1] Zitat: Cornels-Selke,C., Klima-Eine Recherche, Buchholz, 2020, S.24.

[2] Vgl.: https://www.youtube.com/watch?time_continue=8&v=h7Tu_RLZ8t0&feature=emb_logo , oder hier:  https://buchholzconnect.de/klimaforum/ , 20,03,2020, Minute 44:20 beginnt sein Vortrag, davor geht es um die spezielle Buchholzer Situation.

[3] Quelle:  https://twistedsifter.com/2020/03/flatten-the-curve/ , 20.03.2020.

[4] Vgl.:  https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/ , 20.03.2020.

Aktuell: Behandlungen in meiner Praxis in Zeiten von SARS-CoV-2

Buchholz, den 14.3.2020

Liebe Freunde

Es gibt sehr reichlich und immer wieder Neues zu lesen über die jetzige Gesundheitssituation in dieser Welt. Da muss ich kaum Grundsätzliches zu schreiben. Es gibt sehr viele Informationen, die sich allerdings immer wieder an den neuesten Stand angleichen, also erneuern müssen.  Wo Ihr diese findet, folgt jetzt:

Noch ein paar Worte von mir: In Italien ist die Erkrankung schon weiter fortgeschritten, so können wir aus ihren Erfahrungen dort lernen: Zero Contatti subito, Null Kontakt, sofort, sagen sie uns. Meine Freundin aus Bozen berichtet mir live, wie es ist:

Bei ihnen herrscht Ausgangssperre, es gibt Strafen, wenn man (ohne sehr gewichtigen Grund) draußen herum läuft, auf den Straßen ist also alles leer und still, aber in den Krankenhäusern tobt der Sturm.

Und, bewundernswert, abends um 18.00 Uhr stehen die Menschen auf ihren Balkonen und an den Fenstern und singen! Mit all ihren Nachbarn, entfernt, aber doch zusammen singend. Beeindruckend und zum Staunen, diese tollen Menschen!

Meine Patient*innen / Bei mir in der Praxis:

  • Solltet Ihr Euch gesund fühlen, aber kürzlich in einem Risikogebiet gewesen sein oder Kontakt zu einem Erkrankten gehabt haben, dann gilt für Euch Quarantäne. Ihr müsstet in diesem Fall den Arzt anrufen (nicht einfach hingehen) oder das Krankenhaus.
  • Auch Selbständige sind im Falle einer Quarantäne finanziell abgesichert. https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/Corona-Virus-Folgen-fuer-Angestellte-und-Freiberufler-Wer-zahlt-bei-Quarantaene,coranavirus-quarantaene-rechte-arbeitnehmer-freiberufler-100.html#Selbststaendige ,14.03.2020.[1]
  • Solltet Ihr im Moment Grippesymptome haben, dann können wir dies leider nicht unterscheiden von den gerade umherziehenden Coronaviren (das Virus wird mittlerweile als SARS-CoV-2 bezeichnet), denn nicht immer ist eine Kontaktkette zu einem Erkrankten bekannt. Covid-19 ist bei Verdacht, Erkrankung und Tod meldepflichtig,[2] das heißt, schon der Verdachtsfall muss gemeldet werden – wenn er sich nicht bestätigt, muss dies auch gemeldet werden. Dazu informiert man also das zuständige Gesundheitsamt. Dann muss ein Test – z.B. ein oberer und tiefer Rachenabstrich – gemacht werden, dann erst zeigt es sich, ob Covid-19 vorliegt. Mit anderen Worten: Ich bin verpflichtet alle diese genannten Fälle weiterzuleiten.
  • Ein Familienmitglied von uns arbeitet im Krankenhaus, wir sind ganz gut informiert, wie da die Lage ist, aber wenn dort Infizierte eingeliefert werden, dann sind wir dadurch natürlich auch recht nah dran.
  • Außerdem gibt es bei mir in der Praxis Patient*innen mit Vorerkrankungen, die ich beschützen muss.
  • Ich kann Euch also ab sofort eine Telefonsprechstunde anbieten. Dies wird von den Krankenkassen unter den gegebenen Umständen auch empfohlen, da der persönliche Kontakt zur Zeit minimiert werden sollte. Dies wird, wie sonst auch, versicherungskonform mit den Ziffern der GebüH  abgerechnet.
  • Und es sind über die APP „Signal“ (diese ist kostenlos herunter ladbar) auch datenschutzsichere Videosprechstunden möglich, wenn Euch das wichtig ist.
  • Schreibt mich einfach an, dann vereinbaren wir einen Termin.

 

Wenn diese Krankheit etwas Gutes haben sollte, dann ist es hoffentlich dies: Dass wir Kranken- und Pflegepersonal mehr achten! Sie sind, seit Jahren immer stärker, permanent überlastet. Man geizt gleichzeitig mit ihrem Lohn, will aber beste Behandlung. Ein Arzt schrieb  – noch vor Corona –: „Ich bin seit 48 Stunden im Dienst, lassen Sie Sich nicht von diesem Zombie operieren.“ Immerzu wird an denen gespart, die uns im Notfall helfen sollen, denn die Gewinne dürfen anscheinend nicht an das Personal gehen. Jetzt aber wird von ihnen wieder alles erwartet. Allmählich sind viele Menschen im Homeoffice und zwangsbefreit von der Arbeit. Bei Krankenpflegern und –schwestern wird dagegen teilweise 200% an Arbeit erwartet. In Italien schrieben sie, „wir haben kein persönliches Leben mehr, wir dürfen auch nicht nach Hause, weil wir andere anstecken könnten.“

Da kann wirklich viel verbessert werden und wenn wir durch das Gröbste durch sind, dann sollten wir uns an ihre Seite stellen und sie unterstützen.

Zwischen-Fazit: Damit die Kurve der akuten Krankheitsfälle und damit der Zustand in Deutschlands Krankenhäusern etwas weniger dramatisch ausfällt und auch unsere Eltern und Großeltern heile durchkommen, halten wir, die wir das können, Ruhe, alleine oder einfach in kleiner Familie, zu Hause. Es tut uns sicherlich allen einmal gut.

Bedenkt mal, diejenigen, die sich am meisten im Beruf verausgaben und dadurch schwächen, am meisten Raubbau am eigenen Körper betrieben haben, sind durchaus auch besonders gefährdet. Da kann etwas mehr Ruhe schon die Abwehr stärken und ist auf jeden Fall sehr erholsam.

Ganz allmählich gelingt dies nun in Deutschland. Heute morgen zum Beispiel, als sich im Schatten noch der Nachtfrost halten konnte, war es aber doch schon schön in der Sonne und ich habe am offenen Fenster in der Sonne gesessen und das sehr genießen können. Hoffentlich könnt Ihr Euch das auch gönnen!

Seid beschützt und gesegnet.

Cornelia Cornels-Selke

 

[1] Quellen:  https://www.vgsd.de/corona-virus-auch-selbststaendige-und-freiberufler-werden-bei-quarantaene-entschaedigt/  ,  https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__56.html ,14.03.2020.

[2] Anm.: Der Verdacht auf COVID-19 ist begründet, wenn bei Personen mindestens eine der beiden folgenden Konstellationen vorliegt:

  1. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere oder unspezifischen Allgemeinsymptomen UND Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19
  1. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere UND
    Aufenthalt in einem Risikogebiet. (Quelle:  https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Empfehlung_Meldung.html ) ,14.03.2020.

Wie bleiben wir gesund?

Helgoland

Buchholz, den 10.3.2020

Aufgrund der zur Zeit bestehenden Angst vor Ansteckung möchte ich Euch gerne ein paar Tipps geben.

Vieles davon habe ich schon einmal geschrieben, aber ich habe festgestellt, dass das schon viele Jahre her sind und ich es nicht mehr unbedingt als bekannt voraussetzen kann.

Gerade ist alles wieder aktuell und so können wir Altes, aber Bewährtes mal wieder hervorkramen und anwenden.

Was können wir also tun, um möglichst inmitten kranker Menschen gesund zu bleiben?

1. Cystus 052 Lutschtabletten / Pandalis

Die Wirksamkeit konnte mit unterschiedlichen Bakterien und Viren in verschiedenen klinischen Studien gezeigt werden. Man kann sich die Wirkung der darin enthaltenen Cystrose in etwa so vorstellen: Die Cystrose „dockt“ sich bei den Erregern an und dadurch haben diese keine Möglichkeit mehr sich im Körper anzudocken/anzukoppeln. Einfach dadurch, dass man die Lutschtabletten mehrmals täglich lutscht, z.B. während man in der S-Bahn neben vielen anderen Menschen sitzt, baut man also einen Schutz im Mund und Rachenbereich auf.

2. Essig der vier Räuber

„Meist denken wir bei ätherischen Ölen ja nur an Wohlgeruch und nette Stimmung dabei (was natürlich auch die Abwehr stärkt). Zur Zeit der Pest waren sie aber das wirksamste Schutzmittel überhaupt!

Damals gab es eine Gruppe von Banditen, die die Pest-Leichen fledderten und ausraubten. An diese  Toten traute sich sonst keiner heran, ja sie wurden häufig genug einfach liegen gelassen, wo sie waren, weil jeder Angst vor Ansteckung hatte, auch der Bestatter. Nicht aber die Räuber. Für sie waren die Leichen eine Einladung zur Bereicherung. Schließlich fasste man sie doch. Man versprach ihnen Strafminderung, wenn sie nur ihr Geheimnis preisgäben, wie sie es geschafft hätten, nicht angesteckt zu werden. Und sie verrieten, dass sie verschiedene duftende Öle gemixt hatten, sich damit eingerieben hatten und so trotz der aggressiven Erreger überall in der Luft gesund bleiben konnten.

Dazu passt, dass auch die Arbeiter der Parfumfabriken, Parfums wurden damals noch aus puren Pflanzenölen hergestellt, nicht erkrankten. Seitdem ist der „Essig der vier Räuber“ in die Geschichte eingegangen. Es gibt davon verschiedene abgewandelte Versionen z.B.:

  • Großer Wermut 40g
  • Kleiner Wermut 40g
  • Rosmarin 40g
  • Salbei 40g
  • Pfefferminze 40g
  • Raute 40g
  • Lavendel 40g
  • Rotangpalme 5g
  • Zimt 5g
  • Gewürznelke 5g
  • Muskatnuß 5g
  • Knoblauch 5g
  • Kampfer 10g
  • Kristallisierte Essigsäure 40g
  • Weißer Essig 2500g

 

Ungefähr 10 Tage ziehen lassen. Durchsieben, dabei ausdrücken, dann den in der Essigsäure aufgelösten Kampfer hinzugeben und filtern. Mixt Euch auch die Apotheke…Damit kann man sich Hände und Gesicht einreiben oder es verdampfen lassen oder in Riechfläschchen abfüllen.

Ich persönlich wähle daraus immer die ätherischen Öle, mische diese und nehme sie zum Verdampfen. Das ist nicht so original, aber sehr einfach und schnell.

Diese Mischung ätherischer Öle empfehle ich immer, wenn meine Patienten in exotische Länder reisen, um sie schön gesund zu erhalten und sie zumindest vor Keimen aus der Luft oder aus Kontakten zu schützen. Ich denke, wir können uns ruhig einmal auch im Winter an diese Geschichte erinnern und nun bewusst etwas mehr Wohlgeruch in unseren Räumen verbreiten.“[1]

3. Olbas

Olbas kommt dem Essig der vier Räuber schon sehr nahe (Die Cystrose ist aber antiviraler getestet als Salbei oder Minze), es enthält hauptsächlich Pfefferminzöl, Eukalyptusöl, Cajeputöl aber auch Wacholderbeeröl und Gaultheriaöl.

4. MMS

Dazu gebe ich Euch Folgendes einfach weiter: „Auszug aus unserem Blogbeitrag: …Chlordioxid kann schon bei einer sehr geringen Konzentration von 3ppm (parts per million, Teile pro Million) Corona-Viren sicher abtöten, dies wurde in einer chinesischen Studie belegt. Es ist eine Studie von 2015 und mit den damals bekannten Corona-Viren. Aber! sie gehören zu demselben Stamm wie der aktuell mutierte Virus. Ja, die Studie hat nur bewiesen, dass Chlordioxid im Blut, Urin und Stuhl die Viren in vitro eliminieren konnte. Diese Erfolge waren in vitro also außerhalb des Körpers! Dennoch gibt es auch wissenschaftlich gesehen erheblich berechtigte Hoffnung, dass es helfen könnte. Jedenfalls scheint Chlordioxid ein sehr gutes Desinfektionsmittel gegen die Corona-Viren zu sein.“[2]

Zum Desinfizieren kann man es also gut nehmen (immer schön verdünnen, es ist stark bleichend) und ich selbst nehme es, wenn nötig, zur Wasseraufbereitung.

 

5. Esberitox

Bei all den möglichen Ansteckungsgefahren ist natürlich das Entscheidende, dass unsere körpereigene Abwehr gut ausgebildet ist! Und die kann man verbessern mit einer dreiwöchigen Kur (3 mal täglich 21 Tropfen Esberitox oder eben demenstprechende Lutschtabletten), es enthält Lebensbaum, Sonnenhut und Färberhülse[3]. Auch zur Verkürzung von bereits bestehenden Infekten geeignet.

6. Noch ein allgemeiner Auszug aus einem früheren Artikel dazu:

„ … und so kommen wir nicht nur mit Kälte und Nässe in Berührung, sondern  immer wieder auch mit Menschen, bei denen wir uns anstecken könnten, da sie niesen und schnauben und husten.

Wie kommt es nur, dass sich der eine ansteckt, der andere aber nicht? Und was können wir tun, damit wir zu den Gesunden gehören? Gerne hätte ich Ihnen an dieser Stelle eine ausführliche Antwort gegeben. Einen ganzes Buch gewissermaßen in drei Sätze gepackt. Es ist ein umfassendes Thema, dem ich jetzt nicht wirklich gerecht werde…

Eins aber möchte ich Ihnen dazu sagen: Wichtig ist die Stärkung unserer Lebenskraft! Unsere Vitalität entscheidet, wie wir einer ansteckenden Krankheit gegenüber stehen, schutzlos oder unantastbar. Und diese Vitalität haben wir alle selbst in der Hand! Wir selbst entscheiden über unser Wohl und Wehe! Denn unser tägliches Verhalten, wie wir mit unserem Körper und unserer Seele umgehen, schwächt uns oder stärkt uns. Haben Sie nicht auch schon ab und zu gedacht: „ Eigentlich sollte ich mich etwas mehr bewegen…Eigentlich sollte ich gesünder essen, also auf Gifte wie Alkohol, Nikotin und Süßigkeiten verzichten, ja überhaupt etwas weniger essen und mehr Obst und Gemüse zu mir nehmen…Eigentlich sollte ich ein bisschen früher schlafen gehen…“ Wenn wir ganz ehrlich mit uns selbst sind, dann wissen wir dies genau! Aber wussten Sie auch, dass Ihre Lebensfreude einen sehr großen, wenn nicht den größten Anteil daran hat, dass sie gesund bleiben? Lachende Menschen, die aufrecht gehen, bleiben leichter gesund als hängende, maulende oder gar ängstliche. Das ist tausendfach bewiesen worden. Das sollten wir endlich in unser Gesundheitswissen und in unser Verhalten mit einbeziehen! Sie können Bakterien sehr wirksam eindämmen, indem Sie ätherische Öle im Raum verdampfen lassen. Aber Sie sollten auch wissen, dass jeder Parasit, egal ob Virus, Bakterium, Pilz oder Wurm sich nur an den gedeckten Tisch setzt. Ärger, schlechte Laune, Ängstlichkeit, dazu der Tröster Zucker, decken den Tisch perfekt.

Meine Bitte: Gehen Sie gut mit sich um! Sorgen sie für eine gesunde Basis, indem Sie sich bewegen, Spaziergänge unternehmen, Licht und Luft an sich heran lassen, Vitalstoffe mit Obst und Salaten zu sich nehmen. Aber vermeiden Sie auch Streß durch zuviel Arbeit, zuwenig Schlaf, zu enge Termine und gönnen Sie sich Ruhe für die Seele. Das geht auch bei einem Spaziergang! Und pflegen Sie eine gute Gedankenhygiene: Haltet Sie sich aus Streitereien heraus, Wählen sie bewusst aus, was Sie im Fernsehen sehen. Versuchen Sie ganz naiv immer wieder, das Gute zu entdecken und sich zu freuen, statt in Schlechtem zu verharren und darüber zu zetern. Wenn Sie Sorgen haben, denken Sie darüber nach, wie Sie heraus kommen, statt darüber, wie Sie herein gekommen sind. Kurz, beobachten Sie, wo Ihre Gedankenenergie hingeht und sorgen Sie dann dafür, dass Ihre Energie immer in Kanäle fließt, aus denen Gutes und Freude zurück kommt, dann wird es Ihnen natürlich auch gesundheitlich gut ergehen. Wählen Sie bewusst, gerade heute den Ärger und die Sorgen loszulassen und gerade heute Liebe und Freude einzulassen! Es kann Ihnen dabei nur besser ergehen – den ganzen Winter lang und im Sommer nützt es auch…“[4]

7. und hier ist noch einmal Tipps für eine Haus-/Reiseapotheke:

Präparat Symptome Dosierung
Aconitum D12 gegen Folgen von kaltem Wind, z.B. plötzliches, hohes Fieber
“ … wie angeflogen ….“
stündlich 5 – 10 Globoli
Belladonna D12 Folgemittel von Aconitum nach 1-2 Tagen Aconitum
5 x täglich 5 – 10 Globoli
Nux Vomica D12 Folgen von Giften (Alkohol, Tabletten, Zucker),
von Übermüdung, Stress, Ärger – das Manager – Mittel
5 x täglich 5 Globoli
Arnica D12 Folgen von Gewaltanwendung (Sturz, Stoß, OP)
Traumeel von Heel beinhaltet Aconitum und Arnica, somit ideal für unterwegs
Rhus tox D12 Folgen von feuchter Kälte oder kalter Nässe (z.B. kalte Füße geholt; verkühlt nach Schwitzen oder dem Bad)
gut bei Rückenbeschwerden
Esberitox
von Schaper und Brümmer
gegen grippale Infekte, bringt die Ab…  Hoch,
auch gegen Herpes (Sonnenreaktion)
Notakehl D5 Tropfen
von Sanum+ Kohlbach
gegen Bakterien, erkennbar an gelblichen oder grünlichem Eiter bzw Schnupfen
Quentakehl D5 gegen Viren, Schnupfen ist klar, Kopfschmerzen im Nacken, bei Grippe
Sanukehl Salm D6 Tropfen gestern auswärts gegessen, heute Durchfall 3-5 x täglich, 2 – 5 Tropfen, je nach Alter
Sanakehl Brucel D6 Tropfen Insektenstich od. Zeckenbiß (hat roten Hof, der sich auch nach 2-3 Tagen nicht reduziert) 3-5 x täglich, 2 – 5 Tropfen, je nach Alter
Pefrakehl D5 Tropfen Blähungen, besonders nach Süßem (=Pilze im Darmbereich) 3-5 x täglich, 2 – 5 Tropfen, je nach Alter
Lavendelöl, pur 100% od. mind. 10% von Wala wirkt desinfizierend,
auf Insektenstiche,
als Schutz wenn andere herum niesen,
auf Stellen mit Pilzbefall u.a. gegen Juckreiz, auch gegen Pilze selbst.
befallene Stellen einreiben, bzw. unter die Nase gegen Schnupfen
Teebaumöl wer kein Lavendelöl mag; wie Lavendelöl anwenden
Apis Homaccord von Heel gegen jede Art von Entzündungen (Hitze, Röte, Schwellung, Schmerz) stündlich, wenn akut auch die Nacht über
5 – 15 Tropfen einnehmen

 

8. Und hier noch ein Rezept, falls Ihr irgendwann, irgendeine Krankheit bekommt, selbst wenn Ihr sie nicht kennt:

Potenziertes Eigenblut

Zutaten:

11 kleine Fläschchen (10ml)

1 Lanzette

1 Pipette

¼. Liter 30%igen Weingeist

 

Zubereitung:

In jedes Fläschchen 99 Tropfen Weingeist abzählen. Das Ohrläppchen gut kneten, dann desinfizieren, dann mit der Lanzette anpieksen. Den ersten Tropfen Blut abwischen, den zweiten satt in die 1. Flasche fallen lassen.

100x schütteln mit guten Gedanken. Dies ist eine homöopathische C1 Potenz.

Daraus einen Tropfen in die 2. Flasche geben. 100x schütteln mit guten Gedanken = C2

Daraus einen Tropfen in die 3. Flasche geben, 100x schütteln mit guten Gedanken = C3

Usw. bis zur 11. Flasche

 

Einnahme:

  1. Tag: 10 Tropfen ( bei kleinen Kindern weniger) von der C5 (bei ganz zarten Gemütern oder sehr heftiger Erkrankung fangen wir mit einer C7 an) auf die Zunge geben, abends eine halbe Stunde nach dem Zähneputzen (Zähneputzen ohne Menthol oder Pfefferminze!), direkt vor dem Ins-Bett-gehen.
  2. Tag: Pause
  3. Tag: 10 Tropfen C7
  4. Tag Pause
  5. Tag C9
  6. Tag Pause
  7. Tag C11

1 Woche Pause

Wieder C11

2 Wochen Pause

Und noch einmal C11

Erklärung:

Im Blut ist alles enthalten, auch die krankmachenden Erreger oder das Allergen, oder die Giftstoffe etc. Durch das Potenzieren dreht sich die Wirkung dieser Stoffe um und wirkt genau entgegengesetzt. So ist es in der Homöopathie (Kaffee wirkt z.B. anregend, das potenzierte Coffea aber beruhigend). Wir stellen also ein persönliches Gegengift her, wenn wir unser Blut potenzieren.

Auch hier muß man mit Reinigungsreaktionen und sogenannten Erstverschlimmerungen rechnen. Sie gehören dazu und zeigen, dass der Körper mitarbeitet.

So, das alles zur Auffrischung und für Eure Gesundheit in diesem besonderen März 2020.

 

Herzliche Grüße

Cornelia Cornels-Selke

[1] Zitat: Cornels-Selke, Cornelia, „Die Welt ist schön“, Buchholz, 2013, S. 25f.

[2] Studie/Quelle: Wang XW, L. J. (06 2015). Study on the resistance of severe acute respiratory syndrome-associated coronavirus. (U. N. National Center for Biotechnology Information, Herausgeber) doi:10.1016/j.jviromet.2005.02.005.  Mögliche Bezugsquelle unter Wasseraufbereiter / Chlordioxid:  https://www.vitalundfitmit100.de/  ,10.03.2020.

[3] Beipackzettel: https://www.esberitox.de/fileadmin/info/esberitox/Gebrauchsinformationen_Esberitox_Tabletten.pdf ,10.03.2020.

[4] Zitat: Cornels-Selke, „Die Welt…“, S.21f.

Fastenzeit – Predigt zu Joh.2,13-22

Predigttext:

13 Und das Passa der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.

14 Und er fand die Verkäufer von Ochsen, Schafen und Tauben und die Wechsler im Tempel sitzen.

15 Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb alle aus dem Tempel hinaus, die Schafe wie die Ochsen, und den Wechslern schüttete er das Geld aus und stieß ihnen die Tische um,

16 und zu den Taubenverkäufern sprach er: Traget das von hier weg; machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!

17 Seine Jünger erinnerten sich, dass geschrieben steht: “Eifer für dein Haus wird mich verzehren.“

18. Da begannen die Juden und sagten zu ihm: Was für Zeichen weisest Du uns dafür auf, dass Du dies tun darfst?

19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn wiedererstehen lassen.“

20 Die Juden sagten nun: In 46 Jahren ist dieser Tempel gebaut worden, und DU willst ihn in drei Tagen wiedererstehen lassen?

21 Er aber sprach vom Tempel seines Leibes.

22 Als er nun von den Toten auferweckt worden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Worte, das Jesus gesprochen hatte.

Kanzelgruß:

Ihr seid der Tempel und der Geist Gottes wohnt in Euch (1. Kor.3,16)

Liebe Gemeinde

gerade haben wir im Predigttext einen kurzen Blick auf den historischen Jesus werfen können: Ein junger Mann von grob 30 Jahren, der in heiligem Zorn im damaligen Tempel zu Jerusalem ein deutliches Zeichen setzt, indem er da Tische umwirft.

Alle Evangelisten berichten von diesem Ereignis, es war eine wichtige Zäsur im Leben und in der Lehre Jesu. Und der Evangelist, den wir Johannes nennen, hat hier zwei verschiedene Texte, nämlich die Tempelaktion und das Tempelwort, zusammen gestellt. Die Bedeutung, die durch diese Zusammenstellung entsteht, können wir gleich betrachten. Lassen Sie uns kurz auf die Hintergründe schauen.

So merkwürdig uns dies erscheinen mag, dass in einer Kirche, sagen wir einmal in dieser hier, Tiere verkauft werden und Geld gewechselt wird, so normal war es damals im Jerusalemer Tempel. Die Tempelsteuer musste in einer bestimmten, nur im Tempel gültigen, Währung abgegeben, also vorher eingetauscht, werden. Außerdem stieg täglich der Rauch der Brandopfer vom Tempel gen Himmel auf und sollte eine Verbindung zu Gott darstellen. Dafür wurden die Tiere gebraucht. Es war also ein ganz anderer Brauch und Kult als bei uns heute, aber er gehörte doch zum damaligen Leben und zum Tempelalltag. Zu den täglichen Brandopfern kamen noch die am Sabbat und natürlich die besonderen z.B. am Passafest. Zu diesen Hochtagen sollten theoretisch auch alle Israeliten im Tempel persönlich erscheinen. Das gelang natürlich nicht in vollem Umfang, dennoch sind in den Zeiten der Feiertage große Pilgerströme in Jerusalem erschienen. Es war ein riesiges Fest.

Genau darum war dieser Tempel nicht nur das religiöse, sondern auch das wirtschaftliche Zentrum der damaligen jüdischen Welt.

Können Sie sich vorstellen, dass so eine krasse Aktion, wie die von Jesus von Nazareth, an diesem exponierten Ort, zu solch einer Festzeit Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte? Und das dies Folgen hatte? Ganz bestimmt.

Schauen wir uns noch einmal an, was im Johannesevangelium geschieht:

Es naht das Passafest und Jesus zieht, wie viele, viele andere auch, nach Jerusalem.

Bei Johannes geschieht dies gleich am Anfang von Jesu Lehrtätigkeit, dieser wird den Tempel auch noch mehrfach aufsuchen. Der Tempel ist ihm also wertvoll.

Aber was fand er vor bei diesem ersten Besuch?

„… er fand die Verkäufer von Ochsen, Schafen und Tauben und die Wechsler im Tempel sitzen“.

Gerade eben habe ich erzählt, wie normal das damals war. Auch Jesus wird es vor seinem Besuch gekannt oder längst davon gewusst haben, dass nicht nur um den Tempel herum, sondern auch im Tempel dieser übliche Handel getrieben wurde. Doch im Text müssen wir erkennen, dass es für ihn anscheinend etwas ganz und gar nicht-Normales war. Und auch nicht akzeptabel!

Dass der Gottestempel nicht vor allem das religiöse, sondern anscheinend hauptsächlich das wirtschaftliche Zentrum war, wir würden heute sagen, zum „Konsumtempel“ verkam, das war Jesus bei seinem Kommen überdeutlich und ein Dorn im Auge. Hier waren die Verhältnisse ins Gegenteil verkehrt. Dieses Treiben war nur noch äußerliche Hülle, völlig entleert, eine Maschinerie. Der höhere Sinn, der höchste Plan verlorengegangen. Hier das Reich Gottes finden? Und es erfasste ihn ein heiliger Zorn, der ihn zu einer prophetischen Zeichenhandlung trieb.

Als Pilger musste man sich vor dem Passafest selbst reinigen, an dieser Stelle wird von Jesus der Tempel symbolisch gereinigt. Und wie!

Der Evangelist Johannes berichtet gar, dass er sich eine Geißel aus Stricken macht und die Tiere damit aus dem Tempel treibt, dass er das Geld der Wechsler ausschüttet und außerdem die Tische umwirft.

Tische umstoßen als Reinigung? Man könnte dieses Umstürzen der Tische etc. auch schärfer bewerten. Doch es wird deutlich, dass der Tempel ein entscheidender Ort für Jesus ist, „das Haus meines Vaters“, und dass er, nicht trotzdem, sondern genau deshalb, seine deutlichen Zeichen an diesem achtbaren Ort setzt. Das Haus Gottes ist ihm wichtig!

„Machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!“

Jesus ist ein Eiferer für das Haus Gottes.

“Eifer für dein Haus wird mich verzehren.“

Hören wir die Drohung in diesem Satz?

Die Jünger erinnern sich an Psalm 62, jetzt oder in späterer Situation, das bleibt offen.

Doch von dieser Stelle an verschränkt der Evangelist die Handlungen im Tempel mit zukünftigem Geschehen.

Nun kommen erst einmal die umstehenden Gläubigen und fragen ihn, welche Zeichen ihn wohl zu dieser Aktion berechtigten.

Eine Frage, die er mit einem prophetischen Wort, dem Tempelwort, beantwortet.

Jesus sagt: „Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn wiedererstehen lassen.“

Er wird im Text von den Umstehenden nicht verstanden, aber die nötige Deutung für uns ist durch den Evangelisten mitgegeben:

Er aber sprach vom Tempel seines Leibes.

Nur bei Johannes finden wir diese Kombination von Tempelaktion und Tempelwort und nur bei ihm mit diesem Wortlaut. Denn er scheint beides in direktem Zusammenhang zu sehen, und den späteren Lesern und Hörern, also auch uns, durch die Zusammenstellung verdeutlichen zu wollen.

Jesus sieht das Kommende, ja, er scheint es herauszufordern: „Brechet diesen Tempel ab“ so fordert er die anderen auf. Aber er wird der Wiederaufbauende sein. Verurteilung, Tod und Auferstehung, dies sind die Zeichen, die allerdings erst noch kommen werden. Sie legitimieren im Nachhinein seine Aktion im Tempel.

Die Jünger erinnern sich später und sie erkennen die Wahrheit, ihnen dient es später zum Glauben an die heilige Schrift und Jesu Wort.

Wir sind mit dieser Aussage über den Tempel seines Leibes und den Sätzen danach nicht mehr im Geschehen der Tempelreinigung, wir schauen nur noch, gemeinsam mit den Jüngern, darauf, denn der Text von Johannes stellt die, für ihn anscheinend erkennbare, Ursache, die Tempelreinigung, mit Jesu Tod und Auferstehung im Text stark verzahnt zueinander: Der Eifer, der verzehren wird, führt zu dem, als Folge gedeuteten, Abriss und Neubau des Leibes Jesu Christi.

  • Wir erleben also hier im Johannesevangelium eine Deutung der Tempelaktion als Initialzündung der ganzen weiter ablaufenden Lebens-, Passions- und Auferstehungsgeschichte Jesu Christi.

  • Andersherum sind dies die „aufzuweisenden Zeichen“, die Legitimation, für Jesu Handeln im Tempel.

  • Und für seine Botschaft, die er uns herausgestellt an dieser Stelle gibt: „Machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!“

Ja, diese krasse Aktion von Jesus von Nazareth an diesem exponierten Ort hat Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Noch heute wird davon berichtet. Da erleben wir einen streitbaren Jesus, so gar nicht weichgespült. Denn seine Botschaft war ihm wichtiger als sein Leben. Die Tempelaktion/Tempelreinigung war bedeutsam, in ihrem Sinn und in Bezug auf ihre immensen Folgen für sein Leben.

Schauen wir einmal auf die Zeit, als das Johannes Evangelium verschriftlicht wurde.

Wir erinnern uns vielleicht, der Jerusalemer Tempel war damals gar nicht mehr existent und stand somit weder für Juden noch für die inzwischen existierenden Christen zur Verfügung. Das Fehlen dieses Kultortes war für die jüdische Glaubenswelt sicherlich schrecklich und musste erst zu neuen Wegen der Glaubensausübung führen.

Doch für den neueren Glauben der entstehenden Christen, die sich nicht mehr mit dem Tempel verbunden fühlten, öffnete sich vielleicht sogar Raum für ihre Religiosität, deren Ausübung ihnen im damaligen Tempel gar nicht wirklich möglich gewesen wäre. Denn Jesus, im Gegensatz zum Tempel, war wieder auferstanden. Für den Evangelisten Johannes scheint dies ein Zeichen zu sein, wo es Zukunft für den Glauben gibt.

Und so kommt er vom historischen Jesus und seiner historischen Tat zu einer symbolischen Aussage. Durch Johannes werden wir in Gedanken zum Tempel des Leibes geführt. Und hier empfand Johannes die Aussage Jesu Christi „Machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!“ anscheinend ebenso überaus wichtig, wie sie damals zu der Zeit Jesu Christi war.

Wie ist es heute? Gilt das noch für uns? Können wir hier und heute auch noch etwas anfangen mit diesem vehementen Ausspruch Jesu?

Ihr seid der Tempel und der Geist Gottes wohnt in Euch“ (1. Kor.3,16), so schreibt Paulus, noch bevor das Johannesevangelium geschrieben wurde,1 an die Korinther und gibt uns eine mögliche Deutung, die uns auch für das Verstehen dieser Stelle, dieser Botschaft bei Johannes dienen kann:

Auch wir sind der Tempel Gottes und der Geist Gottes wohnt auch in uns. Und nicht nur im Menschen, wie wir manchmal egozentrisch meinen könnten, sondern in der gesamten Schöpfung, in jedem Lebewesen, in der Natur, in dieser Erde, in diesem Weltall. Wir alle sind die Schöpfung. Vor diesem Hintergrund lassen Sie uns den Ausruf Jesu Christi verstehen. „Machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!“ Denn es ist wieder nötig: Es ist hochaktuell.

Wir brauchen nicht weit zu schauen, um leider genau diese Entwicklung rings um uns herum zu entdecken. Alles wird ausverkauft. Und jetzt, wo von den Kindern dieser Erde angemahnt wird, wir ließen nichts übrig von der Erde und ihren Schätzen und ihrer Schönheit und produzierten auf der anderen Seite aberwitzige Mengen von Müll, wird der Ausverkauf noch intensiviert. Schnell noch, bevor neue Gesetze entstehen, die gesamte Produktion, den Abbau seltener Erden, die Müllverklappung steigern, schnell noch Gewinne einfahren, Dinge, die mit Ende der Garantiezeit Schrott sind, an Ahnungslose verkaufen. Schnell ein bisschen Greenwashing für schlimm produzierte T-Shirts betreiben. Schnell ein paar falsche Studien unter die Leute bringen.

Ja, da würde uns, wenn wir tatsächlich alles wüssten, was unter der Hand getrieben wird, auch ein heiliger Zorn ergreifen.

Liebe Gemeinde.

Ich bin nicht ohne Vertrauen. Es gibt einen höchsten Plan, davon bin ich überzeugt. Es gibt ihn für jeden von uns, für Sie und für mich, es gibt ihn für diese Welt.

Lassen Sie uns einmal in unseren eigenen Tempel gehen und da für Klarheit sorgen, wieder Platz machen für den höchsten Plan. Weg mit allem leeren Geklapper. Und dann lassen Sie uns gemeinsam den höchsten Plan für den Tempel um uns herum, diesen wundervollen, blauen Planeten verfolgen. Sowohl die Evangelische Kirche in Deutschland, wie auch die katholische, positionieren sich klar zum Umwelt- und Klimaschutz und betonen die Wichtigkeit. Lassen Sie uns nun gemeinsam aktiv werden.

Damit sie erhalten bleibt, diese schöne Erde. Damit sie erhalten bleibt, diese lebendige Natur.

Lassen Sie uns auf das Wort Jesu Christi hören bei unseren Taten. Und dann können wir darauf vertrauen, dass wir höchste Unterstützung haben, denn dann sind wir Teil des Plans.

Ich bin sicher, dass ein jeder / eine jede in dieser Welt, auf dieser Erde ein gutes Leben führen darf und soll.

Lassen Sie uns ein wahrhaft gutes Leben führen in diesem Tempel. Lassen Sie uns, statt Teil des Problems zu sein, Teil der Lösung werden. Das Reich Gottes kann kommen, das wir immer erbitten, aber wollen wir da nicht mithelfen? Lassen Sie uns heute beginnen. Lassen Sie uns miteinander ein Segen sein.

Kanzelsegen:

Ich will Euch segnen, Ihr sollt ein Segen sein. (Gen.12,2)

Wohin treibt der Protestantismus? – Auszug aus einer Seminararbeit

  1. Vorwort

Ich tauche mit dieser Hausarbeit über die Frage „Wohin treibt der Protestantismus?“ in sehr breit gefächerte Quellen, die für manches Seitenthema Material bereithalten würden. Jeden einzelnen Punkt hätte ich weiter und weiter vertiefen können und an mancher Stelle war ich versucht, dies zu tun. Die Grundlage meiner Arbeit, die fünf KMU-Befragungen, von denen ich im Folgenden die erste und die bisher letzte herausgegriffen habe, liefert sehr viel Stoff, um beispielsweise ein Referat, ein Seminar oder auch ein ganzes Buch über jede einzelne Erhebung zu schreiben. Z.B. hätte man sich für eine vertiefende Analyse der Ausgangslage stärker über die allererste Erhebung auslassen können, wie es in den Siebziger Jahren im Kirchenumfeld aussah und wie sich dies auf diese ersten Zahlen ausgewirkt hat (in der Retrospektive blickt man anders auf diesen Zeitraum, als man es damals hätte tun können). Es wären ein Referat, ein Seminar, ein Buch denkbar zu der Veränderung der jeweils vorgegebenen Antworten und genauso zu jeder Interpretation der Untersuchungen. Hier soll es wirklich um die Entwicklung/den Vergleich von 1972 und 2012 gehen, um von da aus schließen zu können. Dies hat meinen Blick auf die zu sichtenden Tabellen beeinflusst. Ich bitte zu entschuldigen, wenn ich mich insofern durch dieses weitläufige Thema nur sehr stichprobenartig hindurcharbeite, wenn auch möglichst ohne Scheuklappen gegenüber den auftauchenden Randthemen. Ich wäre froh, wenn meine Hausarbeit dazu anregt, selbst in die genannten Primärquellen zu schauen, um eine eigene Perspektive zu erlangen, und wenn sie außerdem dazu anregen könnte, grundsätzlich in Primärquellen zu schauen, statt sich auf die Behauptungen und Kommentare anderer Menschen, die Presse und Institutionen zu verlassen bzw. sich mit seiner Meinung an sie anzulehnen.

  1. Einleitung

Seit 1972 führt die evangelische Kirche im zehnjährigen Rhythmus großangelegte Studien bei ihren Kirchenmitgliedern durch. Sie möchte damit ein realistisches und differenziertes Bild – und zwar aus der Sicht der Mitglieder – von sich selbst erhalten. So sagt sie es in eigenen Worten in ihren Besprechungen über die Befragung.1

Seit 1992 werden die repräsentativen Untersuchungen und Befragungen außerdem auf Konfessionslose ausgedehnt.2 Dieses vertiefte Interesse rührt sicherlich daher, dass die Kirche auch außerhalb ihres Mitgliederkreises Informationen z.B. über den Glauben im Allgemeinen sammeln will. Es sind außerdem ehemalige Mitglieder, die die Kirche verlassen haben, in dieser neuen Gruppe zu finden. Man könnte hier also beispielsweise ergründen, warum sie ausgetreten sind. Ganz bestimmt auch sollen spätere praktische Entscheidungen der Kirche durch die Untersuchungen auf breiter Basis vorbereitet sein. Und die Ev. Kirche selbst sagt dazu, sie fühle sich durchaus verantwortlich für alle Menschen.3 Es scheint mir ein tieferes Interesse an dieser Gruppe zu bestehen, als ein bloßes „Über-den-Tellerrand-blicken“.

Hier vorliegend sind die allererste Untersuchung von 19724 unter dem Titel „Wie stabil ist die Kirche?“ und die neueste von 20125, die 2014 als Broschüre „Engagement und Indifferenz – Kirchenmitgliedschaft als soziale Praxis, V. EKD-Erhebung über Kirchenmitgliedschaft“ vorgelegt wurde. Hauptsächlich an diese beiden Untersuchungen halte ich mich bei meiner Arbeit, um den Bogen von der ersten bis zur vorläufig aktuellsten Untersuchung zu schlagen, obwohl in den Grafiken auch immer wieder andere Jahre dazwischen erscheinen, welche den Blick abrunden können.

Zu der letzten KMU gibt es außerdem seit 2015 von der EKD eine Aufarbeitung aus dem Gütersloher Verlagshaus mit dem Titel „Vernetzte Vielfalt“, die im Vergleich zu der 132-seitigen Präsentation der Ergebnisse 656 Seiten stark ist und nun diese Ergebnisse interpretiert.6

Als Einstimmung auf ein früheres Referat von mir zu diesem Thema, hatte ich zunächst im Internet nach Meldungen über die KMU geschaut. Dabei bin ich auf eine Meldung von „N24“ (zum Nachlesen siehe bitte im Anhang unter Punkt 9.3) und eine von „Die Welt“ gestoßen.7 Dies waren also die Meldungen, die die Suchmaschine8 als erstes hervorholte. Ihre jeweilige Deutung war sehr politisch ausgerichtet (schon im ersten Absatz erwähnt z.B. Matthias Kamann von der Zeitung „Die Welt“ die rot-grüne Politik9). Beide Artikel sehen die Entwicklung der Evangelischen Kirche überaus kritisch und somit großen Veränderungsbedarf für die EKD. Um noch einen anderen Eindruck bei meinem ersten Einstieg zu bekommen, las ich außerdem auf der Seite der EKD die dortige Pressemitteilung, die allerdings recht knapp gehalten war.10 Mit dieser Vorbereitung ging ich dann an die Primärquellen.

Ich muss vorab dazu sagen, dass das Lesen der Sekundärquellen für das Verstehen der Primärquellen, also der Zahlen selbst, kaum hilfreich war. Es wollte mir sozusagen den eigenen Blick verstellen. Andererseits machte es mir deutlich, nachdem ich dennoch einen eigenen Blick entwickelt hatte, wie schnell die Zahlen, je nach Ansatz des Interpreten, in äußerst unterschiedliche Interpretationen eingefügt werden können. Wenn ein Leser der allgemeinen Nachrichten es nicht schafft, sich vom Gelesenen soweit zu distanzieren, dass er einen kritischen Überblick behält, sind seine Meinung und sein Bild schnell durch das jeweilige Medium vorgeformt.

Dementsprechend werde ich im Anschluss an die Arbeit mit den Primärquellen und vor meiner eigenen Deutung zwei Artikel näher beschauen.

……..

………. (die ganze Arbeit kann gerne angefordert werden)…..

…….

  1. Eigene Überlegungen

Nachdem ich erstens die Untersuchungen beschaut, dann die Tabellen stichprobenartig1 und dann zwei Deutungen von Vertretern mit durchaus verschiedenem Hintergrund betrachtet und kommentiert habe, möchte ich nun ein paar eigene Wahrnehmungen zu der V. KMU und dem Wandel zwischen der ersten und dieser vorerst letzten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung von 2012 schreiben.Die Kirche ist also erkennbar ein Teil der heutigen Gesellschaft mit all den selben „ups and downs“.

Wir sehen im Wandel der Zeiten durchaus manchen Wechsel der Verbundenheit der Menschen zu ihrer Kirche, doch ist dies ein normales Wellenbild, welches wir quasi bei allen natürlichen Entwicklungen finden.4 Zur Zeit ist in den Tabellen, wie bereits erwähnt, im Vergleich zu 1972 eher die Tendenz zu einer stärker verbundenen Mitgliedschaft zu entdecken (siehe dazu Punkt 4.3).

Da dies in all den bisher genannten und bereits auch wiederholten Zwischenfazits deutlich wird, sehe ich, anders als die beiden vorher besprochenen Autoren, in dem Blick der Mitglieder auf ihre Kirche, ihrer Haltung zum Verbleib in der Kirche einen eher positiven Trend („Die Abnahme der absoluten Zahlen der Kirchenmitglieder hat also vorrangig mit dem demografischen Wandel zu tun.“ (siehe 3.2), „Im Vergleich zu 1972 haben wir 2012 ein stabileres Verbundenheitsgefühl.“ (siehe Punkt 4.3), „Auch 2012 möchte man, als Kirchenmitglied wie tatsächlich auch noch als konfessionslose Person, eine breite Fächerung der Aufgaben verfolgt sehen, ganz ähnlich wie 1972, teilweise sogar noch stärker.“ (siehe Punkt 4.5), „Ob man an Kirchenaustritt denke, wird 2012 also ca. doppelt so häufig wie 1972 mit einem Kopfschütteln beantwortet.“ (Siehe 4.6), etc. etc.).

Doch neben all diesem, was die letzten Seiten gefüllt hat, dieser Thematik über die Tendenzen der Mitgliederzahlen fort von der Kirche oder hin zu der Kirche, finde ich ein ganz anderes Phänomen in diesen Untersuchungen und dieses entdecke ich in den Fragen zum Blick in die Zukunft (siehe dazu Punkt 4.7). Wir kommen damit fort von dem Sprechen über die Quantität zu Gedanken über die Qualität der Kirchenmitglieder. Wir erinnern uns: „Kurzes Fazit: Die evangelischen Kirchenmitglieder haben sowohl Institutionen wie auch anderen Menschen gegenüber Vertrauen, in differenzierter Form, dies hat sich wahrscheinlich nicht wesentlich geändert gegenüber 1972. Im Vergleich zu den Konfessionslosen ist ein höheres Vertrauen zu beobachten, grundsätzlich und auch im speziellen. Wir entdecken, dass Mitglieder der evangelischen Kirche auch anderen Religionen gegenüber offener sind als die Konfessionslosen, dass Kirchenzughörigkeit bei der Evangelischen Kirche grundsätzlich also nicht dazu führt, dass man hier gegen andere Religionen ist, sondern mit der religiösen Vielfalt sogar besser zurecht kommt, also toleranter sein kann.“

Mit anderen Worten, ein Mensch, der glaubt, hat grundsätzlich mehr Vertrauen.5 Wenn man es so nebeneinander liest, klingt es sofort auch logisch. Doch hätte man, auch ein konfessionsloser Mensch selbst, vielleicht nicht von vornherein geglaubt, dass sowohl der Blick in die Zukunft, wie das Vertrauen in Institutionen, wie das Vertrauen in sowohl fremde wie bekannte Menschen jeglicher Konfessionen bei den Mitgliedern der Evangelischen Kirche höher ist, als bei den Konfessionslosen. Und dass anscheinend auch und genau dadurch bei ihnen ein höheres Engagement zu finden ist, was man heutzutage anerkennend Sozialkapital nennt. Kurze Erinnerung (siehe Punkt 4.8): „… können wir bei einem groben rechnerischen Überschlag folgendes Zwischenfazit abgeben: 1972 war das kirchliche Engagement der damaligen Kirchenmitglieder erheblich geringer und deren Vereinsengagement etwas geringer als 2012. 2012 war von den evangelischen Bürgern West- und Ostdeutschlands grob fast jeder Dritte in der Kirche engagiert. Die Kirchenmitglieder waren außerdem in nichtkirchlichen Organisationen engagiert und zwar grundsätzlich etwas mehr als Konfessionslose.

Und es hat eine gewisse Logik, dass Menschen mit einer gehörigen Portion Vertrauen, in andere Menschen, Institutionen und in die Zukunft, sich gerne engagieren. „No Future“ ist woanders, hier arbeitet die Meinung, es werde gelingen, also lohnt es sich, etwas zu tun“ (Punkt 4.8).

Das ist meiner Meinung nach ein wichtiger und auch hoffnungsgebender Befund: Wir haben mit den Mitgliedern der Evangelischen Kirche Menschen vor uns, die anscheinend ein festeres Fundament besitzen als andere, woraus sie mehr Vertrauen schöpfen (auch wenn die anderen das nicht ahnen) und die sich daraufhin mehr trauen, sich zu engagieren (sowohl in der Kirche wie in Vereinen etc.), deshalb echte Stützen für die Gesellschaft sind, woraus sich wiederum erwartungsgemäß eine bessere Zukunft entwickeln kann und somit wiederum ein positiver Blick in die Zukunft möglich ist. Sie haben damit gewissermaßen eine Spirale nach oben, zu einem guten Gelingen, entwickelt und nehmen, durch ihr Engagement in Zusammenschlüssen und Organisationen, andere auf dem Weg mit. Wir sehen hier einmal mehr, dass gläubige Menschen kaum lebensabgewandt (gewissermaßen heilig vor sich hin murmelnd) sind, sondern besonders anpackende Mitglieder der Gesellschaft.

Wenn wir also einmal zum Abschluss aller Betrachtungen der Qualität der befragten Kirchenmitglieder Raum geben, dann kommt man zu dem Schluss: Mit solchen Menschen kommt man erwartungsgemäß auch leichter durch turbulente Zeiten, was den Blick auf die Zukunft der Kirche durchaus entspannen kann. „Wohin treibt der Protestantismus?“, diese Frage lässt sich mit solchen Mitgliedern, die ihn gar nicht treiben lassen, sondern jeweils selbst bei einem guten Aufbau der Zukunft mithelfen, positiv beantworten: „In eine gute, lebendige Zukunft.“

1Anm.: Wie erwähnt, habe ich mich durch dieses weitläufige Thema nur sehr stichprobenartig hindurchgearbeitet. Sicherlich könnte man mehr und mehr untermauern. Jede einzelne Tabelle zu beschauen und zu beschreiben, hätte aber den Rahmen der Arbeit deutlich gesprengt.

2 Vgl.: Lohmann und Vilain 1.

3 Vgl.: Vilain 2, S.2f.

4 Vgl.: Isle Royale, Anm.: Zur Wellenbewegung in natürlichen Vorgängen vergleichen Sie bitte das 50 Jahre andauernde Projekt, das Gleichgewicht von Moose und Wölfen zu beobachten und zu dokumentieren, statt einzugreifen, auf der Isle Royale im Lake Superior in Michigan, USA, Isle Royale.

5Anm.: Auch ich setze hier zur Verdeutlichung kurzfristig Zugehörigkeit zu der Evangelischen Kirche gleich mit Glaube. Dazu ist anzumerken, dass wir bei den Konfessionslosen natürlich auch Menschen mit ähnlichem hohem Vertrauen finden, wie bei den befragten Kirchenmitgliedern. Sie können auch gläubig sein oder sie werden andere Wertekonzepte für ihr Leben haben, die sie ähnlich sicher tragen und vertrauen lassen. Es sind halt weniger Menschen bei den Konfessionslosen, die derartig vertrauen, als bei den Mitgliedern.

1Vgl.: KMU 2012, Schneider, Dr.h.c. Nicolaus, Bedford-Strohm, Prof.Dr. Heinrich, Jung, Dr. Volker; Vorwort, S. 2.

2Vgl.: Ebd., Einleitung, S. 4.

3Vgl.: Presse EKD/S, siehe Anlage Punkt 9.4.

4Vgl.: KMU 1972.

5Vgl.: KMU 2012.

6Vgl.: Vernetzte Vielfalt. Anm.: Dieses Buch habe ich nicht gekauft, sondern nur als PDF zur Verfügung gehabt (beide, die Broschüre im Druck und das Buch als PDF, habe ich netterweise von der EKD erhalten). Allerdings ließen sich aus dem Buch-PDF keine Kopien für diese Arbeit fertigen, da es stark schreibgeschützt ist, ich hätte höchstens Screenshots als Quelle mitgeben können, darauf habe ich (größtenteils) verzichtet. Daher findet sich im Anhang nur das Nötigste an Tabellen aus diesem Buch.

7Vgl.: Kamann, Welt. Anm.: „N24“ gehört zu „Die Welt“. Beide erwähnten Artikel wurden von Matthias Kamann geschrieben.

8Anm.: ich benutze Ecosia.

9Anm.1: Das genaue Zitat: Kamann, Welt: „Der Stimmungstest brachte ein klares Ergebnis: Debatten über die Lage der Kirche und über nötige Reformen sind interessanter als rot-grüne Politik.“ Anm.2: Ich berücksichtige im Weiteren vorrangig den Artikel Kamann, N24, da sich dieser gezielt mit der KMU beschäftigt.

10Vgl.: Presse EKD/M.

 

Ob ich denn wohl an Wunder glaube?

Hauptkirche Sankt Michaelis –   „Der Michel

Brief vom 27. Dezember 2019

Ob ich denn wohl an Wunder glaube? Diese Frage stand neulich im Raum.

Und ich fing an zu überlegen und zu merken, dass ich tatsächlich nicht meine, ab uns zu ein oder auch mehrere Wunder erlebt zu haben.

Sondern, dass es bei mir eher so ist, dass ich quasi ständig und immerzu Wunder in Aktion sehe.

Ich sitze zum Beispiel mit meinen Kommilitonen in einem Seminar:

Wir sitzen da und jeder atmet. Neben mir und auch in mir Blasebälge permanent in Bewegung. Sauerstoff wird eingeatmet dadurch, dass Atemmuskeln die Lunge weiten und durch Sog die Luft in die Lunge einströmt. Dort sitzen kleine Bläschen, die den Sauerstoff aus der Luft aufnehmen und an eine andere Seite, nämlich ins Blut abgeben. Im Blut heftet sich der Sauerstoff an die roten Blutkörperchen, die ihn irgendwohin in diesem riesigen Blutkreislauf bringen. Das Herz pumpt den Strom. In den Kapillaren löst sich der Sauerstoff von den Blutkörperchen und verabschiedet sich auch aus der Blutbahn und „krabbelt“, per Diffusion, genau dorthin, wo er von irgendeiner Zelle benötigt wird. Genau andersherum wird CO2 befördert. Dieser Stoff wird aus den Alveolen, das sind die kleinen Bläschen in der Lunge, zurück in die Außenwelt, ausgeatmet. Zusammen mit einem nicht verbrauchten Rest Sauerstoff.

Während die Zellen leben und der Körper mit dem Sauerstoff arbeitet, denken wir in unserem Seminar nicht darüber nach. Wir denken an andere Themen und diskutieren diese auch. Und obwohl der Raum gut isoliert ist, ist auch nach einer Stunde fleißigen Denkens und Atmens, der Sauerstoffgehalt nicht verbraucht. Er hat sich durch irgendwelche Ritzen und auch per Diffusion im Raum immer wieder aufgefüllt.

Wo kommt er her? Von Draußen. Tatsächlich, die frische Luft, die wir beim Lüften einlassen, entsteht da „draußen“, also, wenn da nicht gerade eine viel befahrene Straße vor dem Fenster ist, sondern auch Grün, lebendige Natur.

Über Jahrmillionen mussten die Pflanzen, die einzigen Lebewesen, die Sauerstoff herstellen, die Sauerstoffhülle um unseren Planeten aufbauen. Sie sind der Garant für unser Leben. Denn Tiere, Menschen (und auch alles, was der Mensch so an Gerätschaften hat, wie Autos und Industrie und Heizung) verbrauchen Sauerstoff und stellen nur CO2 und andere Gase her.

Wir teilen also in unserem Seminarraum die Atemluft miteinander. Was der eine ausatmet, atmet der andere ein, wenn wir die Fenster oder Türen öffnen, gibt es weiteren Austausch. In Wahrheit ist es immer noch dieselbe Luft, die auch Cäsar oder Napoleon eingeatmet haben, denn es ist in der Zwischenzeit kein Raumschiff gekommen und hat ein bisschen frische Luft auf unseren Planeten gepumpt. Die Pflanzen haben unsere ausgeatmeten Stoffe aufgenommen, gefiltert und in den ursprünglichen Sauerstoff zurück verwandelt. Es ist immer noch dieselbe Lufthülle um die Erde, allerdings gereinigt und gefiltert durch die Pflanzen.

Für mich ein Wunder nach dem anderen.

Da sitzen wir also und denken und lernen. Wo speichere ich diese Worte, diese Zusammenhänge? In Windungen, in Gewebeschlaufen, die wir Gehirn nennen. Das macht mich eigentlich fassungslos. Wie geht das? Das „Warum“ dahinter ist wiederum ein Extrathema…

Ich sitze in diesem Raum mit Studenten und Studentinnen aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands, ja der Welt. Wir sind achtzehn Menschen, dazu unsere zwei Professoren, wir alle sehen einen Sinn in unserer Zusammenkunft. Dabei haben wir ganz unterschiedliche Ursprünge und auch unterschiedliche Ziele. Aber hier haben wir etwas gemeinsam und sprechen intensiv darüber.

Sprechen – ich will gar nicht erst anfangen und den Sprechprozess im Körper, im Zusammenhang mit dem Gehirn erläutern… So vieles muss funktionieren, damit dies gelingt.

Und ich, wieso studiere ich eigentlich, wie ist es dazu gekommen? Eine irre Geschichte aus Begebenheiten, die schließlich dazu geführt haben.

Und dann Theologie. Die Studenten sitzen hier, weil sie alle Theologie studieren. Weil vor vielen Tausend Jahren Botschaften in die Welt gegangen sind, die uns immer noch beschäftigen. Die uns immer noch einen weiteren Blick auf die Welt geben, als der Verstand alleine es schaffen könnte, obwohl der so vieles kann. Die uns immer noch Hoffnung geben können und zu Höherem als zu reinem Arbeiten, Essen, Schlafen locken wollen.

Es entstehen Freundschaften zwischen den Studenten und Studentinnen. Irgendwie sitzen in diesem Raum nicht nur Menschen gleichgültig nebeneinander. Sie mögen sich, einige mehr, andere weniger. Sie beschenken einander zu Weihnachten. Sie backen Kekse füreinander und die Professoren in dieser Stunde. Sie machen ihre schönsten Rezepte wahr. Um andere zu erfreuen.

Für mich ein Wunder.

Für jeden wünschen wir am Ende der letzten Stunde vor Weihnachten Gutes, denn wir glauben, dass es für Jede/n Gutes geben kann. Wo jemand vor Weihnachten noch Schweres erlebt hat, versuchen wir zu trösten. Wir wollen, dass es wieder bergauf geht für ihn oder sie. Auch hier gute Wünsche.

Ich staune.

Und ich freue mich! Sosehr über jeden Tag, über die Möglichkeiten in dieser Welt (auch über die Möglichkeit, diese Welt soweit zu erkennen, dass wir sie erhalten können). Ich staune über die Liebe in all diesem Geschehen.

Seht Ihr das auch?

Wonder-ful World!

Bitte genießt, soweit es möglich ist, Euer Dasein. Nehmt die schönen Seiten wahr und an und verteilt immer weiter. Immer, immer weiter. Wir alle leben davon, wir Menschen, die Tiere, die Insekten, die Pflanzen, jede Zelle, die Erde selbst.

Eine wundervolle Zeit für Euch, heute und an jedem Tag. Vielleicht lasst Ihr noch etwas an Weihnachtsgefühlen lebendig bleiben und tragt sie mit ins neue Jahr. Wäre doch schön, wenn es noch etwas weihnachtlich weitergeht…

 

Cornelia Cornels-Selke